Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1929 (5.12.1961)
- Date
- 1961-12-05
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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O fifi g.s” FRANQUEO PAGADO Concesión 908 s Si r® 6i q w U <u TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 MANA Año XXII. BUENOS AIRES. MARTES 5 DE DICIEMBRE DE 1961 No. 1929 EL EJEMPLA en toda la República r 4 - ■ ■ PUEYRREDON 2190 1» taq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Ein Bericht aus Kenia Entwicklung des Negew Mit de. Geschwindigkeit eines Blitzes, so hatte Bill Ryan ans erzählt, war die verwun lett Löwin auihrem Buscuversteck hertusgesprung? r.. Der Warnruf des schwarzen Spurensuchers Kam zu spät. Berufsjäger Rvar. kam nicht mehr j zum Sc uiss. Die Löwin war über hm und in dem wil-1 den K impf, der nun ent- ‘ brannte, riss sich das wilde Tier in seinem Oberscnenj kel fest. Ls dauerte Sei unden, die -.tm Jäger vvit eine Ew'gkeit erschienen bis 1 Bills Neire der rettende i Schuss ge'ang. Neben cem *~«xterbende.i Tier blieb Bill ' yan sei wer verletz' im taub de’ Savanne liegen.; Das war vor kurzem Als j Grosswilaiäger Ryan nun den kerza urleuchteten Grill Room m New Stanley Ho-. tei von Nairobi betritt, v :rkt I er wie d< j Held eines He-1 mingwar-Romans. Grauhaarig, den rempakten Körper schwer ->ai einen Stock ge- : stützt, am linken Arm eine' zierliche amerikanische Touristin. o iolgt er dem engi lischen Oberkellner zu ei-1 nem Eoktuch im vollbesetzten Restaurant. Bill Ryan , st gew: j3£'massen ein idea. 1 ler Repräsentant des romantis'heu Landes K-.nia, wie es m zahlreichen R ma- - aen und , euerdings auch in | lollywu-'d-Filmen besungen wird. Es ist e n Land nach dem . Geschm-c-k der Weisse i wo | der Manu sich noch in der Gefahr bewähren kann wo man fern von den überjrga-! nisierten Zentren der zivilij sierten Weit immer nocu die i Abenteu»- eines freien Her- | renlebeigeniesst. Es ist . ein Laad, oas durch die sonnige Mi’de seines Hoch andj ilimas tut die Einsamkeit I seiner grossartigen Land-! schaft lockt, die grosse Herden wilua' Tiere bevölkern. Seit jeher hat Kenia eine j starke Anziehungskraft auf j Pionier und Abenteurer ausgeüht und auf jene rei- .-hen Zi -ii sationsmenseben, | die für teures Geld ihre ro-; mantiscVn Vorstellungen! von Afrika verwirkli hen sonnen — unter Führung' und Sc iut? vorbildlich .rrgä- | nisierter , .'-afari',-Tourijten_ Gesells ihaften Der Grili-Room im New j. Stanley dient ihnen als beliebter Treffpunkt. Da sind die „waisstn Farmer”, die Herren über grosse G: ter, Viehherder, und Tausende von schwarzen Arbeüern auf den , vveissen Hochländern”. R’e produzieren 85 Prozent dfs Exportgutes der britischen Kronkolonie Kenia, J;r altmodisch geschnitteie Smoking sitzi ihnen kaspp wie eine Uniform am hageren Körper. Die Aequa torsonne hat ihre Gesichter tiefrot gebrannt. Hier an 1 dort blitzen Monokel. fr.t .rockenen Befthlston geben sie den schwär-, zen Kellnern ihre Bestei ungen auf Ihre langbeinigen! und häufig bildhübs' hen ' Frauen machen den Eindruck, als ob sie mit Fferden besser vertraut sin’ als mit den Feinheiten de’ internatia-’alen Mode. MILLION.-VE RE AUF LOFWENJAGD Da si.id auch die an erikanischen Millionäre, die Konzern lerren und Grossfinanzier-,, die ihren tepuich- I gedämp’ten und klimartgu- | Herten Managerbüros in 1 ManhaAar für ein paar Woeben entflohen sind, um an; Fusse des ewig schneebe- . deckten K Jimandscharo ihren Lö wen zu schiessen; (und nehei bei zu erkunden, welche Sicherheiten Kenia; privaten Kapitalgebern bie-; tet). Neben den Farmern und! den am’rikanischen Teuri-: sten ne.imen sich die Inder j ein wenig fremd aus. Sie er-; scheinen bescheiden und ' unbehoh'en wie Neulinge in einem exk usiven Klub. < Vor wenigen Jahren noch verschloss ihnen das Gesetz der Rassentrennung das Stanley H. tel). An Geld jedoch fehlt es ihnen offenbar nicht, z-uf ihren Tischen leuchte i rote Hummerschalen, und der Champagner fliesst reichlich. Sie sind die j Nachkommen jener 32.000 indischen Kulis, welche die britisch; Kolonialregie) ung! Lage der Juden in Rumaenien New York. — Der Oberrabbiner Rumäniens, Dr. i Rosen, berichtete in einer Pressekonferenz, die rumäj nische Regierung trage Sorge, daks die Juden in die cem Land ihre religiösen Bedürfnisse erfüllen können. Die Regierung habe sogar besondere Weinberge bereitgestellt, damit koschere Weine gekeltert werden. Die jüdischen Gemeindebeamten von den Rabbinern bis zu den Lehrern erhalten ihre Gehälter von der Regierung ausser Zuwendungen, welche aus den j Einnahmen der Gemeinden stammen. Was das Kulturleben betrifft, so besitzen die Juden nach Aussage von Rabbiner Rosen ihre eigene Literatur und ihr Theater. Als Beispiel führte er an, dass „Das Tagebuch der Anne Frank” ins Jiddische übersetzt und 300 Mal in Bukarest aufgeführt wurde. Rabbiner Rosen selbst redigiert eine religiöse Monatszeitschrift. ,di» Beiträge in rumänischer, jiddischer und hebräischer Sprache bringt. Er zeigte ein Exemplar dieser Zeitschrift, welche Nachrichten über die jüdischen Ereignisse in aller Welt, darunter sogar ITA-Kabel, veröffentlicht. Einige der Journalisten, die der Pressekonferenz bewohnten, bemängelten, dass die Zeitschrift keine Berichte über das Leben der Juden in Russland enthält. Auf die Frage,' ob das Blatt über die kürzlichen Verhaftungen und Prozesse gegen jüdische Gemeindefübrer in Leningrad und Moskau berichtet habe, ent; gegnete Rabbiner Rosen, hiervon er erst bei seiner Ankunft in den USA erfahren, (ITA) Ende des vorigen Jahrhunderts aus Indien nach Ostafrika ’importierte, um sie beim Bju der Eisenbahn von Mambassa nach Kampala in Uganda einzusetzen. Innerhalb von fünfzig Jahren haot-i sich die luder (ihre 5-hi wuchs auf über 200.000 a.1) eine beherrschende Position im Geschäfisleben der oritischen Kolonie Kenia erobert. Das Gesetz der Rassentrennung ist begraben, “ber dennoch s tht man im Grill- Room! p-i.e Schwarzen — abgeseh -n von den Kellnern, die barU'ssig und mit roten Schärpe i über ihren nichthemdar :ren weissen Gewändern durch das Lokal huschen Die Rassenschi anke ist durch die soziale Schranke ersetzt worden, und bisher verdienen nur wenige Schwarze g’-nug Geld, um sich Uber sie hin-1 wegzuseiye n und in die ex- I klusive 'Velf der eingewanderten Europäer und Uder einzudrmgen. die zusammen kaum f .’nf Prozent der Bevölkerung von Kenia ,-us-; machen Als der Kellner den Nach- I tisch «.rviert, erinnert sich unser Tlscngenosse, ein kanadisch r Globetrotter, an seinen lmzten Besuch in diesem Lrkal. Das war vor j zehn jdivrtn, als Mau-Mau, die geh.ime Widerstandsor-; ganisaG >n des anderthalb : Million -n Menschen zählen-j den K: iayu-Stammes, den verzweifelten Versuch un- : ternahr.i, die Herrsehaf der 60.000 W°issen in einem wilden und grausamen Aufstand rbzuschütteln. .Damals”. sagte der Kanadier, „sah ich. wie die Damen der GesellscK-it in ihren Abtndtäsehehen neben dem Z:garettenanrimder die Mauserpistole Ingen, und die Herren legten den schweren Colt auch dann nich ab, wenn sie im Abendanzug zum Tanz aufforderten.” Der Mau-Mau - Aufs and war du..?h den Landhunger der Schwarzen ausg» löst worden. Drei Viertel des Landes, das sich von der Küste des Indischen Ozeans bis an das Ostufer des Viktoriasee? ersteckt und efwas j grösser als Frankreich ist, j kann für die Landwirtschaft; nicht genutzt werden. Der Rest (besonders die besten I Böden! befindet sich, zu mehr au? 40 Prozent in den Händen von 3 000 eurjpäischen Siedlern und ihren Familien Ihnen stehen 6,5 Millionen Schwarze gegenüber, die nur über 60 Frozent der landwirtschaftlich nutzbar m Fläche verfügen. Als die weissen Siedler nach Kema kamen, gat es die Lanai.ot der Schwarzen nicht. Inzwischen aber haben sien die Eingeborenen rasch ■'f-rmehrt. Allein der Kikuyu-Stamm ist heute viermal so stark wie im Jahre -900. Zusammen gepfercht in Reservaten (wo die Laaa.echte der Schwarzen geschützt sind!, leb er seit we r.gctens zwei Jahrzehnten am Rande der Hungersnot Die Mau-Mau - Aufständischen belassen eine Art Ideologi». die einerseits in der Besinnung auf die ¿Ren Traditionen des Kikuyu. Stammes, andererseits Li einem mythischen Hass gsgen die Zr'iTsation des weissen Mannes wurzelte. Sie hatten Ipggfp * Auch das Lebensniveau der arabischen Bevölkerung wird durch die Entwicklungsar beiten im Negew sichtlich gehoben. Wie unser Bild zeigt, besitzen auch die arabische! Siedler heute schon moderne landwirtschaftliche Maschinen zur Bebauung des Bodens. | ihren g-’i.stigen Führe- Jomo Kenyatta (der ..brennende Spor’ i, den die Br-ten vor kurzem nach langjähriger Haft und Verbannung freigelassen haben, und sie besassei <ine hervorragende Organisation, die durch das blu ige Band der sogenannten Mau - Mau - Eide zusamm°ngehalten wurde. Diese Eide bildeten das unheimlich- Element ditser einzigartigen Aufstandsbewegung. In ihrer harmlosen Form verlangen sie das Opfer eines Schafes (das bestialisch zu Tode gequält wird) und verpflichten den Eidnehinelediglich zur Treue g’^enüber Mau-Mau. Drastis :htre Eide, zu deren Zeremoniell es beispielsweise gehö t, die Gehirne aL-geschlach*eter Kinder zu essen oder das Menstruationsblut der Frauen zu trinken, verpfliehb-n den Eidnehmer, zu schweigen, Waffen zu stehlen, Abtrünnige oder Kuropäezu töten. Diese Auswüchse, von denen sich die verantwortlichen KiK^yu-Führer distanzieren, '»rr. pfänden die Europäer mit Recht als s;nen Rückfall .r die tiefste Barbarei. Entsprechend hart schlüge ’. sie den Aufstand nieder. Innerhalb von vier Jahren [ töteten die Engländer 11.503 Aufständische im Kampf.! Hundert-; starben ausserdem \ am Galgen. Dagegen nimmt t sich die 7ahl der Mau-Mau- Opfer best heiden aus: Die Aufständischen töteten 32 europai .che Zivilisten, 63 englische Soldaten und Polizisten t-nd etwa 2.000 Schwarz'*, die sich geweigert haben, den Mau-W«.au- Eid zu leisten. Als der Aufstand ni -aergeschlagen war, befanden sich 77.000 Schwarze in 2n:,uschen Konzentrationslagern in Kenia. KOSTBARE EINRICHTUNGEN Was «P* Europäer damals gegen den barbarischen Ansturm . Mau-Mau verteidigten, L.t auch heute roch verteidlgungswert. Es ist das moderne, von den Weissen ge.jhaffene Kenia, das auch vielen verantwortlichen •’P, iranischen Politikern ko3tl &r ist. Es sin i die mit britischer Fairness arbeitenden Gerichte, das hochent-cvkelte staah che Verwaltungswesen, die ausgefeilten parlamentarischen Spielregeln, die ebenso lebendige wie freie Presse, der hervorragend organisierte Fremdenverkehr, der Schutz und die Hege des Giosswildes, es sind die Produktionskr »ft der modern und grossräun.ig arbeitenden Landwirt.-rhaft, die kosmopolitische Atmosphäre des moderner Nairobi mit seinen sauberen Strassen und prächtigen Hochhäusern. Seit r.em Mau-Mau-Aufstand nat sich freilich etwas Grundlegendes in Kenia geändeU Was die Europäer damals gegen die Schwarzen verteidigten, die sich in der Mau-Mau - Bewegung! zum ersten Widerstand organisierten, muss heute mil den Afrikanern Kenias erhalten werden. Die neue von London rusgegebene Parol« heisst: Zi sammenarbei zwi sehen Schwarz und Wtiss Aufbau einer neuen Gesell schaft, in der die Rassen gleichbe"? ehtigt zusammen leben. Noch in diesem Jahi wird die I ritisehe Kronkolo. nie un.°r einem afrikanischen Regierungschef di« interne Selbständigkeit erhalten. Mit ae,- Hemingway Ro it. antik c'er Pioniere und Abenteuer geht es zuer.de Ahnungsvoll sagt ein europäischer Geschäftsman: in Nairobi „Bis jetzt h <ben wir eine führende Rollt in Kenia g« spielt, weil wir eine weisse Haut haben. Wen» wir in Zukunft eine führende Rolli spielen, wirc ei trotz unserer weissen Hau) sein. Das ist die neue Situation, die viele unserer euro päischen Freunde noch nicht begriffen haben. Der Spionage nicht schuldig Paris. — Gedalja Pechersky, der jüdische Gemeindeführer aus Leningrad, der im vergangenen Monat zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, erklärte bei der Gerichtsverhandlung, kein Spion sondern ein loyaler Bürger zu sein, wie aus jetzt hier eingetroffenen Berichten hervorgeht. Man zeigte Pecher-ky Fotografien, auf denen er im Gespräch mit Mitgliedern der Israel-Botschaft zu sehen war. Pechersky sagte in eigener Verteidigung aus, die Bilder seien bei einem offiziellen Empfang aufgenommen worden, dem er in seiner Eigenschaft als Vertreter der "jüdischen Gemeinde mit Wissen der sowjetischen Behörden beigewohnt habe. Er versicherte, ein treuer Bürger zu sein und kein Gesetz übertreten zu haben. Auf die Frage des Staatsanwalts, ob er Zionist sei. entgegnete Pechersky, er gehöre keiner Partei oder Organisation an, doch als frommer Jude müsse er nach jüdischer Sitte dreimal täglich für die Wiederaufrichtung Zions beten. Die Gerichtsverhandlung dauerte drei Tage und fand Mitte Oktober statt. Sie war nicht geheim, wie ursprünglich mitgeteilt wurde, doch fand nur eine beschränkte Zahl von Zuhörern Eintritt. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.635 impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavta 881 i«»-: