Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1929 (5.12.1961)
- Date
- 1961-12-05
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Ep handelt sU-n nie» nicht um die Ankömmlinge der allen jüdischen Gemeinde in Kai Fung Fo. -'ie bereits im 10. Jahrhundert unserer Zeitrechnung urkundlich bis in unser - 20. Jahrhundert hinein existiert hat. Diese wirklich ebinesisenen Juden sahen aus wie Chinesen. und ihre Kleidung und Lebensgewohnheiten waien denen Chinas angepassr. Kur ihr Judentum trennte s'.e von allen anderen Chinesen, wenn sie auch nach und nach immer weniger vom Judentum Mussten und ihie eigenen Bräuche immer eingeschränkter wurden. Seit einigen Jahrzehnten weiss man nichts mehr von ihnen, sie sind inscheinend im Zuge einer allgemeinen Assimilation vollstün iig un. tergegangen. Jene israelischen Bürger, die im Lande den ..Jeud Jozej Sin" geschaffen haben, sind die -Vertreter dci jüdischen Gemeinden. c’e von russischen Juden vom Ende des \ origen Jahrhunderts an in China geshatten n ur den. Ihre Anfänge stammen von jungen Männern her, die zur Zarenzeit ans Russland nach China fionen. um dem g etürchtete.-i Militärdienst in der z-iri kischen Aimce l entgehen, der oftmals Jahrzehnte an -auerte. Eigeifli'h wollten sie von China a -s weiter wandern, nach Amerika England oder sonstwohin aber sie fanden im damaligen China angc .ieovne Leoipuslx 'Jingungen vor: sie besser sich dort nieder. Familien kamen nach, und so entstanden die Gemeinden von .Charbin und Peking, von Tientsin und S langhai. Bis zum heutiger Tage sind sie ihrer ru Jschen Mutte-sprache treu geblieben. .Noch immer sprechen sie russisch obwohl sie auch englisch und jiddisch beheri sehen. Chinesisch war ihnen ziemlich Iremd. nur die jüngeren unter ihnen konnt-m sich in dieser Sprache <inigermassen verständigen. E’wa 15.000 Seelen zählten sie zu hier besten Zeit in China. Sie verstanden es. ein i usgezeictinetes jüdisches Lehen aufzubauen. In Shanghai waren sie in den letzten Jahren vor dem /.weiten iVzJkriege Zeugen ein?’- grossen jüdischen Einwoiideru .g aus Mitteleuropa Diese neue jüdis'.he Gemende. die fast 30 000 Mitglied«- zäh le, war grösser als alle anderen Gemeinden in China zusammen. und während des Krieges wurden die ..alteingesessenen'’ russischen Juden mit den Immigranten aus Deutschland, Oesterreich und der Tschechoslowakei zu einer Schicksalsgemeinschalt. die andauerte. bis sie China verliessen. als die kommunistischen Armeen vorrückten und das chinesische Festland eroberten. Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Juden Chinas begab sich nach Nordamerika, viele wandelten in die Länder Südamerikas, einige wenige kamen nach Europa zurück. Aber eine recht starke Gruppe wurde in den jüdischen Staat gebracht und baute sich hier ein neues Leben auf. Ueberall. wo immer sie sieh befanden, schlossen sie sich zu einem Verband zusammen, dem Verband der Juden aus China. Die Schicksalsgemeinschaft, die sie empfanden. Mar sehr stark: sie hielten zusammen, halfen sieh gegenseitig und bildeten eine fast. ..geschlossene’’ Gesellschaft. Sie hatten ja auch kaum Verwandte und Freunde in den neuen Ländern, in die sie kamen. Sie mussten sich mit neuen Lebensgewohnheiten abfinden. die in jedem Falle schwerer waren als die. welche sie in China aufgegeben haften. So entstanden auch in Israel Siedlungszentren der Juden aus China. Zentren städtischer Ansiedlung. Der Sehikun Shanghai — Schikun Olej Hamisraeh Harachok — in den telvaviver Gebieten jenseits des Jarkons. nahm einige hundert Familien auf. Inzwischen hat sich auch diese Siedlungsgemeinschaft bereits weitgehend gelöst. Viele wandelten in andere Orte, andere nahmen bessere Wohnungen in den zentraleren Teilen Tel Avivs. in Ramaf, Gan und in Givatajim. invierno jt-ref lluvia gué-shem entonces az entre bein verde ¡a-rol "inx txi .srotf T * T „ ■ “ naixn .cnn rrn Dtfan T T T T T T T “ V V “ rrn Dixn mi ntznn nrrn T T T T T 'í T T~i T : T nbsn xüt nhn .ahn tt: tt TT * V TT ... nznxn?» f? ,$a 1nix nixi1? .mai o"nan T T * T - wn pñ" ,asfian ns" txm ¡n x*? ,mtfn "Enn *?D3 » - t t - : t t : nixn rotosn bv iix xin pVn smn bv _ .3ÍD D7" .nbb1? 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Dennoch existieren noch heute im Sehikun Shanghai etM:a 40 Familien, die aus China stammen. Jahre hindurch kämpften sie darum, die Gelder, welche der Staat Israel für den Verkauf der Synagoge in Shanghai erhalten hatte, zum Bau eines Gotteshauses zu erhalten, das als Erinnerungs-Synagoge für die Gemeinden im Feinen Osten dienen sollte. Ihr Kampf hatte Erfolg und sie erhielten eine Summe, die es ihnen ermöglichte, den Synagogenbau zu beginnen, die Grundfesten des Gebäudes zu errichten. Zugleich soll dieses Gebäude dann auch als Kulturhaus dienen. Das Terrain wurde von der telaviver Stadtverwaltung in ..Jad Hamaale” (hinter dem ehemaligen Scheich Munisl zur Verfügung gestellt. Rings um die Synagoge soll ein öffentlicher Park entstehen. Es ist ein schönes Gebäude. eine schöne Synagoge. Sowohl der Aron Hakodesch wie auch die sonstige Ausgestaltung sind nicht mit dem in Synagogen üblichen Kitsch überladen, sondern zeigen einfache Linien, die den heutigen neuen Gotteshäusern der europäischen Gola ähnlich sind. Allerdings ist es eine verhältnismässig kleine Synagoge, auch wenn sie in ihrer ganzen Anlage nach dem Muster der grossen Tempel Europas gebaut worden ist. Die 70 Plätze für Männer und die Empore mit 30 Frauenplätzen lassen kaum Raum für auch nur einen einzigen zusätzlichen Beter, Aber die Olim aus China haben ihren Zweck erreicht: Sie können, wie in alten Zeiten, inmitten ihrer eigenen Gemeinschaft ihren Gottesdienst abhalten. Im unteren Raum haben sie die Anfänge ihrer eigenen Bibliothek untergebracht, und von hier aus soll sich das geplante Kulturzentrum entwickeln. Am Eingang der Synagoge aber kiindet eine Tafel von der Einnerung an eine Gola. die ihnen einstmals die Freiheit verschaffte, an eine Gola, die in unserr Zeit untergegangen ist, als Von allen jüdischen Voll- und Halbfeiertagen ist wohl Chanukka, das Lichlertest, dasjenige, das zum Geschehen unserer Zeit die offenkundigsten Analogien bietet. Denn Chanukka, mehr noch fast als Purim und Pessac-h feiert das Wunder des jüdischen Ueberleberis. Es erinnert uns daran, wie vor rund 2100 Jahren das jüdische Volk unter der Führung eines kühnen und genialen Heerführers, des Juda Makkabi. seine Unabhängigkeit zurückgewann. Durch seinen heroischen Widerstand gegenüber dem halb-wahnwitzigen Antiochus Epiphanes. der zu seiner Zeit eine ähnliche, wenn auch nicht annähernd so grausige Rolle zu spielen versuchte wie Hitler in unserer Epoche, rettete Juda Makkabi die Gewissensfreiheit und das Judentum vor der Absorbierung durch die heidnische Welt. Im Chanukkalest müssen wir Juden die Erfüllung der Vision des Propheten Jesaiah. sehen, der da sagte: „Das Volk, das in der Finsternis wandelte, hat ein grosses Licht gesehen.“ Die Chanukka-Lichter sind daher der symbolische Ausdruck für den unbezwingliehen Glauben des Juden, dass das Licht der politischen und religiösen Freiheit. das in den dunkelsten Zeiten der Geschichte niemals gänzlich erlosch, in den kommenden Jahrhunderten weiter leuchten wird. Gleichzeitig sind diese Kerzen eine Mahnung an die jüdische Jugend, immer des Makkabäergeistes eingedenk zu bleiben. Ganz gewiss sind diese Chanukkatage in erster Linie Feiertage der Kinder, ein Fest, das die Familie stark aneinander bindet, aber sie sind doch noch weit mehr: W'ie Purim und Pessac-h feiert das Lichterfest eine grosse historische, eine Volkstradition. Es legt jüdischen Eltern die Verpflichein beträchtlicher Teil ihrer Mitglieder in den jüdischen Staat: übersiedelle. Und ihre Kinder wissen von dieser Gola nur noch den Namen, sonst kaum etwas. — ..Ich bin ein Sabre", sagte der kleine Knabe, der vor der Synagoge spielte. Dann aber besann er sieh und fügte hinzu: ..aus China“. HOTEL ARMON ISRAELS BEKANNTESTES TOURISTENHOTEL ELEGANTE ZIMMER — Ai.LE MIT KUEHLLUFT ANLAGE — ERSTKLASSIGE KUEÍ HE — ANGE NEHMER AUFENTHALT — LUFTIGE TERRASSE AM MEER — ZIMMER AUCH MIT VOLLPENSION Tel Aviv, Jarkcnstr. SO Tel. 231 il (Vorherige Zimmerbesti*.lung ist »nbedingt erforderlich) Dr. MAX FUSCH Berater für ^Investitionen und Finanxgeschaefte in Israel — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israel — 18, Geerge Elliet Str.; von CI HT $ llK hing auf. ihren Kindern jenen stolzen Geist einzuimpfen. der einst einen .Inda Makkabi befähigte, einer feindlichen Welt entgegenzutreten. Die symbolhafte Grösst und Bedeutung der Figur dieses Mannes liegt darin, dass er zwar ein harter Krieger sein konrde. doch aus religiös-geistigen Motiven heraus, dass er Schlachten schlagen konnte, jedoch zum Ruhme Gollts und der jüdischen Kultur, und diese Synthese in ihm ist «jüdisch, spezifisch jüdisch. Die Essenz des Judentums liegt in der Zusammenfassung von Lehre, Geist, Kultur. doch mit bewusster Einstellung auf das Diesseitige, mit dem Willen zur Realisierung der jüdischen Ideale auf dieser Erde mit allen Mitteln der historischen Entwicklung. mit allen Mittel» der Politik. Nicht, dass Juda Makkabi Krieger und Feldherr war. macht ihn unsterblich. .sondern, dass er dies im Dienste der jüdischen Idee war. macht ihn zum Repräsentanten und Vorbild jüdischer Wesensart Von hier au? ei gibt sich ohne weiteres die Parallele zu unserer Z« können jltmiiv» - die absolut« uns tragt». 6 uny 11 . weit uns?ut Noch innuor 1 .. zur Abwehr zahlreichen ■ böswilligos vt kraftvoll oi Die? kann nur reich geschehe sehe Kinder, v anwaebsende der historisch de; Judentum! bleibt und nie' wir Juden jedden Makkabäer fen sein könne und Volkstum gen. Chanukk; daran, dass es < Geist i?tder de nes Volkes bau Lebendiger dder Makkabüe Herzen der me kabäer. den arl kämpfenden 1s Jahren, seit de gen Entscheid! einten Nation« vember 1947. 1 lodernde Fad heit hoehgeha denmiitjg vert Musik in Buenos COLON-SF1 ELP LA N SAISON 1962 Dank der organisatorischer. Bemühungen des Teatto Colón liegt bereits jetzt «er fertigt Spielplan für die kommende Winlersaison vor Es sind 16 Vorstellungen für das -Gran Abono“, 15 für das Sonntag-Nachmittag - Abonnement. 16 für Sonnabend-Abend. 9 für das populäre Abonnement und 2 Serien für je 5 Vorstellungen des Wagner'schen Nibelungen-Ririges und der h-rooll Messe von Bach vorgesehen. Die Herbst-Spielzeit beginnt am 31. März 1962 mit Konzerten des Coldn-Orc-hesters unter Willem Van Otterloo und der Bamberger Symphoniker unter Joseph Keilbert. Die Opern- Spielzeit fängt am 8. Mal mif ..Kovanlsehina“ (Moossorgsky) an und nennt veiler: „Barbier von Sevilla", -Abraxas” (Werner Egk. Erstaufführung t. -Tosc-a“ ..Pelleas et Melisande“ (Debussy). „Penelope“ (Fauré, Erstaufführung», ein Baileft-Abend. -Midsummernights-Dream“ (Benjamin Britten. Erstaufführung!, „Aida“, „Macbeth“ und ,.Don Carlos“ ( Verdi,, „Rheingold“, ..Walküre'' „Siegfried“ und -Götterdämmerung“ und als Ab. Schluss am 9. November di« Bach'sehe h-moll Messe. Als Dirigenten worden vir. ken: Miltiades Caridis. Carlos F. Ciilario. Juan Emilio Martini. Jean FourneL Me. redilh Davies. Fernando Frevitali und Heinz Wal), berg. Als Regisseure sind vorgesehen: Carlo Maestrj. wi. Marcel Lamy. Basil Co. teman. Herbert Graf Und Ernst Poetfgen: Choreopra. phen werden Tatjana Gsovsky und Jack Carter sein Eine grosse Anzahl pro. minenter Opernstars und Tänzer weiden ihr Entré* beziehungsweise ihr Com*, back machen. Nur einigt wenige seien btiausgegrii. fen: Victoria De' Los: Ang*. les, Gert Reinhold Fernando Cereña. Regine C'iespii, Gis'ini Raimoiidi, Giaacppo Taddei, Sedanes ML hä, Aj. üniei p CHAS( :t«h f i v0lL Alt