Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1920 (21.10.1961)
- Date
- 1961-10-21
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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FRINOUEO PAGADO 5 O .3 Concesión í»98 w *2 ô 2? 5 TARIFA REDUCIDA < u Concesión 1629 ISRAELITA Arlo XXII. BUENOS AIRES, MARTES 31 DE OCTUBRE DE 1961 No. 1920 EL EJEMPLAR ea toda la SfgtsbU«^ 4.- PUEPJtREDON 2194 1« ütq. 'T. E. 83 - 2613 ' Buenos Aires Der Frieden von Aschdod 1981 Juedisches Leben in Skandinavien von MEIR FAERBER Weshalb gerade die Stadt Aschdod als Konferenzort Dir die Vorverhandlungen zum Friedensschluss mit den Arabern gewählt wurde? Die israelische Rtgierung wollte damit dieser jungen Stadt anlässlich des 20. Jahrestages der Grundsteinlegung ihres Bfens die Anerkennung de- Volkes zum Ausdruck bringen da der Ausbau des grossen Tiefseehafens und die anderen mit Aschdod .erbundenen Entwicklungen wesentlich dazu beigetragen haben, die Araber vom Versagen ihres Wirtschaftsboykotzu überzeugen. Ueberdies ist Aschdod historisch gesehen gar keine junge Stadt, sondern eine der ältesten. Aschdod war bereits in der Vorzeit eine Stadt von grosser Bedeutung. Sie war eine der wichtigsten Städte der Philister, die die eroberte heilige Bundeslade hierher geb.-acht haben. König Usijahu erstürmte ihre Mauern. Auch der Hasmonäer Jonathan und Jochanan Hyrkanov eroberten Aschdod. In der Hasmonäer2eit war si° eine autonome Stadt und baute den Hafen Aschdod-Jam aus, einen frühen Vorgänger des jetzigen Gro-shafens. Hier gingen schwere Kämpfe der Kreuzfahrer und Araber vor sich, und die kürzlich ausgegrabenen und freigelegten alten Bauten, die jetzt eine Touristen- Attraktion bilden, sind Zeugen einer glanzvollen Vergangenheit. Besonders aber war es die moderne Bedeutung von Aschdod, das sich -n so kurzer Zeit zu einem Wirtschaftszentrum Israels entwickelt hat und jetzt nach dem Friedensschluss ohne Zweifel ein internationales Sehiffahrts- und Handelszentrum werden wird, die veranlasst hat, Aschdoci als Tagungsort zu wählen. Neben Haifa, das dem Norden dient, ist Aschdod heute für das Gebiet Tel Aviv, Jerusalem bis zur Südgrenze der Mittelmeerhafen, und wenn auch in den Friedensverhandlungen zugesagt wurde, dass für den von Arabern besiedelten Kanton ein weiterer Grosshafen in Gaza ausgebaut wei den soll, so wird darunter Aschdod gewiss nicht zu leiden haben, da es ohnedies ausreichend beschäftigt ist. non RICHARD OESTERMAm Da der Gazastreifen nach seiner Uebernahme durch Israel wesentlichen Gebietszuwachs bekommen wird, damit die dort zu sehr ge- | drängt lebende Bevölkerung l wirtschaftlich saniert wer- | den könne, ist durchaus ge-; rechtfertigt, das» dieses . mehr oder minder autonome Gebiet auch seinen eige- | nen Hafen bekommt. Das Problem dieser über eine , Generation lang wirtschaftlich und politisch so unterdrückten arabischen Bevöl- | kerung musste ja einmal ge- . löst werden, und die Vereinbarung, dass mit der Ueherj nähme des Gazastreifens und seiner Bevölkerung | durch Israel ein weitgehendes Entwicklungs - Prjiekt! verbunden werden müsse,! war einleuchtend und »Mess j auch kaum mehr auf Wider-! stand. i | Seit der grosse 108 km | lange Tunnel von 8 Metern Durchmesser mit seij nen verschiedenen Rohrlei- : tungen fertiggestellt wurde. der Aschdod mit Rosen So- | har am Toten Meer verbin- I det, seit die Monorail-Pahn , in Betrieb genommen wur- I de, die ermöglicht, vom ■ Hafen Aschdod binren kaum mehr als einer halben Stunde nach Jerusalem zu gelangen, seit Ejn Bokek am Toten Meer sich als internationaler Kurort einen so geachteten Ruf erwerben hat, — konnte auch der Hafen Aschdod Nutzniesser dieser Entwicklung sein an deren Fortschritt er ja hervorragenden Anteil hatte. Wenn man heute auf dem Dachgarten des zehnstöckigen Zentral-Gebäudes der Hafenbehörde steht, von der aus die Arbeit aller Häfen des Landes koordiniert und geleitet wird, hat.man einen eindrucksvollen Blick über Stadt und Hafenanlagen. Das Industrie-Viertel dehnt sich im Südosten bis G’wati und Beer Tuwja aus das Wohn- und Villen - Viertel reicht nordöstlich bis über den Horizont hinaus und der Blick nach Westen bis zum Meeresstrand umfängt das Geschäftszentrum und die gewaltigen Lager, Magazine und Verwaltungsräume des Hafens, die sich über mehr als tausend Dunam Fläche erstrecken. Ins Meer hinaus greifen die fünf zusammen 1.400 m langen Quai- Anlagen des Haupthsfens Südafrikas Juden beunruhigt Johannesburg. — Die südafrikanischen Juden, die sich durch die grössten Beiträge zum Aufbau Israels auszeichneten und ein bedeutendes Kontingent der Alia stellen, sind über die Spannungen besorgt, die sich in den UN zwischen Israel und Südafrika bemerkbar machen. Eine Quelle der Besorgnis stellen die Berichte dar, dass Israel aufgefordert wurde, zugunsten der afro-asiatischen Länder für die Verhängung von Sanktionen gegen Südafrika zu stimmen oder Südafrika aus den UN auszuschliessen. Obwohl die südafrikanische Judenheit anerkennt, dass Israel als unabhängiger Staat allein über seine Aussenpolitik zu bestimmen hat, so ist sie doch der Ansicht, dass es im Prinzip falsch ist, wenn sich Israel an einer extremen Massnahme gegen ein Land beteiligt, m dem die jüdische Gemeinschaft volle Freiheit und Achtung geniesst. und wo eine solche Haltung Israels zwischen Juden und Nichtjuden eitlen Konflikt hervorrufen kann, der vorher nicht bestanden hat. (ITA) ' wie die Finger einer Rieseni liand, die die unübersehbar ' vielen, hier ankernden Schifj fe vor den Unbilden des Meeres schützen. Dazu kam j noch vor einigen Jahren der 1 Nebenhafen mit seinen ebenj falls fast tausend Meter langen Quais. Die Wellenbrecher ziehen sich über I dreieinhalb Kilometer lang i hin, und da das Wasser hier . im Hafenbecken mehr als j 12 Meter tief ist, hat es ei- 1 ne schöne sattblaue F.-rbe j und passt so gut zum wol- I kenlosen Himmel. Vielleicht hatte noch grössere Bedeutung als das ta-! deliese Funktionieren d'°ses | musterhaften, moderner. Ha- | fens die mit dem Hinter- | land hergestellten Schnell-! Verbindungen mit den Indu-! strie- und Wohnbezirken des Xegew und mit Elat. Denn; dieser Ausbau des Verkehrs : zwischen dem Mittelländischen und dem Ro-.en Meer,! der dem Suezkanal ernste 1 Konkurrenz macht diese j Verbindung war es, die die i Kairoer Regierung schliess- | lieh — neben anderen Erwägungen — gezwungen hat, nachzugeben. Israel an- I zuerkennen und Friedensverhandlungen zu oeginnen. Es wäre aber ungerecht, andere Beiträge zu dieser Entwicklung heute zu ingnorieren. Da die Erdölbohrungen nach vielerlei Anstrengungen doch nicht den ersehnten Erfolg zeitigten, war es ein Glück für Israels Wirtschaft, dass die Atomenergie so weit entwickelt werden konnte, dass der Verkehr und Transport des Landes so weitgehend auf die Verwendung von Nuklear-Energie pmgesiellt werden konnte, was besonders nach der Uebergangszeit. da die amerikanische Wirtschaftshilfe und die deutschen Reparationen aufgehört hatten, half, d is Budget auszugleichen. Der gesteigerte Export von Kali, Magnesium, Brom, Salz und anderen Produkten des Toten Meeres, der Phosphate und des Kupfers aus dem Negew, der Zitruse’-nte, wie der Export des Produktionsüberschusses der über eine Million Seelen zählenden Bevölkerung des Negew, trugen ebenfalls nicht wenig zur Ueberwindung des Defizits bei, wenn diese Exporte auch zu einem gro-j 1 ssen Teil nicht über den Ha-! i l'en Aschdod sondern über j I Elat verfrachtet werden. j | Wenn wir heut« an die , . Zeit zurückdenken, da über i i die drei Phasen der Entj Wicklung des Hafens Aschj dad und über den Aufwand dafiir diskutiert wurde, so ■ können wir schon im Hin- , blick darauf, dass der Haj fen so viel dazu beigetra-! gen hat, die Wirtschaft zu i sanieren und die Araber 1 zum Friedensschluss zu be- | wegen, ruhig sagen, dass: die 300 Millionen IL, die j hier investiert wurden, eine j der besten Anlagen unserer j Steuergelder und der p"iva-1 ten Investoren waren, die ( sich an der Entwicklung dieses Hafens und s-'iner Stadt beteiligten, die immerhin jetzt bereits 250.000 i Einwohner zählt, gewiss aber noch weiter wachsen wird. Obwohl die Juden Skandinaviens wegen ihrer geringen Zahl und grossen Entfernung von den Zentren der Welt judenheit in einer ungünstigen Lage sind, erleben heute die jüdischen Gemeinden Dänemarks, Schwedens, Norwegens nud Finnlands eine echte jüdische Renaissance. Die Tätigkeit und der Enthusiasmus der Jugendorganisationen in diesen vier Ländern sind die Hauptursache dieses Phänomens, das im Gegensatz zu den starken Assimilations-Tendenzen steht. Diese »ind ja in Ländern, in denen eine positive Einstelung zu den jüdischen Mitbürgern vorhanden ist, fast unvermeidlich. Pessimisten sagten seit lange das Ende dieser Gemeinschaften voraus, insbesondere in Anbetracht der ständig steigenden Sterbeziffern und der Mischehen. Durch den Einfluss der Jugend ist trotz des zahlenmässigen Rückgangs eine Erneuerung des geistigen Lebens der jüdischen Gemeinschaft zu verzeichnen. Die Jugend beeinflusst die ältere jüdische Generation, die?i"h in verschiedenen Stadien der Assimilation befindet, sodass heute bereits eine Umkehr in der Entwicklungtendenz zu beobachten ist. 30« JAHRE JUEDISCHES LEBEN Das jüdische Leben in Skandinavien weist eine mehr als 300 Jahre alte Geschichte auf. Es gab mehrere jüdische Einwar.derungswellen, die von ganz verschiedenen Ecken und Enden Europas kamen. Die jüdische Gemeinde Dänemarks, die älteste in Skandinavien. wurde von jüdischen Kaufleuten und Fabrikanten gegründet, die in der Mitte des 17. Jahrhunderts von Portugal über Amsterdam und Hamourg kamen. Anfangs lebten sie in kleineren Städten, später zogen sie nach Kopenhagen, sodass seit Beginn dieses Jahrhunderts das gesamte jüdische Leben Dänemarks in der Hauptstadt konzentriert ist. Einige Jahre nach der Jahrhundertwende flohen eine beträchtliche Anzahl osteuropäischer Juden, grösstenteils Handwerker, vor den Pogromen in ihren Herkunftsländern und fanden in Dänemark eine Zuflucht. Etwa dreissig Jahre später folgten zahlreiche Flüchtlinge aus Nazi- Deutschland. In Schweden leben Juden seit etwa 200 Jahren. Sie kamen meistens aus Russland und den baltischen Ländern und nach 1933 aus Deutschland. Sie zählten etwa 8000 Seelen. Diese Zahl wurde durch 6.000 Juden aus den deutschen Konzentrationslagern, denen man bei Kriegsende in grosszügiger Weise die Einreise und Niederlassung gestattete, beinahe verdoppelt. Di« norwegische jüdische Gemeinschaft, die hauptsächlich osteuropäischen Ursprungs ist, besteht seit etwa 150 Jahren. Sie zählte rund 2.000 Seelen, als die Nazis in Norwegen einfie- ] len. Nur etwa 800 entkamen! nach Schweden, die übrigen l kamen, fast alle in Konzen- I trationslagern um. Nach; dem Kriege forderte die norwegische Regierung etwa 1000 osteuropäische Juden aus den Flüchtlingslagern auf, sich in Norwegen niederzulassen. In Finnland sindi'die Juden hauptsächlich in den Städten Abo (900 Seelen) und Helsinki (1600 Sgelen) konzentriert. Das jfilRebe und zionistische Leben *<iort ist intensiver als das der anderen skandinavischen Juden. Die Verhältnisse in Dänemark sind weitgehend für den ganzen skandinavischen Raum charakteristisch. Der jüdischen Jugend in Dänemark ist es gelungen, eine grosse Anzahl Jugendlicher zu kulturellen Veranstaltungen von hohem Niveau heranzuziehen. Es werden Vorträge sowie Vorführungen von israelischen Volkstänzen, Chorgesang und Sportereignisse veranstaltet. Die Jugendorganisationen entsandten Vertreter zum „Simria” _ Sängerfest und | zur Makkabiade in Israel. | Die Föderation der jüdischen Jugend Skandinaviens j hat sich kürzlich der Zionij stischen Weltorganisation , angeschlossen und war beim I Zionistenkongress durch eii nen Beobachter ohne j Stimmrecht vertreten. Man plant jetzt auch einen er.ge.! ren Kontakt mit dem Jüdij sehen Weltkongress. VERBINDUNG | MIT ISRAEL Obwohl die Juden Dänemarks gezögert hatten, sich j offiziell an internationale jüdische Körperschaften anzuschliessen, haben sie viel Verständnis und Interesse für die Probleme und Bedürfnisse Israels. Während der letzten Kampagne der Vereinigten Israel - Aktion (Magbit) wurde eine viertel Million dänischer Kronen gesammelt, was für ein Jahr, in dem es in Israel keine Krise gab, einen Rekord darstellt. Diese Summe ist auch beträchtlich, wenn man in Erwägung zieht, dass sie von insgesamt 800 Personen, die durchschnittlich 275 Kronen zahlten, aufgebraccht wurde. Aufschlussreich für die Einstellung der dänischen Juden zu Israel ist auch die Tatsache, dass während des israelischen Unabhängigkeitskrieges aus Dänemark verhältnismässig mehr freiwillige Soldaten nach Israel kamen als aus irgendeinem anderen Land. Diesen Sommer kamen Hunderte junger dänischer Juden auf einen dreiwöchigen Besuch nach Israel und einige von ihnen beabsichtigen wiederzukommen, um sich dort niederzulassen. Von den skandinavischen Gemeinden weist die dänische die grösste Alija auf. Seit dem Kriege sind ungefähr 150 dänische Juden — und auch einige nichtjüdische Dänen — nach Israel i eingewandert und nioea ' sich dort gut eingeordnet. Dutzende von jüdischen! Jungen und Mädchen aus Dänemark werden jedes I Jahr als Jugendführer in Is- ' raei ausgebildet. In ganz Israel, in Kibbuzim und | Dörfern, leben 2.000 Juden ' aus Deutschland und Osteuropa, die in den dreissiger : Jahren in Dänemark unter , der Aegide der jüdischen j Gemeinschaft von Dänemark ihre landwirtschaftliche Ausbildung erhielten, j Im täglichen jüdischen! Leben in Dänemark wird ° die starke Bindung an Israel aueh durch die grosse Zahl der Personen, die bei israelischen Lehrern Hebräisch lernen, bezeugt. Viele jüdische Jungen und Mädl chen in Kopenhagen kön- I nen sich jetzt hebräisch un-! terhalten. , RENAISSANCE I JUEDISCHEN LEBENS Das erneute Interesse am i jüdischen Leben wird auch günstig beeinflusst durch den Umstand, dass eine 1 ständig wachsende Anzahl von Menschen Samstags frei haben, und manche von ih- I nen benützen diese Gelegen-! heit, um am Sabbatgottes- ■ dienst teilzunehmen. Auch | werden in grösserem Masse wieder die Gesetze der; Kaschrut in jüdischen Hausi haltungen befolgt.! In den Kopenhagener Vor- | städten haben junge Frauen ■ einige Wizo-Gruppen gegründet und Schulautobusse i holen ihre Kinder ab, um sie in die jüdischen Schulen im Innern der Stadt zu bringen, deren Schülerzahi infolge der Abwanderung der Gemeindemitglieder in die Vorstädte zurückgegangen ist. Für die Alten wird jetzt ein modernes Heim, das eine Abteilung für "hronisch Kranke enthält, errichtet. Für die Jüngsten wurden einige jüdische Kindergärten eingerichtet. Hier kommen die Kinder von assimilierten Häusern zum ersten Mal mit jüdischem Brauchtum in Berührung und beeinflussen dann ihre Eltern, in Uebereinstimmung mit den Traditionen zu leben. Das Wichtigste aber ist wahrscheinlich der bevorstehende Bau eines jüdischen Gemeindehauses in Kopenhagen, das auch die Bne-Brit-Loge, die älteste in Skandinavien, beherbergen soll. Nach seiner Vollendung wird für die Erneuerung des jüdischen Lebens in Dänemark auch ein angemessener äusserer Rahmen bestehen. Entlassen Düsseldorf. — Der mehrjährige Leiter eines Lehrstuhls am ostdeutschen Pä-! dagogischen Institut in Dres- [ den und führende Theoretii ¿er der kommunistischen i Schulpolitik, Helmut Stanel- | le, ist von seinem Posten j entfernt worden, nachdem bekannt wurde, dass er sich als SS-Angehöriger während de« Krieges an Verbrechen im Warschauer Ghetto beteiligte. (AWZ) Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.655 impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadarta SM