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Jüdische Wochenschau · 1961-10-21 · 1920 (21.10.1961) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1920 (21.10.1961)
Date
1961-10-21
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German, Spanish
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'/J/MiXiilJ. W.V VI * /1 > *. / l/.l Martes, 31 d« Octubre de 1#M L A SEMANA ISRAELITA Noch in keinem Jahr der Existenz des Staates Israel waren die Läden in unseren Städten und Dörfern so mit Ware gefüllt, waren Lebensmittel aller Art so reichlich vorhanden und all dies in so guten Qualitäten »»geboten, wie dies in diesen Monaten der Fall war. Aber auch noch nie waren die Läden so voll mit Käufern, die mit vollen Börsen kamen, um einzukaufen, was sie brauchten oder zu brauchen glaubten. Diese reichliche Versorgung der Märkte führte auch dazu, dass auf den Lebensmittelmärkten die hässliche Erscheinung, dass die Feiertage zu starken Preissteigerungen ausgenützt wurden, fast nicht zu spüren war. Einige wenige derartige Versuche brachen schnell zusammen, da dann eben andere Waren vom Käufer bevorzugt wurden. In all den Neujahrsbetraehtungen kamen denn auch die grossen Fortschritte, die die Wirtschaft Issraels im abgelaufenen Jahr machen konnte, deutlich zum Ausdruck und auch Staatspräsident Jizchak Ben Zwi zählte in seiner Neujahrsansprache eine ganze Reihe der erzielten Erfolge auf. END DOCH SCHATTEN Selten war das so oft gebrauchte Wo.t am Platze, wie hier: „Im se kol kaeh tov, matua se ra?” (Wenn alles so gut ist warum ist es doch schlecht?) In seinem kurz vor dem Fest veröffentlichten Bericht hatte der Präsident der Bank Israel, David Hojovitz, darauf hinweisen ISRAEL-WIRTSCHAFT Mn der Tnyen dew• MFwwelle von Dr. KURT OTTEKSOÖSER (Israel) müssen, dass das Tempo des Produktionszuwachses sich verlangsamt hat — wenn es auch am internationalen Mass gemessen mit 8 Prozent noch recht, beachtlich ist — und dass der Passivsaldo in Israels Handelsbilanz sich nicht nur nicht, verkleinert hat, sondern gewachsen ist. Es scheint uns berechtigt zu sein, diese Dinge hier zu beleuchten, sollen falsche Vorstellungen, die solche Ziffern hervorrufen können, vermieden werden. WIR VERBRAUCHEN ZU VIEL Der Lebensstandard des Bürgers in Israel hat sich in den letzten Jahren beinahe sprunghaft erhöht und liegt bei weitem über dem, was der einzelne und was sich die Wirtschaft als e« Ganzes im heutigen Stadium unserer Entwicklung leisten dürfte. Die Zahl der abgesetzten elektrischen Kühlschränke — heute überwiegend eigener Produktion — stieg von 22.000 Stück, die 1956 verkauft wurden, auf üb°r 37.000 im Jahre 1960, und in einem der letzten Monate konnte die Amcor-Fabrik allein 5.000 Stück in einem Monat absetzen. 80 Prozent der israelischen Bevölkerung kocht heute auf Gas oder elektrisch, und die frühere Art des Kochens auf Naftabrennenrn (kein Vergnügen für die Hausfrau) kommt schnell ausser Mode. Waschmaschinen und andere elektrische Haushaltungsapparate finden sich bereits in 20 Prozent aller Haushalte, obwohl vielfach heute die Hausfrau ihre Wäsche in die modernen Wäschereien schickt. Etwa 13 Prozent der Ausgaben der israelischen Familien entfallen auf die Bekleidung. Vor etwa zehn Jahren betrug dieser Prozentsatz etwa 3 bis 4 Prozent! 100.000 Bewohner Israels verbrachten ihre Ferien im Aurlande. Es ist kein Wunder, dass unter diesen Verhältnissen die Sparquote der Bevölkei ung trotz verschiedentli- >.her Steigerung der Löhne und Gehälter, nicht nur von einem Sonoe? > on tienten Das vorläufige Ergebnis der Volkszählung, die in diesem Jahr in Israel abgehalten wurde, zeigt, dass die Bevölkerung des Landes an dem Stichtag, in der Nacht vom 21. zum 22. Mai , fast zweieinhalb Mal so gross wie im Jahre 1948 war. Dies wurde kürzlich von Professor Bacchi, dem Leiter des Statistischen Amtes, bei einer Pressekonferenz in Jerusalem bekannt gegeben. Am 22. Mai 1961 gab es 2.170.082 Seelen in Israel, verglichen mit 872.678 im November 1948, d. i. eine Vermehrung um 149,1 Prozent. Diese Zahl ist etwas niedriger als diejenige der früheren monatlichen Schätzungen, die aufgrund von Informationsmaterial über Geburtenzuwachs, Enwanderung und Auswanderung vom Statistischen Amt berechnet worden waren. Das Amt hatte die Zahl der Israelis auf 2.177.000 oder 7.000 (0,3 Prozent) mehr als das Ergebnis der Volkszählung geschätzt. DIE EINZELNEN BEZIRKE Die vergleichenden Tabellen über die Verteilung der Bevölkerung in den verschiedenen Bezirken in diesem Jahr und entsprechend den Schätzungen zu Ende des Jahres 1951 zeigen, dass die Bevölkerung im südlichen Bezirk erheblich angewachsen ist. Sie zählt heute 172.682 Seelen oder 8 Prozent der Gesamtbevülkerung, verglichen mit 64.138 Seelen im Jahre 1951 (4 Prozent der Gesamtbevölkerung). Besonders ist ein Anwachsen der Bevölkerung im Bezirk von Beer Schewa zu verzeichnen, wo 97.445 Seelen (4,5 Prozent) gezählt wurden, verglichen mit 34,880 <2,2 Prozent) im Jahre 1951. Dies bedeutet einen Bevölkerungszuwachs von 179,4 Prozent. Ein beträchtlich grösserer Zuwachs als der Landesdurchschnitt wurde im Bezirk von Safed verzeichnet, wo 45.559 ( 2,1 Prozent) Seelen gezählt wurden, verglichen mit 25,987 (1,6 Prozent) im Jahre 1951. Dagegen bemerkt man einen verhältnismässig kleinen Bevölkerungszuwachs in den Bezirken von Kineret und Jesreel und den meisten Gebieten von Haifa bis Rechowot. Die Zahl der Einwohner des Bezirks von Jerusalem betrug 198.178 (8,8 Prozent der Gesamtbevölkerung), verglichen mit 154.739 ( 9,8 Prozent) im Jahre 1951. Die Zahl der Einwohner des telaviver Bezirks betrug 697,354 ( 32,1 Prozent der Gesamtbevölkerung), verglichen mit 493,605 (31,3 %) im Jahre 1951. Der haifaer Bezirk zählte 366,927 Einwohner (16,9 Prozent der Gesamtbevölkerung), verglichen mit 307,739 <19,5 %) im Jahre 1951. Die Bevölkerung im mittleren Bezirk ist von 318,490 (20,9 Prozent) im Jahre 1951 auf 406,481 (18,7 Prozent) angewachsen. Die grösste prozentuale Vermehrung, nach Bezirken gerechnet, wurde im Süden und im Negew verzeichnet, wo die Bevölkerung um 169 Prozent (verglichen mit den Zahlen für Bezirke und Unterbezirke am Jahresende 1951) angestiegen ist, bei einem Landesdurchschnitt von 37,5 Prozent. Israel hat heute 34 Städte mit einer Bevölkerung von mehr als 10.000 Einwohnern, verglichen mit 10 Städten im Jahre 1948. ZEHN NEUE STAEDTE Es gibt heute zehn Städte von mehr als 5.000 Einwohnern, die im Jahre 1948 noch nicht existierten. Vier von diesen (Kirjat Schmone, Tirat Hakarmel, Or Jehuda und Kirjat Gat) zählen mehr als 10.000 Seelen. Wie bereits erwähnt, sind dies vorläufige Zahlen. Bei einer genauen Ueberpriifung der Listen, die jetzt durchgeführt wird, werden sich gewiss noch höhere Zahlen ergeben, nachdem festgestellt worden ist, wieviel Einwohner von der Zählung nicht erfasst worden sind. Bei der Konferenz wurde bekannt gegeben, dass die Zahl der Personen, die sich aus religiösen Gründen weigerten, an der Bevölkerungszählung teilzunehmen, sehr gering war, ebenso wie die Zahl der Juden, die sich weigerten, die Frage betreffs ihrer Zugehörigkeit zum Judentum zu beantworten, mit der Begründung, dass diese Frage die Zugehörigkeit zum jüdischen Glauben einschlösse. Im Ganzen betrachtet erwies sich die Zählung als eine der erfolgreichsten, die jemals in irgendeinem Lande vorgenommen wurde. Dies ist auf die umfassende Planung und auf die Vorbereitung der mit der Zählung beauftragten Personen zurückzuführen, ebenso auf die Bereitschaft der Bevölkerung, die ihr gestellten Fragen zu beantworten. Das statistische Material über Alter,. Geschlecht, ethnische und religiöse Gruppierung der Bevölkerung wird im Laufe der Zeit in ca 20 Bänden veröffentlicht werden, sobald die Unterlagen bearbeitet worden sind. BEVOELKERUNGS ZAEHLUNG VOR 120 JAHREN Als Professor Bacchi dem Staatspräsidenten Jizchak Ben Zwi über das vorläufige Ergebnis der Volkszählung Bericht erstattete, erwähnte dieser, dass vor 120 Jahren Sir Moses Montefiore eine Zählung der jüdischen Bevölkerung vorgenommen hätte. Bei dieser nicht gestiegen ist, sondern fiel, und dies obwohl sie auch früher nicht allzu hoch war. Der Konsument weiss, darauf zu antworten. Sparen ist heute nicht mehr nötig:, da wir ja gegen alles versichert sind. Die Natior.alversicherung sorgt für i r.s, wenn Kinder geboren werden, für die Beerdigungskosten bei einem Todesfall und Waisen und Witwen erhalten Pensionen. Werden wir alt, erha’ten wir die Alterspension. Die Krankenkassen, in denen wir versichert sind, betreuen uns im Krankheitsfall. Wir zahlen in Pensionskassen, und werden wir von unseren Arbeitsplätzen aus diesem oder jenem Grund entlassen, so hat der Arbeitgeber uns hohe Abfindungen zu zahlen. Für die Erziehung der Kinder sorgt der Staat ebenfalls in wachsendem Masse. Aber auch das ständige Steigen des Preisniveaus hält den Konsumenten vom Sparen ab, denn was er heute nicht kauft, hat er später teurer zu bezahlen. Diese Preiserhöhungen sind allerdings zu einem grossen Teil auf Kaufsteuern und Sonderabgaben zurückzuführen, die vom Staat verhängt werden, teils um überschüssige Kaufkraft abzuziehen, teils um Geld in die Staatskasse zu leiten, die immer mehr braucht, als ihr zur Verfügung steht. Der Präsident, der Bank Israel hat daher in seinem Bericht auch ausdrücklich verlangt, dass der Staat im Rahmen seiner Mittel blei- Gelegenheit fand man, dass in Nablus 200 jüdische Familien lebten. Diese Zahl schien unwahrscheinlich hoch zu sein, und bei genauerer Untersuchung ergab es sich, dass viele Juden nur für den Tag der Volkszählung nach Nablus gezogen waren, weil jede Person, die gezählt wurde eine gewisse Summe Geldes erhielt. Als dem Ministerpräsidenten David Ben Gurion über das vorläufige Ergebnis der Volkszählung berichtet wurde, äusserte er den Wunsch zu erfahren, wann nach statistischer Berechnung die Bevölkerung des Landes die Zahl von vier Millionen erreichen würde. ben sollte und stait einer Defizitpolitik eine solche der Erzielung von Budgetüberschüssen anstreben müsse. Aber es gibt in Israel auch weite Wirtschaftskreise, die darauf hinweisen, dass die Kaufkraft des Publikums eine Voraussetzung für die Steigerung der Produktion ist und sich ohne einen gesunden und starken heimischen Markt auch keine Exportindustrie entwickeln könne. (Die bedeutende israelische Diamantenindustrie ist eine Ausnahme von der Regel). EXPORTFOERDERUNG Damit sind wir beim israelischen Aussenhandel angelangt. Haben wir eingehend bemerkt, dass im Gegensatz zum Jahre 1959, in dem das Handelsdefizit dank eines starken Exportaufschwungs hatte verkleinert werden können, im Jahre 1960 das Defizit wieder gewachsen ist, eine Tendenz, die auch im Jahre 1961 bisher anhielt, so darf daoei nicht übersehen werden, dass die intensive Jn- Afie XXII. — No. 1920 - vestitionstätigkeit ausländischer Kapitalisten zunächst einmal importsteigernd wirkte. Es müssen Maschinen und Materialien eingeführt werden, bevor die Fabriken errichtet und produktionsreif sind. Solange wir diese Investitionen erhalten, die für Israels Wirtschaft grösste Bedeutung haben, sind zwangsläufig auch damit grosse Importe verbunden. Auch sind diesmal in den Impcrtziffern die grossen Schiffs - Auslieferungen enthalten, die aus Mitteln der Schilumim (Reparationszahlungen) aus Deutschland bezahlt wurden, wie auch die neuen Jet-Flugzeuge für die El-Al. Die zusätzlichen Importe für reinen Konsumbedarf waren verhältnismässig klein. Der Export ist weiter im Steigen begriffen und konnte im Jahre 1961 bisher um 15 Prozent erhöht werden. Sicherlich ist noch ein weiter Weg zurüekzulegen, bis wir einen Ausgleich unserer Handelsbilanz und damit die wirtschaftliche Unabhängigkeit (wenn es so etwas überhaupt gibt) erreicht haben. Auch im ersten Vierteljahr 1961 stieg die israelische Industrieproduktion um 15 Prozent; es besteht praktisch die Vollbeschäftigung der Arbeitskräfte, neue Industrien sind im Aufbau, und wir Israelis können — Ruhe in der Welt und in unserem Bezirk vorausgesetzt — der weiteren Entwicklung vertrauensvoll entgegenseben. ► 4 4 4 4 -4-4 < Dr. MAX FLFSCH Berater Für Investitionen und Finanzgeschaefte in Israel — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israel — 18, George Elliot Str. 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