Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1917 (20.10.1961)
- Date
- 1961-10-20
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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O « ® ¿5 _ fc 2 fe « -fe r°i M c W U Qj < V FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Año XXII. BUENOS AIRES, VIERNES 20 DE OCTUBRE DE 1961 No. 1917 EL EJEMPLA en toda la República M.- PUEYRREDON 2190 1? fcq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Moskau sucht Militaerbasen Arabische Alternative Dass die NATO mit modernsten Unterseebooten ausgerüstet werden soll, die getaucht weittragende Raketen abfeuern können, macht die grosse Bedeutung klar, die noch immer, trotz verfeinerter Ortungs- und Abwehrtechnik, der U-Bootwaffe zukommt. Luftangriffe mit nuklearen Watten können zwar überraschender geführt werden, aber Flugzeuge sind leichter ausfindig zu machen and zu bekämpfen. Das U-Boot als schwimmender, unsicctbarer Stützpunkt spielt seit dem letzten Weltkrieg auch in der sowjetischen Strategie eine überragende Rolle, trotz der Vernachlässigung, die die rote Kriegsflotte immer gegenüber den F.rd- und Luftstreitkräften erfühl. Der Kreml hat sich daher auch in steigendem Masse für überseeische Basen interessiert, von denen aus eine starke U-Bootflotte in lernen Gewässern ihre operativen Ziele ei füllen kann. Die Bolschewisierung Chinas, Nordkort^s und Nordvietnams ermöglichte die Errichtung sowjetischer U- Boot-Stützpunkte im Fernen Osten bis hinab ins Südchinesisclv* Meer Dagegen gelang den Sowjets der Ausbruch aus der Ostsee nicht, obwohl die Stützpunkte in der sowjetischen Besatzungszone sich bis in die unmittelbare Nachnarschaft der wichtigen Ost- Nordsee-Durchfahrten vorgeschoben hatten. Ganz anders haben rieh die Dinge im Mittelmeer entwickelt. Die Fel-eninsel Saseno im koir.munis Jcsben Albanien wurde zur ständigen Basis de? sowjetischen U-Bootflotte. Felsentunnels bieten hier de?> U-Booten eine bombensichere Unterkunft und Bereitstellung für den Einsatz;m ganzen Mittelmeer. Trotzdem hielt das sowjetische Oberkommando die Konzentration ihrer Mittelmeerflone an eirer . Stelle, moeh.e sie auch gej gen feindliche Aktionen j weitgehend gefeit sein, für! gefährlich. j I Da bot der Suezkanal dem j Kreml die Gelegenheit, -ich ' in Kairo als . uneigennützi-; ger Freund” anzubiedern. I Unter den vielfältigen Waf-; fenlieferungen aus dem Sowjetblock befanden sich I auch unter anderem neun U-Boote, darunter acht moderne Schiffe mit grossem Aktionsradius. Sie wurden in dem syrischen Lattakia und Alexandrien stationiert und zunächst von sowjetischer Besatzung bedient. Heute sind einheimische U- Bootfahrer, die in Polen ausgebildet wurden, an ihre Stelle getreten, doch nach wie vor lieg: das Kommando an Bord in den Händen sowjetischer Marineoffiziere. Auch für eine entsprechende Durchsetzung des Hinterlandes dieser Basen mit sowjetischen Waffen und Militärberatern sorgte der Kreml. Er lieferte aus sowjetischen und tschechischen Arsenalen zahlreiche Flugzeuge modernster Bauart, darunter aucu Ueberschalljäger und die komplette Feldausstatturg für zwei! Divisionen der Armee Nassers. Im Jemen befolgten die sowjetischen Stützpunkts'rategen den gleichen Weg. Mit Mülioneridufwand weri de der Hafen Nasriyah un- ■ mittelbar neben Hodeida; ausgebaut, angeblich, wie der sowjetische Minister Victor G. Bakajew erklärte, j um den Jemen ,,von der , Gnade der Dritischen Pro-! tektoratsregieiung” im be-i nachbarten Aden unabhängig zu machen, ln Wirklich-; keit ist hier ein sowjeti-1 scher Marinesrützpunkt anti standen, von dem die Jeme-1 niten wenigstens in F; iej denszeiten noch profitieren; dürfen. I Waffenlieferungen und In- | strukteure aus dem Sowjetblock machen die kleine, i aber überraschend gut ausj Golda Meir antwortet Shukairy Vereinte Nationen. — In entschiedenen Worten nahm Frau Golda Meir gegen Achmed Shukairv Stellung, der am Vortage eine Hetzrede gegen Israel gehalten hatte, die die israelische Delegation sofort als ..schamlos“ bezeichnete. Frau Meir nannte keinen Namen sondern sprach von dem „Herrn aus Saudiarabien“, den sie beschuldigte, ein Kollaborant Hitlers gewesen zu sein, Lügen zu verbreiten und ein Land zu vertreten, dass nicht nur den Sklavenhandel duldet, sondern diesen auch aktiv betreibt. Israels Aussenminister wandte sich auch offen gegen den Tunesier Mongi Slim den Präsidenten der Generalversammlung, der Shukairy gestattet habe, seine ausfällige Rede zu halten, ohne von seinem Vorrecht als Präsident Gebrauch zu machen und dem Redner das Wort zu entziehen, wie dies andere Präsidenten bei früheren Gelegenheiten taten, als Shukairy selbst und sogar Nikita Krutschew unterbrochen wurden, weil sie die erlaubten Grenzen überschrilten. Shukairy hatte Israel mit dem Nazismus verglichen. Hierzu äusserte Frau Meir, diese Behauptung könne nur jemand aufstellen, der entweder nicht wisse, was der Nazismus war oder der dieser Doktrin gleichgültig gegenübersteht. Sie forderte Shukairy auf anzugeben, was er während des Krieges getan habe, um Hitler zu verdammen. Im weiteren bezei' hnete sie die Behauptung des sauditischen Delegationschefs. Israel wolle sein Territorium auf Kosten der Araber vergrössern, als völlig unbegründet, ebenso wis das Märchen von einem ,,angeblichen Versuch, Dag Hammarskjöld während eines Besuches in Jerusalem zu ermorden“. Sie schloss ihre Rede mit der Versicherung, dass Israel trotz allem den Frieden mit seinen arabischen Nachbarn erstrebe. (ITA) gerüstete Armee des südarabischen Fürstentums weitgehend vom Kreml abhängig. Aber auch Itotchina hat sich hier eingeschaltet. Unter geschickter Ausnutzung jahrhundertealter politisch-religiöser Bindungen zwischen den Mohammedanern beider Länder haben die chinesischen Kommunisten Fuss fassen können. Eine teilweise bereits fer.iggestellte Autostrasse vom Hafen Nasrivah-Hodeida zur Hauptstadt Sana wird von 2.000 Chinesen unter Mithilfe von 3.000 einheimischen Arbeitskräften angelegt. So ist auch hier das Hinterland des wichtigen Stützpunktes im Roten Meer gesichert. In Afrika war bisher Guinea das Lieblingskind der überseeischen Expansionen; Moskaus. Sowjetische tschechische, aber auch rotchinesische Militärexperten sind seit längerer Zeit im Lande j Sekou Teures Die Waffen-j lieferungen aus dem Ostblock nach Guinea ^ind beträchtlich. Ein Teil der gelieferten Handfeuerwaffen ’ ist jedoch nicht für die Ausrüstung der guinesischen , Streitkräfte bestimmt, son- . dern wandert von hier aus weiter an prokommunisti- I sehe Untergrundkämpier, j wie z. B. an die Guerillas! im kameruner Bamileke-j Bezirk. Es entstehen an verschie-- I denen Plätzen im Süden j Guineas Flugplätze, deren Rollbahnen die Landung j von schweren Düsenmaschi-; nen ermöglichen, obwohl an diesen Orten kaum ein zivi- I les Interesse an einem interkontinentalen Flugverj kehr erkennbar ist, der den | Einsatz so wuchtiger Maschinen erfordern würde. Als U-Boothafen eignet sich lediglich Conakry. Es nietet den Vorteil einer prokommunistischen Hafenarbeitergewerkschaft, die in der prompten .Bedienung” sowjetischer Kriegsschiffe eine besondere Genugtuung empfindet. Neuerdings ist jedoch mehr und mehr das westafrikanische Ghana für die Sowjets interessant geworden. Ausser dem neuentstehenden Hafen Tema, 20 Km östlich von Accra, verfügt Ghana zwar nur über einen echten Hafen, Takoradi, doch erleichtert der Ehrgeiz Kwame Nkrunrahs, Wortführer und Chef Gross-Afrikas zu werden, den Kommunisten die Unterwanderung. Nkruma versucht, seine Persönlichkeit durch eine massive Repräsentaiion zu unterstreichen und als sichtbaren Ausdruck seiner Machtfülle demonstriert er einen Neutra,ismus, den Moskau eifrig auswertet. Alle Nachbarn im engen und weiten Sinne sehen besorgt auf diese Entwicklung. Denn Kwame Nrumah mischt sich mit Vor'iebe in; die innenpolitischen Verhältnisse andeier westrfrikanischer Staaten ein. Der Ministerpräsident von Sierra Leone brachte auf der Konferenz von Monrovia die Sprache auf diese unerträgliche Intervention, die von territorialen Ansprüchen an die Nachbarstaaten bis zur heimlichen Waffenlieferung an Untergrundbewegungen in fremden Ländern reicht. 6.000 Kisten roit Waffen und Munitic* tschechischen und sowjetischen Ursprunges wurden in Takoradi auf das Sowjetschiff . Dniprogress” umgeladen und mit unbekanntem Ziel weitertrarsportiert. Solche geheimnisvollen Aktionen sind an der Tagesordnung. Wenn die Sowjetunion durch derartige Manöver Hass und Misstrauen zwischen die unabhang!p<en Staaten des afrikanischen Kontinents sät, ist das nur eine Fortsetzung des Sp eis, das die Kommunisten in Europa und Asien dutzendfach durchexerziert haben. Wenn sich aoer ein afrikanischer Staatschef wie Nl:rumah dazu hergibt, aus Ehrgeiz oder ähmichen Moti/en dabei mitzuhelfen, kann das nur die Hoffnungen ailer Afrikaner auf eine Afrikaische Union zerstören. Obwohl Ghana aem britischen Commonwealth angehört, also über alle Chancen verfügt. sich die militärisenen Erfahrungen Grossbritanniens zunutze zu machen, werden ghanesische Militärflieger auch in der Sowjetunion und der CSR ausgebildet, und vor, dort sicher als gute Piloten und kommunistische Agitatoren zurückkehren. Auch in Nordafrika hat die Sowjetunion durch die Lieferung von Düsenjägern an Marokko den Weg geebnet für die u.ivermeidlicnen sowjetischen Militärberater, die ihrerseits wieder nueine Vorhut für die Errichtung offener oder geheimer Sowjetstützpur,kte in Uebersee sind. Die Oeffnung der marokkanischen Atlant.khäfen für sowjetische U- Boote wäre eine gefährliche Bedrohung der NATO-Nachschubwege. Im echten Sinne bedrohlich ist bis heute in diesem ganzen Spinnennetz heimlicher Sowjet - U - Bootstützpunkte nur die Situation in Kuba, das die grösste Militärhilfe aus Moskau erhält. Bisher wurden rund 50.000 Tonnen Rüstungsmaterial geliefert, darunter 50 Panzer, zahlreiche Flugzeuge, deren Besatzungen in Prag ausgebudet wurden, 65.000 Gewehre, Munition, usw. Behutsam schiebt der Kreml so ein Netz militärischer Stützpunkte über den Teil der Welt, der wenig zuvor die koloniale Abhängigkeit überwand. Der Westen muss nicht nur besorgt sein über die Gefahr, die ihm morgen aus dieser Strategie des Ostblocks se;bst erwächst. Er muss sich auch Sorgen machen um die zunehmende VersKlavvng einiger Länder durch einen sowjetischen Neo-Koloniolismus, dessen Methoden von den Opfern nicht immer gleich durchschaut oder bagatellisiert werden. > * ’% V * 5* *?•- r „ 1 «■'?•£.**; H ,;"J f i . .s j 1;>.* *- litV..— „SER o NA SSER . (Landrú in “Et Mundo”) Steigerung des Exports Südkorea lehnt Israel ah London. — Südkorea wird Israel nicht anerkennen und die arabischen Staaten in der Palästinafrage unterstützen, erklärte der südkoreanische Botschafter in der Türkei, Jun, in Amman. Der Botschafter leitet eine Freundschafts - Delegation, die die arabischen Länder besuchte. (AWZ) Israels Export erreichte in den ersten vier Monaten dieses Jahres einen Gesamtwert von 102 Millionen Dollar gegenüber 90,5 Millionen Dollar im gleichen Abschnitt des vergangenen Jahres. Die Steigerung betrug also 11.5 Millionen Dollar, d. h. etwa 13 Prozent. Der Export landwirtschaftlicher Produkte belief sich auf 44.4 Millionen Dollar gegenüber 45 Millionen Dollar im Vorjahr. Während der Export von Zitrusfrüchte infolge der geringen Ernte einen Rückgang von vier Millionen Dollar aufzuweisen hatte, wurde dieser Rückgang durch den Export anderer Agrarprodukte fast ausgeglichen, wobei vor allem der Bananentransport wesentlich angestiegen, ist, nämlich von 219.000 auf i 790.000 Dollar. j Der Export von Industriej erzeugnissen erhöhte sich1 sich von 54,4 auf 57,6 Miilio- , nen Dollar, und diese Steij gerung um etwa 27 Proent verteilt sich auf die meisten Industrieweige. So ist der Export von Erzeugnissen der Lebensmittelindustrie von 4,4 auf 6,8 Millionen Dollar gestiegen, was eine Steigerung um 55 Prozent bedeutet, die vor al- ¡ lern auf grössere Ausfuhr von Zitrusprodukten und -Speiseölen zurückzuführen : ist. Wesentlich gewachsen ist auch der Export von metallischen und nicht metalischen Mineralien, und zwar von 3,6 auf 4,9 Millionen Dollar, d. h. um 36 P>ozent. Diese Steigerung ist vor allem die Folge von vergrösserten Sendungen von Bitumen, Brom, Brennstoffen, Kupferzement und Chlorkali. Der Expor? von Verkehrsmitteln ist um 0.6 Millionen Dollar, bzw. 18 Prozent auf 3,4 Millionen Dollar zurückgegangen. Die Ursache dafür ist der Rückgang des Autoexports, der zum Teil durch vergrösserten Reifenexport ausgeglichen wurde. Der Export von Maschinen erhöhte sich um 58 Prozent auf 1,7 Millionen Dollar, wobei besonders eine beachtliche Steigerung des Exports von Kühlschränken, Radioapparaten und Bestandteilen hervorzuheben ist. Der Export von Baumaterialien blieb mit einer kleinen Steigerung um 0,2 Millionen Dollar etwa konstant. Die Ausfuhr von kunstgewerblichen Erzeugnissen stieg um 0,3 Millionen oder 20 Prozent auf 1,8 Millionen Dollar. Die Leichtindustrie erhöhte ihre Exporte um 172.000 Dollar 22 Prozent auf 941.000 Dollar. Eine 36prozentige Steigerung auf 13 Millionen Dollar hatte die pharmazeutische und chemikalische Industrie zu verzeichnen. Dagegen konnte die Textilindustrie ihre Ausfuhr um 2,6 Milionen, d. h. 53 Prozent auf 7,5 Millionen Dollar steigern. Der-Export der Diamantenindustrie erhöhte sich um 26 Prozent von 18,9 Millionen auf 23,8 Millionen Dollar. Israels Regierung stellt richtig Jerusalem. — Ueber 500 israelische Araber haben in diesem Jahr ihre Sommerferien in Europa verbracht, so erklärte der Innenminister. Darunter waren Lehrer, Angestellte, Landwirte und Kaufleute, während ein Drittel im Alter von 20 bis 25 Jahren steht. Niemals seien die Anträge von arabischen Bewohnern des Landes auf Ausreise ablehnend beantwortet worden, so heisst es in dem ministeriellen Communiqué, und tausende Araber sind nach Transjordanien und Libanon auf Grund der israelischen Politik der Wiedervereinigung der Familien ausgewandert. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.635 fmnrA<n An la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831