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Jüdische Wochenschau · 1961-09-29 · 1912 (29.9.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1912 (29.9.1961)
Date
1961-09-29
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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FRANQUEO PAGADO ® £ Concesión 998 1 £¿ Ô tfg TARIFA REDUCIDA < u Concesión 1629 ISRAELITA Año XXII. BUENOS AIRES, VIERNES, 29 DE SEPTIEMBRE DE 1961 No. »12 EL EJEMPLAR en toda la República 4.- PUEYRREDON 219« 1? i*q. T. E. 83 2613 Buenos Aires Araber stifteten Unruhen Akko. — Bei den Zusammenstössen zwischen Arabern und Juden wurden 12 Personen verwundet. Mit Gummiknüppeln bewaffnete Polizisten, durch Grenzpolizei verstärkt, konnten schnell die Ordnung im arabischen Viertel wiederherstellen. An den Ausgängen aus der Stadt wurden Barrikaden errichtet, und starke Patrouillen erhielten die Ruhe aufrecht. Die Unruhen begannen mit einer Demonstration von rund 400 Schülern, die mit dem Ruf „Nieder mit Ben Gurion” die Strassen Akkos durchzogen, bis sich ihnen schliesslich erwachsene Araber anschlossen. Am Eingang zum jüdischen Viertel erwarteten sie die Juden, um ihrerseits anzugreifen. Die Polizei musste die Menschenmassen auseinandertreiben. Am darauffolgenden Tage herrschte Ruhe im Norden Israels. Starke Polizeiaufgebote kontrollierten den Verehr auf den nach Haifa führenden Strassen. Auf diese Weise wurden neue Demonstrationen verhindert, die die Kommunisten bei der Beisetzung der von Grenzpolizisten getöteten arabischen Infiltranten aus dem Gaza-Streifen zu veranstalten planten. Mehrere Autobusse mit Arabern, die in Haifa ankamen, wurden in ihre Dörfer zurücKge- | schickt. Die Notabein von Akko wurden ersucht, ihren Einfluss zur Beruhigung der Tel Aviv. — Zu ernsten Unruhen kam es als bei einem Grenzzwischenfall drei arabische Infiltranten getötet wurden. In Nazaret bildete sich eine Prozession, bei der die drei Leichen ohne Särge durch die Strassen getragen wurden, wobei die Menge „Es lebe Nasser” schrie. Die Kommunisten übernahmen die Beisetzung, weswegen die mohammedanischen Geistlichen den Friedhof verliessen. Die Araber, die der Beerdigung beiwohnten, kehrten nash Nazaret zurück, wo die Kommunisten am Jom Kippur eine neue Demonstration organisierten. Sie verteilten Flugblätter und forderten zu einem Generalstreik auf. Sie gingen in die Schulen, schickten die Kinder nach Hause und zwangen die Lehrer, den Unterricht einzustellen. In Nazaret und in ganz Galiläa Hessen sie die Glocken läuten, um die Araber zu Demonstrationen aufzuferdern. Zwei Polizisten wurden verwundet und vier Demonstranten verhaftet. (ITA) Gemüter geltend zu machen. EINE UNTERSUCHUNG Jerusalem. — Das Kabinett hörte den Bericht des Polizei - Ministers Bechor Schitrit über den Schusswechsel in der vergangenen Woche an, bei dem 5 arabische Jugendliche getötet wurden, als sie die Grenze im Gaza-Streifen zu überschreiten versuchten. Die Regierung und verschiedene Knesset-Kommissionen prüften einzelne Ersuchen um schnelles Eingreifen, einschliesslich einen Antrag j der Cberut auf Einberufung einer Sondersitzung der Kommission für Sicherheit und auswärtige Fragen. Der Mapam - Deputierte Jusuf! Chambia reichte eine Inter- I psllation ein die bei der nächsten Sitzung der Knesset beantwortet werden soll. Der kommunistische Deputierte Tcwfik Toi bi forderte telegrafisch vom Knesset-Präsidenten die Ernennung einer parlamentarischen Untersuchungs-Kommission. Eine Besichtigung der Leichen der arabischen Opfer erwies, dass alle aus einer gewissen Entfernung erschossen wurden und die Körper nicht verstümmelt waren, wie einige Kommunisten behauptet hatten. — (ITA) EIN KORRESPONDENT BERICHTET London. — Der Korrespondent der Zeitung „Times“ in Tel Aviv schreibt, dass die arabischen Demonstrationen in Israel von den ausländischen Beobachtern als ein Ausdruck der wachsenden Enttäuschung unter der Minorität angesehen werden. Das Resultat der Wahlen vom 15. August das eine ausgesprochene Abwanderung der arabischen Stimmen von den jüdischen Parteien und pro Mapai-Fraktionen zu den Kommunisten hin zeigte, ist nach Ansicht der „Times“ ein Beweis für diese Unzufriedenheit. „Die Tatsache, dass sogar die Landbesitzer für die Kommunisten wählten beweist, dass es sich sichtlich um einen Protest handelt. Junge Araber mit einer gewissen Erziehung, die sich nicht in der Landwirtschaft betätigen wollen oder können, stehen in hartem Konkurrenzkampf mit den jüdischen Kandidaten für Anstellungen. Sie behaupten, die jüdischen Arbeitgeber und staatlichen Büros für Stellenvermittlung würden eine Diskriminierung zugunsten der Juden üben“, so heisst es in dem betreffenden Artikel. Wie die „Times“ aus-! führt, sind die Araber auch! über die Militärregierung in den Grenzgebieten verärgert, und die jetzigen Unruhen stellen den Höhepunkt der Spannung dar. Die Araber befürchten, man wolle sie um ihren Landbesitz bringen. Die Beobachter glauben, dass die letzten Vorkommnisse nur einen Auftakt darstellen. KLAERUNG DER LAGE Jerusalem. — Die Knesset-Kommission für Sicherheit und auswärtige Angelegenheiten konnte feststellen, dass es sich bei dem Grenzzwischenfall der vergangenen Woche darum handelte, dass fünf israelische Araber die Grenze mit dem Gazastreifen zu kreuzen versuchten, wobei sie erschossen wurden. Es wird darauf verwiesen, dass alle Parteien ausser den Kommunisten die Position der Regierung unterstützen. Die Berichte von Generalstabscbef Zwi Tsur und Polizeiinspektor Josef Nachmias sowie des Leiters der Sicherheitsdienste überzeugten die Kabinettsmitglieder, die zu einer Sondersitzung zusammengetreten waren, dass die Grenztruppen keine andere Möglichkeiten hatten, als auf die flüchtigen Araber zu schiessen. Nach Vorlage dieser Berichte zog die Mapam ihren Antrag zurück, eine Sonderkommission zur Untersuchung der Vorfälle zu ernennen. In der Erklärung wird betont, dass die Sicherheitstruppen die Pflicht haben, das illegale Uebersehreiten der Grenze zu verhindern und Israel vor Spionen, Saboteuren und Mördern zu schützen. Die Deklaration stellt fest, dass die vorliegenden Beweise die Gerüchte, die von einer Verstümmelung der fünf arabischen Leichen wissen wollten, widerlegt haben und von „dem Staat feindlich gesinnten Elementen” verbreitet worden sind. Das Kabinett gelangte zu der Ueberzeugung, dass die Sicherheitstruppen ,,im Sinne des Gesetzes” vorgingen, so heisst es in der Erklärung. Desgleichen wird daran erinnert, dass der Angehörige eines Kibbuz erschossen wurde, da er es ablehnte, sich auszuweisen, als er in der Nähe der Gazagrenze angetroffen wurde. Es wurde darauf hingewiesen, dass I jeder Bürger das Land legal verlassen könne und die Tatsache, dass die fünf Araber versuchten, die Grenze illegal zu kreuzen, vermuten liesse, dass sie in illegale Machenschaften verwickelt W'aren. Wie man annimmt, gehörten sie einer organiiserten ■Gruppe an, die für die VAR arbeitet, und anscheinend beabsichtigten, später nach Israel zurüekzukehren. Israelische Kreise erinnern daran, dass die Spionagetätigkeit der VAR in den letzten Monaten erheblich zugenommen hat. In den arabischen Städten, die der Schaupiatz der Protest-Demonstrationen waren, ist die Ruhe wieder eingekehrt. Die Polizei ist damit beschäftigt, die nasserfreundlichen Elemente, die, wie man weiss, hinter den Unruhen standen, zu lokalisieren. Die Verdächtigen, die anzunehmenderweise Mitglieder der vorerwähnten Organisation und der Polizei bekannt sind, verschwanden aus ihren Wohnungen, sobald die Demonstrationen aufgelöst werden konnten. Einige der Rädelsführer, die sich in den Hügeln rund um Nazaret versteckt hielten, wurden verhaftet, als sie in ihre Wohnungen zurückkehrten. (ITA) Griechenland und der Nazismus New York. — Ehemalige griechische Staatsangehörige, die Naziverfolgungen erlitten haben, wurden im Namen der Konferenz für jüdische materielle Ansprüche gegen Deutschsland vom Ersten Vizepräsidenten dieser Organisation Jacob Blaustein aufgefordert. Entschädigungs - Ansprüche vor der griechischen Regierung zu stellen. Verschiedene Kategorien von Naziopfern in Griechenland haben ein Anrecht auf Entschädigung, so betonte Blaustein, darunter ehemalige griechische Bürger während des Zweiten Weltkrieges, die einen Ehegatten, Vater, Sohn oder Enkel durch die Nazis verloren haben, oder die verwundet worden sind oder Gesiindheitsschäden erlitten. Der Entschädigungs - Anspruch wird durch die Bestimmungen eines Entschädigungs- Gesetzes geregelt, das von der griechischen Regierung in Kraft gesetzt worden ist. Das Gesetz, welches am 21. August 1961 erlassen wurde, regelt die Verteilung von 20.750.000 Dollar. Diese Summe wurde der griechischen Regierung von der deutschen Bundesregierung zugestanden, damit sie für Entschädigungs - Zahlungen an frühere Naziopfer in Griechenland zur Verteilung gelangt, die wegen ihrer Rasse, Religion oder Widerstand gegen die Naziideologie verfolgt wurden. Ngch den Bestimmungen dieses Gesetzes können Tausende von Menschen, die heute in den Vereinigten Staaten, Israel, Zentral- und Westeuropa sowie in anderen Gebieten leben und die griechische Bürger oder Untertanen während der Nazibesetzung waren und Verfolgungen erlitten, entschädigt werden. Die ehemaligen griechischen Untertanen müssen ihre Ansprüche anmelden, damit sie vor dem 1. Dezember 1961 an die griechischen Behörden gelangen. Die Ansprüche müssen bei dem Sekretariat der betreffenden Gerichtsbehörde, in der Strasse Santa Rosa, Athen, Griechenland registriert werden, und eine beglaubigte Kopie ist dem Guter Rat ist teuer BEN GURION: Wie soll ich aus diesen Zutaten die Arz»ei mischen? Aus aller Welt Eichmann-Memoiren Wien. — Die polnische politische Wochenzeitschrift „Polityka” hat mit dem Abdruck der Memoiren Adolf Eichmanns begonnen. Wie die amtliche polnische Nachrichtenagentur berichtete, ist die Redaktion der „Polityka” im Besitz der Fotokopien von 1258 Schreibmaschine nseiten Text der angeblich von Eichmann in den Jahren 1957 bis 1959 in Buenos Aires in Gegenwart eines Holländers namens Sassen besprochenen Tonbänder. Noch vor fünf Monaten sei das Original der Niederschrift im Haus von Frau Eichmann in Argentinien gewesen. Auf die Frage, wie die Dokumente nach Polen gekommen seien, erklärte der Chefredakteur der Zeitschrift: „Ich kann nur sagen, dass es ein anderer Weg war als der mit einem normalen Postpaket.” — (AWZ) Noch 80 Nazi-Verfahren München. — Der bayerische Justizminister Dr. Albrecht Haas sagte kürzlich bei bayerischen Gerichten seien noch insgesamt 80 Verfahren, die nationalsozialistische Gewalttaten, vor allem die Ermordung von Juden und Polen durch Einsatzkommandos, betreffen, anhängig. In diesen Verfahren sollen die verantwortlichen Führer der Einsatzgriechischen Finanzministerium in der Strasse Karagheorghi Servias Nr. 10 in Athen einzureichen. Für das weitere Gerichtsverfahren sind die Dienste eines vor den griechischen Gerichten akkreditierten Anwalts unerlässlich. Zusätzliche Informationen über die notwendigen Schritte erteilt die nächste griechische Botschaft oder Konsulatsbehörde, sowie die URO und die betreffenden Rechtsanwälte. gruppen- und Einsatzkommandos verurteilt werden, nicht aber kleine Befehlsempfänger, die an diesen Kommandos teilnehmen mussten. Den 80 Verfahren liegen sehr schwere Straftaten zugrunde, deren Ahndung auch lteute noch unumgänglich sei. Die Durchführung der Verfahren wird tunlichst beschleunigt. Hilfe für Burma angeboten Tel Aviv. — Israel hat der Regierung Burmas angeboten, bei der Senkung der hohen Säuglingssterbj lichkeit im Lande behilflich zu sein. Zu diesem Zweck will Israel eine Aerztegruppe nach Burma entsenden. Bereits vor kurzem hatte Israel der burmesischen Regierung Impfstoffe gegen Kinderkrankheiten zur Verfügung gestellt. (AWZ) Jüdischer Widerstand London. — Seit Jahren bereitet Miriam Novitch, Historikerin über die Zeit der jüdischen Widerstandsbewegung unter Hitler, ein Werk über den jüdischen Widerstand gegen die Massendeportationen Eichmanns vor. Sie sammelt Material — vor allem Filmmaterial — im Katznelson-Forsehungs- Institut und im Museum des mit Jad Washem zusammenarbeitenden Museums des Kibbuz Lochamel Hagetaot. Volkszaehiung und Eichmann Tel Aviv. — Eine sonderbare Nebenerscheinung des Eichmann-Prozesses: Da die "Volkszählung in Israel abgehalten wurde, wird Adolf Eichmann in der kommenden israelischen Bevölkerungsstatistik unter den „Einwohnern mit fremder Staatsbürgerschaft“ figurieren. Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.635 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavla 831

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