Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1911 (23.9.1961)
- Date
- 1961-09-23
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616703-9612115-9612765--1647-9612769- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
4 — Sobado, 23 de Septiembre de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Año XXI!. — Ne. 1911 Wenn am 27. September Alfred Hirsehberg m Sao Faulo seinen 60 Geburtstag leiert, kann er gleichzeitig auf vier Jahrzehnte ununterbrochener jüdischer Arfceil zurückblicken. Sie hat ihn in Deutschland, wo er als (mit einer Dissertation über die Kollektivbekidigang promovierender) Werkstudent beim Central-Verein in Berlin begann, und seit 1941 in Südamerika in verantwortlich führende Positionen gebracht. Sein Name ist mit vielen jüdischen Organisationen und Institutionen sowie mit jüdischen Zeitungen i nd Zeitschriften verknüpft, nicht nur üusserJich, sondern stets durch seine Art. Zusammenhänge zu sehen, zu durchdenken, Dinge entschlossen anzupacken und seine Ideen, seine Konzeption journalistisch zu verarbeiten und publizistisch so riaizustellen, dass sie sich den Kreisen, in denen er wirkt, vielfach aufprägen. Das war schon so in den 20 Berliner Jahren bis 1939 als er vom Jugendrefeienten und. gleichzeitig, vom Assistenten der Hauptgeschäfisleitung der einst Alfred Hirschberg - 60 Jahre grössten Organisation des deutschen Judentums rasch aufstieg — einmal zum Stellvertretenden Syndikus, 1933, in kritischer Zeit, zum Syndikus und, zum andern, vom ständigen, in allen Sparten versierten Mitarbeiter des Vereins-Organs, der V.C.-Zeitung, zu deren Chefredakteur unn Verlagsleiter. Und Hirschbergs Werdegang und Weiterentwicklung seit 1940 in Brasilien, einem Land mit einem in jedem Wortsinn gänzlich anderen .Klima’', haben einen ähnlichen Verlauf genommen. Da ist die umfassende Aufgabe die ein Mann übernimmt, die ei sich zutraut, und da is1 das Ve; trauen in den Mann, der von dem sich zunächst selbst gestellten Auftrag ganz erfüllt ist. Wie e.i einst in Berlin und in Deutschland war so ist es in Sao Paulo, Brasilien und Südamerika gewesen und geworden. Um den Kern von ARNOLD ZWEIG MARGARETE SUSMAN -v y. **■ ' i;-:-' * fcTÉ: 8*$. W MÊMÇEH. ViiU.AG -c-F-.-iW-- ’-- ' w* A. veränderte und erweiterte Ausgabe. 178 S. mit 16 Bildnissen auf Kunstdruckpapier, m Leinen gebunden 12,86 DM. FLAVIUS JOSEPHGS Geschichte des jüdischen Krieges Uebersetzt und mh Einleitung und Anmerkungen versehet von Dr H CLEMENTZ tü. 695 Seilen, 2 Karten aul nolzlr. Papiei in I*men geD. DM 25.— HANS KOHN: MARTIN BUBER Sein Werk und seine Zeit ¿te urr ein Geleitwort des Verfassers und ein Nachwort von Dr Robert Weltsch vermehrte Auflage ca. 500 S gr. 31? Leinen gebunden DM 24 80. Joseph Melzer Verlag, Koeln MOZARTSTRASSE 13 unmittelbarer Arbeit gruppiert sich automatisch, ja fast organisch ein ganzer Kreis von mittelbaren, oft roch zeitraubenderen oft noch anstrengenderen Verpflichtungen. einfach weil die Gemeinschaft in deren Interessen sie getan werden, nicht über genügend bereite, geeignete und befähigte Menschen verfügt. Bei ,,A. R.” wie er. nach seinem Artikel-Signum im Freundes- und Kollegenkreis hüben und drüben oft genannt wird kommt — und das ist eine Feststellung mit positivem Vorzeichen — der sachliche Ehrgeiz hinzu, nicht bloss verantwortlich mitzutun, sondern das Beste zu leisten, den fundierten Rat zu geben, die ausgewogenste und aktuellste politische oder jüdisch-politische Glosse eder Wochcnbeirachtung zu Papier zu b ingen und — stets viel Eigenes beizusteuern. Waren es in Deutschland einst zuerst die deutsch-jüjdisehen Jugend vereine und deren Spitzenvertretungen (DJJG, Neutraler Verband, Reichsausschuss der jüdischen Jugendverbände), dann aber, vor und während schwerer Zeit, die Dachorganisationen der Gesamlgemeinschaft (Erweiterte Jewish Agency i'or Palestine, Reichsvertretung der deutschen Juden, Keren Hajessed, nicht zu vergessen das Jüdische Auswandererlehrgut Gross-Breesen. dessen Arbeitsausschuss er Vorstand), so sind es in Brasilien die Congregacao Israeli ta Paulista, deren Exekutävsekreiär er bis 3945 war um sich dann vorwiegend der Ausgestaltung der .Cronica Jsraeliia”, des Sprachrohrs dieser Gemeinde, zu widmen. Hier, in den Spalten dieser portugiesisch geschriebenen jüdischen Zei tung, ist er in seinem eigentlich?n Element. Indes. £r ist „a!a suite” der Ge- Denen, die cs miterieöt haben, will es mitunter seltsam scheinen, dass seit dem grossen Umbruch im Schicksal der deutschen Juden schon fast drei Jahrzehnte — ein Menscnenalter! — vergangen sinn. Und wenn am 27. September Dr. Alfied Hirschberg, früher Berlin und jetzt Sao Paulo, seinen 60. Gebur.stag begeht, so wird der Zcitablauf noch schärfer klar. Die Rechnung ist einfach: 1332 war der nun erstaunlicherweise schon Scchzigjäbrige mit 32 Jahren noch ein junger Mann — schlechthin der „junge Mann“ in der damaligen Führung der deutschpüdischen Gemeinschaft. Heute steht er auf der reifen Hohe des Lebens, von der zurückzublicken eine weite Sicht über ein Stück tätig m:terlebter jüdischer Geschichte gestattet. Als Syndikus des damals so bedeutenden Central-Vereins, deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und als Chefredakteur der „C.-V-- Zeitung“ stand Alfred Hirschberg trotz seiner jungen Jahre in der schweren Zeit der Verfolgung an verantwortlicher, weithin sichtbarer Stelle, zugleich im engsten Kreis der Reichsvertretung um Rabbiner Dr. Leo Baeck, Mit seinem Elan und seiner ausgeprägten, geschliffenen Intelligenz rang er in stetem Kampf den damaligen Gewalthabern manches Zugeständnis ab, das die Lage erleichterte, das Verhängnis verzögerte. Menschen zur Rettung verhalf. Viele seiner Leitartikel in der „C.-V.-Zeitung“ waren richtungweisend im Streben der jüdischen Menschen um eine neue Haltung, gaben in den dunkelsten Tagen der erschütterten Gemeinschaft Stolz und innere Stärke, — manche dieser wöchentlichen Glossen wirken heute noch wie klassische Zeugnisse jüdischen Lebenswillens und sind zugleich journalistische Meisterwerke. Besonders muss aber wohl hervorgeho ben werden, dass Alfred Kabima Tel Aviv. — Die General Versammlung des telaviver Theaters Habim«, das als Kooperative organisiert ist, beschloss, den Schauspieler Schimon Finkej zum künstlerischen Direktor des Theaters mit weitgehenden Vollmachten einzusetzen und so mit der 42jährigen Tradition des Theaters zu brechen, die alle wichtigen künstlerischen und administrativen Enti Scheidungen einem kollektiven Gremium überlassen I hatte. (AWZ) Hirschberg mit Ludwig Tietz Friedrich Brodnitz und anderen einem Kieis zugehörtc, der — im Geiste von Franz Rosenzwe gs Schau jüdischer Dinge — schon lan ge vor 1933 die vielfach schablonenhafte Denkweise dec Central-Vereins mit neuen Inhalten erfüll'e. Es war eine dem Zionismus innerlich eng verwandte gesamt jüdische Auffassung im Sinne des Rosenzweigschen .Nichts Jüdisches ist mir fremd“, das diesen Kreis noch jugendlicher Menschen beseelte.Dass gerade Hirschherg und seine Gleichgesinnten Freunde nach 1933 an der Führung des Central- Vereins entscheidenden Anteil hatten, ist eine Tatsache, die oft von den°n übersehen wird, die' in der Rüekwärtsperspektive gegen diese Institution als Bodwerk engstirniger, würdeloser Assimilation polemisieren. Im Jahre 1939. ais nach der „Kristallnacht“ die Einrichtungen d?s deutschen Judentums endgültig zer schlagen wurden, fand Alfred Hirsehberg auf cPm Umweg über das Kozentrationslager den Weg in die Freiheit, erst nach England und dann nach Brasilien. In Sao Paulo ’eistete er Aufbauarbeit — das Entstehen und der erfolgreiche Werde gang des Congregacao Israelita Paulista. der deutschjüdischen Einheitsgemeinde jener Stadt, ist mit sein Werk, während die wertvol le, zweimal monatlich erscheinende „Crónica Israelita“ ganz das persönliche Gepräge trägt, das ep ihr als Redakteur und Leitartikler zu geben verstand. Alfred Hirsehberg isl mit seinen 60 jungen Jahren einer der wenigen Ueberlebenden mit intimer Kenntnis des Verteidigungskampfes, den die deutschen Juden gegen die andrängende Macht des Nationalismus führten. Die Geschichte dieses Kampfes ist bis heule noch nicht geschrieben worden. Hier liegt eine Aufgabe, die der Jubilar ln laugen sehaffensfrohen Jahien erfüllen möge. Dr. Kurt Julio Riegner meinde geblieben daneben der mitarbeitende Fachberater anderer Einrichtungen (wie A.J.D.C., American Jewish Committee, Freunde der Hebräischen Universität) der Repräsentant auch der Jewish Telegraphie Agency (ITA) für Brasilien, Form und Ergebnis seiner in diesen Wochen — nach 15 Jahren — zu Ende gehenden intensiven administrativ und organisatorisch leitenden Tätigkeit für den Keren Hajessod („Magbit”) im Bezirk Sao Paulo sind als fär Südamerika beispielhaft anerkannt worden. Zweimal weilte Hirschberg als Gast des K. H. in Israel, zum 25. Zionistenkongress (Jerusalem, 1960). war er der Delegierte der von ihm geförderten ,.Federacao” der jüdischen Gemeinden Brasiliens. In der „Centra”, dem Zusammenschluss der voi wiegend von deutschen und mitteleuropäischen Juden in Südamerika geschaffenen Gemeinden, ist er als ideologischer Grundsatzsprecher von massgebendem Eintiuss. 1959 analysierte er vor der Jahresversammlung des American Jewish Committee in New York die Situation der Juden in Brsalien, wie er das auch in grösseren Freundeskreisen in London und anderwärts getan hat. ln Gnesen (Provinz Posen) als Sohn eines Lehrers geboren und dort aufgewachsen, früh auf sich selbst gestellt, war aus dem organisations-, wort- und schriftgewandten Berliner Studenten von 1920 in» jüdischen Leben Deutschlands bald eine an zentraler Stelle stehende Figur geworden, ln den sechs Vorkriegsjahren, als er mehr als einmal für die jüdisch« Gemeinschaft seinen Kopf hinhalten musste, hat er Krall- und Nervenproben mit Würde bestanden. Brasilien hat von ihm, dem Immigranten, der bewahrt Ererbtes mit neu zu Erwerbendem zu verschmelzen versteht, im Rahmen seiner .Linie’ manche Umstellung gefordert. Er hat. ohne das europäisch-deutsche Erbgut zu verdrängen, die Adaption an das Neue und Andersartige im jüdischen Leben, das er in Südamerika vorfand oder später kennen lernte, in eine für die Gemeinschaft zeitgemässe Synthese einmünden lassen, deren Keime Früchte tragen. Alfred Hirschberg vollendet jetzt seine ersten 60 Lebensjahre. Mit seiner Intensität und Zähigkeit, die er für sich und seine nie endenden Pläne und Projekte an den Tag legt, wird er, so hoffen seine Freunde, den modernen Lebenserwartungsschätzern beweisen, vüe recht sie haben. E. G. L. „Waffen-SS im Einsatz” verbeten Auch eine nur scheinbar objektive Darstellung historischer Tatsachen könne der Deckmantel für verbotene nationalsozialistische Propaganda sein und damit den Tatbestand eines Deliktes bilden, stellte der Oberste Gerichtshof Oesterreichs in einer Entscheidung über die Nichtigkeiisbesehwerde gegen ein U,- teil fest, in dem auf Verlad, des Buches „Waffen-SS im Einsatz” erkannt wurde. Dieses von Paul Hausser verfasste Buch erschien 1953 im Plesse-Verlag Güttingen. Der Oberste Gerichtshol wies die Beschwerde mit der Begründung zurück, dass eine den wahren Tatsachen widersprechende, verniedlichende und verharmlosende Darstellung der politischen Ziele des Nationalsozialismus geeignet sei, unbefangene Leser über die wahren Ziele der nalionalsczialistischen Machtpoli- 1ik hinwegzutäuschen — (AWZ) Theater IM TEATRO ODEON PREMIERE MONTAG, DEN 25. SEPTEMBER, UM 21 UHR rr* irr “ Schauspiel von ARTHUR MILLER H S Regie: JACQUES ARNDT S 5 WIEDERHOLUNGEN: ■ m Donnerstag, den 28 9., um 19.45 Uhr, Freitag den 5 “ 29. 9., um 19.45 Uhr, Sonnabend, den 30. 9., um 20 15 “ jjj Uhr und Sonntag, den 1. Oktober, um 15.15 Uhr. jjj “Eintrittskarten an der Theaterkasse, Esmera.da 367,- ¡j;T. E. 45-3591, werktags von 10—12 und 15—19 Uhr.«; - Samstag von 10—13 Uhr 2 M *Ht IFT BOLOGNE «SUR MER 547 T. E. 88 9420 VIERNES Y SABADO 22 HORAS DOMINGO 18 HORAS ESTRENO BERT0LBO EN LA CORTE de MASSIMO DURS1. Traducción AT1LIO DABINI. Dirección YIRA1R MOSSIAN Israel - Marken und Marken aller Lasnder — Neuigkeiten — “Tematicos” ln groesster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN¬ NUMMERN — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOÖEN (planchas) — VOLLSTAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG ALFONSO MORITZSON