Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1911 (23.9.1961)
- Date
- 1961-09-23
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Sábado, 23 de Septiembre de 1961 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Afio XXII. — No. 1911 MUT ZUR ENTSCHEIDUNG (Schluss von Seite 1) mit der Urteilsfindung, die allerdings ausschliesslich Sache des Gerichtes ist. Jeder kann die Gewissheit haben, dass dieser Gerichtshof keinen Einflüssen und keinen Einflüsterungen zugänglich ist. Dennoch bleibt es eine Tatsache, dass sich überall, auch in Israel, die Juden fragen, was geschehe« solle, wenn Eichmann zum Tode verurteilt werden wird. Soll die Todesstrafe vcllstreckt werden? Soll Is rael Eichmann bewachen lind ernähren müssen, solange er lebt, wenn er eine lebenslängliche Freiheitsstrafe erhalten oder — im Fall der Todesstrafe — hierzu begnadigt. werden sollte? Andere, vor allem die orthodoxen Kreise, haben sich gegen den Gedanken gewehrt, dass dieser Unmensch in der heiligen Erde des Landes Jisrael verscharrt werden müsste. Es gibt also recht verschiedene Auffassungen, was geschehen soll, wenn der Richterspruch vorliegt. Dass jedoch daran gedacht wird, durch Urteil „Freilassung“ zu verfügen, wie dies Dr. Fuchs ersonnen hat. wurde noch nicht ausgesprochen. Noch eine Bemerkung sei zur Grenziiberstellung Eichmanns gemacht, der also dorthin gehen solle, wohin er wolle, was auch ein Vorschlag von Fuchs ist. Wenn Eichmann sich entschliessen würde, nach Aegypten zu ziehen so würde er dort gewiss mit grossen Ehren empfangen werden. Er könnte nach den Vorstellungen des ägyptischen Diktators gar kein besseres Arbeitsfeld finden und seine PUEYRREDON 2190 1? izq nachm. 16—19 Uhr REAL PEN: Füllhalter ♦ REPARATUREN ♦ Spezialgeschäft CORRIENTES 569 * T. E. 49-5850 J J. LIEBLING t FOURNIEKE — $ SPE RRHOELZE R * DIAZ VELEZ 5224 al 46 ♦ T. E. 43-2349, 0340 y 3021 ♦ grossen Erfahrungen in die Dienste Nassers stellen. Das ist nur eine weitere Folgerung aus den absurden Betrachtungen, die Dr. Fuchs gemacht hat, und die zu unserer Verwunderung von einer Zeitschrift mit Niveau wie dem Monat ohne weiteres und ohne jeden Vorbehalt abgedruckt worden sind. Die Beiträge von Jaspers und Fuchs beweisen, dass eine Unruhe über die künftigen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Eichmann-Prozess besteht. Man kann die Auffassung der Gegner, jeglicher Todesstrafe verstehen, die sich aus prinzipiellen Gründen auch im Fall Eichmann gegen eine Vollstreckung wehren. Aber gegen den Vollzug im Falle Eichmann zu sein, weil es sich um ein jüdisches Gericht, um ein jüdisches Land und um ein jüdisches Urteil handelt, dürfte nicht angebracht sein. Gewiss wäre es das erste Mal, dass in Israel eine Todesstrafe vollstreckt wird. Es handelt sich hier auch um einen ungewöhnlichen Ausnahmefall, um die Bestrafung desjenigen Mannes, der am Tode von Millionen Juden in Europa zumindest die Mitschuld und Mitverantwortung trägt. Zu dieser Feststellung berechtigt die Beweisaufnahme des Prozesses dass Eichmann in Millionen Fällen Beihilfe geleistet hat. Beihilfe zum Mord wird wie Mord bestraft. Das entspricht vor allem auch dem deutschen Strafgesetzbuch. Alle diese Ueberlegungen sind jedoch bis zur Urteilsverkündung nur von relativem Wert; sie tragen auch meist einen hypothetischen, rein spekulativen Charakter. Es widerspricht jedem r«echtsgefühl, die gerichtli che Entscheidung vorwegnehmen zu wollen. Eichmann selbst hat sich immer wieder als unschuldig bezeichnet, da er nur Befehlsempfänger ohne Einfluss gewesen sei. Er hat sich beharrlich geweigert, irgendeine Verantwortung oder gar eine Schuld zuzugeben. Er ging dabei so weit, dass er einfach alles abstritt was ihn belastete, womit er offensichtlich den Ratschlägen folgte, die ihm seine Verteidigung gegeben hatte. Diese Methode machte einen peinlichen Eindruck, weil jeder wwuvwv den Eindruck gewinnen musste, dass der Angeklagte feige ist und um sein Leben zittert. Der Verteidigung kam zu Hilfe, dass die meisten Dokumente, die Eichmann belasten konnten, vernichtet wurden — grossenteils von ihm selbst, — und dass diejenigen, auf deren Befehl Eichmann gehandelt haben will, heute nicht mehr leben. Himmler, Heydrich und Müller sind tot. Die Zeugen jedoch, die von der Verteidigung zur Entlastung Eichmanns benannt worden sind, haben beinahe ausnahmslos den Angeklagten schwer belastet. Der Verteidiger, Dr. Servatius, ist in seinem Schlussplädoyer mit einer Handbewegung über die von ihm selbst verlangten Zeugenaussagen der ehemaligen Kumpanen Eichmanns hinweggegangen. Diese Leute kämpfen um ihre eigene Haut und schoben alle Schuld und Verantwortung auf Eichmann. Er äusserte sich nicht dazu, aus welchen Gründen diese ehemaligen Nazigrössen übereinstimmend den Eichmann belasteten, obwohl der grösste Teil dieser Zeugen eingekerkert ist und kaum die Möglichkeit gehabt haben dürfte, die Aussagen aufeinander abzustimmen. Eichmann bezeichnete alle diese belastenden Erklärungen seiner früheren Kameraden als Lügen. Nur er war derjenige, der die Wahrheit gesagt habe... In seinem Plädoyer, das mehrere Stunden in Anspruch nahm, bemerkte der Verteidiger, er habe davon Abstand genommen, irgendwelche Fragen an die Zeugen zu stellen, die über die grosse jüdische Tragödie aussagten. Er wollte nicht durch sein Verhör die notwendige Ehrfurcht vermissen lassen, die man empfinden muss, wenn man von den entsetzlichen Taten der Nazis hört. Es mag sein, dass Servatius diese Bemerkung machte, weil er selbst verstand, dass im Angesicht dieser Tragödie jede Fragestellung fehl am Platze ist; es ist auch möglich, dass er hiermit Sympathien werben wollte, um seiner Verteidigung grösseren Nachdruck zu verleihen. Es ist auch richtig, dass Servatius sich weitgehend darauf beschränkt. hat, juristische Einwände zu erheben und „Sfaatsfeind” verurteilt Casablanca. — Der Muselmann Mohammed Diab wurde unter der Anklage, „den Juden, die nach Israel zu gelangen vesuchen, Hilfe zu leisten”, zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt. Das Gericht sprach ihn schuldig, „die innere und äussere Staatssicherheit zu gefährden.” Der Staatsanwalt führte in seinem Plädoyer aus, Diab sei schon einmal zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt worden und wurde jetzt neuerlich verhaftet, als er Juden in seinem Wagen über die Grenze führte. (ITA) /rgumente formalrechtlieher Natur vorzutragen, um dann zu dem überraschenden Ergebnis zu gelangen, dass er einen Freispruch des Angeklagten verlangte. In diesem monoton und nüchtern vorgetragenen Plädoyer gab es kaum Höhepunkte. Wer die Rede des Verteidigers hörte, fand dessen Ruf als grossen Redner nicht bestätigt. An einer Stelle allerdings wurde Servatius vom Richter Halövy unterbrochen, als er von den Vergasungen sprach, für die sein Schützling nicht, verantwortlich zu machen sei, da diese Vergasungen eine medizinische Angelegenheit gewesen seien. Halevy fragte den Verteidiger, ob er sich nicht geirrt oder versprochen habe, diesen Ausdruck „medizinische” Angelegenheit zu wählen. Servatius, durch diese unerwartete Frage unsicher geworden, erwiderte verneinend, durchaus nicht, er habe den richtigen Ausdruck gewählt, dies sei eine medizinische Frage PROPIEDADES FRANKENBERG 1 berät Sie kostenlos und j anverbindlich beim Kauf i oder Verkauf von % GESCHAEFTEN WOHNUNGEN < HAEUSERNV Manuela Pedraza 2530 'J pl b. Dp. B;■ T. E 70-7244 •: JUDITH ■: SCHENKOLEWSKI } V KULTUSSTICKEREIEN i ■J Schabbcsdecken - Tallis- S S beutel - Käppchen - VTaz- % / zot-Taschen - Hand- und ji i Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche \ BEBEDERO ’385 > T. E. 73-9155 i MARTHA i \CHAPEAUX) Î - HUTSALON Í B E Jetzt in L G R A N 0 Jacobo M. LAPIDUS dipl. Mohel -WVl TUCUMAN 2396, 4’ Í T. E.: 48-2124 Iv.SVA’.W.WA’. ]*♦♦♦♦♦♦♦•«< Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52 8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG gewesen... Richter Halevy schwieg, und der Vortrag des Verteidigers nahm seinen weiteren Verlauf. Dieses Intermezzo ist wenig beachtet worden. Die israelische Presse fand sogar in ihrem Bestreben nach Objektivität Worte des Lobes und der Anerkennung für die ruhige und zurückhaltende Art des Verteidigers, der hierdurch sicherlich eine gewisse Wirkung erzielen konnte. Zu welchen Fehlbemerkungen jedoch Servatius in diesem Bestreben, die Unschuld Eichmanns zu erweisen, sich hinreissen liess, zeigt die kurze Rückfrage des Richters, der — wie gewiss viele Zuhörer — seinen Ohren nicht traute, als er die Worte des Verteidigers vernahm, bei den Vergasungen habe es sich um eine medizinische Angelegenheit gehandelt. Es kann picht unsere Aufgabe sein, gegen eine Aeusserung des Dr. Servatius zu polemisieren. Hier ist auch kein Raum für eine Diskussion, denn es handelt sich um eine ebenso traurige wie völlig klare Sache. Im übrigen wäre die Schuld und die Verantwortung des Eichmann nicht grösser oder kleiner, wenn Servatius Recht mit dieser Belastung der deutschen Aerzte haben sollte, die sich zu den widerlichsten Verbrechen unter Missbrauch ihrer medizinischen Kenntnisse hinreissen liessen. Denn Eichmann selbst hat erklärt, dass er genau wusste, welches Schicksal die von ihm nach Auschwitz transportierten Juden erwartet. Hiermit dürfte allein schon der Tatbestand der Beihilfe zum Mord gegeben sein, jedenfalls nach unserer Auffassung. Vor kurzem teilte die polnische oder tschechische Regierung mit, sie hätten von Eichmann Unterzeichnete Dokumente, in denen er den Befehl zur Deportation aller argentinischen Juden in deutschem Machtbereich erteilt habe. Bisher waren nur vereinzelte Fälle bekannt. Falls diese Dokumente der israelischen Regierung zur Verfügung gestellt werden NERVEN n. GEMÜTSi KRANKHEITEN? Dr. M. J. KUHN? prov. i RIVADAVIA 2625 III \ Tel. 48-7524 J Mont., Mittwoch, Freitag f 17—20 Uhr. 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Suche nach einem Kriegsverbrecher Brüssel. — Der ehemalige Rexistenführer Leon Degrelle, der während des Krieges in einer der dama-, ligen SS angeschlossenen Organisation auf deutscher Seite kämpfte, ist erneut in den Mittelpunkt des belgischen Interesses gerückt; Ausgelöst wurde diese Entwicklung durch Feststellungen des ehemaligen belgischen Botschafters in Kairo, d’Eeckhoutte, der sich nach Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Brüssel und Kairo in der belgischen Hauptstadt aufhält. Die sozialistische Zeitung „Le Peuple” forderte das belgische Aussenminislerium auf, die Sowjetunion um eine Intervention in Kairo und um anschliessende Unterrichtung der belgischen Regierung zu bitten. Das Blatt begründet dies mit dem Hinweis, dass Degrelle wegen seiner Verfehlungen in der Ukraine auf der sowjetischen Kriegsverbrecherliste geführt werde. — sollten, wäre es denkbar, dass noch einmal die Hauptverhandlung eröffnet wird. Die millionenfache Schuld Eichmanns aber dürfte auch ohne diese Beweismittel feststehen. Im übrigen sind die weiteren Entscheidungen des Gerichtshofes abzuwarten in dem Bewusstsein, dass ein gerechtes Urteil gefällt werden wird. Dr. Bernardo Goldstein M E D I C C Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramm« CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Sonnabend: 14—16 UhT Consultas: Montag bis Freitag: R>—18 Uhr VARICES-ULCERAS \ DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS § Dr. SAUL UMANSKY j Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 3 Mi SDr. BENJAMIN L1PN1ZKY ZAHNARZT ROENTGENSTR AHLEN - ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBE1AEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DEB ZAHNSTELLUNG Sprechstunden Dienstag - Donnerstag - Sonnaoenc nach vorheriger Vereinbarung. FOSE HERNANDEZ 2518 T £ 78-8s’J und 73 osot ♦♦♦♦♦♦ -*7 Dr. L. KLEIN Mciiico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersnchunge** SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. 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