Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1904 (25.8.1961)
- Date
- 1961-08-25
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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'» v. FRANQUEO PAGADO j 3 Concesión 008 j . - -I || TARIFA REDUCIDA ' G Concesión 1629 Año XXII. BUENOS AIRES, VIERNES 25 DE AGOSTO DE 1961 No. 1904 EL EJEMPLAR A en toda la República * ■ Buenos Aires PUEYRREDON 2190 1? izq. T. E. 83 2613 Die Konferenz in der Schweiz mkluliu* humor RESOLUTIONEN WERDEN GEFASST I Genf — Die Weitkonf;-^ ren:: jüdischer Organisationen beschloss ihre zweitäi gigen Sitzungen mit einer ' Resolution, in der sie die Massnahmen begrüsst, die j in der Sowjetunion kürzlich über die jüdische Kultur verfügt wurden. Der Konferenz wohnten 74 Delegierte in Vertretung von 10 jüdischen Organisationen bei. | In der erwähnten Resolu-1 tion heisst es u. a.: | „Dis Veröffentlichung von 1 fünf jüdischen Büchern in den letzten drei Jahren, das Erscheinen einer hieran- , sehen Zeitschrift zweimal i im Monat und die Ankiindi-j gung der Vorbereitung ei-, nes hebräisch - russischen I Lexikons zeigen, dass die! sowjetische Regierung der; Judenheit heute das Recht j gewährt, ihre eigene Kultur! zum Ausdruck zu bringen.”; Die Resolution ersucht die Sowjetunion, „weitere! Schritte zur Wiederbelebung des jüdischen Kulturlebens zu tun und die Erüff-; nung jüdischer Schulen zu; gestatten.” Die Delegierten . forderten einstimmig von der USSR, den russischen i Juden zu erlauben, ein ähnliches nationales Leben wie die andei-m nationalen Minj derheiten in der Sowjetunion '• zu führen. Die Sitzungen über die La-: ge der Juden in Russland' fanden bei geschlossenen - Türen statt. Di; Delegierten gaben ihrer schweren Besorgnis über die Nachrichten Ausdruck, dass die Synagogen in ganz Russland weiter geschlossen sind, was in offenem Widerspruch zu den Erklärungen der Sowjetbehörden steht, dass ..die Juden völlige religiöse Freiheit gemessen.” Die Konferenz appellierte an die sowjetische Regierung, den Juden in ihrem Land die gleichen religiösen Rechte zu garantieren, die allen Religionen in der sowjetischen Verfassung zugesichert werden. Die Sowjetunion wird ferner aufgefordert, ihren Bürgern die Bewilligung zu erteilen, damit sie sich;,in Uebereinstimmung mit dem Prinzip der menschlichen Freiheit” mit ihren Familien in anderen Ländern vereinigen können. Das Präsidium der Konferenz, das aus Dr. Nachum Goldmann, Sir Barnett Jänner und Label Katz gebildet wurde, ist ermächtigt worden, eine Tagesordnung für eine Konferenz über jüdische Erziehung auszuarbeiten und die Vorbereitungen für diese Tagung zu treffen, die im Jahre 1962 abgehalten werden soll. 25 JAHRE JUEDISCHER WELTKONGRESS Ueber die Lage der Juden in den verschiedenen Teilen der Welt berichtete Dr. Nachum Goldmann, der Präsident des Jüdischen Welt- Zweifel an Hitlers Tod Die sowjetische A, m=o nat die Leiche Hitlers nicht gefunden, und Stalin v>:a’- der Ansicht, dass Hitler nicht tot | sei, sondern sich irgendwo f verberge. Dies geht aus geheimen i Dokumenten des amerikani- ■ sehen Aussenministeriums hervor, die kürzlich freigej geben wurden. Demnach hat i Stalin diesen Verdacht ge-1 gegenüber amerikanischen j Diplomaten im Mai 1945 im Kreml und abermals bei der | Potsdamer Konferenz im1 Sommer des gleichen Jahres geäussert. Charles E. Bohlen, der heute Sonderberater Präsident Kennedys für sowjetische Fragen ist und 1945 Mitarbeiter des damaligen Aussenministers Edward Stettinius war, besitzt Notizen über ein Gespräch, das am 26. Mai 1945 im Kreml zwischen Stalin, dem Berater Präsident Roosevelts, Harry Hopkins, Botschafter Averell Harriman und ihm, Bohlen, stattfand. Als Antwort Stalins auf die Aeusserung von Hopkins, er hoffe, dass die Rote Armee die Leiche Hitlers finden werde, notierte Bohlen: „Marschall Stalin erwiderte, dass nach seiner Ansicht Hitler nicht tot sei, sondern sich irgendwo verberge. Er sagte, sowjetische Aerzte glaubten, die Leichen von Goebbels und von Hitlers Chauffeur identifiziert zu haben, aber dass er persönlich sogar bezweifle, dass Goebbels tot sei. Er sagte, die ganze Sache sei seltsam, und die verschiedenen Berichte über Begräbnisse und Beisetzungen erschienen ihm sehr dubios. Er glaubte, dass Bormann, Goebbels und wahrscheinlich Krebs geflüchtet seien und sich versteckten.” Hopkins habe bemerkt er wisse, -dass die Deutschen mehrere sehr grosse Unter seebote gehabt hätten, von denen keine Spur gefunden worden sei. „Marschall Stalin sagte, er wisse auch von diesen U-Booten, die ständig zwischen Deutschland und Japan hin und her gefahren seien und Gold sowie andere verkäufliche Wertsachen aus Deutschland nach Japan gebracht hätten. Er fügte hinzu, das sei mit s'illschweigendem Einverständnis der Schweiz erfolgt. Er teilte mit, dass er seinen Geheimdienst beauftragt habe, die U-Boot-Angelegenheit zu untersuchen, dass es aber bisher nicht gelungen sei, irgendeine Spur zu finden, und dass er deshalb meine, es sei möglich, dass Hitler und Begleiter in einem der U-Boote nach Japan gefahren seien.” Bei der Potsdamer Konferenz machte, wie Bohlen weiter notierte, Stalin die Vertreter der Westmächte abermals auf seinen Verdacht aufmerksam, dass Hitler noch am Leben sei. „Er ist nicht in unseren Händen. Ich bin ganz der Ansicht, dass er gehenkt werden sollte”, habe Stalin bei der Diskussion eines sowjetischen Vorschlags gesagt, eine Liste aller Personen aufzustellen, die in Deutschlands als Kriegsverbrecher angeklagt werden sollten. Die USA-Delegation hatte — wie aus den Dokumenten ersichtlich ist — zuerst Angst, sie könnte in der Grenzfrage allein stehen, da Churchill angeblich schon bei. seinem Besuch in Moskau 1944 der Oder-Linie zugestimmt habe. In Potsdam warnte Churchill jedoch vor einer Abtrennung der wichtigsten deutschen Agrargebiete, da sonst in der britischen Besatzungszone eine Lage entstehen könnte .„ähnlich der in den deutschen Konzentrationslagern, aber von viel grösserem Ausmass.” Falls die Ostdeutschen, wie Stalin behauptet hatte, restlos geflohen seien, sollten sie zur Rückkehr ermuntert werden. Stalin antwortete, er fürchte, die Polen würden die Rückkehrer aufhängen. „Nur mit äusserstem Widerwillen” liess sieh der neue britische Aussenminister Bevin überreden, der Oder-Neisse-Linie zuzustimmen. Auch das sowjetische Verlangen nach einem eisfreien Hafen in Königsberg stiess auf den Widerstand Bevins. Der Abtrennung Königsbergs stimmte auch Truman nur im Prinzip zu, da noch technische und ethnologische Einzelheiten zu klären seien. Die polnische Delegation argumentierte, dass Polen im Osten (an die Sowjetunion) 20 Prozent seines Gebietes verloren habe, Deutschland aber nur auf 18 Prozent zu verzichten brauche. Die den fernöstlichen Kriegsschauplatz betreffenden Dokumente besagen, dass der Plan, am 1. November 1945 auf einer Insel des japanischen Mutterlanj Fongresses in der Erüff; nungssitzung der viertägi- | gen Konferenz der Exekutij j ve dieser Körperschaft, an ¡ der über 100 Delegierte aus! zahlreichen Ländern teil-, j nahmen. Der JWK feiert | gleichzeitig sein 25jähriges Bestehen. j In einem Ueberblick über! die internationale Lage; stellte Dr. Goidmann fest. I dass das jüdische Volk nicht i die Absicht habe, im Kal- : ten Krieg Stellung zu bezie- | hen. Allerdings, so fügte er! hinzu, müssten die Juden das Recht beanspruchen, nicht nur vollberechtigte i Bürger zu sein, sondern auch in den verschiedenen Ländern der Welt als jüdische Gruppen existieren zu i können, gleich welches so- : ziale oder politische Regime dort herrsche. Er bezog j sich im besonderen auf die; Situation der sowjetischen Judenheit.! Zu der Lage der Juden in Í Nordafrika bemerkte Goldmann. die Versprechen der Machthaber von Marokko und Tunis, die dort lebenden Juden als Bürgár anzuerkennen, seien erfüllt worden, wenn auch eine gewisse Diskriminierung festgestellt werden müsse. Das Hauptproblem habe darin bestanden, dass den Juden in Marokko die Freiheit zur Auswanderung praktisch verwehrt gewesen sei. Dr. Goldmann stellte die Berichte in Abrede, dass eine jüdische Organisation mit den algerischen Rebelen in Kontakt getreten sei Rehpii3 die von d«n Rebellenfahrern bezogene Stellungnanme über den künftigen Status der alger" unahhaJudenheit in einem unabhängigen Algerien und gai} der Hoffnung Ausdruck, dass diese die algerischen Juden nach den gleichen Gesichtspunkten ■I a!Sei'ischen Franzosen behandeln und „ihnen gestatten würden. selbs ober den von ihnen ge-’ wünschten Status zu entscheiden.” in Russland und kuba In dem über die heutige Lage der russischen Judrn vorgelegten Bericht heisst es, diese sei weiter bespannt und schwierig””&Es ,aut{ ein-n gewissen Fortschritt auf dem Gebiet der jüdischen Kultur verwiesen, aber auch auf ein „betrübendes Ausbleiben jeglicher Besserung5* in den allgemeinen Bedingungen, unter denen die Juden m der Sowjetunion leben. Der Bericht betont, dass ein „ernster Mangel an Gebetbüchern und rituellen Gegenständen” vorhanden ist, und Anlass zu schwerster Besorgnis sei die „erzwungene Trennung der russischen Juden von ihren Glaubensbrüdern im Ausland.” „Ein sorgfältiges Studium der Lage der Juden im Kuba Castros hat ergeben, dass kein Anzeichen von Antisemitismus existiert }la^n , Gegenteil festgestellt, dass dieses Regime entschlossen ist, jede Art Von 2'assischer Disicrimimerung Zll unterdrücken , fahrt der Bericht fort Dagegen wird unterstrichen' dass die sozialen und wirtschaftlichen Wandlungen in ui tt”ZU ,ein€r grundlegenden Umschichtung der ökonomischen Fundamente geführt haben, auf denen die jüdische Gemeinschaft basiert. Die Folge davon ist, da?s,.€® den Juden verunmöglicht wurde, ihre Institutionen und gemeindlichen Dienste zu unterhalten die früher von den Mitgliedern der Gemeinden finanziert wurden Ein grosser Teil der kubanischen Judenheit die einst auf 10.009 Seelen geschätzt wurde, hat die Insel verlassen.” APPELL AN DIE INTERPOL Der Bericht verurteilt entschieden die Politik der Intorpol, der internationalen Polizei-Organisation, gegen die die Beschuldigung erhoben wird, sich bei der Dingfestmaehung von Exnazis, die heute in verschiedenen Landern in aller Weit Un- Shav»t l Der Abschuss der Shavit II-Raketedurch die Israelis hat zu erneuten heftigen Angriffen der sowjetischen Presse auf Israel geführt. des zu landen, wegen der zu erwartenden hohen Verluste fallengelassen wurde. Ferner geht aus den Dokumenten hervor, dass die Sowjetunion auf der Potsdamer Konferenz 1945 den Wunsch geäussert hat, in Afrika Kolonialgebiete zu erhalten. Stalin teilte Churchill und Präsident Truman mit, dass die Sowjetunion daran interesiert sei, die Treuhandschaft über die ehemaligen italienischen Kolonien in Afrika zu übernehmen. Als die Amerikaner und Grossbritannien opponierten, Messen die Sowjets ihre Forderung fallen. terschlupf gefunden hauen, „untätig” zu verhalten.; Durch die negative Haltung | dieser Organisation, so heisst es, werden die Be- | mühungen erschwert, welche Westdeutschland unternimmt. um derjenigen Nazis habhaft zu werden, die man in bestimmten Ländern versteckt glaubt. Die i Untätigkeit der Interpol hat diesen noch versteckten Nazis ein unerwartetes Gefühl der Sicherheit verschafft so dass sie sich ermutigt fühlen, mit anderen Nazis in Verbindung zu treten und ihre abscheuliche Wühlarbeit fortzusetzen. Wie der Bericht besagt, gründet sich „die Weigei rung der Interpol, gegen j Naziverbrecher vorzugehen, I auf ein konstitutionelles; Verbot dieser Organisation, ' in Angelegenheiten militärischen, politischen oder religiösen Charakters zu intervenieren”. Hierzu wird bemerkt, dass die „Ermordung von sechs Millionen Juden allerdings bestimmt nicht in den Bereich dieser Beschränkung der Funktionen der Interpol fallen könne.” Der Bericht fordert energisch von der Interpol, ihre Politik in dieser Hinsicht zu revidieren und „bei der Suche nach den nazistischen Kriegsverbrechern, die sich noch in Freiheit befinden, Hilfe zu leisten. BERICHT UEBER TUNESIEN Der Exekutive wurde ein politischer Bericht über die Lage der Juden in Nordafrika unterbreitet, in dem die Haltung des tunesischen Präsidenten Jabib Bourguiba besonders lobend hervorgehoben wird. Es heisst darin, dass Bourguiba „stets bestrebt war, den Problemen Verständnis entgegenzubringen”. Die Verfasser des Berichts, Alex Easterman und Dr. Maurice Perlzweig, unterstreichen, dass unter Bourguibas Präsidentschaft „die Juden Tunesiens keiner Diskriminierung, Beschränkung oder Verminderung ihrer Freiheit unterworfen gewesen sind, um ihre jüdischen Interessen wahrzunehmen und ihre Institutionen zu unterhalten. Dis tunesischen Juden haben nationale und zivile | Pflichten, wie dies den de-; mokratisehen Prinzipien in der Praxis entspricht.” Der Bericht lässt auch die unerwartete Erklärung Boyrguibas in den UN, in der Feindseligkeit gegen Israel zum Ausdruck kommt, nicht unerwähnt. Diese Aeusserungen werden darauf zurüekgeführt. nass der tunesische Präsident an- , scheinend eine politische Lii nie eingeschiagm hat, die nicht in allen Teilen mit seinen erklärten Prinzipien in Einklang steht. SUCHE NACH KRIEGSVERBRECHERN i i Der Jüdische Weltkongress hat sich an der Untersuchung von über 70 einzelnen Fällen von Kriegsverbrechen beteiligt und! Hunderte von Zeugen für! Prozesse gegen Exnazis in j Westdeutschland gesteht,! wie enthüllt wurde. I i Diese Einzelheiten und j andere mehr sind in einem j Bericht enthalten, den Dr. ' Nehemia Robinson, der Direktor des Instituts für jüdische Fragen des JWK | verlas. Dieser Bericht gibt Auskunft über die Teilnahme des Weltkongresses bei der Aufspürung und Verfolgung von Kriegsverbrechern. Israels Handel mit Frankreich i I Jerusalem. — In den ersten sechs Monaten des Jahres 1961 erreichten die französischen Exporte nach Israel 20 Millionen Dollar, womit eine Steigerung von acht Millionen Dollar im Vergleich mit derselben Periode des Vorjahres erzielt wurde. Für die gleiche Zeitspanne betrug Israels Ausfuhr nach Frankreich 3,5 Millionen Dollar gegenüber, 2 Millionen in den ent-‘ sprechenden Monaten des vergangenen Jahres. Frankreich steht an 22. Stelle der Abnehmer Israels und ist der vierte Lieferant nach Grossbritannien, USA und Westdeutschland. (ITA) '1;J Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.635 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831