Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1902 (18.8.1961)
- Date
- 1961-08-18
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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r 4 — Viernes, 18 «le Agoste de 1M1 LA SEMANA ISRAELITA A fio XXII. — N«. J9<*2 L. ir' Als „Gelesenes Theater-' hörten wir das Gegenwartsstück eines jungen Dichlers deutscher Sprache. Diese Torso-Form einer Theateraulführung hat ihre eigenen Gesetze, und die Beanspruchung des Hörer-Publikums ist eine weit grössere als die eines gewohnten Biibnenparketts. — Das Stück spielt im von den Nazis besetzten Griechenland im Jahre 1944. d. h. zu einer Zeit, als diese schon nicht mehr die ..Herren” sind. Der Dichter verstand, die Handlung ohne eigentliches Lokalkolorit zu lassen, und so ihm die an keinen Raum gebundene Enge zu nehmen. Es ist kein Tendenzstiick, sondern es geht um Menschen, die chne> ihr Wollen in ein Schicksal hineingerissen weiden .ohne etwas dagegen tun zu können. Sucht man nach einer schwachen Sie kin dem höchst einöhucksvoilen Drama, dann ist cs eigentlich nur der Titel. Da ist nichts von der beschaulichen Ehe des Grei fy"n-Ebepaares zu spüren. Sie sitzen nicht in der Sonne ihres Lebensabends, sondern gehen vielmehr im Erdbeben des grausamen K'ieges in die Ewigkeit ein. Bauers spielte Lilly Rapp. Anlässlich der Aufführung fl?3!.?' Von der vierten Simria in Israel Teatro 5o!eil CORR1ENTES 0150 T. E. 80-2007 Sonnabend um 22 Ehr Täglich um 22 Ehr Sonntag 18 und 22 Ehr Mcttefe und Süssele BURSTEiN mit ihren Elttrn Faul Burstein Liiian Lux in der jüdischen Operette IEJBKE VOM 0H1EHT des ,,Zerbrochenen Kruges” erwähnten wir schon den bemerkenswerten Aufstieg dieser Schauspielerin. Hier aber erreichte sie ein fast klassisches Format. Fast sprengte ihre Gestaltungskraft den Rahmen des Tisches. ihre Stimme ertönte in allen Schattierungen einer leidenden und doch am Ende versöhnten Seele: verhauchend und unter Tränen aufschreiend. war sie eine grosse Tragödin, der die Zuhörer atemlos und ergriffen folgten. Hier zeigte sich selbst, in der Beschränkung des Raumes. wass ein Schauspieler vermag, wenn er über die äusseren und inneren Mittel verfügt. Eine Leistung, vor der wir uns verneigen! Ihr Gegenspie’ewar Alfred Sehnös. Auch er von einer erschütternden Eindringlichkeit. Ein Vertreter der reinen Menschlichkeit, dem sein Gewissen das Motiv all seines Handelns bedeutet. Schnös verfügt über die Einfühlung in diese Rolle in höchstem Masse. Es schwingt in seiner Stimme all sein Leid um die anderen, und kein Mitleid mit sich selbst verfälscht seinen Mut zur Tat und ihlen Konsequenzen. Ein einfacher Mensch und doch, was für ein Mensch! Alle übrigen Figu.en sind nur mehr oder minder wichtig neben diesen beiden. Trotzdem gebührt all ihren Interpreten unsere Anerkennung. besonders Moniea Bessier. Klaus Jägel. Jacoucs Arndt. Carl Ewald. Manfred Kahn. Wolfgang Pi iewe und Horst Eydel und vor aliem Maria John, die Or‘ und Akteure vorbildlich von Szene zu Szene vorstellte. De- Beifall eines anspruchsvollen Publikums bewies, dass dieser Abend in jeder IVeise gelungen war. und dem Bestreben des „Deutschen Theaters”, auch neue Wege zu bssebreiten, von unserer Seite Dank gehöhlt. H. D. Auf der Suche nach unge-! wohnlichen Anlässen für internationale Treffen in Israel halte das Regierungs-! amt für Touristik die Idee.; alle drei Jahre ein „Weltj treifen jüdischer Chöre“ zu | veranstalten (inzwischen ist : der Name auf „Jnternatio- | nales Chor-Festival“ abge- | ändert worden). Es ist be-; me. kenswert, dass eine; wachsende Anzahl nicht jüdischer Chöre sta-kes Interesse an dieser Veranstaltung zeigt. :WAUHSFNPES; INTERESSSE! Da. die erster, drei Festi-! vaie (1952, 1955,1958) ein; hohes Niveau halten und die technische Vorbereitung ¡durch die von den Ve.an- ' staltern gesammelten Erfahrungen weitgehend ver- I bessert worden war. gingen , für die vierte Simria so zahlreiche Anmeldungen ein dass aus Manrel an Unterbringungs-Möglichkeiten und aus finanziellen Gründen leider nicht alle angenommen werden konnten, j Obgleich jede Gruppe selbst ihre Reisespesen bezahlt,. kommt das veranstaltende Comité für ihren Unterhalt in Israel auf. I Zwanzig Chöre aus dem j Ausland haben an der Simria teil genommen; fünf ka- | men aus den Ve einigten \ Staaten, drei au« England •jeweils zwei aus Dänemark. Frankreich und der Schweiz ' während Holland, Pallen Belgien. Jugoslawien und Griechinland durch ie enen Cnor vertreten waren. Von | den vielen hundert Gesangsgruppen in Israel wurden zwanzig ausservühii, VOM JOCH AIS AIS BOEHM um mit den Gastchören in Konzerten und nichtoffiziellen Veranstaltungen zusammenzuwirken. Alle ausländischen Chöre haben ein hohes Niveau. Bei früheren Gelegenheiten gaben jugoslawische und französische Chöre selbstveranstaltete Konzerte mit grossem Erfolg. FEHLEN JUED1SCHER GESANGSTRADITION Seitdem jüdisches Leben in Palästina neu erstand, ist der Chergesang stets ein , unteilbarer Bestandteil der kulturellen Tätigkeit gewesen, obgleich aus Mang-?]; an Tradition und a.usgebil- ■ deten Lehrkräften die Darbietungen viel zu wünschen t übrig Hessen. Das Fehlen! einer Gesangstradition er- 1 klärt sich leicht durch die jüdische Geschichte wäh-end des Exils. In all den Jahr- : hunderten, in denen die wichtigste Anregung für musikalisches Schaffen von : der Kirche ausging, die ihre Anhänger erzog, harmonisch j zu singen, kannten die Ju- . den kaum Gesang. In der j svnagogalen Musik war die : Rolle der Gemeinde auf gelegentliche Respon^en be-! schränkt, die keinen gros- ] sen musikalischen Wert be- ' anspruchen konnten. wälr r:nd Frauenstimmen von der Mitwirkung vollkommen ausgeschlossen waren. Die Chöre der «efardischen Gemeinde in Amsterdam und viel später die Werke wenig' bedeutender Komponisten in Deutschland, können nieh* zur jüdischen Tradition gerechnet werden. IFT BOLOGNE SER MER 547 T. E. 88 9420 VIERNES Y SABADO A LAS 22 PORAS DOMINGO A LAS 18 HORAS J1 S T R E N O* “NOSOTROS NO USAMOS FRAC” de GIANFRANCESCO GUARNIERI Dirección: CAMILO PASSANO da sie von anderen Kulturen entliehen sind und keinen speziell jüdischen Sinn oder jüdisches Geprägt ha ben. Die osteuropäischen Juden, die viel tiefer in der Tradition verwurzelt waren, kannten nur Schabbatlieder und leichte Melodien, die meist durch die ehassidische Bewegung inspiriert und völlig einstimmig waren, somit nicht zur Schaffung von Chören Anlass geben kennten. Auch die orientalischen Gemeinden kannten keinen Grunpengeseng im Sinne von Chorve: anstaltun gen und harmonischem Zusammenspicl, der von einem Dirigenten geleitet und gewissenhaft eingeübt wurde Da ein Teil der Bevölkerung gewöhnt ist. die Musik mh den Augen abzuiesen und es dem andern unmöglich ist. in gleichlaufenden Terzen oder Sexten zu singen, da die Orientalen nur einstimmigen Gesang und -eine völlig andere Unterteilung der Oktaven kennen, die sie seit Jahrhunderten benutzt haben, ist die Ge schiebe de« Chorgesangs in Israel sehr kurz. Ein ange- 'messenes Niveau kann nur durch grosse Anstrengungen und hingebungsvollen Eifer ' aller Mitwi.kenden gesefcalfen werden. ’ GROSSER FORTSCHRITT | Jedoch sind schon bedeui tende Fortschritte gemacht I worden. Einige Chöre, wie | der Tel Aviver Kammercbor , der Bet Hillel-Choin Jerusalem und die weithin be-; kannten Gruppen. Gary Bertinis ,,Rinat“-Ensemble und Martin Whites ..Israelischer Männerchor“, dienen sowohl der Ausbildung wie als Verbild. Die vielen Kibbuzchöre. die von der Kul- | turabteilung der Histadrut ¡gefördert werden, machen | ständig Fortschritte und bil-; den jedes Jahr neue Mitglieder im Gruppengesang aus. Hunderte von Schulchoren im ganzen Land schaffen die Grundlagen für den Chorgesang der Zukunft. Eine besondere Organisation befasst sich mit den neuen Einwanderersiedlungen und versucht, die volkstümliche Musik der verschiedenen ethnischen Gruppen zu bewahren. Gleichzeitig vermittelt sie ihnen die neuerstehende Kultur Israels. Es ist offensichtlich, dass Veranstaltungen wie die Simria einheimischen Chören grossen Ansporn geben werden. Die ausländischen Chöre werden den israeli sehen als leuchtend?« Vorbild dienen und ihnen ein erstrebenswertes Niveau zeigen. Andererseits bringt dies Festival alle drei Jah:-o j Hunderte von Besuchern ‘ins Land, denen der Gedanke, durch ihre Darbietung einen beträchtlichen Bei'-rag zur kulturellen Entwicklung des jungen Staates zu leisten. ein Gefühl der Befriedigung versebaffl Faul und Mottet Burstein in der Neuinszenierung „Leibke vom Orient” EINEM SIEBZIGJAEHRIGEN im TEATRO ODEON! DIE NAECHSTE PREMIERE ■ i MONTAG, DEN 28. AUGUST, UM 21 UHR «! EIN BESSERER HERR * Lustsp’e! von W ALTER HASENCLE4 ER! R«gie: JACQUES ARNDT I WIEDERHOLUNGEN: ¡Donnerstag, den 31. August, um 19.45 Uhr, Freitag, ¡den 1. September, um 19.45 Uhr, Sonnabend, den 2. i September .um 2G.15 Uhr und Sonntag, den | 3. September, um 15.15 Uhr. «Eintrittskarten an der Theaterkasse, Esmeralda 367, ¡T. E. 45-3591, werktags von 10—12 und lo—1J unr.! ’ Samstag von 10—13 Uhr T immune ISRAEL - BRIEFMARKEN j A.4 WIEDEBVERKAEUFER - ALLE NEUAUSGA- . BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS J Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 550. I/B — Buenos Aires, Rep. Ar*enline , Am 20. August feiert Herr Walter Wind seinen 70. Geburtstag. Aus Ratibor stammend, hat Walter Wind seine berufliche Ausbildung auf der Akademie für Kunst und Kunstgewerbe zu Breslau erhalten, dann die Studien in Berlin fortgesetzt und sich besonders auf dem Gebiet des Aquarellzeichnens und des Porträtmalens spezialisiert. Reisen in die Schweiz und nach Holland gaben ihm später viele Anregungen. die er künstlerisch zu verwerten wusste. Auch in Argentinien, wo er nunmehr «eit einem Vierteljahrhundert ansässig ist, konnte er weiterschaffen und eine Reihe hervorragender Arbeiten der Oeffentlichkeit zugänglich machen. Da sein jüdisches Bewusstsein von Jugend an stark ausgeprägt war und er sich als junger Mensch der zionistischen Bewegung angescblossen hatte, bevorzugte er naturgemäss jüdische. oftmals biblische Motive in seinem künstlerischen Wirken; sein bekanntes Herzl-Bild, sein „Misrach” KJifl vor allein das! Porträt des ..jüdischen Soldaten im Zweiten Weltj krieg” sollen in diesem Zul sammenhang genannt werden. Walter Wind ist einer der Mitbegründer der „Gruppe deutschsprechender Zionisten”, die vor fas't 25 Jahren ins Leben gerufen wurde, und aus der die ..Theodor Herzl Gesellschaft” entstand, zu deren Vorstandsmitgliedern er noch heute gehört. Im letzten Grunde tief religiös empfindend, wurde er auch einer der Gestalter der Festgottesdienste dieser Organisation, welche in diesem Jahre zum 20. Maie durchgefiihrt werden. Allem Jüdischen in Ergebenheit zugetan, weltoffen und begeisterungsfähig fiir echte Ideale, ist dieser alte zionistische Kämpfer für viele unserer Menschen ein Beispiel von Treue und Pflichtbewusstsein. Seine Freunde wünschen ihm an der Seite seiner Gattin und umgeben von einer Familie, deren Liebe er allezeit sicher sein darf, noch viele glückliche Jahre zur eigenen und zur Freude der Seinen, €. W. Freunde der Hebraeischen Universitas? Die Vereinigung der Freunj de der Hebräischen Univer- I sität Jerusalem veranstali tet am Sonnabend, den IS.! ds. Mts., um 21 Uhr im Pia- | za Hotel ihr jährliches Ban- | kett mit Tanz, an dem Vertreter des Diplomatischen Korps und hohe Beamte der argentinischen Regierung, sowie bekannte Persönlichkeiten aus Kreisen der Wissenschaft und Kultur teilnehmen werden. Gratulieren Sie zu tp an n: n allen Verwandten, Freunden und Kunden in Argentinien, Südamerika und Israel MIT EINER ickwuns Anzeige in der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU Bestellungen unter T. E. 82 - 2613 80 - 6930 Pueyrredon 2190 1® Wie liegen die Feiertage im Jahre 5722? Sonntag, den 10. Sept. 1961 Montag, den 11. September Dienstag, den 12. ,, Mittwoch, den 13. „ Sonnabend, den 16. ,, Dienstag, den 19. M Mittwoch, den 20. ,, Sonntag, den 24. „ Montag, den 25. „ Dienstag, den 26. „ Sonnabend, den 30. ,, Sonntag, den 1. Oktober Montag, den 2. Oktober Dienstag, den 3. Oktober Sonnabend, den 7. Oktober Sonnabend, den 2. Dezember Sonntag, den?. „ Montag, den 4. „ Sonnabend der 9. „ Sonntag, den 10. „ Sonntag, den 10. Dezember Sonnabend, 2. Januar 1962 Montag, den 19. März Dienstag, den 20. März Mittwoch, den 21. März Erew Rosch Haschanah 1. Tag Rosch Haschanah 2. Tag Rosch Haschanah Zorn Gedalja Schabbat Schuwa Erew Yom Ha-Kippurim Kol Nidre Yom Ha-Kippurim Erew Sukkot 1. Tag Sukkot 2. Tag Sukkot Schabbat Chol Hamoed Hoschana Rabba Schemini Azeret Simchat Tora Schabbat Bereschit Erew Chanuka 1. Tag Chanuka 2, Tag Chanuka Schabbat Chanuka 8. Tag Chanuka — Sot Chanuka Fasten Assara betewet Schabbat Schira — Chamischa assar bischwat — Neujahr der Bäume Fasten Ester Purim Schuschan Purim dtn b € »Tu -4