Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1894 (Fragment) (18.7.1961)
- Date
- 1961-07-18
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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& •£ O .5 te» ,-T ar c w io, < U FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDt CIDA Concesión 1629 Ano XXII. BUENOS AIRES, MARTES 13 DE JULÏO DE 1961 No. 1894 EL. EJEMPLAR en tods la Republik 4, Bueno« Airea PUEYRREDON 2190 19 üq. T. E. 33 . 2613 Religioese Ko-Existenz in Israel von SCH ALO M BEN-CHORIN Vor kurzem fand im jeru-! salemer YMCA - Haus ein i Treffen von Vertretern probung von Proselyfen eigent-' Position des Judentums dartestantischer Kirchen und lieh garnicht verzichten stellt, das sich von hier aus Missions - Gesellschaften in kann. j entfaltet und entwickelt hat, Israel und des ..Committee i Der Befehl des Auferstan- ebenso wie ja auch das Ueber die Lage in Sowjetrussland for Inter-Faith Understan-! ding in Israel” statt. Einberufen wurde dieses denkwürdige Treffen durch den Sekretär des- .United Christian Council in Israel”, dem holländischen Pastor Maas Bcertien, der aber . , ja denen an seine Junger, al-; Christentum nicht beim ler Welt das Evangelium^ zu Neuen Testament halt gepredigen und auf seinen Na-; macht hat, sondern sich men die Bekehrten zu taufen, ist sozusagen der ..kategorische Imperativ” des Christentums. Das weiss Dr. Werblowsky ebenso gut selbst krankheitshalber verwie die Lutheraner und Cal hindert war, den Vorsitz zu vinisten, die Presbyterianer führen, den dann ein angli- und Pfingstlsr, die Anglikanischer Pfarrer aus Jerukaner und Reformierten, salem, Canon Johns über-'di? mit ihm um einen Tisch nahm. im jerusalemer YMCA sa- Geistliche. Missionare und ssen und — das muss riih- Missionarinnen aus Jerusamend hervorgehoben lern. Jaffa, Tiberias, Haifa und Nazaret hatten sich eingefunden. Von jüdischer Seite war der eigentliche werden — sich nicht scheuten, von den Kirchenvätern über die Reformation bis in die heutige Zeit hinein weiter entwickelte. Gerade in Israel neigen i die Christen, insbesondere! die Protestanten tum die es: sieh hier bei dieser Aus-' sprach« handelte) gerne dazu, die fast zweitausend Jahre Kirchengeschichte sozusagen ungeschehen machen zu wollen und einfach1 dort wieder anzuknüpfen, von BORIS SMOLAR versucht, was aber eigent- „ lieh bereits zu efner Art 1Siew fork- — Zwei wlchtlSe Bucher über die Lage Sektenbildung geführt hat? I der Juden in Russland sind im Buchhandel erschienen. Wir müssen in Israel als Sie haben zwei verschiedene Verfasser, deren Beurteir die Hausherren Toleranz 1 lung d€S gewärtigen Status der sowjetischen Judenüben zumal wir zn hT-nl 1 heit jedoch weni§ Unterschiede aufweist. Beide Autoren ofehticren hahon a * a i haben erst kürzlich die Sowjetunion besucht. Da sie betiiidisnheTan^ ’ hASS?a.s 1 öe in Russland geboren wurden und das Russische und jüdische Land auch das heijj^ische beherrschen, so hatten sie Gelegenheit, mit!?e.rfand der Christenheit, den Juden in den einzelnen Städten zu sprechen und Fralst (Nazaret hegt in Isragen an sie zu richten. eli), aber die Israelis müs-1 Einer cer Autoren ist Z. B. Goldberg, ein bekannsen erwarten, dass die von i ter jüdischer Journalist, der mehrere längere Reisen uns geforderte und geübte nach Russland unternommen hat. Der andere ist Joseph Toleranz nicht im Sinne von j Schechtman, der der Führung der Revisionisten ange- Proselytenmacherei miss- ■ hörte und sich in Russland als Journalist betätigte, bis braucht wird.! er nach Ausbruch der Revoluti n das Land verliess. Immer und immer wie I Goldbergs Buch, ,.Das jüdische Problem in der Sowjetder erscheinen in Israeli-1 laf. Yom. Crown-Verlag herausgegeben worden ist, dringt tiefer in die Probleme ein.als das im Yoseloffein heisses Eisen einmal I wo vor fast zwe: Jahrtauwirklich anzufassen. Der den Vorsitz führende Initiator dieser Zusammen- Anglikaner gac rundheraus kunft anwesend, Universizu, dass der Gedanke der tätsdozent Dr. Zwi Wer- Ko-Existenz für ihn .eigentsen die jerusalcmi:ische Urgemeinde des Jakobus ihren Anfang nahm. Dies« anachronistische Haltung aber bleibt irr: al weil wir blowsky, sowie Dr. Malachi lieh nichts Verlockendes ha- Juden das Dazwischen nicht und Rabbi Ken vom Relibe. Er meinte dass wir aus gionsministerium, Dr. Falk der Politik schon um die vom Wohifahrtsministeri-' Unzulänglichkeit von Koum, Dr. Pnina Nave und Existenz wüssten und dieder Schreiber dieser Zeilen, sen Gedanken nicht als Idenamens der World Union al auf das religiöse Gebiet for Progressive Judaism, der Organisation des religiös-liberalen Judentums, s-owie Herr Wardi, Organisationssekretär des Inter- Faith-Committee. Was war der Anlass dieser interkonfessionellen Zusammenkunft? Dr. Werblowsky, im Hauptberuf Dodie Zeit zent für vergleichende Religionswissenschaft. an der Hebräischen Universität in Jerusalem, wo er sich mit Urchristentum und Kirchengeschichte befasst, hatte Ende des vergangenen Jahres 1961 zwei Briefe an das Council der 19 protestantieinem sehen Kirchen, die cs in Israel gibt, gerichtet. Diese Briefe' schrieb Dr. Werblcwsky in seiner Eigenschaft als Sekretär ¿es bereits erwännten Comités für interkonfessionelle Verständigung in Israel, das ja nun schon s;it über zwei Jahren besteht und dem führende Persönlichkeiten im Lande angehören. In dissen Briefen ging es ausdehnen sollten. Aber ich habe den Eindruck, dass diese theologisch sicher einwandfreie einfach vergessen können. Diese Erkenntnis bricht sich allerdings nun auch auf der anderen Seite oft Bahn, wie anerkennend vermerkt werden muss. Die Frage der Beziehungen zwischen Juden und Christen ist über das Theologische hinaus natürlich sehen Zeitungen Meldungen über Missionsarbeit unter Olim-Kindern, über die Aktivitäten von Missionaren, die Täuflingen angeblich zur Auswanderung verhelfen..., und immer wieder erklären christliche Wortführer, dass diese Meldungen unrichtig, ungenau oder einfach erfunden seien. Dr. Werblowsky gab zu bedenken, dass sogar unrichtige Meldungen dieser Art symptomatisch zu werten seien, da die Oeffentlichkeit hier eben miss-! Verlag erschienene Buch Dr. Schechtmans. „Sinkender; Stern”. Aber beide zeichnen das gleiche düstere Bild; I den unter dem “Volk herrschenden Antisemitismus, der von einer antijüdischen Tendenz, die stillschweigend aus Regie-ungskreisen gelenkt wird, seine Nahrung erhält, . und die in der Diskriminierung gegen die luden in hohen Staatsposten, in den Universitäten und selbst in den Fabriken zurrr Ausdruck kommt. Und natürlich berichten sie von der Unterdrückung der jüdischen Kultur,; der antijüdischen Propaganda in den Artikeln gewisser i sowjetischer Zeitungen und der mit unverminderter Stärk? anhaltenden Hasskampagne gegen Israel, che : nicht unwesentlich zu der Abneigung gegen die Jude» | beiträgt. ■ Bemerkenswert ist, dass beide Autoren zu dem glei- , chen Schluss über die Rolle Krutschews bei den antijüdischen Manifestationen gelangen. Goldberg schreibt, eine einzige Rede Krutschews könnte allen diesen Ertrauisch geworden sei und nur eine klare Absage an t , -- .... .. jede Missionstätigkeit sol-! S?heinl?,nlen _ EJld€T^.red®.n’.. _?° hl““: chen Gerüchten den Nährboden -entziehen könne. und ehrliche Haltung nicht eine Bewährungsfrage der die allgemeine war. Es gab und gibt in Israel christliche Kreise, die bereits beginnen zu verstehen, dass Toleranz. Und hier stellt sich das Problem in Israel ganz anders als in der übrigen Welt. In Israel sind Juder Mission alten, den die Majorität, und die Stils vcriiber ist und anstel- Majorität hat Toleranz gele dessen ein offenes und; genüber der Minderheit zu ehrliches Glaubensgespräch üben. Die selbe Toleranz, I Jewei]s zu überprüfen habe zu treten habe. j d;e wir anderswo von den - .. „ In diesem Zusammen- Christen uns gegenüber for-1 Untersuchungen dann publb hang bedauerte es Dr. Werdern, haben wir hier zu be- „ blowsky, dass jüdische, währen. Aber tatsächlich j ’ Vorschlag Toleranz. So Wortführer in Israel, die an solcnen Gespräch durchaus interessiert sein können und es auch sind, ihre Gesprächspartner eigentlich nur jenseits des Meeres in Europa und Amerika finden können, wo theologische Schulen wie die dialektische um Karl Bart (Basel), die sogenannkehren, ebenso wenig wün ..... , , .. te Kerygma-Theologie Bult-! sehen wir dergleichen von christlichen Bibeiarbeitsgemanns (Marburg) und die christlicher Seite im jüdi- ™ s c 'a.d Y beftei- Gruppen um Tillich und j sehen Staate. Aber ebenso Reinhold Niebuhr ''Amerika) wie wir Juden in christlinur die selbe I wenig wir Ländern eine planmässige | jüdische Mission betreiben und in Schulen und Hospitälern, durch Traktate und | ... Lebensmittelpakete versuchen, christliche Kinder und sozial schwache Schich-, „ 1 ten zum Judentum zu bestellen. Und deshalb wurde .1 der Vorschlag einer jüdischeine solche Rede hat Krtuschew niemals gehalten. Auch Schechtman beschuldigt Krutschew, in der Sowjetunion eine Politik zu verfolgen, die „selbst die Existenz der Der Schreiber dieser Z?i-! Juden untergräbt”, sowohl im wirtschaftlichen als auch len machte den Vorschlag, j im geistigen Bereich. ein interkonfessionelles Un-1 Goldberg sagt klipp und klar, dass alles, was Stalin tersuchungs-Comite einzuin den letzten Jahren seines Lebens offen gegen die Jusetzen, bestehend aus Christ-i den unternahm, von Krutschew „versteckt” getan wird, liehen und jüdischen Per-' Er verweist darauf, dass der sonst so gesprächige sönlichkeiten, das derartige | Krutschew wie eine „stumme Sphinx” über die Situation immer wieder auftaucheiTde der Juden in seinem Land schweigt, was bei den Juden Gerüchte an Ort und Stelle j E€s°r§nis erweckt. _ , . . Von besonderem Interesse m Goldbergs Buch sind die Kapitel, die über die von Stalin verfügte Schliessung aller jüdischen Institutionen in Sowjetrussland handeln. Hier werden aufschlussreiche, bisher unbekannte Tatsachen über die gewaltsame Vernichtung hunderter jüdischer Schriftsteller und Intellektueller enthüllt, die ihzur Entgiftung der Atmorem Vaterland in Treue gedient hatten und von denen Sphäre positiv aufgenom- | €jnige jn Anerkennung ihrer Dienste mit Auszeichnungen. . | gen^bedacht worden waren. Godberg berichtet auch über Darüber hinaus erweist i die kaum bekannten Vorbereitungen, die unter dem Staes sich aber als dringend! lin-Regime zur Deportation aller russischen Juden nach geboten ,anstelle einseitiger | Sibirien getroffen wurden. Er betont, dass nur Stanns Missionsarbeit produktive, I plötzlicher Tod eine Katastroph? in der jüdischen Gegeistige Zusammenarbeit zu , schichte verhindert hat, die noch furchtbarer und_tw scher gewesen wäre als die Austreibung der Juden aus Spanien im Jahre 1492, und dass kein Jude die Möglichkeit gehabt hätte, diesem Schicksal zu entrinnen. stert aufgenommen. Der Tenach ist ja nun wirkeigentüeh um eir.« ganz ein-1 offen auf Judenmission ver-. chen Ländern volle Relisalem, dass sie durchaus berith” vielleicht angebrachr?it sind, Nichtjuden in ihre ter enen Danaern vone neu- , ^ür”Judkn S^Chri- Reihmr’aufzunehmen, ohne , Allerdings wollte der Am fache und kiare Alternatizichtet haben und zu einem gionsfreiheit für das Judens u u x 1 JU7. uuc.ii , freilich besondere Eintragsteiler auch die Bezeiehwir tat- sicn unct an qjgscs uns u meinsame Heilige können vc. Dr. Werblowsky gab fruchtbaren Glaubensgetum fordern, den Damen und Herren von spiäch vorgestossen sind.! sächlich bereit. dieselbe . . ... . den 19 protestantischen Kir- Der aus England in Israel den Christen in Israel ein-. uns m br derllc^e“ Rev. Schneizuräumen. Allerdings ebenlp«.15^ echter Zusammenaidas er aus ' mit der für manche eifrigen!bait heran machen urn in ctien und Missionsgesellschaften in ganz unverblümeingetroffene der betonte. ¡wissenschaftlich ernsten Stus. 3 sich klar zu entschei-' tigen könne, wde 'harmo'‘ zePtierenden Einschränkun§ ^"e^b^ten^Dabef ergibt cer. hätten, ob sie brüderli-. nisch dort die Gesellschaft des Verzichtes auf planmäzu eraroeuen. uaDei e g cne Beziehungen zwischen für jüdisch-cnristliche Be-1 ssige Mission lKa Heute L'euei-* # . keit der beitet, ohne dass irgendeine tritte zum Judentum durch- ™cht nur konfrontiert wer- Anregung eidiese Anreg' der M,maischen Pastors |prüfen, denn sie Zeitschrift herausgibt, ar an einer Fortsetzung Missionstätigkeit im h-ergewie immer geartete Missachten Sinne festhalten sionstendenz bestünde, woben? Beides kann nicht In Israel, so meinte Dr. zugleich oestehen. denn wir Werblowsky, habe sich die- Juc’en, so betonte Dr. Werse Wende aber noch nicht ladungen ergehen. Aber ge-i nung „Nozrim für Chrimäss dem Statut der Ge- ■ sten lieber mit , Mescbisellsehaft steht sie jeder--1 chiim” vertauschen. Die mann offen, der an ernster! Sache erinnerte ein biss- Bibelarbeit interessiert ist. I chen an die längst.vergan- Es fehlte auch nicht an! genen Zeiten, wo Juden, es Stimmen der christlichen vorzogen als .Israeliien’ Teilnehmer, die von einer i oder gar ,mosaisch’ bezeichgewissen Diskriminierung in net zu werden. # Trotzdem sollte die Bejes sich ganz von selbst, Juden und Christen in Isra- Ziehungen die auch eine Wir wissen wohl, dass z. Auffassungen ^miteinander I der israelischen Ceffentlich-! cl wünschen, oder ob sie Zeitschrift herausgibt, ar- B. in Amerika heute Ueber-, ^“ass ^en m i : keit Kunde gaben. Interes-1 bräische Sprachakademie " ~ ’ ' Anregung immerhin an uns Isra«- blowsky, sind gegen Miss.on sozusagen allergisch. Diese Alternative ist natürlich, so einfach sie von jüdischer Seite zu begreifen ist, ein schweres Problem aus der Perspektive der Gegenseite, denn aas Christenvollzogen und man missionariere noch immer munter im „altbewährten Stil”, wobei auch oft eine erschrek aus an I sind, und die meisten jüdischen Gemeinden haben Klassen für Nichtiuden, die das Judentum kennenlernen wollen, mit der Absicht zum Uebertritt oder ohne diese ausgesprochene Tendenz. 1 Aber Werbung ven Prosebarer Gedankenaustausch 'nes und ein echtes Gespräch aus Sprachgebrauch: dieser Mensch zu Mensch und d“gC auf cPhristlfche Din-' Angelegenheit überall guten Klage führte. Wenn; Willen zu zeigen. Die Jernkende Unkenntnis des Julyten liegt naturgemäss audentums zu bemerken sei. ' sserhalb der jüdischen Ak- Man setzt auf christlicher, tivität, wenn man von ei- SeRe nur allzuoft Judentum ner verschwindend kleinen turn'VsTssbiem'Wesen "nach ' und Altes Testament gleich,1 Grupe um David Horwitz in (im Gegensatz zum Judenohne zu berücksichtigen, New York absieht, die tattuir ) eine missionarische | dass das Alte Testament eisächlich jüdische Mission Religion, die auf die Wergeiitlich nur die Ausgangs- I unter Nichtjuden zu treiben holländischen rasiuvs 11 pf-hw (JesDräch1 aus Tiberias, der über den lis soll es nicht fehlen, m echtes Gespräch ^h -; h Snrachgebrauch; dieser problemgeladeneu von Mensch zu Mensch und von Gruppe zu Gruppe anspinnen kann. I fhristlichT Geistliche ' "im! salemer interkonfessionelle Es ist zu hoffen, dass es Hebräischen , Korner” ge-. Aussprache war bereits wo nannt werden, so ist das be- Schritt in dieser Richtung, denn die Bezeieh- und von beiden Seiten. Warnung „Korner” wird ja in de viel guter Wille unter der Bibel nur für die Baals- Beweis gestellt .ohne dass priester benutzt. Also wäre i €s bereits zu bindenden Eirtz B ein „Cohen-Dath Noz-1 Schlüssen gekommen wäre. nicht nur bei gung bleibt, dieser Anresondern dass g uiciui, »uüucu. leidieend sie durchgefühlt wird. Auch K die israelische Gesellschaft für Bibelforschung „Chevra Jisraelit Lecheker Hamika” kann hier mitwirken. Ihre berufenen Wortführer erklärten erst kürzlich auf einer Pressekonferenz in Jeru- Registrr de la Propiedad intelectual^No 656 635 Impreso^en^a ímprenta POLIGLOTA - Rivadavlt 8«