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Jüdische Wochenschau · 1961-07-14 · 1893 (14.7.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1893 (14.7.1961)
Date
1961-07-14
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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FRANQUEO PAGADO C es e £ t g « Concesión 908 Í 4/ ¿ £ àf a < U TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Ano XXII. BUENOS AIRES, VIERNES 14 DE JULIO DE 19«! No. 1893 EL EJEMPLAR en toda la Rapúblici 4, Bueno» Air»* PtfEYRREDON 2190 19 Uq. T. E. 83 . 2913 Zugestaendnissé im Kreazverhoer EICHMANN HAT ALLES GEWUSST (Fortsetzung von Seite 1) seina eigene Feindschaft ge gen die jüdische Welt ge- _ wesen sei. Hausner fragte: i werJ n S0ll’r°b der KZsuge ..Seit wann haben Sie in' "lcht personllcil erscheinen den Juden einen Feind ge-; ’ tt ' _ sehen, der ausgerottet werideon Hausner, der Ge-, den müsse?" Eichmann: "eralstaatsanwalt Israels.' ,,Das Wort, ausgerottet ist• s^eiRe lm weiteren Verlauf nicht angebracht. Nicht imdes Eichmann-Prozesses eimer rottet man einen Feind nj Reihe von Fragen an aus. Man bekämpft ihn. Au-; den . Angeklagten. der; sserdem bedeutet Ausrotschliesslich zugab, dass alle 1 tung nicht immer physische Offiziere der Gestapo seines Ausrottung." Ranges in allen ihren Daraufhin fragte ihn der Schriftstücken ein Zeichen Staatsanwalt, ob er einen i anbringen mu-sten, das be-1 Fall von Ausrottung kenne, deutete, dass sie die Befehdie keine physische Ausrotj ie ihrer Vorgesetzten, austung sei. Hierauf antworteführten. Hausner versuchte, te Eichmann: „Ja, z. B. den Angeklagten, der allen umer Kampf gegen Frank- Fragen auswich, festzule- | reich und England zum gin un(j jhn zu s*eiien, um ,}'e^5.der Zei'riorung ihrer ■ zu t>eweisen. dass Eiclimann ■ 2,° , , die ihm erteilten Befehle Es fand dann noch eine üb-r<i{.hritte>i *at Hausrer weitere Befragung über die i u , ”, bat. uausnei sogenannte Weizmannsche erkDrte, da^s cer Anöe- Kriegserklärung statt, wo-; klaSte in seiner Eigenschaft bei Eichmann dieselbe Tak-1 aI3 Ghef des Judenreferats | tik ausweichender . Antworder Gestapo die Instrukten befolgte. U. a wurde er . tionen, Ricntlinien, Befehle; gefragt, ob er ein einziges und Anweisungen ausser Dokument nennen könnte, in j Acht licss, um die Auswandem von dieser Kriegssr-, derung von Juden zu verj klärung die Rede sei. Darhindern, lange Zeit bevor aufhin musste er gestehen, | dass er während des Krieges nicht davon hatte reden hören. Himmler eine allgemeine Anordnung in dieser Richtung erlassen hatte. Eichmann versuchte, das abzustreiten. Hausner aber verwies sofort auf einen Brief, der von Eichmann unterzeichnet ist und der sich auf die österreichischen Juden bezieht, die Visen erhalten hatten, die sie zur AusWanderung berechtigten. In diesem Brief, der an das Auswärtige Amt gerichtet ist, gab Eichmarn die entsprechenden Instruktionen, dass die in Betracht kommenden Juden sefer in den nächsten Abtransport i: der Ösen einge''‘h>c,'en ".cden. In dem Bn?1 t-M --* edann. dass u—er rV^ssn Umständen die Angelegenheit als abgeschlossen angesehen werden kar.-"’.” — Aus diesem Dokument geht eindeutig hervor, dass es Eichmann gewesen ist, der den Befehl zur Deportation gegeben und damit die Rettung dieser Juden vereitelt hat. EICHMANN NERVOES Unter der Last dieser Anschuldigung die durch dieses Dokument einwandfrei erwiesen wurde, zeigte sich Eichmann nervös. Er war aus seinem Konzept gebracht. ' Er behauptete schliesslich, dass dieser Brief von ihm auf Befehl von General Heinrich Müller. seinem Vorgesetzten, geschrieben worden sei. Er wies auf die Buchstaben ,.i. A.’\ im Aufträge, hin, die unter diesen Brief gesetzt worden sind. Daraus würde sich.;o sagte Ei?hmanr. ergeben, dass er auf Befehl gehandelt habe. Hausner griff sofort ein. Er legte Dokumente vor, dass alle Offiziere der Gestapo im Range Eichmanns ihre Briefe mit dem Vermerk ,.i. A. ' unterzeichnen mussten. Daraufhin sagte Eichmann, dass er stets seine Brief mit dtm Vermerk „Im Aufträge" unterzeichnet habe. Aber dies beweLse, dass er nicht das Recht gehabt habe, selbständige! Entscheidungen zu treffen.! Dagegen konnte er keine ] Erklärung dafür geben, dass; es Befehle zur Deportation (gibt, die :r unterzeichnet j hat, die aber nicht den Ver- | merk ,,i. A." tragen. —! Z U G ES TA E N D N IS S L , DES ANGEKLAGTEN j | Blass und verwirrt gab j Eichmann schliesslich zu, tausmde Juden während des l Zweiten Weltkrieges in den Ted geschickt zu haben. Mit i leiser Stimme, die kaum zu hören war und mit zitternden I-Ianden erklärte der Angeklagte: Ich habe keine Deportationen aus eigener Iritiative angeordnet, aber ich habe auch keine Deportationen. aus eigener Initia- | tive verhindert. Ich bedaue- ' re sehr, ein Instrument in j den Händen höherer Kräfte , gewesen zu sein.” Dieses Eingeständnis machte einen I grossen Eindruck. Eich- EIN ANTRAG DES VERTEIDIGERS Dr. Servatius bat darum, den holländischen Anwalt von Tallinger zu vernehmen. der während des Krieges die Interessen des Prof. Meyer wahrgenommen hatte. Der holländische Anwalt hatte sich darum bemüht, den Professor freizukaufen, was aber von Himmler abgelehnt wurde. Dr. Servatius will dureh die Vernehmung des Zeugen beweisen, dass nicht Eichmann, sondern sein Mitarbeiter Guenther die Ablehnung Himmlers übermittelte. Das Gericht erklärte sich bereit, eine eidesstattliche Erklärung des Zeugen anzuhören, machte aber die Auflage, dass erst festgestellt Das Dorf der Gli etto-Kaempf er Garantien verfangt Washington. — Der Präsident der juridischen Kommission des nordamerikanischen Repräsentantenhauses Emanuel Celler, verlangte, die anti - diskriminatorischen Massnahmen bei den künftigen internationalen Verhandlungen aufrecht zu erhalten, vor allem auch die Garantie für die Freiheit der Schifffahrtswege. Die eigenen Prinzipien des nordamerikanisehen Hi’fswerkes für andere Staaten würden es den USA verbieten, der Vereinigten Arabischen Republik Hilfeleistungen zu gewähren, weil diese den Suezkanal blockiert. Celler widersetzte sich der Bcschwichtigungs - Politik gegenüber den Arabern. (ITA) l«?äaÄ"ir*.rTSS,tS.»«» HERBERT FREEDEN (Jerusalem) \ ■ Januar 1945, einige Wochen! , ...... . ... , 1 'nachdem ich durch die vorhalle öden das Kulturhaus. [vetkm hiess, zu dem funfi rückenden russischen Trupsie beherbergen ein Museköpfigm Obersten Befehls- I pen befreit wurde”, sagte um> a!1 Sehauerlichkeit und 1 rat der Ghettorevolte gej ein Zeu«e im Eichmann- Echtheit unübertroffen, in hörte. Da gibt es weiter! i Prozess "aus, sah ich einen dem die Siedler die Deku-jJako Schurek, der mit An- I Anblick der mir unvergessmente ihrer Vergangenheit1 tek zusammen aus dem , lieh b’eiben wird- Auf eigesammelt und niedergelegt Ghetti entkam; Stephan i nem Gebiet, das sich über haben- Ulrd was die Geberi Grajek, einer der 35 die j viele Kilometer erstreckte lebenden des Warschauer bis zum letzten Augenblick 1 I waren Hunderttausende von : Ghetto und die Widerstandsdas Hauptquartier der Re-! Köpfen, Knochen und Schukkmpter aus den anderen volte hielten; Schwester I : hen vertreut darunter Hun-: Teilen Polens erlebt haben, Ljuba Gewisser, die den un- I derttausende’ von Kinder-: enthält dieses Museum in! terirdischen Weg aus dem : schuhen Ein paar dieser, Schrift und Bild. . Ghetto Warschau in die , i Kinderschuhe habe ich auf-' We™. man aus seinen bei- , Wälder Polens offen zu hal- 1 genommen und habe sie als Hausern, gefüllt; ten ha , \ •Andenken -bewahrt, denn , Indizien des Massenmordes Der Kibbuz wurde vor IG lieh wusste dass es mehr und Dokumenten lenes Jahren auf 400 Ha. KKLals eine ’ Million solcher, grauenhaften Kapitels der; Land gegründet, und seit- | Schuhe auf den verschiede- Geschichte, heraustritt und dem haben verschiedene 1 nell Tot^felSn gab und Pölich Weinberge und! Jugendgruppen aus Irak, j ' w brachte diese- ’ Paar Orangenhaine vor sich sieht Marokko und Rumänien! ¡Kinderschuhe um es dem und di« Gärten, die sieh j sieh den 170 Gründersied- ‘ Uerichi zu zeieen ” ium die Häuser der Siedlung lern angesehlossen. Quer I . 1 s 'ranken, ln einem Farben .durch seine Felder läuft ein Von Treblinna na-ch ..Lo- ,pektrum von Blumen uno Aquädukt, aus der römichamei Hagethaot , dem sanftem Grün: wenn man sehen Zeit, dessen feste [„Dorf der Ghettokämpfer I ,jas Lachen von spielenden (Steinbögen die Jahrhunder- ' in Israel; von den Totenfel-. Kindern hört und das Gete überdauert hal>en. Aus dern, besät mit Kinderschu- j-äusch der Traktoren, die den Holzbaracken der Anhen. zu den Feldern des ^ie Felder bearbeiten, dann i fangszeit sind komfortable Dorfes, schwer von Weizen . ®jaubt man aus einem Alp- Steinhäusei* geworden. Es und Gemüse; vom Gerichts,-. ¿rucic zu erwachen. Hier gibt genügend Wasser, und! saal des Eichmann-Prozes-, gpieH; sich das neue Leben \ der Boden trägt zwei Ern- I ces zu den Bergen des west-1 ^er Menschen ab, die John , ten im Jahr. I liehen Galil ... Hier haben Hersey jn sejnem erschiit-1 Aber das Herrlichste in! dle Manschen, die über die | tern(jen Buch , Die Mauer” dieser Siedlung sind die I Tragödie der polnischen Ju-1beschreibt, jener, die sich Kinder, deren Aeitestes 14 -i ^fnheit ausgesagt haben, nacb dem letzten verzwei-1 Jahre ist. Sie sind alle hier (ihr Heim gefunden Hier an j feiten Kampf in die Freiheit geboren, und keines von ih- I der Strasse von Akko nach retten konnten, jener, die I nen hat an dem Schicksal , Nahana ist der Kibbuz, in; jahrelang in den Wäldern i teilgenommen, das das Lei dem Jizchak Zuekermann | p0iens hausten und Seite , ben ihrer Eltern gezeichnet und seine Frau Zivia, zwei : an Seite mit den Partisanen j hat. Sie wissen nichts von j Führer der Revolte im. Polens fochten haben: den hunderttausend Kini Warschauer Ghetto, zu Hau-, hier sind die Ueberlebenden i dern im Warschauer Ghetj se sind. j der Todeslager und Ghetti. j;0, die mit Wiegenliedern in Am Eingang zum Kibbuz j Da ist Jizchak Zucker-. den Tod getrieben wurden.! stehen zwei einfache Gej mann, der unter dem legen-1 Sie sind in den Wiesen und 1 bäude. Sie gehören weder dären Namen Antek ein I Hainen ihres Dorfes im Gaseum am Dorfeingang ist für sie ein Stück Geschichte, das sie nicht fassen können und von dem sie hören, wie von einer fernen, furchtbaren. Mar. Manchmal erzählt ihnen jemand von jenen jüdischen Waisenkindern in Warschau, die in einer Prozession zum „Umschlagplatz” barfuss geführt wurden, da man ihnen nicht einmal Zeit liess, sich Schuhe anzuziehen. Die Erzieherin Stepania Gilzinska ging mit ihnen und sagte ihnen, dass sie auf einen Ausflug fahren — dass sie endlich einmal die Felder, die Wälder, die Blumen sehen würden, die sie im Ghetto nie zu sehen bekommen hatten, und ein leichtes Lächeln spielte um ihre Lippen. Einige Stunden später wurden sie alle in die Todeswaggons geworfen, die letzte , Via dolorosa" der Kinder und ihrer Begleiterin .. Nichts stört dieidyllische Ruhe des Kibbuz „Lochamei Hagethaot”. mit seinen vveissen leuchtenden Häusern und schmucken Gärten, seinen Weinbergen und Bananehhainen. Es ist ein Dorf wie andere —• man spricht über die Saat und Ernte, oh es genügend Regen gab, und über Probleme der Vermarktung — nichts stört seine idyllische Ruhe — bis auf die Erinnerung, die Erinnerung an die Unmenschlichkeit des Menschen. Erst in ihren Kindern sehen jene Siedler sich frei und erlöst von den tragischen Exzessen einer Zeit, deren Objekt sie waren. [mann setzte hinzu.: „Bei diesem Vorgang, Befehle! entgegenzunehmen und sie weiterzugeben, war mir vollkommen bewusst, dass die Juden zur Ausrottung geschickt wurden. Ich habe gesagt, dass ich das gewusst habe, und ich wiederhole es. Manbraucht nicht anzur.ehmen. dass ich Lügen erzähle.” Eichmann: ..Ich habe niemals abgestritten. dass ich Juden in die Ausrottungslager geschickt habe. Ich habe auch niemals versucht, das zu bestreiten. DOKUMENTE VERBRANNT Eichmann gab dann zu, dass er alle belastenden Dokumente über die Verfolgung und Ausrottung der Juden durch die Nazis verbrannte habe Er habe zwischen 20 und 20 000 solcher Dokumente gehabt. Die 1400 Dokumente, die von der Anklagebehörde gegen ihn vorgelegt worden seien, würden nur rin unbedeutender Teil der Urkunden und Dokumentationen sein, die es wirklich gegeben habe. Hausner: „Sie haben alle Dokumente verbrannt?" Eichmann: „Ich habe den Befehl dazu erhalten. Daraufhin habe ich es getan.” Der Angeklagte sagte nicht, wann er den Befehl hierzu bekommen habe. Eichmann be zeichnete G seiner früheren Kameraden der SS, die >hn als den Verantwortlichen bei der Ausrottung der Juden bezeichnethatten, als Lügner. Er wiederholte; dass er nur die ihm erteilten Befehle ausgeführt habe. ¿besetz gegen Rassenhetze Oslo. — Der Kechtsaussehuss des noiwegjschen Parlaments hat eine von der Regierung eingebrachte Gesetzesvorlage gebilligt, die Geld- und Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr für öffentliche Aufforderung zum Rassen- oder Völkermord vorsieht. Eswird erwartet, dass der Entwurf in Kürze auch vom Plenum des Parlaments angenommen werden wird. (AWZ) 20 Jahrs Gefaengnis Tel Aviv. — Ein. bewaffneter arabischer Infiltrant wurde vom jerusalemer Bezirksgericht zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Er war bei einem Zusammenstoss einer Gruppe von Arabern mit einer israelischen Patrouille, bei dem 3 Araber getötet wurden, gefangengenommen worden. Der Verurteilte gab an, er sei vom Gazastreifen aus nach Transjordanien unterwegs gewesen. (ITA) i zum üblichen Inventar land-: Kommandant der Ghetto- : wirtschaftlicher Siedlungen, kämpfer war; seine Frau, noch sind sie etwa die Kinnun Mutter zweier Kinder, j derhäuser oder die Speisej die, als sie noch Zivia Lulii zu Hause, und ihre Welt sind die Kuhstälie und das Hühnerhaus, der Spielplatz und die Berghange. Das Mu- Registre de 1» Propiedad intelectual No. 656.635 Impreso en la Imprenta POLlö»LO-l A — Rivada\ 831

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