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Jüdische Wochenschau · 1961-07-11 · 1892 (11.7.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1892 (11.7.1961)
Date
1961-07-11
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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LA SEMANA ISRAELITA Año XXII. — No. 1892 2 — Marte?, II de Jir'io de 1961 Ais waere nichts geschehen (Schluss von Seite 1) Verbrecher hat. wie eile Anhlap ■ behauptet, mindestens 50 jüdische Häftlinge.’ darunter Frauen und Kinder. 1 selbst erschossen: ausserdem soll er an Massener-' schicssungen beteiligt gewesen sein. . Man dürfte erwarten, dass! ein Uebeltäter. der solche Schandtaten auf seinem Gewissen hat. mit der gebotenen Bescheidenheit ver seine Richter tritt. Wir sind aber von den Xaziverbrethern andere Sachen,bereits gewöhnt. Man braucht nur daran zu cenken. wie Eichmann sich verteidigt. Er will für keine bei ihm zur East gelegten Untaten eine j Verantwortung tragen. Er spielt das Unschuldslamm, den braven Beamten, den (infachrn Befehlsempfänge:' der nur das getan und ausgeführt hat. was seine Vorgesetzten ihm gesagt haben. Dabei schämt er sich nicht, er. der überzeugte Nazi, seine früheren ..Götter” auf das schwerste zu belasten und sie als Rechtsbrecher hinzustellen. nur um sein vielfach verwirktes Leben zu retten. i Herr Müller hat eine andere Taktik eingeschlagen. | Er markiert auch heute noch den starken Mann. er. der Feigling, der wehrlose Frauen und Kinder erschossen hat. Als ihn der Land-1 gerichtspräsident darauf aufmerksam machte, dass er bestraft werden müsste, wenn er sich im Sinne der Anklage schuldig gernacht habe. — musste er wirklich darauf aufmerksam gemacht werden? — hatte er ‘ die Unverschämtheit, mit der Faust auf den Tisch zu Fchl&gen. Er schrie das Gericht an: ,,Dann seid Ihr Ol.*. Töter!" Wie der Prozessberichterstatter weite-- meldet hatte der Angeklagte einen weiteren Wutausbruch und schrie noch einmal: ..Man nängt immer nur die Kleinen, Dr F REV * Abogado * PUEYRREDON 11M I 1» (*« * nachm 16—18 Uhr S í î Îmwwwvww wa av\\J j J. Liebling : I FOURNIERE — î j SPERRHOELZER j! DIAZ VELEZ ¡>224 «1 46 \ i T. E 43-2343-0340 T 3021 i I REAL PEN wahrend die Grossen schon , wieder in Amt und Würden sindl” Müller gab übrig;ns zu. in acht Fällen Juden selbst erschossen zu haben. Hierfür sei er jedoch als Kriegsgefangener in der Sowjetunion zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Während der mehr als eli Jahre, in denen er in russischen Lagern verbracht habe.;ei er misshandelt und gemartert worden. Er — und niemand in Deutschland, so rief der Mörder aus. konne verstehen. dass er nach seiner Rückkehr in die Heimat wieder vor das Gericht ges'edt werde . . Wahrscheinlich ist dieser Verbrecher, der immerhin acht Morde zugegeben hat. nicht wert, für ihn Drukkerschwärze zu verbrauchen. Aber die Niedrigkeit dieser Gesinnung und die Unverschämtheit, mit der er vor das Gericht heute treten kann, rufen dennoch die Aufmerksamkeit der Oelfentlichkeit hervor. Dieser Bandit protestiert gegen Misshandlungen und Marter, deren Opfer er angeblich in russischen Lagern geworden ist. Davon aber, dass die Sowjets, die heute blindlings beschimpft werden, Kinder und Frauen einfach erschossen haben, weiss selbst dieser Menschenschinder nichts zu berichten. Immerhin ist er ja nicht so misshandelt worden, wie er seine Opfer gepeinigt und erschlagen oder erschossen hat. denn er iebt und kann sich erlauben, ein deutsches Gericht anzuschreien Der Mörder Müller, und er ist nach seiner eigenen Darstellung ein Mörder. machte ein^ Bemerkung, die man trotz der Verworfenheit der Müllerschen Gesinnung. die sich aus seinen Taten und aus seinem Auftreten ergibt, beachten sollte: die Kleinen hängt man, die Grossen .ässt man laufen. Die führenden Männer der Bundesrepublik würden gut daran tun. bei ihrem Vorgehen gegen alle, die an den Verbrechen in der einen oder anderen Form, als ausführende oder als leitende Organe, beteiligt gewesen sind, ohne Ansehen der Person vgrzugehen . III. Eine Fernsehsendung In einer Fernsehsendung des Norddeutschen Rundfunks „Auf den Spuren des Henkers — Adolf Eichmann” wurde interessantes Material mitgeteilt. das wert ist. auch einer breiteren jüdischen Oeffentlichkeit unterbreitet zu werden. Ueber diese Sendung liegt ein bemerkenswerter Bericht vor, der auf die Ausbildung näher eingeht, die Eichmann fiir seine Aufgabe erhalten hat, um die ..Judenfrage” zu lösen. Die Schulung Eichmanns war durchaus gründlich. Wenn er auch heute nur als der Handlanger der SS-Fiihrung erscheinen möchte, dem es ausschliesslich oblag. Fahrpläne fertig zu stellen. , so beweisen die Quellen das Gegenteil. In einem kürzlich erschienenen Taschenbuch von Quentin Reynolds „Der Bevollmächtigte des Todes" über Eiehmann wird auch der politische Einfluss erwähnt, den sein seinerzeitiger Vorgesetzter im SD, der damalige SS-Sturmbannführer Professor Dr. Franz Six auf die Karriere des Buchhalters der Todesfabriken des Dritten Reiches ausgeübt hat. In einem vom 18. Juni 1937 datierten Schreiben setzte sich Six z. B. dafür ein. dass Eichmann die Möglichkeit geboten werde: „die Kenntnisse des Hebräisch in Wort und Schrift zu erwerben" und ausserdem empfahl er, „die weitere Unterrichtserteilung durcheinen Rabbiner zu genehmigen und die hierzu notwendigen Mittel (pro Stunde etwa 3 RM) zu bewilligen.” Als Eichmann und Hagen — der auch Six unterstand — im Jahre 1937 im Aufträge des Leiters der SD-Abteilung, Theodor von Mildenstein, dem die Spionage in Palästina und dem Nahen Osten unterstand, eine Reise nach Palästina unternahmen. war es wiederum Six. clor ihnei sinem v< September 1937 - datierten Brief die folgenden Verhaltungsmassregeln erteilte: ..Es wären daher Hagen und Eichmann nochmals ausdrück’ioh auf ein vorsichtiges und unauffälliges Verhalten hinzuweisen und aus Gründen der Verantwortung zu befehlen, sich nicht in schwierige Situationen zu begeben, sondern gegebenenfalls darauf zu verzichten. Im Notfälle ist die Reise verfrüht abzubrej chen. Schriftliche Notizen: irgendwelcher Art, Gesprä- J , che in belebten Gegenden,' ■ sowie in Zimmern sind zu j J vermeiden wie überhaupt I das Wort SS, SD, Gestapo . während der ganzen Reise nicht erwähnt werden darf. 1 Es sind keine Karten an in j , der Dienststelle wohnende < Bekannte oder sonstige Be-; kannte ode(- Angehörige der! i SS oder des SD zu schicken.! Ferner ist für den Notfall! eine Adresse zu wählen,! : vielleicht die von SS-Haupt- |! sturmführer Ehrlinger, um 1 I etwas mitteilen zu können.! : i I Gez. Six. j > SS-Sturmbannführer”; Eichmann jnterstand Six. da dieser als „Amtschef im SD-I-Iauptamt” tätig war. (Nachzulesen oei Poliakow- Wu f ..Das Dritte Reich und , die Juden”). — Ais solcher verfasste Six auch die vom Judenrefe at des SD im Jah.e 1933 herausgegebene Broschüre .Die jüdische Weltorganisation”. Am 4. Februar 1938 sprach Professor Six auf Einla-' düng des Staatsministers Adolf Wagner, im Rahmen .der Münchener Ausstellung ■ ..Der ewige -Jude” und er- . klärte dort u. a.: | „Die Zersetzung der europäischen Völker und Staaten durch das Judentum zäh’t zu den grössten und , seuehenartigsten Krankheitserscheinungen der letzten Jahrhunderte, deren Heij lung und Beseitigung sich in zunehmendem Masse als ein j politisches, gesamteuropäi- sches Programm durchsetzt.” j Doch auch sonst liess die , nationalsozialistische Akti- I vität von Professor Six | nichts zu wünschen übrig.! So gehörte es ua. zu sei- 1 nem Aufgabenkreis bei den Einsatztruppea des SD — es handelte sich hier um Massenmord - Kommandos i_ ,.ciio politischen Kommis- TarF unfTr” den russischen’; Kriegsgefangenen zu eruie- | ren”. (Siehe Gerald Reitlingcr „Die Endlösung ). Es j muss daran erinnert wer- : den, dass alle Kriegsgefan genen, die man als Kommissare bezeichnete, auf Grund des berüchtigten Kommissarbefehls erschossen wurden. Noch im Jahre 1944 schlug | Six „die Abhaltung eines internationalen antijüdischen j Kongresses” vor. 1 Doch auch für die geplan- | te Besetzung Englands im 1 Herbst 1940 war dem SD- | Professor eine wichtige Aufi gäbe zugedacht. Er sollte : „für die inneren Sicherheits-! massnahmen im besetzten ' England” verantwortlich , sein (vgl. Quentin Rey-1 nolds). Nachdem das Schicki sal der Operation IA SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece los Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450,— jährl. IV. Nichts geschehen... b. H„ die mit dem Mannes- Seelöwe mann - Konzern verbunden nach dreimaliger Versehieist, tätig... bung besiegelt war, musste, | wie eine englische Zeitung i schrieb, der „SS - Oberst j Professor Dr. Six seine Eng-! landkoffer wieder auspak- ' Es wäre bedauerlich, ken/’ | wenn der KZ-Kommar.dant Im April 1948 wurde Six; Müller, der sich mit seinen von einem amerikanischen j acht zugegebenen Morden Gericht zu zwanzig Jahren als einen .Kleinen bezeich- Gefängnis verurteilt und im r‘eU — immerhin war er Januar 1951 wurde diese i Kommandant eines Lagers. Strafe auf zehn Jahre herabgesetzt Am 30. Septem- 1 — mit seiner wütend hinausgeschrienen Behauptung. ber 1952 konnte Six wieder; die Kleinen fängt man. die als freier Mann das Gefängnis verlassen. Der gleiche ‘Professor Dr. Franz Six. der als Berichterstatter des SD in wissen- Grossen lässt man laufen, im. Recht wäre. Wir.wollen nicht .berühmte’ Beispiele j zitieren, aber .etwas ist dran’, wie der Volksmund schaftlichen Fragen funes ausdrückt. Und das ist gierte, der ausgeschickt tief bedauerlich. In solchen wurde, ,.,um die Kremlar- Erscheinungen ist der Grund chive zu übernehmen und , für das verbliebene Misszu sichten, aber da er sei-; trauen zu suchen, das auch nen Bestimmungsort nicht ( nicht durch zweckgebundezu erreichen in der Lage ne Deklarationen grosser war. verbrachte er 25 Tage in Smolensk damit, Kriegs- Staatsmänner über die wunderbare Haltung des Neuen gefangene und hinrichtungs- Deutschlands aus der Welt reife Kommissare aufzuspü-: geräumt werden kann, ren” (s. Reitlinger), der | Wenn die Bundesrepublik gemeinsam mit dem „SSaufräumen will, kann es Standartenführer Helmuth' nicht Bezirke des öffentli- Knochen einen .Informachen Lebens geben, die von tionsüienst’ der Gestapo für I den Säuberungsmassnahmen .Fragen der Wissenschaft’! aus Zweckmässigkeitsgrünherausbraehte”: dem der den verschont bleiben. Massenmörder Eichmann Ebenso wenig darf man unforsiand und von ihm £efichiddig^.j^ewordejce,. ‘V-UV —T5PT*SH?fehe Profe'S'Wr* Dtt* WftTTtT'Tr ‘' arfftWiniblTr ’ öfftT Franz Six ist heute bei der dulden ,als wäre nichts ge- Firma Porsche /Diesel G. m. schehen... NERVEN, u GEMÜTS. T KRANKHEITEN i! . Dr. M. J. KUHN Mohel N. Plaksin Superi 2719 76-6784 v 76-2312 T. E orov. . RIVADAVIA 2625 III j Tel. 48 7524 i I 1 i 4ont. Mittwoch, Freitag]; 17—20 Uhr Tel. Anmel-j * düng erbeten. j i VARICES-ULCERAS! DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS j Dr. SAUL U H À H SK Y i Sarmiento 3116 T. 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