Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1892 (11.7.1961)
- Date
- 1961-07-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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PUEYKREDON 2190 - J’ izq. /& Jkñtxknx* Jshxí¿U£ci T. E. 8 3-26 1 3 Ano XXII. BUENOS AIRES, MARTES 11 DE JULIO DE 1061 Eicltmann: Moralisch schuld! auf antwortete Eichmann: | walts über diesen Fall, er-! ALLES TRIFFT NICHT ZU ,,Ich weiss nicht, ob er widerte Eichmann: ..Dieser! falsch geschworen hat, aber . Fall ist mir nicht bekannt, ich kann mir nicht denken, j Ich halte damit nichts zu woher er diese Information ' tun. Das einzige, was ich „ICH BIN KEIN , MOERDER” Jerusalem. — Eichmann; stritt ab, einen jüdischen Jungen erschlagen zu haerhalten hat. Ich frage ben, der im Garten seines mich, wieso niemand sonst Hauses in Budapest Kir-j gesehen hat, dass wir den sehen stahl. ..Ich habe nie- Jungen totgeschlagen haben 1 mals einen Menschen er-'sollen.” mordet, ich habe keinen i Eichmann stellte ferner j Menschen zu Tode geschlain Abrede, dass er den Be- ' gen, und ich habe überhaupt. Ich; erteilt habe, einen Zug j niemanden je geschlagen”, 1 voller Juden abgehen zu versicherte er. Mit diesen lassen, nachdem der ungarische Regent Horly ange- | ordnet hatte, dass der Zug zurückkehren solle. Diese Anklage wurde von dem Zeugen Pinchas Freudiger erhoben, der der Vorsteher j der jüdischen Gemeinde von! Budapest war. ' Andere Zeugen hatten i | ebenfalls erklärt, dass Hör-' thy befohlen hatte, den mit i i Juden vollgeladenen Zug in ' das Konzentrationslager von j Kistarcsa bei Budapest zuj 1 rückzuleiten. Eichmann hat-. , te die Führer der jüdij sehen Gemeinde in rein BCrro beordert und hielt sie ■ dort unter Vorwänden acht; Stunden lang zurück, bis er | sich vergewissert hatte, j dass der Zug, in dem sich; Worten verteidigte sich der Angeklagte gegen die Beschuldigung eines Augenzeugen, dass er mit seinem Adjutanten Franz Slawik,. einen jüdischen Jungen solange geprügelt habe, bis er tot war. | Eichmann fügte hinzu: : „Auch Slawik kann das \ nicht get.n haben. Er ar-, beitete seit 1938 mit mir zuj sammen, und so wie ich ihn kenne, kann ich kategorisch behaupten, dass er zu einer solchen Tat unfähig war.” Die Behörden in Oesterreich haben Slawik kürzlich in Wien wegen Totschlags verhaftet. Der Verteidiger, Dr. Servatius, fragte den Angeklagten-Zeuger.: „Wollen Sie damit ¿agen, dass der Zeuge Abraham Gordon weiss, ist, dass einer der Zuge wieder zurückkam. Das ist alles, woran ich mich erinnern kann. Ich kann weiter nichts darüber sagen.” Schliesslich gab Eichmann zu. er habe Gelegenheit gehabt, einen Bericht über dieses Vorkommnis zu lesen, in dem darauf verwiesen wurde, dass es angezeigt sei, die Juden in Lastkraftwagen zu befördern. Diese Verkehrsmittel hätten ihm niemals zur Verfügung gestanden, und ausserdem, so fügte er hinzu, sei ihm das Lager von Kistarcsa niemals unterstellt gewesen. Nueve de Jullo Die DAIA als die zentrale Dachorganisation der in Argentinien lebenden Juden hat sien den Feiern dieses Festtages der argentinischen Nation mit der folgenden Erklärung angeschlossrn, in der es u. a. heisst: . , . , . , „Dieser Tag ist der histonsene Ausdruck der Freiheitsliebe eines Volkes, in dessen Vorstellungswelt keine Ungleichheit des Gesetzes und k-:ir.e Zurücksetzungen rassischer, religiöser oder sonstiger ' Art bestehen, durch welche die Prinzipien harmoj nischen Zusammenlebens in nationaler Einheit ver-! letzt werden könnten. i Die Argentinier, ob hier geboren oder Auslani der’ die sich mit dieser Erde verwurzelt haben, er-! leben an diesem grossen Tage wieder die schone i Idee der Freiheit, die in diesem Nueve ce Julio ihsvmboliscben Ausdruck findet. Sie erinnern sich Ideale, die die Erbauer des Vaterlandes inspihaben, und die dann spät?r in dei Präambel ihren Niederschlag fanden, in welaIle Menschen ren der riert der Verfassung eher die Wohltaten der Freiheit für verankert wurden, die auf argentinischer Erde leben wellen.” Dr. Servatius legte dem | Gericht eine ganze Reihe von Dokumenten vor, mit, denen er zu beweisen versucht; dass Eichmann kei-; ne Verfügungsgewalt in 1 den Konzentrationslagern , ___ besessen hat. Unter diesen j " Schriftstücken befindet sich hoben mit dem Bescheid, I wird Eichmann als .,Verdie Erklärung, welche der dass Eichmann mit „wiehtibindungsmann ir Judenfra- SS-Offizier Konrad Morgen 1 gen Aufgaben für den Füh-j gen zwischen Himmler, Kalvor dem Nürnberger Triburer Adolf Hitler ' ' —■* tothu»-” nal abgegeben hat. | sei” ii,Wahre läii eine Unlersumanns Funktion sei die Aus-1 se BesrhreiUuna |r>-r eh„ng ner B«äüg„„g Eich-' sieriinn. -tien^^E, Funktionen se, unkorrekt. manns angeordnet, doch der Chef des NS-Sichcrheitsdienstes, Ernst Kaltenbrunner, habe Eichmanns Vorgesetzten, Heinrich Müller, sofort hiervon verständigt, und Müller habe Einspruch erbetraut | tenbrunner und Müller” be- Morgen fügte in die-, zeichnet. Erklärung hinzu. Eich- I Eichmann behauptete, diemanns Funktion sei die Aus-; se Beschreibung ' Siedlung der Juden aus Eu-: Funktionen sei - . , der ger gewesen. Ein anderes Dokument beinhaltet die Erklärung Dr. Rudolf Mildner, eines anderen Exchefs de NS-Sicherheitsdienstes. Hierin WIE ICH ES SEHE Als waere nichts geschehen * con JEHUDA GOTTHEIMER 1.500 Juden befanden, die ungarische Grenze in Ricli- Emsig arbeiten Historiker. 1 den, während des Krieges sehe Polizei-Apparat mit Soziologen, Psychiater und in Neu-Sandec im polnizahlreichen ehemaligen Na- Vcrtreter anderer Wissensehen Distrikt Krakau die zis durchsetzt ist. war seit schafton an der Erforschung 1 Erschicssung von 2.000 jüdi-; langem bekannt. dcr da ihm in sehen Struktur jerer Zeit niemals derartige Aufgaben zugefallen seien. De - Verteidiger richtete an Eichmann in seiner Ei- (Schluss aut Jeite 6) falsch geschworen hat und tung nach Auschwitz pasdass er diese Tat nicht gesiert hatte, sehen haben konnte?” Hier-' Auf die Frage seines An- 0BPL*- ■■-*■y i p*r£V Ausserordentlich besorgt von ß. B. SAMUEL in den letzten Wochen wurde die Welt von der Krise in und um Kuwait in Spannung gehalten Dieser kleine Staat, dessen grosse Bedeutung in seinem ungeheuren Petroloumreichtum liegt, fühlte sich von seinem Nach harn Irak bedroht. Die Iraker verspürten grosse Lust, diesen fetten Bissen zu schlucken und Kuwait zu annektieren. Die Spanungen wuchsen schnell. Der Frieden war bedroht. Die UN wurden angerufen. Die arabischen Bruderstaaten gaben neuerdings ein Schauspiel ihrer inneren Zerrissenheit und der vielen Rivalitäten, die in Wahrheit das arabische Leben beherrschen .Die vorgegaukel'e arabische Einheit entblösste sich als eine Illusion. als ein Phantasiegespenst, das nur im politischen Vokabularium der mit Waffen und Worten klirrenden Politiker der Arabischen Liga und ihres Meisters besteht. Als der Irak seine Hand nach Kuwait ausstreckte, meldeten sich auch die Engländer zur Stelle. Denn sie hotten lange Jahre hindurch dieses Gebiet beherrscht, sie hatten das Petroleum gefunden und die Anlagen gebaut. Sie waren plötzlich wieder da, um den Kuweit- Staat zu schützen, natürlich aber auch zur Verteidigung ihrer eigenen Oel-Interessen. Der Irak mobilisierte, als — ohne dass man sie zur! tete, und der Leiter des Gevertretender Chef der Polidie englischen Kriegsschiffe sich den Küsten näherten, I Verantwortung zieht; gele-j stapo - Fahrzeugparks in zeischulen in Eutin, der Irak protestierte, offensichtlich weil man ihm nicht! gentlieh erfährt man von 1 Neu-Sandec, Günter Labitz-; Es bleibt unverständlich, gestattete, ein Stück Erde zu besetzen, das weder ihm der Aburteilung schwerer ,ke. dass ein Mann, dem eine Alle Be-! r jüngsten Vergangenheit, sehen, Männern, Frauen ' ni'ihungen, eine generelle jmmer noch worden neue , und Kindern angeordnet und Ueberpriifung wenigstens v<?i-i>rcclicn bokuimt, cl 1 o in teilweise auch geleitet zu derhöheren Polizei-Chargen allen Teilen Europas, vor haben. Einzelne Juden hat zu erwirken, waren bisher allem im Osten, von den ' er selbst erschossen oder | obre Erfolg. So kommt es Nazis begangen worden ' unter grausamen Misshandnur zu gelegentlichen „Uesind, um das jüdische Volk lungen sterben lassen. Dies , berraschungen”. Jetzt ist auszuretten und unter allen j gab die Oberstaatsanwaltder Lübecker Polizeirat möglichen Vorwänden aus- Schaft Bochum jetzt bc- Hans-Ulrich Kapser aufgrund zurauben. In den letzten Mo-j kannt. | eines Ersuchens der Wupnaten ,vor allem nach der! Ausserdem gab Hamann pertaler Staatsanwaltschaft Aufbringung Eichmanns, zu, dass er 12,000 bis 14.000 von Beamten des Landessind die deutschen Behörj Juden aus dem Ghetto Neu-! kriminalamtes Kiel verhafden mit grosem Eifer und Sandec in Vernichtungslatet worden. Gegen den Polimit Sorgfalt daran gegan-1 ger deportieren liess. Er be-! zeirat laufen Ermittlungen gen, die Verantwortlichen1 ruft sich auf Befshlsnotder Zentralstelle zur Aufkläzu suchen und den Gerichstand. Hamann, der aus rung von nationalsozialistiten zu übergeben. In der j Schleswig-Holstein stammt,' sehen Verbrechen in Ludhatte in Neu-Sandec die wigsburg. Er soll vjerdäch- Aussendienstelle der Sicher-; tig sein, während des Krieheitspolizei geleitet. Nach ges beim Einsatz gegen dem Kriege war er unter j Partisanen an der Ostfront dem Namen seiner Frau unverbrecherische Handluntergetaueht. - gen begangen zu haben. In den letzten Wochen! Polizeirat Kapser wurde j : wurden noch zwei Mitarbcibereits von einem Staatsannlemand Sequenzen. In Ostdeutsch-j ter Hamanns verhaftet: der walt der Ludwigsburger land sind ehemalige Nazis j ehemalige Aufseher Johann Zentralstelle verhört. Die in Schlüsselpositionen — vor Bornholt, der in Neu-Sandec Vernehmungen werden fortallem in Heer und Polizei, | im Gestapogefängnis arbeigesetzt. Er war zuletzt stell Ein Lob für Israsl New York — Die Zeitung „New World Telegram and Sun”, berichtet über die Stellungnahme amerikanischer Ex-1 perten auf dem Gebiet der Raketen - Forschung j zum Abschuss einer Ra-! kete in Israel. Die Exj perlen erklärten, dass der Abschuss einer Rakete in Israel, die eine Höhe von 80 Kilometern | erreichte, dem Beweis \ daftir erbracht tiat. dass I ..Israel die technischen Kenntnisse dafür besitzt, sowohl Raketen wie Weltraum - Kapseln zu konstruieren. Die vier Nationen, die über diese technischen Möglichkeiten bereits verfügen, sind die Sowjet - Union. Grossbritanmen. Frankreich und die USA.” — (ITA) Deutschen Demokratischen Republik (Ostdeutschland) | kritisiert man zwar unentwegt die Haltung der Bun-; desropublik, wozu im übrij gen hinreichender Anlass vorhanden ist, zieht jedoch | nicht die erforderlichen Konnoch den Engländern gehörte. Die Lage war konfus. Die Briten waren ausserordentlich besorgt, Kuwait war besorgt, die UN waren besorgt, die arabischen Länder waren besorgt, natürlich waren es die Ostblock-1 schieden wird, wer ein Staaten auch. Die Krise war perfekt. Die Engländer Kriegsverbrecher ist und Hessen sich nicht hineinreden, denn immer dort, wo es r um ihre direkten Interessen geht, sind sie entschlossen und energisch. Sie stellten alle anderen vor geschaffene Tatsachen. Die britischen Kriegsschiffe waren in Kuwait, und alle anderen mussten sie zur Kenntnis nehmen. Langsam verlagerten sich die Fronten. Die Russen schalteten sich ein und zwangen Nasser, einen Frontwechsel vorzunehmen. Sind die Engländer gegen den'werden. so kann man dar- Irak, so müssen die Russen für ihn sein. Und Nasser aus entnehmen, dass wemussts plötzlich auch die ihm feindliche irakische Politik unterstützen, weil dies Moskau so gefiel. Offensichtlich ist der Fall Kuwait für einige Zeit erledigt. Man wird sich damit abfinden, dass die irakische Forderung durch das schnelle englische Eingreifen abgeschlagen wurde. Die Intervention der anderen kam zu spät, post factum sozusagen... Was wollte der Irak? Ganz einfach, die Früchte der Arbeit einheimsen, die andere geleistet haben. Dieses grosse arabische Land verfügt über unendliche Schätze. aber sie liegen unausgenutzt. Vieleicht sollten sich die UN mit solchen Problemen beschäftigen, um derartige Krisen zu vermeiden. Die Erschliessung der mittelöstlichen Länder ist der sicherste Weg zum Frieden, den Itraei erstrebt. Aber sind die „Grossen” an einem Frieden interessiert? — Es ist sehr schwer, eine sichere Antwet auf diese Frage zu geben. Kriegsverbrecher, wobei hüben wie drüben die Frage | von den Regierenden ent-1 wer ist wer nicht. Wenn man die Berichte verfolgt, die von westdeutschen Behörden über die in Gang befindlichen Säuberungsaktionen abgegeben nigstens etwas geschieht, um nachträglich der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen und die grössten Schädlinge zu eliminieren, indem man sie der vielfach und längst verdienten Strafe zuführt. I. Ein Gesiaendnis Dass auch der westdeut-, so grosse und verantwortli- Der seit Mai 1960 in Bochum inhaftierte frühere SS-Hauptsturmführer Heinrich Hamann hat gestan- Abschuss einer zweilen Rakete | Jerusalem. — Die israelischen Wissenschaftler sündigen den Abschuss einer zweiten meteorologi- ' sehen Rakete an, der in vierzehn Tagen erfolgen; Itirfle. Diese Rakete wird eine Sendestation enthal- : :en ,die Angaben über Strahlung, Temperatur und j Druck in der Jonosphäre auf die Erde übertragen1 :kann. Der Abschuss der ersten Rakete hat in aller Welt zu Kommentaren über die militärischen Möglichkei- J ten des israelischen Raketenbaus Anlass gegeben.; Diese Vermutungen wurden von Ministerpräsident Ben Gurion zurückgewiesen, der aufeiner Wahlversammlung der Mapai erklärte, Israel verfolge mit der Herstellung seiner Raketen keine militärischen Ziele. Er unterrichtete die Reporter: „Wir haben eine rein wissenschaftliche Tat vollbracht”, und lehnte es ab, sich über mögliche Verbesserungen der „Shavit” zu militärischen Zwecken zu äussern. Wie aus wissenschaftlichen Kreisen verlautet, war es das Wichtigste, einen festen Treibstoff herzustellen. Die diesbezüglichen Experimente waren schon seit einigen Jahren im Technion im Gange. (ITA) 1 che Aufgabe anvertraut ist wie die Erziehung der Poj lizei-Aspiranten, zu einem! hohen Amt aufsteigen konn- I te. ohne dass seine Vergan- | genheit vorher genau gei prüft worden ist Es erscheint ausgeschlossen, dass gewusst hat, womit sich dieser Polizeirat während der kritischer. Zeit beschäftigte. Man braucht doch nur daran zu denken, wie viele hoch gestellte Persönlichkeiten den Dr. Sawade alias Heyde geschützt haben, um zu vermeiden, dass Einzelheiten über seine Identität and seine Vergangenheit bekannt werden Jedenfalls stellen Polizei rate, die Kriegsverbrecher sind, eine unerträgliche Belastung für die Bundesrepublik dar, deren Anseher durch solche Ueberraschur gen in keinem Fall gef'r dert werden dürfte. II. Herr Müller wird wüten? Vor dem Moosbacher Schwurgericht steht ein „Herr” Müller als Angeklagter. Wer ist dieser Müller? Franz Josef Müller, heute 50 Jahre alt, war KZ- Kommandant. Er soll, wie die Anklagebehürdc ihm vorwirft ,in den Jahren 1942/43 ein Arbeitslager für Juden in der Nähe von Kr;- kau befehligt haben. Dies (Schluss aul beiu 2