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Jüdische Wochenschau · 1961-06-30 · 1889 (30.6.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1889 (30.6.1961)
Date
1961-06-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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PUEYRREDON 2190 - J’ izq. JûxJemoii^iJsàjCieüia T. E. 8 3 - 2 6 1 3 Ano XXII. BUENOS AIRES, VIERNES 30 DE JUNIO DE 1961 Die Linie der Verteidigung Gewiss hat jeder Vertei-. ft ft SAMUET saI der deutsc,w>p Juden diger das Recht, alles zu i * ' | kann seine Schuld um das tun, um die Unschuld seij verantwortlich «ein will. Al-, In diesem Bemühen, die Wissen der Vernichtung all nes Schützlings zu beweijes wurde von anderen er-1 Verantwortung auf andere der anderen nicht verrinsen oder die Motive darzufanden, inspiriert, eingelci-; abzuwälzen, geht Eichmann gern. legen, die seine Verbre-; tet und anbefohlen. Ihm sehr weit. Er behauptete,! Aber auch in diesem chen in einem mildernden blieb kein anderer Weg, als der Meinung gewesen zu Punkt icann dem Angeklag- Licht erscheinen lassen. Im diese Massnahmen auszusein, deutsche Juden weren ke|n dauben gescnenkt Fall Eichmann ist dies eine führen. Er will sogar ver-' den nicht vernichtet, seien i werden. Denn ihm war schwierige, fast unmögliche sucht haben, Erleichterun-i von der Endlösung ausgedurchaus bekannt, was mit Aufgabe und Verpflichtung ‘ gen zu schaffeir, zu helfen j schlossen, würden nicht | den Juden aus Stettin und der Verteidigung. Damals oder zu retten. Aber nir-1 vergast werden. Er übervielen anderen Gemeinden durften sich viele wahrend ■ gonds ist erkenntlich, wie sieht vollkommen, dass 1 ceschehen ist Nur er. der dieses Prozesses gefragt haer das getan habfn will, wo Mord immer Mord bleibt, I p * :t ^er i^ndiöben. ob jedoch die Form er sich gleichzeitig darauf j unabhängig davon, wer der g der judenfrage war und der Inhalt, ob die geberuft, Befehle ausgeführt Ermordete ist. Wenn er. d und „scut versamte Linie der Eichmannz(, haben. So verwickelt sich glaubte, dass deutsche Ju- „n+wnrtlich9 sehen Verteidigung ertrag-, dje Verteidigung in sich in den von diesen Vernich-1 lieh und tragbar ist. . grosse Widersprüche und j tungsbefehlen ausgenommen' Das ist die Linie der Ver- Offensichtlich verzichtete kann s;cb nur darauf beseien, so hat er doch geteidigung, eine im letzten die Verteidigung darauf, die scbränken, Unschuld zu wusst, dass andere Juden erbärmliche Lime, wo es Verbrechen zu leugnen, die versichern, wo Schuld fest-! liquidiert wurden. Das an Mut und Einsicht der eivon den Deutschen oder s(ebf I Nichtwissen um das Schick-; genen Schuld fehlt, den Nazis, — wie man heu-, te sich allgemein zu sagen gewöhnte, als ob die Nazis nicht auch Deutsche gewesen seien —. in den Jahren ihrer Gewaltherrschaft vollbracht worden sind. Nichts wurde in dieser Hinsicht bestritten. Weder der Verteidiger noch der Angeklagte, der seit einigen Tagen als sein eigener Zeuge auftritt. haben versucht, auch WIE ICH ES SEHE J * ¡Neue Spannung im Oriente ♦ * ♦ _ _ ♦ * von JEHUDA GOTTHEIMER I An der israeliseb ' syri- Schreiben den Ratsmitgiie- Lage ist ungeklärt. Auch nUr^*Pe . der Schandtaten scben Grenze ist es in den! dern als Material zu über-. hierin — und keineswegs *U bestre. n; dl€ 'r°n der jetzten \yoehen wiederholte geben. Radio Kairo hat dar-; nur in der feindseligen Hai- Anklage in i rer rama i Male zu einem Schusswechj aufbin die israelische Retung zu Israel — dürften schrecklichen5 VeUrfolauneen i s^! gekommen, ohne dass | gierung beschuldigt, Zusam-j die Gründe zu suchen sein, senree i c en r o g 8 Opfer zu beklagen gewesen menstösse an der Grenze dass es in letzter Zeit wiebehauptet worden smd. Im waren Isrsel hat sieh je-! zu provozieren und die Ara-, der unruhiger an dieser t 6 minlh« Material H»«idoch veranlasst gesehen, Iber herauszufordern. Man Grenze geworden ist. die Situation von ’ oben dem Sicherheitsrat von dieerblickt in dieser Radio-At-, Die Orient - Politik der he’’Keinem-.: sen Vorgängen Mitteilung, tacke die Antwort Nassers Grossmächte die stets im oder innen” her beleuchte-1 . , ... . , ,. :-- —- — .... te. von Seiten der Mörder ' Td.lh" | uU,£ dle ^pacl,sche Eingabe Hintergrund der Auseinan- 1 dersetzungen zwischen Isalso. während wir alle dieinformiert, dass die Vereibei den UN. se entsetzlichen Vorgänge 1 nfg*e ■pA^^s5'ie : Nach einer verhältnismärael und den Arabern steht, bisher nur von Seiten der I jlten ' «111„ pira-i befreii ssiS lanSen Pause und Waf' iiSt in den Ietzten Wochen Opfer genau kannten. I hl Irin vLvrlto Anteil1 fenruhe an der immer un-; reaktiviert worden. Dies ist Was auch immer vorgenicht 1c ruhigen israelisch-syrischen 1 die Folge recht verschiedensind wiederum j artiger Faktoren, deren Zusammenwirken oder Aufeinanderprallen ihre Reflexe auf die Haltung und die Grenze, die für Israel au- Handlungen der unmittelbar tragen wurde. Eichmann j "“i?6 vonh Israel nicht ge-, war unschuldig. Er geht in!TstfU> ef. bat ",cht dieser Haltung so weit, dass i Intepv(;pt>°n d^ Sicher- Tel Aviv, — Die Unruhe längs der syrischen Grenze hielt am vergangenen Wochenende au. Die Syrer neschossen die israelische Kolonie Gadot im Süden des Itulegebiets. In einem Communiqué wurde bekannt gegeben, dass syrische Batterien das Feuir an verschie- | denen Grenzpunkten gegen die auf den Feldern arbei- I tenden Bauern eröffneten. Sie schossen zuerst auf is- No. 1889 raelische Feuerwehrleute, die ein in der Kolonie Dan jausgebrochenes grosses Feuer bekämpften. Die Israelis I mussten sich in Deckung bringen, währeno die Flamj men auf die Felder Übergriffen. : Später griffen die Syrer die israelische Kolonie i Mischmar Hajaraen und Gadct an. Das Feuer dauerte! bis nach Mitternacht und wurde im Morgengrauen fort- : gesetzt. Israel beschwerte sich bei den UN' Beobachtern, ' deren Posten mehrmals von Kugeln getroffen wurden. ISRAEL WIRD BESCHWERDE ERHEBEN ' Jerusalem. — Israel kennte der. ¿icnerheitsrat der ¡UN um eine Pienardebaite ersuchen, um gegen die Reihe von Angriffen an der syrischn Grenze zu piotestie- . ren, die auf israelische Bauern w-'-hrend der letzten Wo- - eben verübt wurden. Da Israel ' ich vor der betreffenden Ratskommission wegen dieser Angriffe beschwert hat, i so steht zu erwarten, dass die Behörden in Damaskus 'es für ratsamer halten könnten, d’e Grenzt! Icrfälle einj zustellen. Jedenfalls wird in den v;nsicfceren Gebieten ei- I ne strikte Wachsamkeit geübt. j Die Ereignisse an der Grenze mit Syrien wurden in | der letzten Kabinettssitzung zur Sprache gebracht. Ministerpräsident Ben Gurion teil'e den Ministern mit, er werde noch in dieser Woche vor der Knesset-Kommission für Sicherheit und auswärtige Angelegenheiten über die Lage berichten. Eines der Themen seiner Ausführungen werden die israelischen Vorschläge über die Politik sein, die Israel bei der nächsten UN-Genera!versammlung über das Problem der arabischen Flüchtlinge zu unterbreiten gedenkt; diese Pläne sind schon vom Aussenministerium ausgearbeitet worden. Die israelische Reaktion auf die Vorschläge, welche von ausländischen Kreisen zum Problem der arabischen Flüchtlinge gemacht worden sind, ist vorauszusehen, nachdem Finanzminister Levi Eshkol bei einer Wahl- Veranstaltung der Mapai hierauf Bezug nahm. Er äusserte, die Vorschläge, den Flüchtlingen die .,freie Wahl” zwischen der Repatriierung nach Israel und einer Entschädigung zu geben, stelle ..eine gegen unsere Existenz gerichtete Atombombe” dar. Es sei „unwahrscheinlich”, so legte Eshkol dar, : dass unter den Bedingungen dieser ..freien Wahl” auch nujein einziger Araber nicht dafür optieren werde, nach Israel repatriiert zu werden. Eshkol erklärte: „Wenn eine beträchtliche Zahl von Arabern nach Isael kommt, und wenn wir die hohen Geburtenziffern der Araber mit der geringen Sterblichkeit in Israel vergleichen. wozu auch eine geringe Sterblichkeit unter den israelischen Arabern gehört, so werden in einigen Jahren die Araber die Mehrheit in Israel bilden ” Eshkol fügte hinzu, der küzli-che Besuch des Ministerpräsidenten Ben Gurion in den Vereinigten Staaten müsse „unter dem Gesichtswinkel der harten Prüfungen betrachtet werden, denen Israel in dieser Hinsicht unterworfen ist.” Er forderte, man müsse .endlich klarstellen, welche Lösung in Israels Möglichkeiten liegt und was für Israel unmöglich ist.” (ITA) Schüsse gefallen. Syrische Grenzposten schossen auf er selbst für die Taten sei-' heitsrates, der lediglich darisraelische Bauern an einer ner eigenen Abteilung nicht um ersucht wurde, dieses Nazis in den USA sserordentlich ungünstige geographische und topographische Bedingungen aufbeteiligten Länder werfen. Selbst der gern als unabhängiger Politiker auftrev weist, da die Trennungslitende Nasser ist nur eine nie zwishen den beiden , Figur auf dem Schachbrett j Ländern auf halber Berges- \ west-östlicher Kämpfe um höhe verläuft, Israel in der die Macht. Er tat sein Em- ■| Talsenke liegt und die Sy-! porkommen diesem tragirer die Höhen besetzt halsehen Konflikt zu verdanten. Die hiermit verbündeken, und er wird auch bei nen strategischen und miliseinem Hasardspiel mit dem tärlschen Schwierigkeiten Feuer an diesen Spannungen dürften ohne weitere Erläuj zugrundegehen, terung klar sein. Israel Die ersten Anzeichen eij kompensiert vor Zeit zu ner Abkühlung der Bezie- Zeit die Situation durch ei-, hungen zwischen Russland ne kleine Strafaktion gegen und der VAR waren bei arabische Heekenschützen, denn Besuch ägyptischer I die ihre lokalen Vorteile Parlamentarier in Moskau durch Beunruhigung der is- \ festzustellen, als ihnen raelisehen Bauern ausnut-! Krutschew eine noch wohlj z en. Während der schmale israelische Streife;: am Tiberias-See — der auf fransjordanischem Gebiet liegt — in kurzer Zeit in blühendes Land verwandelt wurde, während dort Bananen und andere Früchte prächtig gegemeinte Rede über die Noch ein Nazi in Freiheit meist aber Befestigungswerke sind und lediglich den syrischen Patrouillen als präsumptiver Schutz gegen gefürchtete israelische Angriffe dienen. Das grosse, dünn bevölkerte syrische ii^DFMOKR^N MD°KRtT,E v 7 SCHWAECHE N^r^pShiiS we”S 1 ERi^Mw^R1TFiNi' D*:V^ N«rda«‘erika nach alweiterentwickelt. Dt» wirtlem, was gesehehe» ¡«*, immer nach unigHel». I scbaftliche und politische Stuttgart. — Gegen den j _ früheren SS-Hauptmann Gu-:! deihen. schweift der Blick, stav Richter ist das Verfahder auf das weite syrische [ ren eröffnet worden, naeh- Land gerichtet ist. über eidem <r in einer Gedenkfei-1 ne unendliche Wüste. Hin j er in Tel Aviv als Kriegs-! und wieder werden hausar-j verbrecher genannt wurde, tige Bauten sichtbar, die j Richter war in Rumänien während der Nazibesetzung ..Sachverständiger” für Judenfragen. Sein Name wurde bei einer Veranstaltung des Verbandes der rumänischen Juden erwähnt. Der Präsident der Vereinigung hatte darauf verwiesen, dass Richter heute noch unbehelligt in Mannheim lebt. (ITA) Haltung zu den Kommunisten hielt. Ob der Kreml diese Warnungszeichen gegeben hat, um Nasser bei seinen Versuchen der Bildung einer dritten Front zu stoppen, wird man erst später erfahren. Natürlich wäre es verfehlt, aus diesem Zwischenfall bereits irgendwelche Konsequenzen zu ziehen und etwa zu dem Ergebnis zu gelangen, dass Israel jetzt bessere Chancen im Kreml haben würde. Krutschew wird die arabische Karte auch dann nicht aus der Hand geben, wenn * Nasser ägyptische Kommunisten einsperrt und misshandelt. Die Zustände in den Gefangenenlagern Aegyptens sollen entsetzliche sein. Aber die Vereinten Nationen, dazu berufen, über die Menschenrechte zu wachen, haben keine Möglichkeit und keine Kraft, um hier einzugreifen. Da Westen und Osten ■ sieh in einem unerbittli- Machtkampf geger.überstehen, sind auch ihre Kampfmethoden nicht sehr unterschiedlich. Das ist verständlich, denn das Vorgehen des einen Teils zwingt den anderen zur Anwendung ähnlicher Mittel. Es sind ja nicht nur die Russen, die mit Politikern und Landern paktieren, welche ih^r Doktrin unfreundlich oder gar ablehnend gegenüberstehen. Nasser ist kein Kommunist, er hat überhaupt keine Prinzipiell sondern betreibt wie jedw Diktator eine oppwrttMfcrfische Politik. Er muss den Augenblick auszunutzen versuchen, da er in jedem Moment auf Erfolge angewiesen ist. Er hat das Bündnis mit dem Osten geschlossen, nicht weil er sich zum Kommunismus hingezogen fühlen würde, sondern nur deshalb, weil er vom Osten die Waffen und Mittel erhie’t die ihm der Westen versaeen konnte. Er liess sich mit Moskau ein. weil er nicht einseitig den Amerikanern ausgeliefert sein wollte. Sein Spiel auf beiden Seiten erhöhte sein-e Chancen aut jeder von beiden aber machte ihn nun auch viel abhängiger, als er es vorher schon war. Die Russen vergassen ihre Grundsätze und waren freudig überrascht mit einem Mitglied der westlichen Allianz plötzlich in enge politische Beziehungen treten zu können Sie begriffen die. sich ihnen bietenden Möglichkeiten einen tiefen Keil in die westlicnef Front zu treiben ur.d in Länder legal einzudringen, die (Schluss auf Seite 2> Olim ans Uruguay Montevideo. — Unter d 41 uruguayischen Einwant rern, die jetzt nach tsr; gehen, befinden sich ö Gemeinderabbiner Burst« und Jugend- und Ge-meine führer. Der Abschiedste. wohnten 300 Personen t> Israel-Botschafter Jizch Arkavi hielt die Absehie: rede. (FL%)

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