Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1888 (27.6.1961)
- Date
- 1961-06-27
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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i FRANQUEO PAGADO g as Concesión 908 du «u m £ 4. £ ,9 * c W «- V «e ü TARIFA REDtCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Año XXII. BUENOS AIRES, MARTES 27 DE JUNIO DE 1961 No. 1888 EU ejemplar* m toda I« Ropúblioi * Bue»«* Airea PUEYRREDON 21*0 I* inq. T. E. 83 - 2813 EICHMANN LEUGNET JEDE VERANTWORTUNG Akademiker-Streik in Israel Tel Aviv. — 9.000 .besoldete Aerzte und Ingenieu- . „„„ hi.-triHpn Der dem die beschlagnahmten. Mit dem von Göiing an-j j re traten in Streik, den sie tortzusetzen beschlossen (Schluss van Seite 3' 1 5r' Hans Vermögen deponiert wur-1 geordneten Raubzug nach haben, bis ihre Forderungen auf höhere Gehalter und , Staatssekretär Dr Hans J W ührig ge. ](kunshwcrken. die in allen bessere Lebensbedingungen erfüllt sein werden iaj GLobke weiss , * k ’ , bUebeDen jüdischen Gevon den Deutschen besetzden Hospitälern der Regierung, im Hadassa-Krankenmachun« dass das Innenmeindebüros in Deutschten Ländern gestohlen wurhaus, den Kliniken von Malben. dfr Kupat Cholim uod mfnttertum die Initiative land zu unterhalten. Hier-; den. habe er E.chmann, ergriffen haben soll, um die auf wurde er über ein Do-(ebenfalls nichts zu tun ge Aufgaben des Adolf Eichkument befragt, das die habt, da er nur m der Vermann im ehemaligen Staatsanwaltschaft vorgewaltung arbeitete. Ha ElCr?0bkne derhaietS«e I Reichssicherheitsamt; zu erlegt hatte aus dem hervor- HAI EVY da5S Globke. der jetzige | keinem Fall ging, dass dieses Konto in i HA, E' * Staatssekretär in Bonn, für Globke eine solche Wirklichkeit dazu diente,; FRAGT K mfisderima^ae^Tifdischen I ^p^*a^ve ergriffen; es nabe die^ Transportkosten der, Eichmann Wehtet dann Varmöien ^H für die Ent-I»uch nicht im Rahmen s€i‘ ausSesl€d€lt€n, Jude” "; auch über Theresienstadt. . * der Staatsanaehöner Befugnisse gelegen derdecken so dass d: Dieses Lager sei mit Juden rigkeit°der deutschen Juden , Ma^aAr- SSnsS bohlten* überfüllt g^se"' sagt zu sorgen hatte, die für die Deportationen eingesetzt wurden. GLOBKE WIRD BELASTET mTrverannvortiich war. Ob- ' greifen was aus dem Ar- Aonaioiwu Eichmann. Er habe die Juu Roiu. Globkes seit beitsplan des ehemaligen, Darauf antwortete Eichden dorthin und nicht in langem hpkannt ist die er iReichsinnenministeriums unmann. alles habe vom den Osten geschickt, da er ^ririrton Reich 'eesoielt schwer festgesteHt werden Reichsschatzamt bezahlt gewusst habe dass sie in , ' . doch das 1 könne. Dr. Hans Globke sei werden müssen. Dann >vij ¿|en osteuropäisch» Ausrot- ... Mai dassein Name 1 niemals für die von dem dersprach er sich und bej tungslagern umgebraeht ■ p™«« mit' Hitler in Angeklagten behaupteten, hauptete. die konfiszierten 1; wei den würden. Daraufhin «»bracht i Massnahmen verantwortlich Gelder wurden nur benutzt, fraste ihn der Richter Ha sstsä,äStsw«. k“.-.-- Bonn sofort eine Verlautba- Immer wieder belastet Nazis .eine zvk°™pbzlert rut g erlassen, in der die Eichmann andere. Globke, Prozedur an ' , Aussa-en Eichmanns über Hitler. Goebbels, die allein' Servatius fragte Eich- Glohke dementiert wurden, ¡für die Ausrottung verant-f mann, warum vorh den städtisenen Polikliniken wurden Notdienste einge richtet. Auch in allen technischen Anlagen werden Mindestdienste aufrecht erhalten; die militärischen Installationen sind von dem Streik nicht betroffen. im letzten Augenblick unternommene Bemühungen zur Vermeidung des Streiks hatten ¿einen Erfolg. Der israelische Aerzteverein wies den Vorschlag zu-« rück, die Ansprüche an eine Schiedskommission, deren Mitglieder von oeiden Parteien bestimmt werden sollten, zu verweisen. Die Aerzte lehnten es auch ab, ein Angebot des Generalsekretärs der Histadrut Aharon Beeser anzunehmen, dass man ihnen einen Vorschuss auf künftige Gehälter leiste. Die streikenden Aerzte hielten in Jerusalem, Haifa und Tel Aviv Versammlungen ab, wc Sondercomit^s eingerichtet wurden, um kritischen Situationen gerecht zu werden. (ITA) 1 evv, ob er denn über die Ausrottung der Juden inforr miert gewesen sei. .Ich glaubte, so antwortete der Angeklagte, dass die Aus Globke habe so sagte I wörtlich gewesen seien. Er sten der zur Aussiedlung berottung nur dle Juden aus Eichmann mit der Ausrot-! selbst habe sich nur mit stimmten Osten erfassen wurde. Hing der europäischen Juder Zusammenstellung von werden seien. Hierfür_ gab und nicht auch die deut- V g!. I r^rniänpn heerhäftist. Er Eichmann eine Eiklarung. | schen Juden Im Jahre 1041 , habe ich nichts von der _ V.. - , _TT r* coofji die Kontro.'lfunktionen über gen ge schon zwanzig Jahre zuj Einfluss und ohne die Mogriickliegen, und er sich des-' lichkeit. aus eigener Machthalb nicht genau erinnern I betugnis irgendwelche Eetkönne. Scheidungen zu treffen. DIE TRANSPORT¬ ABTEILUNG DIE WANNSEE-!KONFERENZ Eichmanns Verteidigung | Eichmann hat an der läuft auf die einfache Forj Wannsee-Konferenz teilgemel hinaus, dass er keine nommen, auf Her die ..End- Zu seinem Ressort haben s-ei, ge rs .nur che grenzt. Er sagte, di-s , Endlösung gewusst, aber ich! Betehlsgewalt gehabt habe lösung der Judenfrage'’ be- , -u„u^r, ..m Hen u-L.u. j— 1 , j-_ Leiter derjswroehen und verklönet gevveworden ist. EijL, •^■wf-^rrjj^sprechuiil! günstigt*worden «ei. V^hrt^rPfT» VefW der Deportationen ' nazisttschen1" Stellen ^beteN ziehungc« waren das direk-; _ -»■ , - —- > , te Ergebnis der Arbeit, WIDERSPRfCHT RtCir; derte er, dass ..die Stiftun-j b€te^rte ging eine spurbavon Globke und Hering im, Die Pläne der Verteidi-' §en zugunsten jüdi-|ie ruhe durch den Saal. Reichsinnenministerium gegUng stiessen auf Schwie-, scher Organisationen ge- ANDERE PLAENE leistet w’orden ist. Der An- Ligkeiten, Eichmann als unj macht, werden konnten, was j geklagte fügte hinzu, „von 1 tergeordneten Beamten 0h-1 natürlich son(iern ,zl?- Globke. dem chen Staatssekretär des westdeutschen Kanzlers Adenauer”. DAS DEMENTI Das bundesdeutsche Kanz- ^tio«?en‘ So, sagte der A5", lief waren. In Wannsee. so geklagte, er aabe nirgend- [ berichtete Jetzt der Ansewo einmal’ gehört, dass jeklagte, habe Reinhard HevdeL o™ lel?€r I drichdep Chef der nazisti- Nuch dem -Scheitern des j 50 RM. babe zahlen j sChen Sicherheitspolizei, Eichmann begann zu erklären, dass ein Sonderkon- 1 ANDERE HATTEN augenblickline Befehlsgewalt in der Na-1 gunsten der lokalen nazisti- Madagaskar-Planes, so ermüssen. wenigstens in den zurn ersten Mal den andezihierarchie, die sieh die 1 sch«1 Behörden, die in eizählt der Angeklagte als frsten Zehen der Versehik-. ren nazistischen Chefs da- Ausrottung der Juden zur ner ungewissen Zukunft diesein eigener Zeuge, naben £U.ngen: --Aber mein Büro; von Mitteilung gemacht, Aufgabe gemacht hatte, hin- *se Spenden vielleicht zum Heydrich und von Ribben-jbat der Finanzierung dass Hitler alle Juden lizustellen i Nutzen der Juden hatten trop andere Länder gesucht. Transporte nichts zu quidieren wolle. Auf Fragen verwenden können.” w0 man die Juden ansiedeln! |l?n Sehabt’ > fu8te er sofort j seines Antwaltes gab Eicfikonne. Immer wieder ver-j binzu-! mann zu, er habe die Rede sucht Eichmann glaubhaft! Später erklärte Eichmann. Heydrichs entworfen und zu machen, das« er ledig-1 dass es Himmler gewesen j niedergeschrieben, dieser i Offensichtlich gut eir.stu- 11011 die Beiehie seiner Vorist. der im April 1943 den: hätte sich aber nicht »o ■KT- U. i i fr li ¡diert richtete der Verteidij gesetzten habe ausführen Befehl erteilt habe, alle den Text der Vorlage gemcht nur das deutsche Volk ger seine Fragen an den j müssenselbst dann noch, J übrig gebliebenen Juden in j halten. ' Angeklagten der jedoch! als selbst schon einen höj die Vernichtungslager des Dennoch habe er nicht, London. — Dr. Nachum Goldmann erklärte, der ' nicbt immer geschickt ant-1heren Ran® in der SS beeuropäischen Ostens zu dewie der Angeklagte weiter Eichmann-Pxozess bilde nicht nur eine Anklage gegen rtete Eichmann hat auch kleidet habeportieren. Dieser Abtransausführte, die geringste v^iir r.._ j— rm I ’ - . . -■ . . p©rt solle, so schnell wie j Verbiudung mit der Abteileramt hat sofort diese , to eröffnet worden sei, auf; SCHULD das deutsche Volk für seine Verbrechen unter dem Hit- J im wejteren Verlauf seiner lerregime, sondern er sei auch eine Anklage gegen die! Zeugenaussage dje Linie westlichen Demokratien, die den Warnungen vor und! verfolgt, alle Verantwortung während des-Weltkrieges taube Ohren entgegenstellten. I von si^h abzuwälzen und Ei sprach zu einer ausgewählten Hörerschaft anläss-jdje Schuld am Geschehen lieh des 25jährigen Jubiläums der britischen Sektion des, auf dritte zu schieben, Alle, Jüdischen Weltkongresses. | ihm vorgeworfenen Strafta- Viele Warnungen, so führte Goldmann aus, seien an; ten s€ien seinen Vorgesetzdie westlichen Regierungen ergangen, doch in den Wind j zur Last zu legen. Dageschlagen worden. Er erinnerte an das Ersuchen Weiz-' verteilt Eichmann die manns, die Bahnlinie zu bombardieren, die nach Ausch- Verantwortung GoeW>els, so witz führte. Untei den Anwesenden, die den Worten. sagte er u. a. habe das Gotdmanns lauschten, befanden sieh verschiedene Mit- Tragen des Judensterns gbeder des Parlaments und andere englische hohe Funktionäre. „Ich bin fest davon überzeugt”, führte der Redner aus, ..dass viele tausende Juden zu Beginn des Krieges hätten gerettet werden können, wenn diese Wamuage® gehört worden wären. Aber so kamen sie alle um.” Goldmann warnte die Judenheit unserer Tage vor einem übertriebenen Optimismus und fuhr fort: „Wir haben aus unseren Irrtümern gelernt, aber wenn wir ietzt die gleichen Fehler nochmals begehen, so wäre dies ein Ver-¡ihn unterbrach und darauf blechen. Wir leben in gefährlichen Zeiten, und wenn wir; hinwies, dass er hier keine glauben, dass die Lage der Juden in der Welt von heu- Pressekonferenz gäbe, te sicher und fest ist, so wäre dies einfach lächerlich.” | Die fahrbaren Gaskamin seinen Ausführungen über die Lage Israels gabjmern der Todeskommandos Goldmann seiner Solidarität mit Ben Gurion Ausdruck,; standen dem Reich sicherveranlasst, damit man die Juden sofort erkenne. Göring habe den Raub der Kuost werke an befohlen. Die höchsten Stellen hätten aber das Einsetzen aoo Todeskommandos angeordnet. Eichmann sprach in einer Form, dass der Vorsitzende de« e" .wegen seines Mutes bewundere, mit dem er das Votk über die ständige Gefahr unterrichtet, kl der das Land schwebt”. Ur setzte hinzu, der Frieden mit den Arabern sei ebenso fern wie vor 13 Jahren, und die ganze jüdische Welt müsse sich auf Anstrengungen vorbereite», die nicht geiünger sein werden als zur Zeit der Staatsgründuiig, um Israel die Befestigung seiner Grenzen, seiner Verteidigung und den Aufbau seiner Wirtschaft m gestaUea. (ITA) heitshauptamt zur Verfügung, dem Eichmann angehörte. Aber Eichmann blieb dabei, dass es seine Vorgesetzten gewesen seien, die über diese fahrbaren Gaskammern bestimmten. Er habe damit nichts zu tun gehabt. Eichmann nimmt auch zu einem Brief Stellung, der von der Anklage vorgelegt worden war, und in welchem Eichmanns Namen in Zusammenhang mit der Benutzung von Gasen genannt wird. Hierbei, so bemerkt der Angeklagte, habe es sich offensichtlich um einen Irrtum gehandelt, zumal sein Namen in der weiteren Korrespondenz nicht mehr vorkommt. Allgemein fiel auf,, wie exakt der Angeklagte viele Fragen seines Verteidigers’ beantwortete, sodass die Presseleute den Eindruck gewannen, diese Szenen seien gut einstudiert worden. Dieser Eindruck verstärkte sich dann, wenn der Verteidiger seine Fragen ein wenig präziser formulierte. In solchen Fällen wurde Eichmann unsicher, seine Angaben waren vage und seine Antworten ungenau. Er leitete diese Antworten meist mit den Worten „Ich nehme an” oder „Ich vermute” oder . Ich möchte meinen. aber ich bin nicht sicher” und ähnlichen Redewendungen ein. Mitunter sagt« er auch, dass die Din- »l«glich vor sich gehen. Er, king gehabt. der die fafarliabe dann auf Befehl baren Gaskammern unfcer- Himmlers ein Zirkular an standen haben. „Ich habe alle seine untergeordneten die Verwendung dieser Last- Dienststellen verschickt, in wagen mit Vergasungseiowelchem er die entsprerichtung nicht angeorduet, eilenden Anweisungen zur niemals habe ich deren Gekorrekten und schnellen brauch organisiert und nie- Durchfuhrung dieses Be-, mals in dieser AngelegenfeWs gegeben habe. Iheit eingegriffeu”, sagte Obwohl Eichmann immer I Eichmann. wieder behauptet, er wäre j —--- nur ein kleiner und unbe-1 deutender Funktionär ohne1 ErUiftJit«j,jinc«n Einfluss gewesen, zeigt er 1 ay- Ta„rintnn eine überraschende Kennt- ,wr 1 •“«wrwi nis der nazistischen Orgagi- Jerusalem. — Die israeiisation bis ia ihre Eianeiheischeu Hotelbesitzer -haben ten. Mit allen öeiaäs gab er ¡den Touristen, die das Land dem Gericht ein klares Bild j besuchen, besondere Bediavoh# Aufbau der Behörde | gungen eingeräumt, um den der Gestapo, der er selbst j Fremdenverkehr i« den angehörte, und die unter j Wintermoaaten, d. h. zwider Namen , Iteichsischerschen November und Feheits-Hauptamt” arbeitete, j Uruar, zu beleben. Die Er- Immer wieder und ia remässiguageo betragen bis gelmassigen Abständen wie-. zu 20 Prozent auf die gederholte Eichmann, dass er wohnlichen Tarife und werden von fast 700 Hoteis gewährt; nur die Hotels am Tiberias-See und in Etat sind hiervor ausgescMossen. (ITA) schuldlos sei, da er nur ein kleines Körnchen in der gewaltigen Maschinerie des Relehssicherhw-tshsuptamts gewesen sei, ~Sme jeden Registrr de la Propiedad Intelectual No. 656«*S irnpr*»# en i* tmprenta POLIGLOTA — fUvada-vi* «M