Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1961-06-27 · 1888 (27.6.1961) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1888 (27.6.1961)
Date
1961-06-27
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/9616703-9612115-9612555--1436-9612559
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Der neue Rektor der Hebraeischen U niversitaet Prof. Giulio Joe] Pacah ist der neunte Rektor der Hebräischen Universität in Jerusalem und der jüngste Gelehrte, der mit diesem höchsten akademischen Amte ausgezeichnet wurde. Am 8 Februar feierte Prof. Racah seinen 52. Geburtstag fern der Heimat auf s‘iner Vortrag'-reise. wo ihr ein Telegramm der Universität nach Jerusalem zurückbeorderte. damit er »r der entscheidenden Sitzung des Senats teilnehmen könne Sein Vorgänger: der Philosoph Hugo Bergmann, der Mathematiker A H. Frankes. die Naturwissenschaftler FeKete und Fodor. der Judaist Rav Assaph Schwabe und die Archäologen A. L Mever und Benjamin Muzar waren älter, als sie mir der ReKtorswürde bekleidet wurden ais der Physiker Prof. Racan der aoer euch cehon :h seiner Hei- Von SCHALOM matstadt Florenz mit 21 Jahren der jüngste Professor war. den die ehrwürdige dortige Universität jemals kannte. Schon l£rt kam er erstmalig ins Land. Er liess sich 1939. als die hiHerisehen Rassengesetze auch aut den Vasallenstaat Mussolinis Übergriffen. in Israel nieder. Damals war kein Geringerer als Cha.im Weizmann Dekan der naturwissenschaftlicher Fakultät auf dem Skopus. Gerne nahm er die Bewerbung des jungen Physikers, an. Sie bedurfte aber noch einer Senats Empfehlung, die der Nobelpreisträger .für Physik Albert Einstein sofort erteilte. nachdem er die Arbeit des jungen Gelehrten durchgeceh-'n hatte Erst viele Jahre später lernten sich die beiden Physiker BEN - CHORIN persönlich kennen, als Prof. Racah in Princeton als Gastdozent wirkte. Sofort zu Beginn seiner Lehrtätigkeit an der Hebräischen Universität srhielt Prof. Racah ein weiteres Amt. zusätzlich zu seiner Professur, aber kein akademisches sondern ein gewissermassen militärisches. Er wurde nach Absolvierung eines Hagana Kurses für Gruppen - Kommandeuie iMKi zum Kommandanten des Bezirks der Universität auf dem stets bedrohten Har Hazophim Sknpus) ernannt. Mit seinen Studenten stellte eselbst Sprengstoff und Munition h°r um die Verteidigung der Universität im Ernstfa.le zu gewährleisten. Zu den Zehnjanrre'ern des Staates Israel, vur drei Jahren wurde Prof Racah mit dem Staatspreis für Physik ausgezeichnet, nachdem er sieh schon als Mitglied internationaler wissenschaftlicher Gesellschaften und als Autor von Fachpublikationen auf dem Gebiet der theoretischen Physik einen Namen gemacht ha*te. Seine Tabellen und Methoden sind in der internationalen Fachwelt heute unbestritten. Prof. Raca-n rst persönlich und wissenschaftlich im Lande tief verwurzelt. Seine Gattin stammt aus einer alten israelischen Familie. Sie ist die Tochter des Richters Dr. Mani Eine Tochter und zwei Söhne entsprossen dieser Ehe. Als akademischer Lehrer hat Prof. Racah eine ganze Ganeration von Physikern herangezogen. Von seinen Schülern ist z. B. Prof. Ainos de Schaiit zu nennen. Die beiden Atomreaktoren I«rae s gehen auf Arbeiten Racahs und seiner Schüler zurück. Im wissenschaftlichen Beirat des Ministerpiäsidenten ist Prof. Racah seit langem eine führende Persönlichkeit. Die 90 Professoren und Dozenten des ikadeniischen Senats der Hibäischen Universität haben Prof Raeah einstimmig gewählt. Alle anderen Kandidaturen wurden zurückgezogen als er seine Bereitschaft erklärte die ihm angebotene Rektorenwürde anzunehmen. Prof. Racah tritt das langjährige Erbe von Prof. Benjamin Mazar an der in einer Hand die Aufgaben de« Rektors und des Prä- _ Diese ' Vereinigung 3er beiden Aemter soll nun nicht mehr fortgesetzt werden. Die Universität will zu der ursprünglichen Konzeption einer Zwei Schwerter-Lehre“ auf akademischem Boden zurückkehren, wie sie von dem eigentlichen Schöpfer dieser Hochschule. Dr. J L. Magnes s.A. begründet wurde Dr. Magnes fungierte zunächst als Kanzler der Universität und später als ihr Präsident iioernahm aber niemals das Rektorat. ja nicht einmal eine Professur an ..seiner" Universität. Er war. wie seine Freunde sagten, ein Mann des Geistes, aber kein Mann der Wissenschaft. Prof. Selig Brodetzki war sein Nachfolger konnte sieh aber mit den besonderen Aufgaben der Hebräischen Universität nicht so befassen. wie es nötig war. und musste das Amt bald wieder niederlegen. Dann kam die neunjährige Aera des überaus erfolgreichen Prof. B Mazar. der sowohl als Professor für Archäologie, wie als Rektor und als Präsident der Universität im In- und Auslande wirkte und Entscheidendes zum Neuaufbau der Universität und ihrer Bibliothek auf dem Campus in Givat-Ram beitrug. nachdem der Skopus unzugänglich geworden war. Gesundheitsgründe zwangen den verdienten Mann jetzt, seine Aemter als Rektor und Präsident niederzulegen Prof. Racah hält am Prinzip der Separierung der beiden Aemter fest und sieht sieh als Wissenschaftler mehr ais über beschäftigt mit den akademischen Aufgaben zusätzlich zu den Pflichten als Forscher und Lehrer. Das Amt des trniversitätspuäsidenten ist noch unbesetzt. Und wenn auch der Präsident der Staatsbank Israel David Ho-owifz hier als aussichtsreicher Kandidat genannt wird, so möchte andererseits eine Djs Leo Beeck Institut sucht . folgende Jahrgänge der ZEITSCHRIFT IM DEUTSCHEN REICH 4. Jahrgang. 189S 5. Jahrgang. 189!) 6. Jahrgang. 190(1 lg. Jahrgang: . -- - -, Wer diese Jahrg'äift^ blitzt auch nur einen :1er genannten Bände hat, wird gebeten, der Redaktion der JUEHISCHEN WOCHENSCHAU bienen Mitteilung zu machen (Buenos Aires, Pueyrredon 2190, Tel.: 83-2613) PUBLIKATIONEN DES IE0 BAECK INSTITUTES SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK) TUEB1NGEN SOEBEN ERSCHIENEN: Year Book V i960 — VOM L.B.-INSTITUT HERAUSGEGEBEN: BY THE EAST AND WEST LIBRARY, LONDON mit einer Fülle hervorragender Beitrage in englischer und deutscher Sprache. <416 Seiten) -★- WERDE AUCH DU MITGLIED des Leo Baeck-Instituts Axan.ldung.i! im Büro d#r JUEDISCHEN WOCHENSCHAU, Pu.Trr.dön 219f, 1* iaq. (93 2613) LITERATUR * Die Ausgrabungen i In Israel mit seiner raschen, dynamischen Entwicklung geht es nich. nur vorwärts mit dem Ausbau der Städte, der Industrie, des Verkehrswesens, sondern auch mit der Verstärkung der historisch-ai chiiologischen Rückschau. Offenbar gehört es zu den Bedürfnissen der Aufbaugeneration. gleichzeitig mit der Neuformung von Volk und Staat die geistige Verbindung zu der Vergangenheit hsrzustellen und aufzudekken. was an konkreten Zeugnissen dieser Vergangenheit unter der Erde verborgen ist. Die umfangreichen Ausgrabungen und Restaurierungen haben ein sichtbares Bild der Ve-gangenheit Israels enthüllt. das früher nicht im gleichen Masse deutlich und zugänglich war. Baureste des alten Nabatäervolkes. dessen Geschichte sich mir der unseres Volkes berührt, sind in Abde und SuSeta aus Schutthaufen wieder aufgerichtet. Die wiedererstandene Synagoge in Biram und die freigelegten Katakomben von Bet Schearim zeigen. wie der Baustil des kaiserlichen Rom von dem religiösen Judentum des 2. und 3. Jahrhunderts im iiidischen Lande rezipiert wurde. Schon vorher hatte König Herodes bei Errichtung der Stadt Caesarea bewusst das Rom der damaligen Zeit kopieren wolien und erstmalig in grossem Masstab heidni- und Skulpturen im der Juden errichten lassen. Was dort zwischen den Jahren 22 und 10 vor unserer Zeitrechnung erbau* wurde, ist uns von Flavins Josephus getreulich berichtet worden. Die Kreuzfahrerchroniken erzählen, was hier im 12. und 13. Jahrhundert geschah. Aber bis zum Jahre 1948 konnte der Besucher r.ur ein unklares Bild der Geschichtsphase erhalten d;e sich hier abgesoielt haben Im Zeitraum der Kreuzfahrerstadt fand man ein verträumtes, höchst malerivon Dr. FRI n BERGER nicht unwichtige Strömung in den zuständigen Kreisen lieber eine Persönlichkeit betrauen, die sich ausschliesslich den Aufgaben der Universität widmen würde, zumal der langjährige Administrator derselben. Dr. David Werner Senator s A. niemals einen wirklichen Nachfolger fand. Die administrativen Aufgaben sind ungeheuer. Die Hebräische Universität ist — wie sollte es anders sein? — schwer verschuldet. Die Neubauten haben Millionen gekostet, die zum grossen Teil noch unbezahlt .sind. Starke Persönlichkeiten müssen die Geschäfte der Universität in die Hand nehmen, um die drohende Krise zu überwinden. die der Staat von sieh aus nicht lösen kann. Die Hebräische Universität ist keine Slapts. universität und soll es auch nicht werden. Sie muss ihre Unabhängigkeit wahren — aber das erfordert ungeheure Mittel, die aufgebracht werden wolien. Ein Wissenschaftler wie Prof Racah ist nicht im -.ande. diese Aufgaben zu bewältigen. wenn seine wissenschaftliche Arbeit nicht leiden soll. Und so ist es nur zu begrüssen, dass man wieder zum Prinzip der „Teilung der Gewalten“ zurückgekehrt ist. sches Dorf, weitab von den Hauptverkehrsstrassen des Landes und schwer erreichbar. Araber, bosnische Mohammedaner und Tseherkessen lebten dort in Häusern, die aus antiken Bausteinen errichtet waren., zwischen den noch erkennbaren Mauern und Türmen der Kreuzfahrer. Auch den massiven 10 Meter breiten Burggraben konnte man noch gerade erkennen. Aber bis hoch hinauf war er mit Erde gefüllt, und Bäume und Sträucher verdeckten vielfach seine klaren Umrisse. Auf den weiten Feldern ringsum lagen in wildem Durcheinander Säulen und Kapitälreste auf der grossen Fläche der' antiken Stadt. Die Luftaufnahmen Prof. Rsifenbergs hatten vor Jahren für den Wissenschaftler manche Einzelheiten erkennbar gemacht, die der flüchtige Besucher nicht bemerken konnte, und den Zusammenhang mit der schriftlichen Ueherlieferung verdeutlicht. Seitdem machte durch Ausgrabungen die antike Ruinenstadt von Caesarea einen Prozess äusseren Gesfaltw’andels durch, der ihr Bild nicht weniger veränderte als Neubauten das mancher modernen Stadt. Die Bevölkerung der „Altstadt“ verschwand, und nur die Bewohner dts südlich benachbarten Fischereikibuie Austäät v^öi Entvölkerung arg enfsreW viele Häuser zerstört oder verfallen, manch prachtvoller Marmorschmuek verschwenden. Für eine gewisse Zeit sperrte das Militär das antige Gelände ab. Der Hafen hatte sein Bild verändert. Während vor dem jüdisch-arabischen Kriege auf einer kleinen Halbinsel die durch Erdbeben auseinandergesprengten Burgreste der Kreuzfahrer standen und nur weit draussen eine aus dem Meer ragende Mauer an die Häfen der Römer und der Kreuzfahrer erinnerte, hatte man im Kriege die Süd- und Westseite des Hafens, zum Teil aus alten Steinen, wiederhergestellt. Damit war ungefähr das Bild einer Hafenanlage wiedererstanden, wie sie Josephus in seiner klassischen Schilderung überliefert hat. eines Hafens. der im AKerfum die grössten Schiffe aufnehmen und mit dem zweiten grossen Mittelmeerhafen Piräus bei Athen konkurrieren konnte. Nun fing vor zehn Jahren die erste Phase cier archäologischen Aktivität an. Ein Traktor, der die Anlegung von Bananenfeldern vorbereiten sollte, stiess auf eine aktive Statue, und im Frühjahr 1951 begann damit die Ausgrabung der israelischen Altertumsabteilung bei der ein grosser römischer Bau mit zwei Statuen in dreifacher Lebensgrösse und daneben eine byzantinische Kirche mit einer zehnstufigen Freitreppe ur.d Mosaik- Inschriften freigelegt wurden. Ausserdem erforschte man die ^arl mittelalterlich-ai die tiefer liege; stische Schicht. Mit dieser wurde die Auf; des breiteren _ auf Caesarea g Im Sommer die nächste Au wurde nahe df feäfgestelUeu ner Synagoge . »gehörige Svn de aus der Zeit am nördl ausgegraben. H’’ eine Mikwe und rige Wasserleit Inschriften auf Jfosaikfussbödei Die nächste legte auf einen sehen Stadima vorgelagerten grossen byzanti saikfussboden < Jahrhundert m vollsten bunten ioogen frei. Im Jahre 195! italienische E: Ausgrabung de mischen Thea Zeit bereits i Grabungssaiso fährt wird und sten Jahren fo Jen soll. Auel römisch . i Stadtmauer «■ ser Gruppe letzten So de ihre Forst a|d das Kusi ®d stiess dm .Josephus her sich mit monum w\an\agew nn .samten hejodt Im das am des Hafe jahr ISRAEL - ßliimni AN WIEDERVERKAEUtJji BEN ZUM OFr®, ' ALLE „ Agencia Fil^n p*e del Estado j , oilci # VIAMONTE SSO. I/B — VIAMONTE SSO. I/B #••••••••••••••••••**

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.