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Jüdische Wochenschau · 1961-06-21 · 1886 (21.6.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1886 (21.6.1961)
Date
1961-06-21
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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c ce o 5 t c Z FRANQUEO PAGADO Concesión 908 t * £ cC w G b. a, TARIF A RED i'CID A Concesión 162S MANA ISRAELITA Año XXII. BUENOS AIRES, MIERCOLES 21 DE JUNIO DE 1D61 Vor 50 Jahren im Jemen No. 1886 EL EJEMPLAR eo toda la Republic! 4, Bueno# Aires PUEYRREDON 2130 If ixq. T. E. 83 . 2613 Als vor zehn Jahren die beitende jüdische Menschen ward nicht mit Freundlich- Aktion „Zauberteppich“ be-; zu überbringen. Zwei Wokeit willkommen geheissen, gann und Flugzeuge in Lod! chen hielt ich mich in Aden Nun stand ich der zu aufstiegcn, um in Aden jeauf. Von dort aus ging ieh Alija ermuntern wollte vor rr.enitische Olim aufzunehins Innere des Landes. Vier , ihnen. Die mystischen Vormeu. da befand sieh unter . Monate lang zog ich hier! Stellungen zuneigenden Män den Begleitern ein älterer j von Dorf zu Dorf, auf ei-! ner erbaten von Mann, der keinerlei Oblie-' nem Esel reitend, den ich kunft über mir Aus Zeichen dafür, ¡dass die Zeit erfüllt und Erlösung nahe sei. Diese" ¡Fragen gaben mir Anlass. I meine ganze Beredsamkeit aufzubieten, um ihnen so genheiten hatte, sondern dem j mir gekauft hatte, und be man die Ehre erwies, den gleitet von einem Diener so- Fiug mitzumachen und die . wie ein paar Ortskundigen. Passagiere zu begrüssen. Es j In den rund 40 Dörfern, die war Schmuei Jawnieli, der ich besuchte, hielt ich Ver_ schon einmal, vcr genau ei- | Sammlungen ab, zu denen eindringlich wie möglich zu nein halben Jahrhundert viele Jemeniten erschienen. I sagen, warum ich gekomnach Jemen gereist war, um | sie lauschten aufmerksam! naen bin. „Ich bin weder die Schwestern und Brüder meinen Schilderungsn und eiu Prophet noch eines Proir dem weitab vcn andern stellten in ihrer Erregung pheten Sohn; auch kein Ma. jüdischen Gemeinschaften eme Reihe Fragen an mich: j schiach bin ich, oder einer liegenden Lande zur Alija |was ist mit der Klagemauseiner Vorboten. Aber ich zu ermuntern. er? — Mit dem Grab der bringe euch eine frohe Bot- Dr. Arthur Ruppin, der Mutter Rachel? — des Rab-, schaft: die Erlösung ist na- Leiter des Palästinaamtes | bi Schimon ben Jochaj? —^he; sie umfasst die Menin Jaffa, hatte diesen ge- Darauf erwiderte :ct ihnen sehen, die sich auf den Weg scheiten, beredten und muetffa so; weshalb fragt ihr! nach Erez Jisraei machen, I nach Gräbern und totem und die dort im Schweisse j Gestein? Fragt lieber nach ihres Angesichtes dem Bodem Ergehen Zions, das' den neue Kraft geben wol- . sich anschickt, neues Leben j len. Viele sind dem Ruf bei zu gewinnen, seine Kit der I reits gefolgt und haben sich tigen Landarbeiter, der 1905 mit der zweiten Alija ins Land gekommen war, mit der nicht ungefährlichen Aufgabe betraut. Sie in Angriff schien ihm dem er die bereits 1882 ins Land gekommenen Jemeniten als arbeitsame, anspruchslose und verlässliche Menschen kennengelernt hatte. Nach Abschluss der erfolgreichen Mission arbeitete Jawnieli eine Weile in zu . nehmen, j aus der Gola aufzunehmen, wichtig, nach- . damit sie in ihrem Lande l schaffen können. I Tausende von Jahren weilen diese Menschen nun | sehen im Galut. ohne Hoff- I nungsstrahl, ohne Kunde von einer Erlösung, in ei. . nem Galut mitten in einem! zweiten. Sie sind grausamen Herrschern ausgeliein den landwirtschaftlichen Siedlungen niedergelassen. Jetzt aber ist die Reihe an Ber Tuwija und nahm fert und wandern ruhelos 1912—13 teil an der Grünj von Ort zu Ort. Der tfjnger düng von Nachlat Jehuda, hat ganze Städte und Dörgemeinsam mit Ben Gufer verzehrt mitsamt den rion, Ben Zwi, Rachel Janj Bethäusern .. Chachamim nait, Katzeneisohn, Abraaus Erez Jisraei erschienen ham Harzfeld, Sprinzak u. zu allen Zeiten, wenn auch a In den folgenden Jahren j Einzelheiten über die Zeit war Jawnieli führend in! ihrer Besuche und über ihder ku'.turel'en Arbeit des re Persönlichkeit nicht völ. Jischuw. Der heute 76-Jähj lig geklärt werden konnten, rige lebt in Tel Aviv. I Uralte hebräische Bücher j Den Verlauf der Expedifanden sich allüberad in Jetion in Jemen schildert meilj gedruckt vor Jahrhun-1 Jawnieii in seinem Buch derfen jn Erez Jisraei. Wer „Schuvve Temar, ’ (Die mag sie hierher in das un- Rückkehrer aus Jemen),; wiirtlieh-e Land ge uacht haerschienen 1932 in Tel Aviv. ' ben Wann? Es waren Das folgende Kapitel wurj gewiss Boten aus Zion, so_ de von unserem Mitarbei.; wohi sefardische als auch ter Siegfried Braun ins asehkenasische. Sie alle Deutsche übertragen. i stimmten darin überein, idass sie etwas empfangen euch gekommen. Folgt eu- Im Dezember des Jahres aber nichts geben wollten, ren Schwestern und Brü. 1910 verliess ich Jaffa mit iIhre Muhen galten irgendeidem Vorhaben, unseren in nem der Ko.elim oder ir- Jemen weithin zerstreut legend einer der Jeschiwot in benden Brüdern die Botden „vier heiligen Städten schaft von der Wiederbele-, Jerusalem, Hebron ribenas bung Erez Israels durch ar-'und Safed. Keiner von ihnen Direkte Flugverbindung London. — Die israelische Fluglinie El Al gab bekannt, dass ein Boeing Jef-Flugzeug den Flug von New York nach Tel Aviv ohne Landung durchgeführt hat. Dieser längste Flug der zivilen Luftfahrt dauerte 9 Stunden 33 Minuten. Der Apparat transportierte 97 Passagiere. j Von jetzt ab wird El; Al ein Mal in jeder Woj che diesen Flugdienst I versehen. Jeden Donners-1 tag um 21.30 Uhr wird1 ein Flugzeug, in New York starten und am nächsten Tag um 14 Uhr 25 Lokalzeit in Lod eintreffen. (ITA) Neue Attentate in Algerien Algier. — Aus verschiedenen Städten Algeriens wurden Sprcngstofiattentate gegen die Juden gemeldet. Viele »udeu sind schwer verletzt worden. In der Hauptstadt Algier wurde in ein von Juden besuchtes Café eine Bombe geschleudert. Bei der Explosion trugen drei Juden schwere Verletzungen davon. Die Opfer sind Michael Darmon von 71 Jahren, der 31 Jahre alte Polizist Paul Atlan und dei 2oiährige Maurice Qualind. Am gleichen *Tage wuraen ebenfalls durch eine Bombe in einem Café im Zentrum André Said und seine Frau verwundet. Be; einem dritten Attentat wurde der 13jährige i harles Selsea und ein anderer Junge von Bomoensplbtern getroffen. In Blicia schleuderten Attentäter eine Bombe in das Gescheit der Brüder Qualid; beide Brüder trugen Ver'etzungen davon und der eine von ihnen wurde in verzweifeltem Zustand ins Krankenhaus eingeliefett Bei einem Bombenattentat in Constantine gegen die Firma Lazare sind fünf Angestellte verwundet worden. (ITA) dern, die bereits vor 30 Jahren ins Land gingen und sich eingefügt haben.“ Von Uebertreibungen und Versprechungen hielt ich mich geflissentlich fern. In einem Aufruf, den ich in jeder Versammlung vorlas, schilderte ich das Land und die wirtschaftlichen Aussichten darin in aller Sach, lichkeit. Mehr als 1 Franc Tageslohn sei zu Beginn nicht zu erwarten. Erst wenn man als Poel eine volle Kraft darstelle, könne mit einer Steigerung bis auf 2A Francs gerechnet werden. Einen bemerkenswerten Eindruck auf die schlichten Leute hinterliess es, als ich ihnen sagte, sie hätten sich nur schwach vermehrt im Gegensatz zu den Kindern unseres Stammvaters Jakob. 70 Seelen, die in Ae. gypten weilten, und 600.000, die nach zwei Jahrhunderten auszogen, liessen erkennen, wie unbedeutend es sei, das die Jemeniten nur 40 000 Menschen aufwiesen; ¡sei das nicht ein Beweis dafür, dass Gottes Segen nicht auf dem Lande liege? , Meine Darlegungen fan. den lebhafte Zustimmung. Dennoch schwiegen gewisse Bedenken nicht. Die Ausreise erfordert viel Geld, und woher soll es genommen werden? Fände es sich, so wäre das Haupthindernis zur Alija beseitigt. Ich hatte Verständnis für diese Haltung und wandte mich sofort an Dr. Ruppin mit der Bitte, sich bei der Lloyd Triestino zu bemühen, eine Herabsetzung der Schiffsgebühren zu erlangen und mir Geld zu schicken. Lange musste ich auf die Antwort warten; aber sie kam endlich und war ermunternd: die Lloyd Triestino erklärte sich bereit, die Passagen um die Hälfte zu ermässigen, und mir wurde von Dr. Ruppin gestattet, einen gewissen zusätzlichen Geldbetrag während meines Aufenthaltes im Jemen zu verausgaben. Als mein Diener von Aden aüs ins Innere Jemens ging und in Stadt und Land mitteilte, es seien zur Alija lediglich 38 Francs erforderlich, da kamen bald die guten Leute gruppenweise nach Aden, um an Bord zu gehen. Es waren zumeist Weber, Töpfer und Silberschmiede von kräftigem Körperbau, die sich gewiss ohne besondere Schwierigkeiten im Lande einordnen würden. Meine Hoffnung wurde nicht enttäuscht. Die Aufgabe ihrer Wohnstätten in Jemen brachte noch manche Aufregung mit sich. In Sana, der grössten Gemeinde, stellten sich die Hausväter auf den Markt und verschleuderten ihre Habseligkeiten zu geringsten Preisen. Der Bürgermeister liess ihnen sagen, er werde ihnen nicht gestatten fortzugehen. Darauf kam die Erwiderung: Wir sind keine Sklaven, wir sind freie Menschen. Daraufhin lud er sie zu einem Gastmahl ein, liess Rinder und Schafe schachten und glaubte, auf diese Weise werde er sie bewegen, zu bleiben. Indes ohne Erfolg. Die zum Aufbruch bereiten Juden lehnten es ah, einem „neuen Pharao“ zu gehorchen. Warum lag dem Machthaber so viel daran, sie festzuhalten? Es drohte ihm der Verlust beträchtlicher Steuern. Er sah sich veranlasst, zu anderen Mitteln zu greifen. Er untersagte den Einwohnern, von irgendeinem Juden sein Besitztum zu kaufen. Mögen sie hingehen, wohin sie wollen, aber ihr Vermögen muss im Lande bleiben. Das war ein schwerer Schlag, aber man nahm ihn an und — und ging auf ¡Alija. , Mittlerweile hatte sich das j Gerücht verbreitet, ich sei ein christlicher Spion und; versuche mich in jüdischer Tracht unkenntlich zu machen. Mir wurde nachgestellt; man inhaftierte mich, nahm mir mein Gepäck und meine Barschaft weg, und erst nach Durchsicht der Empfehlungsschreiben _ an! arabische Notabein liess I man mich frei. Aber mein ERKLAERUNGEN EINES BISCHOFS Jerusalem. — „In Wirklichkeit sind 20 Prozent aller arabischen Flüchtlinge eingeglkdert worden und geben sich Rechenschaft davon, dass sie nie wieder m ihre alten Heime in Israel zurüekkehren werden”, erklärte Erzbischof Georges Hakim, das Haupt der griechischkitholischen Gemeinschaft in Israel, bei einer Pressekenferenz. Der Erzbischof, dessen Gemeinde hauptsächlich aus Arabern besteht, verwies darauf, dass diejenigen Flüchtlinge, die wieöerangesiedelt werden seien, eine neue Heimat in den Vereinigten Staaten und Kanada, in Libanon, Transjordanien und Aegypten gefunden haben. „Wenn Israel ihnen heute eine Entschädigung für ihren Besitz anbieten würde”, fügte er hinzu, „so würden ihre feindseligen Gefühle verschwinden.“ Hakim vertrat den Standpunkt, dass Israel diesen Leuten „im Prinzip“ freisteilen solle, nach Israel zurückzukehren. Er sei überzeugt davon, so versicherte der Erzbischof, dass dieser Vorschlag von einer grossen Zahl der Flüchtlinge nicht angenommen werden würde, während er glaube, dass eine beträchtliche Anzahl dagegen die Entschädigung sofort akzeptieren .und so von einer Rückkehr Abstand nehmen würde. Ueber die Araber in Israel äusserte der Erzbischof, die früheren Beschränkungen gegen die Araber in den Grenzgebieten sehn derart gelockert worden, dass die israelische Militärverwaltung dort kein ernstes Problem mehr darstelle. Der Erzbischof nahm auch auf den Eichmann-Prozess Bezug und betonte, dass die Araber in Israel von der Abscheulichkeit der in diesem Prozess enthüllten Verbrechen der Nazis gegen die Juden erschüttert worden seien. Er müsse allerdings in seiner Eigenschaft als Priester die Meinung vertreten, dass Israel Eichmann nicht töten dürfe, sondern ihn nach Beendigung des Prozesses an Deutschland oder irgendein anderes europäisches Land, das von den Nazis besetzt war, aus. liefern müsse, damit er dort bestraft werde. (ITA) Vergroesserung des i Eisenbahnnetzes j Paris. — Das französische j Unternehmen Carel-Fouche I wird Israel auf Bestellung i 14 Eisenbahnwagen liefern. ¡Die ersten beiden Waggons I sind sehen abgeschickt worden, und an kommenden ¡Juli werden die übrigen, drei Stück in jedem Monat folgen. | Israel verhandelt mit einer anderen französischen I Gesellschaft über die Liei ferung von Güterwagen. | Wie man annimmt, wird das heute 700 km lange Eisenbahnnetz Israels in zwei | Jahren auf 1100 km ausgedehnt werden. (ITA) I Eine Statistik | Die Zahl der deutschsprechenden Juden wird in Isi rael mit ca 100.000 ange- I nommen, in den USA sind es rund 175.000, in England 50 000, in Argentinien ca 40.000 in Brasilien, 20.00# und in Chile 15.000. (AWZ) Israel pflanzt Kaffee an In Kürze wird Israel mit Kaffeeplantagen auf kommerzieller Basis beginnen. Zwölf Jahre lang hat Dr. | Israel Gindel an der Landj wirtschaftlichen Versuchsstation in Rechowot 65 verschiedene Sorten für die Anpflanzung ausprobiert, wo- I bei sich schliesslich sieben für den Anbau in Israel als geeignet herausstellten. Da-! mit wurde die bisher allge- I mein gehegte Auffassung : widerlegt, dass Kaffee nur | in ausgesprochen tropischen Gebieten gedeihen würde; die Grenze der Kaffeezonen rückt 10 Breitengrade I nördlicher in das Mittel- I meergebiet. Die Pflanzen, die jetzt | sieben aufeinanderfolgende Jahre ausprobiert wurden, haben sich auch gegenüber kalter Witterung, gegen Krankheiten und ärmerem Boden resistent erwiesen. Bereits haben sich Wissenschaftler anderer Gegenden mit einem üalbtrockenen, subtropisehn Klima für Dr. Gindels. Forschungen interessiert. Geld wurde mir nicht zariiekgegeben. Ich war gezwungen, nach Aden zarückzukehren. Im Hafen fand ich rund 660 jemenitische Olim vor. In meiner Abwesenheit hatten sich bereits mehrere Hundert auf den Weg nach Erez Jisraei gemacht. Und als ich selber dann wieder ins Land zurückkam, hatte das Leben in den Städten und in den Siedlungen bereits ein bewegteres Tempo angenommen, dank des Einströmeas eines neuen Elementes. Arabisches Einheits-Kcmmando London. — Die Zeitun-,?en der VAR meldeten, lass der Oberste Rat Tut arabische Verteidigung beschlossen bat, ei* Ektheits-Kommand« Jer arabischen ÖeeTe zw schaffen, an dessen Spitze ein Offizier der Vereinigten Arabischen Republik stehen wird. Die Presse kündigt ferner an, dass die Aussen, minister aller arabischen Länder als DeLegatfonsehefs ihrer betreffenden j Länder bei der nächsten Sitzungsperiode der UN, welche sich mit der „Palästinafrage” beschäftigen wird, auftreten wer. den. (ITA) Registre de la Propiedad Intelectual No 656 635 Imm-eso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivada\ia 831 >i YORK

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