Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1885 (16.6.1961)
- Date
- 1961-06-16
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, K de J »nie de 1961 LA SEMAÄA ISRAELITA i Ane XXII. — Ne. 1WM — 7 NACH 8EN CURIONS in Buenos Aires Ministerpräsident Ben Gurion verfolgte mit seinem Besuch in Kanada natürlicherweise politische Absichten, besonders anlässlich der bevorstehenden UN- Vollversammlung, auf der voraussichtlich auch wiederum die Frage der arabischen Flüchtlinge zur Sprache kommen wird. Jetzt müssen eben alle Anstrengungen gemacht Werden, der Propaganda der Araber entgegenzuwirken. Dass sich Ben Gurion auch Handels- und Industrieminister Pinchas Sapir nach Oltawa kommen Hess, weist darauf hin. dass mit diesem Besuch neben den politischen Absichten auch wirtschaftliche verfolgt wurden. Daher erscheint es naheliegend. sich einen Ueberblick über die ökonomischen Beziehungen zwischen Kanada und Israel vor Augen zu führen. Kanada ist mit seinen fast zehn Millionen Quadratkilometern beinahe 500 mal so grr^s wie Israel mit seinen 20 678 qkm und hat mit seinen 17 Millionen Einwohrern eine 8.5 mal so zahlreirhe Bevölkerung wie Israel. Bekannt sind auch die geradezu unerschöpflichen Naturschätze Kanadas, dessen Volk dank vernünftiger polnischer Leitung seinen Btiehtum auch zu gemessen versteht. Nur die USA überlreffen Kanada bezüglich des Lebenshaltungsniveaus der Bevölkerung. Mit 5.300 Millionen Dollar stand Kanada auch 1960 an der 5. Stelle der grössten Exportstaaten der Erde. Die wichtigsten Exportwaren Kanadas. Rohmaterial wie Weizen. Mineralien. Produkte der Forstwirtschaft, bilden über 60 Prozent dieses Exports. Kanada nimmt generell gesehen den 4. Platz unter den welthandelnden Staaten ein (unmittelbar nach USA. Grossbritannien und Deutschland'. Kanada zeichnet sich durch eine sehr rege wirtschaftliche Aktivität aus. die an Umfang von Jahr zu Jahr zunimmt, während allerdings in letzter Zeit der Nettogewinn der kanadischen Firmen relativ zuriiekging. da sieh die grosse Verdienstspanne die bis 1960 galt, wegen der schärferen Konkurrenz jetzt nicht mehr halten lässt. Es gibt Möglichkeiten für den Ausbau der israelischen von ME1R FAERBER : Lieferungen nach Kanada I schon deshalb, weil der kaj nadische Import zu 8,1 Proi zent aus Textilien besieht-, | .von denen Kanada zehnmal I so viel importiert wie exporj tiert und Textilien einen | wichtigen israelischen Ausfuhrposten bilden.! Auch an Produkten der israelischen Lebensmittelindu- , strie sind kanadische Kauflieute interessiert. Eine Ausstellung in Kanada erhältlicher israelischer Lebensmittel. die Anfang Mai 1961 der | 1 israelische Konsul und der Handelsvertreter in Montreal veranstalteten, wurde von 500 Interessenten besucht.! Au'geste->t wurden u. a. Wein und Liköre „Carmel“. Orangen und Produkte aus Zitrusfrüchten. Süss waren. Schokolade und Erdnüsse, Mode- und Geschenk-Artikel.! i An dem Ansties der Israel-Touristik um 47 Prozent gegenüber 1959 auf 125.000 Besucher im Jahre 1960 hatte Kanada ebenfalls einen gewissen Anteil, denn ge- I genüber 2.500 Besuchern im Jahre 1959 kanten aus Konada im Jahre 1930 um 100 Prozent mehr, nämlich 5000 . Touristen. j i; IMPORT UND EXPORT i Israels Gesamt - Import betrug 1960 893 2 Millionen IL (gegenüber 771.6 Millionen II, im Jahre 1959'. stieg in 1 diesem Jahre also um 15.8 Prozent. Der Mehr-Import bestand zu 23.9 Prozent aus Investitionsgütern. An der ' Einfuhr waren kanadische Waren 1959 mit 9 272.000 IL ’ und 1960 mit 12.435.000 IL beteiligt. Der Export Israels nach . Kanada stieg in den letzten! Jahren ständig und hat auch weiterhin steigende Tendenzen. Von 1.471.000 IL im Jah- : re 1956 wuchs er über 1 557.000 IL im Jahre 1957. | 1 879.000 IL in 1958 und 2.233.000 IL 1959 aut 2.496.000 I , IL im Jahre 1961. ' I Das ist durchaus kein Ausnahmefall. Wenn wir den An-; stieg des israelischen Ex-! ports in andere Länder damit verglichen so erhalten | I wir gegenüber 70 Prozent j Anstieg im Export nach Ka- | nada: 90 Prozent nach Euj ropa md im Gesamtbild al-! ler Länder zusammen 94 Prozent. Der Export Israels | deckt momentan etwa 43 : Prozent des Imports, obwohl er vor 12 Jahren nur etwa 9 Prozent gedeckt hat. Er soll nach der Planung des Handels- und Industrieministeriums in etwa fünf Jahren zur Ausbalancierung der Importe gelangen. Zum Vergleich mit der Entwicklung des israelischen Exports nach Kanada seien hier die Ziffern der Ausfuhr nach einigen anderen Ländern angeführt: Seit 1956 stieg bis 1930 der israelische Export nach Argentinien von 50.000 auf 576.000 Dollar, nach Brasilien von 317.000 uf 1.092.000 Dollar und nach Westdeutschland ton 3.966.000 auf 25.604.000 Dollar. DIE INVESTITIONS¬ BEWEGUNG Im Jahre 1960 wurden von der Investitionszentrale 440 Betriebe und Unternehmungen als erwünscht im Sinne des Investitionsförderungsgesetzes approbiert, ln diese Betriebe wurden 72 994.000 Dollar und 45.753 000 IL investiert. während sich das gesamte Investitionskapital einsch iesslich der privaten und Regierunrsanieiben auf 397.219.000 IL summierte. An erster Steile stehen in dieser Liste 269 Industriebetriebe mit Gesamtinvestition von 166.6 Millionen IL. an 2. Stelle 24 Finanz’erungs Betriebe mit Investitionen von 80 Millionen IL an 3. Stelle 65 Bau- und Hotel-Unternehmungen mit zusammen 65 Millionen IL und an 4. Stelle zwanzig Transport- und Schiffs-Unternehmunsen mit zusammen 47.7 Millionen IL Investition. Während es in den USA neun Vertretungen der Investitionszentra e gibt. am. tierte in Kanada bisher nur eine in Toronto. In der Statistik der Investitionszentrale wird Kanada zusammen mit den USA geführt, so dass keine gesonderten Angaben zur Verfügung stehen. Der Anteil der USA und Kanadas an den Investilio- . nen und Anleihen in Devisen 1 belief sich 1960 auf 19.331.000 Dollar (von insgesamt 25 985.000 Dollar ) in 71 neue 1 Unternehmungen (von insgesamt 137) davon bestätigte Anleihen 8.629.000 Dollar i (von insgesamt 13370.000 Dollar), zu Erweiterung bestehender Unternehmungen 13 Investitionen von zusammen 1.6 Millionen Dollar (von insgesamt 3.633.000 Dollar) und 7 Anleihen in Höhe von 4.151.000 Dollar (von insgesamt 9.895.000 Dollart, ferner 32 Investitionen in Höhe von 34.584.000 Dollar (von insgesamt 43 376.000 Do] ar) und l7 Anleihen in Höhe von 7.546.000 Dollar (von insgesamt 9 555.000 Dollar). 1960 gab es 116 Investitionen aus USA und Kanada (gegenüber insgesamt 237) in Höhe von 55.515.000 Dollar (von insgesamt 72.994.000 Dollar) und bestätigte Anleihen 49 (von insgesamt 132) in Höhe von 20.326 000 Dollar (von insgesamt 32.820.000 Dollar). In Kanada leben — nach einer Schätzung des Jahres 1957 — 245.000 Juden in 190 Gemeinden, die meisten in Montreal. Toronto und Winnipeg. Wenn wir diese Zahl mit den über 5 Millionen Juden der USA vergleichen, werden wir verstehen dass der Umfang der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Kanada und Israel nur etwa ein Zwanzigstel dessen zwischen den USA und Israel beträgt,, doch können diese Beziehung?n sowohl mit den USA wie auch mit Kanada noch wesentlich ausgebaut werden. . EUlfcBLF FIRKUSNY — EINE FEIERSTUNDE Unter den Auspizien des , Mozarteum Argentino” machte jener einzigartige Pianist sein Rentrée, welcher zu den gezählten Künstlern gehört, die nicht nur grosse Musiker, sondern auch grosse Menschen sind: Rudolf Firkusny, der seine tschechische Heimat zweimal freiwillig verliess trotzdem ihm zuerst die Nazis und später die Kommunisten goldene Brücken bauten. Das Konzert gehört zu den wenigen, bei welchen der Kritiker nur schweigen und geniessen darf; ailes an Firkusnys Spiel ist vollendet: seine Technik seine Expression, sein Verständnis und sein restloses, weitabgewandtes ..In - sich - Versenken“. sein Dialog mit dem Fiügel. seine Zwiesprache mit dem Komponisten, dessen Werk er für uns. für sich spielt. War es nun Mozart (c-mo 1-Phantasie K. V. 475 und c.moll Sonate K. V. 457). war es die grandios konzipierte und grandios wiedergegebene Schumann- Phantasie opus 17, waren es die Jirak-Miniaturen oder dit ..Estampes“ von Debussy oder die drei Petruschka- Sätze von Strawinsky (Transkription des Komponisten), die uns gefangen nahmen und sinnen liess-sn? Wir könnten es nicht ausdrücken Firkusny war allein mit seinem Instrument, und wir waren es mit unseren Gedanken; ein für unsere Stadt unbekanntes feierlicnes Schweigen schwebte im Saal, welches erst durch donnerähnliche Ovationen gebrochen wurde, mit denen Auszeichnung eines Wissenschaftlers i Mexico City. — Dr Mar- | cos Moshinsky, ein weitbekannter Atomwissensehafti ler und Professor für Physik an der hiesigen Univer- 1 sität seit dem Jahre 1949, hat einen der drei Preise erhalten, die von der Regierung jedes Jahr für wis- 1 senschaftliche Forschungen verliehen werden. Moshinsky. der 40 Jahre alt ist. wurde in Russland geboren und kam als klei_ nes Kind ins Land. Die ehrenvolle Auszeichnung wurde in der Universität vom Präsidenten Adolfe I.öpez Matcos im Rahmen einer Feier überreicht. man diesem wahrscheinlich zur Zeit grössten Pianisten huldigte, und die ihn freigebig —Iroiz eines ungewöhn- 1 eh anstrengenden Programms — veranlasston, noch eine ..Mazurka“ von Chopin und einen tschechischen Tanz von Smetana zuzugeben. Eine Feierstunde. ..THEATRE D’ART DU BALLET * IM COLISEO Die unter Leitung von Tatlana Piankova in Pa-is ansässige Ballett - Gruppe rr.achle' ihr argentinisch :s Debüt mit drei Programmen. Die- Schar setzt sich durchwegs aus jungen, noch unbekannten Tänzern und Tänzerinnen zusammen. In allen Stücken war ersichtlich. dass man Bevoizugungen oder Starbesetzuneen aus dem Wege ging , denn jeder Einze ne haftt abwechselnd grosse oder weniger wichtige Rollen zu interpretieren. Die Disziplin, unumgänglich notwendiger Faktor im Bereich der Terpsichore. ist ausgezeichnet, und soMstische und Ensemble Leistungen waren durchwegs. wenn r.icnt perfekt, so doch gut und solide. Von den insgesamt zwölf getanzten Stücken seien als besonders geungen hervor. gehoben; “Francesca da Rimini’" (Tschaikowsky', ..Igrouc-hki“ (Rimsky-Korsakow). ..Simp’e Symphonv“ (Benjamin Britten). ,.Karneval“ (Schumann) und die ..Abenteuer Harlekins“ (unbekannter Beethoven- Mix). Weniger glücklich schritten jedoch die ..Sv'ohides“ (Chopin) und .Elfen“ (Mendelssohn; Sommer, nacht st raum-Ocuvertüre .und Toi e des Vidin Konzerts emoll. onus 64) rb. Der dem Ballett an schürende versierte und temne, ramentvole Dirigen* Nicolas Kopeikir? Icdc'e mi; Routine und Verve die aus MHgl-'ede-n des Na"ona »n Symphoni? - Or'he (rrs rekrutierten Musiker. Ks sa>i vio en und freundlichen Bc.- f all. c.n --- M Die- GRABSTEINSETZUNG für meinen unvergesslichen Mann Dr. Abraham Mibashan findet am Sonntag, den 18. Juni, um 10 Uhr 39 in Tablada sott. Inn Namen der Hinterbliebenen Rosa de Mibashan Jüdische Wochenschau in Montevideo/Uru^uav Einzelnummer 50 Centésimos Jahresabonoi 45.— $ urug. ABONOS — AVISOS — COBRANZA Sra. L. Löblowitz Paraguay 1164, piso 2, apt 9 Distribuidor: KIOSK TUREK Constituyentes 1757 Tel 42-640 EINHEITSKAMPAGNE 1961 Geben fuer Israel geben fuer sith im Bsrmizwati-lahr Israels: Mobilisierung der Herzen und der ANNAHMESTELLEN* CAMPAÑA UNIDA PRO ISRAEL. COMITE CENTROELROPEÜ Sarmiento 2376, 3” — T. E. 47-3820 nnd samlliche seiiretariate der angeschíossenen Ortranisalioncn und Gemeinden t*S*82990*9S)SO9B OSOOS*. J.¡¡>®«í9©2»#©ípí»t (C_ SCQC-Í!)«5 t93i