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Jüdische Wochenschau · 1961-06-12 · 1884 (12.6.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1884 (12.6.1961)
Date
1961-06-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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PUEYRREDOM 2190 - W izq. T. E. 8 3 - 2 6 1 3 Año XXII. .v-jüjjr. BUENOS AIRES, MARTES 13 DE JUNIO DE 1961 No. 1884 Neue Berichte ueber die Lage; AUFSTAND IN ■OS*»* sing ursprünglich dahin, war dazu bestimmt wor-; fehlet, dass er wie eine ge- TREBLINKA (möglichst viele SS. Leute in'den, die Opfer zu durchsu-1 wohnliche Bahnstation mit. I den Baracken zu isolieren, 1 chen. Manchmal waren die! Billetschalter, Uhr und Jerusalem. — Einer der sje einzeln zu töten und1 Berge dec Toten so hoch i Fahrplanen in deutscher. Jüdischen Häftlinge, die an' dann den Ausbruch zu ver-' wie mehrstöckige Häuser.: und polnischer Sprache aus-j den Vorbereitungen zuru! suchen. Als jedoch zwei der | Jeder Transport, der einge-: sa“-. Sie hatten Plakate auf-; Aufstand m dein Ausrot- Anführer eine halbe Stunde i liefert wurde, bestand sei. | gehängt, auf denen zu lesen tungslager Treblinka beteivor (jer für ^ie Aktion fest-! ner Aussage nach aus 5;ar|d' >>Nach dem Bad und, iigt waren, beschrieb vor, gesetzten Zeit entdeckt wurj durchschnittlich 60 Güter- Kleiderwechsel werden die; Gericht, wie zwei Kinder,: ^.gchiogg man, sofort; wagen, und in jedem Wag- Juden zur Arbeit geschickt.” j die Zutritt zu den SS-Ba-; zur Tat zu s'chi'eiten. Das i gon befanden sich 80 bis racken hatten, watfen fui; ■ ]?eil€r gegen die SS wurde ■ 100 Menschen. Zwei Transdiese Rebellen stahlen, bei eröffnet, das Brennstoff- > porte brachten Zigeuner, der es rund loO KZlern zu. und ¿¡ie Baracken in: bei allen anderen handelte entfliehen geiang. Der Zeu-: ßrand gesteckt, so dass das j es sieh um Juden. Die Ge. ge Kalman reigman sagte : Lager in Rauch gehüllt war. fangenen der ersten Transaus. dass ¿Leser Aufstand j inzwischen flohen die Haft-; porte boten keinen irgendvon den Häftlingen orga.jUnge .wie gearteten widerstand, Dienstoersorai' für die SS1 Teigman erzählte, dass ■ denn sie glaubten, sie würderen, die zu Arbeiten ver-! wandter des tscheehoslo- Die Juden eines spateren Tagers sicherten^ Die Kin- ' Geheimnis eingeweiht, weil Iren, weigerten sich auszu- £?. ÄÄ!« ,">» *>»«r JM. «rW-lîÂ-JT;!? ,11.??.”.' kamen, um den SS-Leuten \ ratet war. Die Opfer mussten in einem; besonderen Büro ihre Taschen ausleeren, bevor sie den Weg zu den Gaskam. mern antraten, den die Nazis „humorvoll” den Himmelsweg nannten. Ein anderer Zeuge, Eliahu Rosenberg, berichtete1 Einzelheiten über die An-! zahl der Opfer, die bei ei. I ner einzigen „Operation” liquidiert wurden. Die To-! deskandidaten mussten Lastj wagen besteigen, die für diesen Zweck mit besonderen Einrichtungen versehen' waren und von zwei Ukrai-' FRONT DER ANTISEMITEN Die antisemitischen Gruppen in USA haben den Eichmann-Prozess — wie es auch nicht anders zu erwarten war — für antijüdische Propaganda zum Vorwand genommen. In Broschüren und Flugblättern versuchen sie, dea entsetzlichen Eindruck zu verwischen, den die Zeugenvernehmung im jerusalemer Prozess* auf die Amerikaner gemacht hat. Sie sind ferner bemüht, stärker gegen die Ratifizierung der UN-Konvention gegen Völkermord durch den USA-Senat zu agitieren, damit der Massenmord von Volksgruppen, wie ihn die Nazis verübt haben, nicht ausserhalb des Gesetzes gestellt wird. Sie haben sogar ein „Comité für die Wahrheit über den Eichmann. Prozess” gegründet, das seine Postanschrift mit Post Office Box 783, Birmingham (Alabama) angibt. Besonders aktiv beim „Gegenangriff gegen die jüdische Propaganda im Eichmann-Prozess“ ist die rassistische Nationale Staatspartei im Süden der Staaten. Ihr Organ, „The Thunderbolt” stellt die Behauptung auf, dass die Juden die Millionen, die der Eichmann-Prozess kostet, „nicht umsonst ausgeben”. Der Prozess in Jerusalem, so schreibt das Blatt, stellt eine ..Verschwörung” dar, um die allgemeine Annahme der Konvention gegen Völkermord zu erzielen. Einige der antisemitischen Führer in den USA vertreten sogar die unsinnige Ansicht, dass Eichmann ein Jude sei. Das Blatt des Antisemiten Gerald L. K. Smith, „The New Letter”, behauptet, dass „es eine beträchtliche Zahl von intelligenten Menschen gibt, die g!aul>en, dass Eichmann ein Jude ist und für die böswilligste Propagandaschau in der Geschichte missbraucht wird.” Das Blatt des Neonazis James A. Madole gibt seinen Lesern den Rat. die „hassverzerrten” Aeusserungen der jüdischen Führer über den Eichmann-Prozess und die Notwendigkeit der Ratifizierung der Konvention gegen Völkermord aufmerksam zu studieren. Rockwells Parole zum Eichmann.Prozess lautet „We like Eich . ”, und seine kleine Anhängerschar trägt Plakate mit dieser Aufschrift, wo sie nur die Gelegenheit hierzu findet. - BORIS SMOLAR sie schoss; die Ueberleben _T, .j. , . den wurden mit Gewalt in - die Stiefel zu putzen, konn-l Die Ukrainer, die die glei-, ‘ffestonern- Iwan und Nikolai, be. ten den Verschwörern Wat: ■ chen Uniformen wie die ’ s j dient wurden. Zuerst hörte fen und Munition mitbrin-1 Deutschen trugen, beteilig. I man grausige Schreie, dann gen. | ten sich an allen Morden,’ Die Nazis hatten den Eln_ | Jammern, und zuletzt trat Der Plan, so erklärte er,1 wie Teigman berichtete. Er SanS zum Lager so herge. j ejne eisige Stille ein... --:-ä-¡ STERILISIERUNG DER JUDEN Jerusalem. — Die Nazis stellten Totenscheine für die im KZ Auschwitz ermordeten Juden aus, in denen an-! gegeben war, dass die Opj fer an „Lungenentzündung, > Ruhr, Blutvergiftung, Herz-1 schlag oder Schwäche” ge-1 storben seien. Dies sagte I WIE ICH ES SEHE Í Frieden mit den Nachbarn i t ♦ * von JEHUDA GOTTHEIMER Die Reis* Ben Gurions,, man die israelische Situa-!el stellen nicht verschiede- ^?ya K.agan. aus> die g«gen-J die ihn nach Kanada in die! tion analysiert, wird man ne> sondern identische Fak- Z’\m israelischen Au-i USA, nach Grossbritannien verstehen, dass diese Frage) tofen dar, die unlösbar zu-; mistenum beschäftigt; und Frankreich führte, kaum oder sehr schwer zu sammengehören. Deswegen__ diente in erster Linie der beantworten ist. Denn es ist i Israel zwischen den Festigung der Beziehungen ’ unmöglich, das Problem als ' *nderen Kulturen, zwischen; nicht aus, deren Grundkonist und in Auschwitz inhaftiert war, wo sie in der Registrierabteilung arbeitete. Die Zeugin berichtete, hunderttausende Juden, die von den Transportzügen direkt in die Gaskammern geschickt wurden, seien nicht registriert worden. Adolf Eichmann, der angeklagt ist, diese Ausrottungsaktion persönlich geleitet zu haben, folgte dem Bericht der Zeugin ohne sichtbares Interesse. Frau Kagan erzählte, dass man hinter die Namen der Häftlinge, die in Auschwitz ver. gast wurden, in den Listen die Buchstaben SB (Sonderbehandlung) setzte. Diese Listen wurden später von den Nazis vernichtet, so dass keine Spur von den begangenen Verbrechen blieb. Die in diesen Archiven vorhandenen Anmerkungen enthielten Angaben über die Art der Gebisse der Opfer. Die Zeugin berieh. tet, im Juni 1942 sei das Lager von Poüzeichet Heinrich Himmler . besichtigt worden, der von mehreren Zivilpersonen begleitet war. Einer dieser Leute sprach eine Angestellte im Büro an und fragie sie, wer sie sei. Als diese antwortete, sie sei „eine Jüdin aus der Tschechoslowakei”, schreckte der Nazi sicht'ich zurück. „als habe er sich einer Pestkranken genähert.” Andere Zeugen der Staatsanwaltschaft sagten aus, die Juden, die in Auschwitz eingeliefert wurden, seien auf Befehl des Angeklagten als Versuchskaninchen für (Fortsetzung auf Seife 8) Israels zur westlichen Welt.1 solches und für sich isoliert I den anderen Glaubenswel-. zeptionen in der christli-! Das soll keineswegs bedeu-!zu betrachten. Zahlreiche teib zwischen allen anderen chen Welt entscheidenden1 te, dass Israel nicht etwa ’ ideologisch« und politische j geistigen bewegenden Kräf- Einfluss ausgeübt haben, lei bereit wäre, auch mit der ¡Faktoren spielen hierbei ei-! te dieser wie jeder anderen bendig geblieben sind und' Sowjetunion und ihren Vane wichtige Rolle, die nur! Zeit. .. fortentwickelt wurden. ] sallenstaateB erneut in eine unmittelbar . mit diesem1 Diese Andersartigkeit der Die geographische Tatsaengere Verbindung zu tre- Fragenkomplex zusammen- J geistig-ideellen Vorstellun-1 che, dass Israel zwischen; te« und den Kontakt aufzu.! hängen, seine Entscheidung; gen bedingt, dass Israel Asien und Afrika auf dem * Rehmen, der, in der ersten aber äusserst schwierig ■ niemals einem der kontra- Wege nach Europa liegt, ist, Zeit israelischer Eigenstaatj machen. — j ren und kontroversen Blöklichkeit bestanden hat. War! Wenn ein Land in der ke anzugehören vermag, doch damals die Sowjet-'Welt zwischen den Konti-, sondern seine eigene Orienu«ion das zweite Land, das nenten, zwischen allen ' tierujig, seinen eigenen Weg Israel anerkannte. Stalins' Machtsphären und Interes-iund seine eigene Vorstelvon einem überragenden Einfluss, denn kein Volk j kann sich unabhängig von ' Erklärung felgte unmittel-{sengebieten, aber auch zwi-^lung vom Leben, vom Frie seinem Raum und gegen' sein« Geographie entwik.' kein. Zweifellos ist Israel bar derjenigen Trumans. j sehen den Kulturen Tegt, den> von der menschlichen' von denjenigen Juden ent-! Kleine Länder wie Israel j dann ist es Israel, uralte G«selischaft hat und haben J scheidend gebaut und beein-1 sind durch den unglückselig Brücke zwischen Ost und muss- . fiussl worden, die aus Euro-1 gen Ost.West-Konflikt mitj West, die schon in frühen 1 Tatsächlich aber gibt es pa gekommen sind und dort unter noch stärker als grö-, Zeiten sein Schicksal waj überhaupt keine isolierten! ihre Bildung und Erziehung' ssere Staaten in die Auseinren. Während jede andere Kulturen, wahrscheinlich' genossen haben. Das ändert! . andersetzungen hineingezo-1 der grossen Religionen j konnte man niemals davon jedoch nichts daran, dass; gen. mit denen sie letztenübernational oder interna-' sprechen, dass die Kulturen 1 Israel ein Teil des Mittlecndes wenig 2U tun haben.1 tional ist, blieb die jüdische j letztlich unabhängig vonein-! ren Ostens und nicht Eu- Die Frage, auf welche Seite; Glaubenswelt an d*s jüdi,- ander sind. Noch hat man' r°Pa ist, dass mit den Jah- ,eigentlich Israel gehört, sehe Volk, an die israelische! die Forschungen über die i ren die Angleichung an den i^t viel diskutiert worden; j Nation gebunden,* Hier bilj Zusammenhänge und die * mittelöstlichen Typus vors*e ist auch noch heute Ge. det Volk und Glauben eine 1 erstaunlichen Aehnlichkeiten f schreiten wird und muss, genstand parteipolitischer , Einheit. Jüdische Kultur! zwischen der Kultur der In:! zumal das mittelöstliche Auseinandersetzungen. Wenn und jüdisches Volk in Isra-|kas und der vorinkaischen das arabiscii-jüdische Ele^ _ i Völker mit den europäischen m.en! allmählich stärkeren ■ Kulturen nicht abgesehlos. I Einfluss auch auf die Le. I sen, aber alle Anzeichen! bensgestaltung in Israel deuten darauf hin, dass! gewinnen wird. Wahrschein-1 hier Verbindungslinien vor-! H0*1 werden aber die Spuren handen sind. Wieviel mehr! Eur°Pas aus Israel niemals I gilt dies vom jüdischen verschwinden. j Volk, das in seiner Zersplit-1 Auch aus diesen Gründen terung unter beinahe allen wäre es völlig verfehlt,! Kulturvölkern der Erde ge-1 wollte man Israel nun in' lebt und von ihnen gelernt .eine Schematisierung des1 hat. Sicherlich sind sehr Lebens drängen, die durch' starke Querverbindungen' ganz andere als kulturelle! zum Osten und zum Westen | Faktoren unserer heutigen' gegeben, die im Geschichts.1 Zeit aufgedrückt worden ist I bewusstst eines alten Vol- Allerdings liegen die Dinge' es erforderlich, die komplizierten Lebensverhältnisse zu vereinfachen, sonst ver. irrt man sich im bunten Mosaik der zersplitternden Kräfte und findet überhaupt keine einheitliche und verbindende These für die Schilderung des L*:lens und der Vorstellungen der grösseren wie der kleineren menschlichen Gemeinschaften. In unserer Zeit stossen nun zwei grosse Strömun. gen aufeinander, dis man deutlich, unterscheiden kann, die aber in sich wiederum eng Zusammenhängen: die durch wirtschaftliche Faktoren und Theorien bedingten Machtkämpfe und die verschiedenen Vorstellungs- Welten über d'e Struktur die Aufgaben und die Ziele der menschlichen Gesellschaft. Sicherlich wäre es falsch wenn man einfach erklären wollte, West und Ost stiin. den sich heute in einem bru talen Machtkampf gegenüber. bei dem irgendwelche geistige Auseinandersetzun gen keine Rolle speien. Natürlich stehen sic sich in einem brutalen Machtkampl gegenüber, bei dem es bisher keinen Ausgleich gegeben hat, und alle Bemühungen um eine friedliche Koexistenz jämmerlich gescheitert sind.. Vielleicht (Schluss auf.Seite 2) Ben Gurion erstattet Bericht - Jerusalem. — Ministerpräsident Ben Gurion nahm an der ersten Kabinettssitzung nach seiner; Ruckehr von der Reise nach Kanada, den Vereinigten Staaten, Grossbritannien und Frankreich teil I und berichtete über seine Unterredungen mit den ■ westlichen Staatslenkern. Die Regierung behandelte! diese Informationen als vertraulich und veröffent-1 lichte kein Communique. j Der dreistündigen Sitzung wohnten Aussenminister Golda Meir, die soeben von ihrem Besuch in Skandinavien und Frankreich zurückgekehrt ist, Industrie. und Handelsminister Pinchas Sapir, welcher die gleichen Länder wie Ben Gurion besuchte, sowie Verteidigungs-Vizeminister Shimon Peres bei (ITA) kes, wie es das jüdische ist, eine lebendige und gestal tende Rolle spielen. Das nicht so einfach, wie dies aus der klärender. Darstellung erscheinen mag. Um aber schliesst die Eigenargewisse historische Phänotigkeit und "die Einzigartig. | mene auseinanderzusetzen keit der jüdischen Kultur und zu charakterisieren, ist Die arabischen Flüchtlinge Washington. — Das State Department hat bekannt da.ss Präsident Kennedy um die arabischen F.uchtlmge m PalästiiÄ besorgt sei und erwarte, dass Israel mit den UN bei der Lösung des Problems Zusammenarbeiten werde. Lincoln White teilte in seiner Eigenschaft als Sprecher des Ministeriums mit, - „in der kurzen und zwanglosen Zusammenkunft zwischen Präsident Kennedy und Ministerpräsident Be i Gurion habe Kennedy das Thema des traurigen Schicksals der arabischen Flüchtlinge zur Sprache gebracht und auf die Wichtigkeit der Mitarbeit Israels bei den Bemühungen verwiesen, die von der Sehlichtungskoni imssion der UN für Palästina eingeleitet werden künn- Wie White ausführte, wurde bei dem Treffen der beiden Staatsmänner in New York keine endgültige Losung des Prob ems erreicht. Gleichzeitig kündigte White an, seine Regierung leihe den von der erwähnten Kommission unternommenen Schritten zur Repatriierung der Flüchtlinge nach Israel oder ihrer Entschädigung volle Unterstützung. Er gab zu, dass der van der Kommission noch keine konkrete Form be sitze, „weil die Verantwortlichkeit bei den beiden di rekt interessierten Parteien liegt.” (ITA'i

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