Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1877 (19.5.1961)
- Date
- 1961-05-19
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Viernes, 19 de Mayo de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Año XXII. — Kt. 1877 í udendo rff-Strasse , mit denen die über die gan-1 veau beweg!, kommt dann, | ze christliche Welt sich daJzu einem Höhepunkt, als j , mals verbreitende „antijü-! der Schriftsteller Böll sich!; dische Weile" worden ist. eingeleitet gemeinen Ausnahmezustand. Der bayerische Wehrkreisbefehlshnber von Lossow verweigerte den Berliner Zentralstellen den Gehorbeite l) ler ubenxmdXe Her" vu.doiif dann noch einmal vor Kahr seine Ansprache beden Karren der Nationa’so-i Das Gespräch wurde mit reits begonnen hatte, und zialisten gespannt, als er!einer FraSe Ungers eingefeuerte einen Silniss aus eisich nach dem Tode von nem Revolver gegen die Ebert zum Kandidaten zur Decke ab. Dann schrie Hit- Reichspräsidentsehaft aufsam als der BefM-1 ereim. ler än dcr ihm cigenen wiL stellen liess; das war 1925. f 1\g" g>;dcn Art in den Saal: Die Der Weg Ludendorffs, auf Ä an=eor 110 e P1 w d<?s nationale Revolution ist ausdem ihn zahlreiche deutsche gebrochen! Berufsoffiziere führte an seinen jüdischen Kollegen Ringer mit den folgenden Worten wendet: ,,Sie haben mich, Herr Unger, vor Jahren, als Sie noch in London lebten, ge- ,, Völkischen Beobachters” durchzuführen. Wer wird in Bayern das Rennen gewinnen: von Kahr, Ludendorft oder Hitler? Es war klar, dass man den Monarchisten von Kahr, nicht auf die gleiche Ebene wie die Rebellen Ludendorff und Hitler stellen konnte, die kooperierten. Glaubte doch Ludendorff, sich des zündenden Agitators bedienen zu können. Er nahm nicht an. und für ihn war dieser Gedanke unvorstellbar. dass der Gefreite des Weltkrieges nach der Krone der Führung greifen würde und :hn. den ruhmbedeckten Feldherrn, aus. schalten würde. In einer Atmosphäre höchster Spannungen hatte Hitler am 8. November 1923 erfahren. dass von Kahr auf einer grossen Versammlung im Bürgerbr:iukeller sein Program, das nicht Hitiersj Programm war. verkünden würde. Hitler befürchtete dass von Kahr die Initiati. I ve an sieh reissen und aufbegleiteten, Ein modernei; Historiker führte zum Angriffs- und bezeichnete diese Szene als . Eroberungskrieg, der dann | vler.JVJan mexikanische Operetten-Re dip £,an,i’ yivntcWtß w»ii aucn tur volution. Dieser Vergleich Lt absolut abwegig. Das. was damals im Bürger, bräukeller geschah. war keine Operette, sondern ein Präludium der späteren nawar zistischen Verbrechen. Nur zum haben sich alle feinen und klugen Leute, die von Kahr, von Lossow und wie sie alle hiessen, aus Verblendung und Feigheit auf eine ebenso primitive wie schändliche Weise von einer verbrecherischen Theatralik tiberrum. peln lassen. Dann schickte die ganze zivilisierte Welt nach sich riss. Ludendorffs Weg als General und Poli. tiker, als Steigbügelhalter Hitlers, der er wahrscheinlich gegen seinen Willen weil er sich selbst Führer aufschwingen wollte, w'ar ein Weg, der in der Niederlage und im Elend geendet hat . Nach einem solchen Manne eine Strasse zu benennen,— und sei dies nur im unbekannten Tutzing, — war eine Fehlleistung, die durch die Vorgesetzte Be_ i leitet, der bemerkte, man würde behaupten, das jüdisehe Leben in Deutschland! fragt, ob Sie nach Köln zusei vor 20 Jahren beendet! rückkehren sollten. Und ich worden, die Wiedereinwei.1 habe Ihnen zugeraten. Ich hung der Synagoge aber bej bin nicht sicher, ob ich Ih. weise wohl das Gegenteil. ■ nen auch heute noch zur Das Gespräch zwischen den, Rückkehr raten würde. Die vier Männern berührt viele, | Situation hat sich in den uns wichtige und letzten Jahren verändert.” recht interessante Erschein1 Und der Schriftsteller benungen der Neuauflage des! gründet seine Auffassung: Antisemitismus, wie er sich j er verweist u. a. auf die LA SEMANA ISRAELITA JJisemanario — aparece ios Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2190. 1? izq. T. £. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450,— jährl. den Herren schliesslich zu in der heutigen Bundesre-! Erfolge extremer Parteien, 1 dem Ergebnis kamen, dass publik präsentiert, über um dann einen Satz zu for- | die Geschichte der deut. Gründe und Motive, über mulieren, der eigentlich ein j sehen Juden nicht beendet Möglichkeiten d?r Ueber.; furchtbarer moralischer | sei, weil es noch heute Windung und viele andere 1 Peitsehenschlag für ein be- 30.000 Juden in der Bundes- Fragen.; stimmte Sorte von Juden Einer der Gespräe’r.spart- Dbll sagte: ner erzählt von einem. Vor-! ..Wenn ich mjr also heu. i fall in einem Berliner Thea- ■ te vorstelle, ich entstamm. | ter. wo ein Stück „Ich : te einer jüdisfchen Familie, | selbst und Kein Engel” zum ich wäre als Jude in Köln! republik gäbe, weiss jeder, dass diese überraschende Antwort falsch ist. Denn für eine Gemeinschaft bleibt kein Raum, wenn die Bestwollenden wie Böll ihren ehemaligen Angehörigen ranicht wieder in diese Anlass eines wilden antise. geboren worden, hätte mei-, ,,.. vu.-«n£ic De , mitischen Tumultes gemacht ne Eltern, meine Geschwi-! ten Hitler nach Ludendorff, der hörde beanstand! worden wurde- °as Stück behandelt ster durch die Nazis verlo. ■ Gemeinschaft zuriiekzukehaueh tatsächlich erschien I ist. Dass Ludendorff ein wüden„Alds^and Warschau. ren. ich glaube, ich würde reu. Böll war derjenige, der . _ .. .. Ir»** I? Kn4I/» rx; — "XT i 1 „Lr I_ tr üi _.» I Hon I - Cenro r» n «ffn n I.riil Hör und sich zum Oberbefehls haber der Nationalarmee ausrufen liess, obwohl er nur allzu gut wusste, dass es diese Armee garnicht gab. Nach diesem Spuk in der Nacht zogen sich von Kahr und Genossen von Hitler 1 ders unterstrichen und Ludendorff zurück und den-- trafen ihre eigenen .Mass-: Aber wechseln wir das brechen könnte, um den Pl‘; nahmen. Hitler setzte alles Thema. Vor einigen Monaliofften Marsch nach Benin auf ejne Kalüe und verlor ten erschien das zweite Heft tender Antisemit war. obwohl er doch im 1. Welt- . „ krieg während seines ,polni_ I fm,,eine, Bande 1 ker . also randalisierender sehen Feldzuges’ das berühmte Manifest „An meine lieben Juden!” erlassen hat. um deren Hilfe zu erbitten. braucht nicht beson. zu weri er Ghetto. Die Kriminalpo-, nicht nach Köln zurück-1 das Gespräch offen und klar lizei stellte fest, dass es sich , kommen ... Ich will damit I geführt hat. Die Worte des „Halbstar-! nicht sagen, dass ich neue . Rabbiners waren verständ- Ausbriiehe des Antisemitisfnisvoll, die oes anderen jüdurchzuf (ihren. Hitler erschien in Begleitung Gö. rings. geschützt von SA. im Bürgerbrnukeller. kletterte auf einen Stuhl, während Dr FR KV Abogado PUEYRREDON 1190 1’ laq nachm. 16—19 Uhr —■ wenigstens damals und vorübergehend. Der berüchtigte Marsch zur Feldherrnhaile endete in einer elenden Flucht der nazisti- | sehen Demonstranten vor einigen Polizisten, die ernst machten. Hitler fiel zu Boden. Göring wurde schwer der selbst nicht anwesend war. Der Vergleich zwischen randalierenden Jugendlichen im Theater und den spielenden Kindern auf jüdischen Friedhöfen liegt „ , . sehr nahe. Wer sind aber einer Schilftenreihe, die von ¿ie Drahzieher, wer sind der Germania Judaica, der '■ ¿¡¡.o a]{en Nazis, die heute Jugendlicher gehandelt ha. 1 mus befürchte, sondern nur, dischen Beteiligten wenig be, die von einem alten Na-, das mein Gefühl, meine Eri überzeugend, zumal er als zi aufgehetzt worden seien.! innerung mich hindern wür. Beispiel jüdischen Schickden. nach Deutschland zusals und jüdischer Haltung rückzukehren. .” Böll fügt I gegenüber Deutschland in der scharf durchdachten, freundschaftlichen aber kritischen Erklärung Bölls genommen wurde. — Ungers Reaktion war schwächlich und matt. Er träumt von Kölner Bibliothek zur Genoc)j aus ¿€m Dunklen ihr i Menschenwürde schichte des deutschen Ju. dentums herausgegeben REAL PEN I Füllhaller £ REPARATUREN l Spezialgeschäft t CORRIENTES 569 f T E. 49-5850 \ i J. Liebling j FOURNIERE — Î SPERRHOELZER j OIAZ VELEZ 6224 «I 46 j T. E 43-2343/0340 T 3021 2 Propiedades Frankenberg berät Sie Kostenlos und unverbindlich beim Kau! oder VerKaul von CESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSER Manuela Pedraza 2530 pl b. Dp B T. E. 70-7244 wird. Unter dem Titel „Geduldet oder gleichberechtigt" lesen wir dort „Zwei Gespräche zur gegenwärti- , verwundet, nur Ludendorff j gen Situation der Juden in i marschierte weiter und hin. Deutschland”, ein Thema, , ein in die bayerischen Landas uns natürlich stark in. j despolizisten. von „unge-1 teressiert, weil wir aus 1 Im übrigen erinnert das 1 heurem Zorn erfüllt, weil dem deutschen Judentum! Verhalten des alten Nazi (deutsche Soldaten gewagt i Stämmen und dort unsere durchaus an die bewährte! hatten, auf den .grössten Erziehung und Formung er-! Methode der nazistischen; Feldherrn’ zu schiessen.” . halten haben. Uns soll hier Führung, die andere die! Damals wusste Ludendorff nur ^as erste Gespräch be- Morde begehen liess und ih-! noch nicht, dass sein Kumschäftigen, an dem der Kölj re intellektuelle Urheberj pane Hitler wenig mehr als , ner Gemeinderabbiner Dr. schaff heute bestreitet —! ein Jahrzehnt später zum £wi Asaria sowie die ¡grössten Feldherren aller , Schriftsteller Heinrich Böll,! Zeiten avanz:eren würde... paul Schallück und Wil. Uebrigens wurde Luden, heim Unger teilgenommen ■ ----- I haben. Der Titel der ersten Abhandlung lautet: Ein Ge- I spräch im Jahre 1959. Es wurde als Epilog zum Bu- , che Dr. Asarias „Die Juden in Köln” abgedruckt.- Das Buch, eine Sammlung zahl- I reicher Aufsätze zur Geschichte der Juden in Köln, , wurde anlässlich der Wiedereinweihung der Kölner I Synagoge herausgegeben.’ I Diese neue Synagoge war Ende 1959 Zielscheibe antisemitischer Schmierereien, dann hinzu, dass er nicht den Mut gehabt hätte, in eine Stadt zurückzukehren, in der „so grauenhafte Dinge geschehen sind." Er sagt Mut, meinte wohl aber mit vollem Recht, dass seine j einer Zukunft, die nicht sei- und sein ' ne ist. verderbliches Handwerk Stolz ihm das verboten hätj Viele überhören die meitreiben? — Was geschieht, j ten. .. Danach fällt das Ge. sten der zunächst vielleicht um diese Leute auszusehal.! spräch ab, denn im Grün-1 unklaren und schwachen ten, ihren Einfluss zu bej de genommen hat Böll alj Warnungen. Sie lachen über seitigen und neue Lebensj les gesagt und die dezidie- ¿¡¡e Ludendorff-Strasse, obvoraussetzungen für ein de. j rende Antwort gegeben. Für mokratisches Deutschland Köln ist es. was im Ge. zu schaffen? | spräch nicht zum Ausdruck | kam, heute gar kein Fro- ¡blem, denn im ganzen wohnen dort 1.200 Juden . Obwohl die diskutterenj von Eichmann bis Globke.! Das Gespräch, das sich | auf einem beachtlichen Ni- JUD1TH SCHENKOLEWSKI KUL rUSSTlOKERElEN Scbabbosdecken - Tallisbeute! Käppchen . Maz. zot-Tasehen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche BBBEDERO 2585 T. E. 73.9155 NERVEN- U. GEMÜTS¬ KRANKHEITEN 1 Dr. M. J. KUHN j ’ orov. ♦ RIVADAVIA 2625 III 2 Tel. 48 7524? lont.. Mittwoen. Freitag |; 17—20 Uhr Tel. Anmel- | düng erbeten. f 'Martha 1 ek apaauxh HUTSALON 1 * Jetzt in; G e I g r a ß ö i MOLDES 2 5 6 1 I T. E. 73-9229 \ 73-9155 Jacobo M Lapiduf dipl. Mohel TUCVMAN 2396. 4? J T. E.: 48-2124 j Dr.! B. 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E. 87 1362 [Dr. BENJAMIN L1PNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGUj LIKRUNG DER ZAHNSTELLUNG 1 Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger V erembarung. I JOSE HERNANDEZ 2518 T. E 76-8673 und 73-0S00 Dr. L KLEIN Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen - SPRECHSTUNDEN: * 3- * Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—18 Uhr^. t Es wird gebeten, such vorher telefonisch anzumeiden j JSANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542? * *