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Jüdische Wochenschau · 1961-05-16 · 1876 (16.5.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1876 (16.5.1961)
Date
1961-05-16
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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FRANQUEO P/.viADC Concesión 908 Concesión 1629 TARIFA REDUCIDA Ano XXII. BUENOS AIRES, MARTES 16 DE MAYO DE 1961 No. 1876 EL EJEMPLAR en toda la Republic« Buenos Aires PUEYRREDON 2190 1? T. E. 83 - 2613 4.- isq. ie Leiden der Juden im “Mustsr^hetto” (Schluss von Seite 1) in Jerusalem einge. bereits trollen. I’astor Grueber wurde im Jahre 1940 von Eichmann _ vei haftet weil er gegen die ■ zugreifen, wenn die Juden- Judenverfolgungen oppo- \ deportationen aufgenom. genommen habe. Der Papst derte dann mit allen Einhabe damit gedroht, so i zelheiten. wie alle mögli heisst es in diesem Doku. I chen Schichter, der römi- ™®.nV,-eu s*eil aussehen Bevölkerung, katholidrucklich das Recht vor,, sehe Priester, Deutschland öffentlich an- ' oder später auch an die Reihe kommen würden. — PROZESSVE R LAUF UND -DAUER wermen oder fortgesetzt den sollten. Ferner legte der Staatsanwalt einen Brief vor, den Eichmann an den Herrn niert hatte. Der Pastor wurde in das KZ Sachsenhausen gebracht und kam spä. ter ins KZ Dachau. Insgesamt war er mehr als drei Jahre in Konzentrationslagern. In einer Predigt, die Greuber vor kurzer Zeit gehal. ten hatte, erklärte er u. a.:! <ies Dritt?n Reiches, nacndass es Menschen wie Eich-; dem Marschall Badoglio Ita. mann und andere solche. jjen aus dem Bündnis der Nazis gegeben hat, bedeutet! Achse herausgeführt hatte eine Anklage gegen die Alj (nach dem Sturz Mussoliprotest antische Geistliche, Arbeiter usw. verzweifelte Versuche machten, um die Juden zu retten,, dass aber all diese Bemühungen vergeblich wa. rcn. Von den in dieser Nacht zusammengetriebenen Ju- , . .den. deren Zahl auf 7.500 'sind vom 11. April bis zum von Thadden gerichtet hat, bezi{fe wurde. sjnd über-! 12. Mai bereits 47 Zeugen den nazistischen Experten haupt nUr 16 am Leben gc-! vorgestern und vernommen für jüdische Angelegenhei. I blieben ten im Aussenministerium 1 , THERESIENSTADT Zwischen den Sitzungen wird die Frage der Prozessdauer lebhaft diskutiert. Ursprünglich teilte die An. klagebehörde mit. dass sie 39 Zeugen vorladen und verhören wolle Inzwischen nimmt allgemein bei der*®ichmann gerufen, der sei. bisher bewiesenen strikten ne Büros in der Kurfür- Objektivität der Richter an, i stenstrasse ir. Berlin hatte. Dort arbeitete auch Adjutant Gunther. ZUM ERSTEN MAL: G L O B K E te Christliche Kirche. Alle diese Monstruen. Eichmann oder wie sie sonst heissen mögen, wurden getauft und haben acht oder mehr Jahre hindurch wöchentlich zweimal Religionsunterricht in den Schulen erhalten. Ei. niee von ihnen haben sogar christlichen Jugendverbänden angehört. — nis). In diesem Brief setzt Eichmann dem Eberhard von Thadden auseinander, dass einige Juden, die ausländische Pässe haben, mit der Regierung Badoglios sympathisieren könnten. Da es aber schwer sei, die Haltung jedes einzelnen Juden zu untersuchen und zu prüfen, müssten eben alle Juden deportiert werden. — worden, in der Hauptsache Israelis, Von den vernommenen 47 Zeugen standen Im Verlaufe des Prozes. |"er Eiste der Zeugen, ses wurden wiederum zahli von Staatsanwaltreiche Dokumente vpn derisc^a^; Prozessbeginn Anklage vorgelegt und Zeu- > orgeiegt worden war, nur elf! dass diese alle vorgelegten Urkunden bis ins einzelne mit grösster Sorgfalt überprüfen werden. Deswegen wird die Tätigkeit des Gerichts, die sich auf das Stu. dium der Zeugenaussagen und der Unterlagen bezieht,!der Namen mit Sicherheit einige Wo-1 kretärs im chen Zum ersten Mal im Ablauf des Prozesses wurde des Staatsse- Bundeskanzler. dauern. Beobachter amt Dr. Hans Globke gekommen zu dem Ergebnis, nannt, als ein Dokument dass die Entscheidung des; verlesen wurde, das eine Gerichts sicherlich nichS/or | Sitzung vom Januai 1941 gen vernommen. Einen besonderen Eindruck hinter, liess Moröechai Ansbacher, der aus Würzburg stammt vor- und heute in Israel lebt.'dass auch die Verteidigung 1 Als Ansbacher verhaftet | hundert Dokumente ^unterbreiten Die Anklagebehörde,legte bisher 650 Dokumente aller Man nimmt an, ZEUGIN BERICHTET UEBER ITALIEN EICHMANN CONTRA PAPST Im Laufe der Verhandlungen wurde auch ein Do-1 Dann erscheint als Zeu. kument vorgeiegt, das den | gin Frau ’ chulda Campag- Einfluss Eichmanns und ' nian0i die jetzt Lehrerin in seine dezidierende Position innerhalb des nazistischen Machtapparates, soweit es um Juden ging, hinreichend beweist. So hat das deut. sehe Aussenministerium Eichmann direkt — ohne etwa die Intervention anderer .höherer’ Amtsstellen — davon in Kenntnis gesetzt, dass Ger Vatikan gegen die Austreibung der Juden aus Italien Stellung Reise Prof. Frondizis Buenos Aires. — Auf Ein. ladung der Hebräischen Universität zu Jerusalem und der Freundesorganisation in Argentinien wird Prof. Dr. Risieri Frondizi, der Rektor der Universität Buenos Aires, noch in diesem Monat eine Reise nach Israel antreten. Prof. Frondizi wird zwei Vorlesungen in der Philosophischen Fa. kultät und einen öffentlichen Vortrag halten. Die Jerusalemer Universitätsbehörden haben eine Reihe von Veranstaltungen für diesen Besuch vorbereitet. Prof. Frondizi wurde zum Ehrengast erklärt. — wurde, war er 13 Jahre alt. Aber er hatte schon zwei Emigrationen hinter sich. Die Familie war zunächst nach Holland und dann nach Belgien gegangen. wohin ihnen aber die Nazis und ihr Schicksal folgten. Ansbacher wurde durch ver- I schiedene Lager geschleppt, I dann kam er in die Nähe Münchens, wo er ein neues I Lager mitaufbauen musste. I Von dort wurde er dann der religiösen Siedlung Jav. ne (Israel) ist. Diese Lehrerin ist eine Tochter des j verstorbenen Professors Dr. Cassuto. der früher Ordina. , rius an der Universität in - uer zeuge Rom für semitische Sprachen gewesen ist. Später wirkte Dr. Cassuto als Professor an der Hebräischen Universität für biblische Forschungen. Sein Bruder, der Rabbiner in Florenz war, sowie seine Frau und Schwester sind den Nazis in die Hände ' gefallen und umgekommen. Die Zeugin beschrieb den Wechsel der Lage, in welcher sich die italienischen Juden befunden haben, seit. dem im Jahre 1943 Italien . nach Lebensmitteln dem antisemitischen und dem Gericht wird. Der Vorsitzende ist sehr darum bemüht, die Verhandlungen abzukürzen, was auch zum Teil gelungen ist. Dennoch lässt sich schwer der Termin Voraussagen, an dem die Anklagebehör. de alle Zeugen und Urkunden dem Gerichtshof unterbreitet haben wird. Man Mitte Juli erwartet darf. DEPORTATION AUS BERLIN Als Zeugin über die Zustände und die Deportationen der Juden aus Berlin wurde Frau Henschel ver. nommen, eine Dame im vorgerückten Alter. Sie berichtete. dass die jüdische Polizeitruppe, die in Wien von Eichmann geschaffen worden war und die Eich-! berger i mann treu diente, nach Ber-1 gesetzt behandelt. Aus dem Protokoll ergibt sich, dass Globke nicht das Wort ergriffen hat. Auf der damaligen Sit. zung wurde der Beschluss gefasst, dass allen Juden die deutsche Staatsangehörigkeit abgesprochen und ihre Vermögen eingezogen werden solleD. Bekanntlicn war Globke in letzter Zeit schweren Angriffen als Verfasser eines Kommentars zu den Nürn- Rassegesetzen aus. wurde aber bisher lin gebracht wurde, um die | von Adenauer geschützt. Verhaftung und die Deportation der Juden aus Berlin;I*r- PLAUTS zu beschleunigen. Diese 1 ERKLAERUNG Truppe wurde von einem SS-Offizier namens Anton Brunner kommandiert, der ‘ebenso wie sein Bruder Alo Theresienstadt deportiert. ging zu einer eingehenden Schilderung der Zustände über, die in Theresienstadt geherrscht haben. Dort hätte eine unbeschreibliche Armut und ein unvorstellbarer Hunger gewütet. Dennoch versuchten die deutschen Juden ihre Würde zu bewahren und den alten Lebensstil fortzuführen, der sie früher charakterisiert habe. Dabei sei es zu grotesken Sznen gekommen. Bei der Suche nimmt an, dass dies in den | is zu den engsten Mitarbeiersten Tagen des Juni der | tern Eichmanns zählte. Ei. Fall sein dürfte. Es sollen nige djeSer jüdischen Hilfsvom Staatsanwalt noch Zeugen und Dokumentationen für das Schicksal der Juden in Ungarn, Jugosla. Wien und den Balkanländern vernommen bzw. vor. gelegt werden. Hier wird allgemein angenommen. dass die von der Verteidigung genannten Zeugen kaum nach Israel kommen werden. Man j glaubt, dass die Verteidi.! gung lediglich schriftliche,; vor ausländischen Gerich- \ ten aufgenommene Protoi kolle verlesen werde. I Wenn Anklage und Ver- Kartoffelschalen ssistischen Kurs der Na-! stigem Abfall habe einer | Lebensmittel Washington. — Das Ministerium für Ackerbau der USA teilte mit. dass ein Abkommen zwischen den USA und Israel geschlossen worden ist, aufgrund dessen Israel Lebensmittel und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse im Werte von 26 Millionen Dollar er. halten wird. Die Lieferungen erfolgen unter dem Programm „Lebensmittel für den Frieden”. Die Zahlungen sind in israelischen Pfunden zu leisten. (ITA) ra zis folgte. Sie selbst und ihre Kinder seien damals in einem Konvent und von christlichen Familien versteckt worden. Die Juden Roms mussten eine Sonderabgabe zahlen, die in hundert Kilogramm Gold bestand. Eines Tages, nur wenige Wochen nach dieser Zwangsabgabe verständigte ein italienischer Polizei.Offizier die jüdische Führung durch einige seiner Freunde, dass die Nazis tr»tz dieser Kontribution aRe Juden zu konzen. trieren und dann zu deportieren beabsichtigten. Die Juden im alten römischen Ghetto würden als erste zusammengetrieben Daraufhin habe Zeugin selbst in die Strassen des alten Ghetto begeben, um die dort wohnenden Juden zu warnen. Diese aber glaubten nicht, dass diese Warnung ernst zu nehmen sei. Die Nazis aber umzingel. ten in der selben Nacht die Strassen des alten Ghetto und riegelten sie vollkommen ab. Die Zeugin schildern anderen den Vortritt mit den Worten gelassen: ..Bitte, nach Ihnen Herr Doktor!” Und dies trotz des unbeschreiblichen Hungers, der über allen und über allem lastet. Auch" der Mangel an hygienischen und sanitären Einrichtungen war von furchtbaren Folgen. Der Zeuge berichtete Ein. zelheiten über Theresiehstadt, das als Musterlager äusgegeben wurde. Aber das alles war ein grosser Betrug. Tatsächlich gab es in Theresienstadt einen Bezirk, in den die Fremden alten; teidigung jbre Arbeit been. und son. | dgt haben werden, dürften sich die drei Richter vor einem ..Himalaya” von Do- I kumenten befinden. Man Eine neue Verhaftung Wien — Der im Eichmann-Prozess jüngst schwer belastete Franz Maurer, der einer der Hauptverant. wörtlichen für die Judenmorde in Litauen gewesen sein soll, wurde in einem österreichischen Dorf verhaftet. Während Polizei sein Wohnhaus umzingelte, verbreitete sich das Gerücht, | dass israelische Agenten und Besucher geführt nur-! den Maurer aufgegriffen den, um sich von der „Schönheit’ dieses ,,jüdi. werden.J sehen Wohnbezirks” zu sich die überzeugen. In Wirklichkeit aber gab es cur elende Baracken, in denen Tausende elend an Hunger. Seuchen und Verzweiflung zugrunde gingen. Seit 1943 war Theresienstadt überhaupt nur ein Durchgangslager, in dem die Menschen auf ihren Abtransport in ein Aus. rottungslager, meist Auschwitz, warteten. Sie alle wussten, dass sie früher hätten. In Wirklichkeit handelte es sich um österreichische Polizeibeamte. — Libanon und Sowjetunion London. — DL Sowjetunion und der Libanon wollen ihren jährlichen Wa. renaustausch von rund 28 Millionen Mark auf 38 Millionen Mark erweitern. Ein entsprechendes Abkommen ist jetzt in Beirut unterzeichnet worden. (AWZ) LEO BÄiaCK Polizisten endeten ebenfalls in den KZ- und Ausrottungslagern. wo sie das Schicksal ihrer Opfer teilten. Andere dieser Helfer der Gestapo wurden in Lager geschickt, wo sie von den Juden, die sie wieder j erkannten, totgeschlagen j wurden. Das geschah mit, ihnen auch in Theresienstadt, wohin auch die Zeu.! gin mit ihrem Mann depor.! tiert worden war. Schliesslich sprach Frau 1 Henschel, die ihre Aussage vor dem Gericht in deut-1 scher Sprache machte, von : den zahlreichen Selbstmor- I den, die es im Zeitpunkt i der Judenjagden, der Ver-1 haftungen und der Depor. j tationen gegeben hat. Die j Nazis haben 80.000 Juden i aus Berlin deportiert. 1.200! Juden haben in den ersten i Tagen der Deportation Vei ronal oder anderes Gift! genommen, um weiteren | Leiden zu entgehen. Die Selbstmordwelle wurde viel grösser, als Brunner nach . Berlin kam. Eine der Me-; j Strafe fUT thoden. erklärte die Zeugin, um eine Flucht der Juden zu vermeiden, war die Gefangennahme von Geiseln. Am 9. Oktober 1942 erhielten wir die Bestätigung, sagte die Zeugin, dass von den 20 Geiseln acht verschwunden waren. Später erhielten wir die Gewissheit. dass sie als Geiseln erschossen worden sind. wäh. rend man ihre Familien sofort nach dem Osten deportiert hatte. Frau Henschel, deren Mann in der Berliner Gemeindeverwaltung arbeite, te. wurde des öfteren zu Wegen seiner Erkrankung konnte Dr. Plaut, früher Syndikus der Hamburger Israelitischen Gemeinde, heute in Bremen ansässig, nicht vor Gericht erscheinen, sodass seinean Eidesstatt abgegebene Erklärung zur Verlesung kam. Die Er. klärung Plauts gipfelt in der Schilderung, dass „alle antijüdischen Massnahmen auschliesslieh von diesem, in jüdischen Angelegenheiten allmächtigen Beamten namens Eichrrtann gekommen sind.” — In einem weiteren Dokument, einem von Eichmann geschriebenen Brief an das Auswärtige Amt heisst es, dass mit Rücksicht auf die bevorstehende „Endlösung” der Frage der europäischen Juden, lies: Vergasung, die dänischen Juden nicht zur Auswanderung zugelassen und durch Deutschland reisen dürften. In dem gleichen Brief schrieb Eichmann, dass man gegenüber den Emigranten in Dänemark eine negative Einstellung einnehmen und sie. j bereit zur Deportation halten müsse. I Beleidigung Brüssel. — Ein Gericht verurteilte eine Frau zu 15 Tagen Haft, die ihren Chef mit antisemitischen Schmähwerten beleidigt hatte. Die Angeklagte, so sagte das Ge. rieht, habe die Absicht gehabt, eine Beleidigung auszusprechen. Die Strafe müsse fühlbar sein, weil die Gesinnung der Angeklagten eine Gefahr für die Oeffentlichkeit darstelie. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No 656.635 — -——-/ ■ 1 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 ÍNCT , ■ Í. UTÜ > SEW YORK

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