Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1873 (5.5.1961)
- Date
- 1961-05-05
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Uf tHANÜJEOPA^ADC 0 sc Concesión 908 î " C 5 S * R 9 c tft Concesión 1S29 TARIFA REDUCIDA Año XXII. BUENOS AIRES, VIERNES 5 DE MAYO DE 1961 No. 1873 EL EJEMPLAR en toda la Repúblioe 4,- Buenos Aires PUEYRREDON 2190 I» isq. T. E. 83 . 2813 Im vergangenen Jahr war das politische Scheinwerferlicht auf Afrika gerichtet, h< sonders aut die neuentstandenen Staaten, die im Jahre I960 inre Unabhängigkeit: erlangten und in die Vereinten Nationen aufgenommen wurden. Es ist daher selbstverständlich, dass die wichtigeren und Aufsehen erregenden Ereignisse — auch die in Israels Beziehet gen mit den beiden Erdte-den Afrika und Asien — au* Afrika Bezug hatte.i. Jedoch hat Asien, in dem I'-tael beheimatet ist, nichts vor* seiner Wichtigkeit verlöt en. Israel hat keine diplomati ‘-"hen Beziehungen zu Formosa oder Pekinges hat Peüing lange vor dem Koitakrieg anerkannt — und ch-hei ist es geblieben; hei. (e Regierungen der Riesenländer China und Indien, heften sieh k;:V iedes in seiner Art — z weilen auch feindlich — gegen Israel, wahrscheinlich um zu versuchen. die Svmphathien oei einen oder anderen arabischen Gruppe zu gewinnen. INDIEN Israels Konsulat in Bombay ist noch immer seine einzige Vertretung in Indien von X. AVI-YiFTAKH zu Delhi ist *hm der Zugang versperrt. Durch den grossen Respekt den Israel für Indien und seine Führer hegt wird die Enttäuschung darüber noch unterstrichen, dass Indien sich aus Gründen der politischen Zweckmässigkeit nach 13 Jahren noch immer nicht entschlossen konnte, von der Anerkennung Israels zu vollen d’plomatisehen Beziehungen überzugehen. Die Anzahl der Besucher in beiden Richtungen hat zug nommer.; Israels Philharmonisches Orchester wurde mit Begeisterung in Delhi und Bombay aufgenommen — aber das ändert nichts an ■ den unumstösslichen Tat- ]sachen. ’ - j Vielversprechende Be’ziei hungen sind mit Indiens ¡Nachbar im Norden, Nepal, argebahnt worden — deren j Höhepunkt der Israel Be-! such des damaligen Ministerpräsidenten Koirala im August vorigen Jahres war, und die darauf folgende Entsendung einer Fachkommission von Israel nach Nepal, um über gemeinsame Trajekte zur Förderung der wirtschaftlichen und sozialen! Entwicklung Nepals zu verhandeln. Politische Um- Schwaige-Kundgebung in Paris von KURT KAISER.BLUETH Mehr als hundert Persönlichkeiten des geistigen und des öffentlichen Lebens hatten die Pariser Bevölkerung zi einer Schvveige-Kundgebung am Memorial des jüdischen Märtyrers!n Paris aufgerufen. Der Prozess Eichmann, so hiess es urter anderem in dem Appell der Initiatoren, informiert die Weltmeinung und vor allem die ¿jungen Generationen aller Völker über die grausigen Verbrechen, die von den Hitlerianern, fanatisiert von der "¡¿Theorie des irrsinnigen Rassenwahns, begangen wurden. Der Prozess Eichmann, so heisst es weiter in dem Appell, zeigt der Welt die Gefahren, die auf der Sicherheit der Völker und auf dem Frieden der Wed lasten, solange noch zahlreiche Nazi-Verbrecher unbestraft sind und solange sie in Deutschland und auch anderswo bedeutende Posten bekleiden dürfen. Die Kur.-Jgebung, der die Bevölkerung in Massen folgte, war von der ..Bewegung gegen den Rassismus, den Antisemitismus und für den Frieden'’ organisiert. Unter den Unterzeichnern des Appells befanden sich die bedeutendsten Persönlichkeiten des politischen und künstlerischen Leoens sowie zahlreiche Männer und Frauen dar Wissenschait. Zitieren wir nur einige: Francisque Gay, einer der Gründer der katholischen Volksrepublikanisehen Bewegurg”, der ehemalige Minister des .France Libre” der Kriegsjahre, Pierre Cot Vincent Auriol, der ehemalige Präsident der französischen Republik, der Volksre. publikaner und ehemalige Justizminister François de Menthon, der berühmte Advokat Henry Torres, drei , Prix Goncourt Anaré Schwarz-Bart, Roger Ikor und Robert Merle, die bexannte Gaullistin der Linken Irene d- Lipkowski, die Generale Le Corguillé Tubert und Pefi' die Professoren Etiemble, Pozzo di Borgo und Janke. le» itch. der Pastor Voge und der wegen seiner zahllosen sozialen Aktivitäten in der ganzen Welt bekannte Abbé Glasberg. Die Witwe Romain Rollands hatte besonderen Wert darauf gelegt, das Manifest der Bewegung gegen den Rassismus und den Antisemitismus mitzuunterzeichnen. Neuen diesen Persönlichkeiten des ersten Plans, von denen man aus Platzgründen nur einige zitieren kann, harten eire grosse Anzahl von Drganisationen der Widerst; ndsbewegung, ehemaliger Frontkämpfer und der Opfer des Nazismus sich korporativ dem Appell angesehlosser.. Die Schweigekundgebung, deren von tiefster Trauer gesättigte Würde sich dem Publikum aufzwang, hat die Bevölkerung aufs stärkste beeindruckt. Wälzungen haben, wenigstens zeitweise, Herrn Koiraia der politischen Sphäre entrückt, und man muss abwar -ten, wie sich die anfänglichen Beziehungen weiterentwickeln werden. Im Süden von Indien hat I Ceylons Ministerpräsident, , Frau Bandaranaiko. einen ungewöhnlichen Schritt un. j ternommen, nämlich die Zur’äckberufur.g ihres Gesandjten in Israel, mit der Be. gi iindung dass seine Ernennung durch ihren Vor- I gänger nicht im Interesse | der Insel läge. Die Bezie.; hi ngen werden aufrechter- . halten, aber es ist unvermeidlich, dass ein solcher Schritt einen Schatten auf ' sie wirft. OST ASIEN In Südostasien besteht weiterhin die traditionelle Herzlichkeit der Beziehungen Israels Zu Burma, den Philippinen und Thailand, und Gesandte (ohne Wohnsitz) in Laos und Cambodien h..ben den Freundsehaftskreis vergrössert. Eine zweite Gruppe burmesischer auszubildender Fachleute und ihrer Familien sind nach Israel gekommen, um in kooperativer Landwirtschaft geschult zu werden. Ausser ihren Kenntnissen und Erfahrungen werden sie eine Gruppe junger Leute, die in diesem Land geboren sind, mitnehmen, und Namen wie Tsraela und Galila werden immer glückli-1 che Erinnerungen wachru-: ftn. j Die Entwicklung der israe- I lischen Beziehungen zu Japan ist sehr zufriedenstelj lend, in einer ruhigen, aber gediegenen Art: von den gemeinsamen Unternehmun-! gen, die in diesem Jahre bej gönnen wurden, ist die wich- ' tigste der Tiefsee - Thunj fischfang. | Nähern wir uns Israel und den Ländern in der unmit-1 te'baren Nachbarschaft der j arabischen Staaten, son finden wir eine Verstärkung' der Bindungen zur Türkei und dem Iran. Die äusseren j Kundgebungen dieser Beziehungen stehen nicht im- ■ rr.er im Verhältnis zu ihrer Tiefe. | In einem Jahr, in dem Naftali gestorben Tel Aviv. — Der frühere israelische Minister Perez Naftali ist nach langer Krankheit verschieden. Nattali, der mehreren Kabinetten angehört hat, war ein führendes Mitglied der deutschen Sozialdemokratie bis 1933. Hervorragender Nationalökonom nahm Naftali in Israel verschiedene leitende Positionen ein und gehörte auch der Executive der Histadruth sowie dem Stadtrat von Tel Aviv an. (ITA) Asien weniger als üblich in den Schlagzeilen erschien, waren auch die Beziehungen zi: Israel wenig erreignisreich. aber mit einigen bemerkensw'erten Ausnahmen kann eine ständiger Fortschritt verzeichnet werden. AFRIKA Israel hat eine ausserordentliche Anstrengung gemacht, nicht hinter dem Tempo der gewichtigten Ereignisse in Afrika zurückzubleiben. Neue diplomatische Vertretungen sind eröffnet worden; Gesandtschaften in Leopoldville, Brazzaville, Tananarive, Dakar und Bamako und ein Konsulat in Freetown. Die technische Zusammenarbeit ist beschleunigt, vergrössert und auf weitere Gebiete ausgedehnt worden.! Während im Jahre 1960 ungefähr 500 Gelehrte und j auszubildende Fachleute nach Israel kamen, erwar-; tet man im Jahre 1961 et. j wa 1000; die meisten von ihnen aus Afrika, auf so verschiedenen Fachgebie-1 ten wie Hühnerzucht, Bej tonbau, Bewässerung, Elek-! trizität, Erziehung, Sozial-' arbeit und öffentliche Ver-' waltung. Gleichzeitig ist ei. re grössere Anzahl israeli-: scher Fachleute nach Afrij ka gegangen, um Untersuchungen auf verschiedenen! Gebieten anzustellen, oder um als Berater zu wirken. Der Umtang der gemein-j samen wirtschaftlichen Unternehmungen hat sich ver. I giössert: gemeinsame Bau-j ge Seilschaften — die betreffende Regierung als Teilhaber von Solei Bone i — arbeiten in Ost- und West-Nigeria, Sierra Leone und Ghana. Der wahrscheinlich interessanteste Vertrag ist der für den Bai des Parlamentsgebäudes, von Sierra Leone, der bis! zum 27. April, dem Unab. hängigkePstag, fertigee-! stellt werden sollte. Zim verwaltet weiterhin Ghanas j rationale Schiffahrtslinic . Black Star”. Vered-Tahal, die Tochtergesellschaft von Mekorot, dehnt in Westafrika ihre Tätigkeit der Planung und Entwicklung der Was.-ei-'-eserven aus. Auf ihren Zeichentischen befinden sich Pläne, um tausende westafrikanischer Dörfer mit Wasser zu versorgen. Mayer Bros, aus Tel .Aviv setzen ihre Tätigkeit in Liberia fort und planen, | diese auf andere Länder in Westafrika auszudehnen. Das wachsende Interesse! an Israel, das eire Quelle der Inspiration und ein Vorbild für die jungen, in der Entwicklung begriffenen Slaaten ist wird auch durch den ständigen Strom der Besucher aV.er Gesellschaftsschichten — unter ihnen prominente politische Führer — bezeugt. Der jüngsten Tagung in Reehowot über die Aufgaoe der Wissenschaft in der Förderung neuer Staaten wohnte Abbe Fulbert Youlou bei, der Präsident der Kongorepublik (Brazzaville) — es war seine erste Auslandsreise FASCHISTEN IN LONDON Die tragische und nicht immer befriedigende Rolle, die England a s Mandatsmacht Palästinas in der Zeit des H'tler-Regime.; spielte, hat nichr nur zur Folge, dass die dortigen P'-esiestimmen zum Eichmann-Prozess häufig l raei in enem ungünstigen Licht zeigen, sondern rief auch eine hefi.'ge Reaktion der dortigen Faschisten (Anhäger Mosieys) und der „Nationalpartei” hervor. Bei diesen Demum Irationen wurden acht Personen verhaftet. Die Natiooalpartei W'endet sich in England an die Bevölkerung mit Flugblättern, in denen sie fordert, dass es wichtiger sei, Menaehem Begin vor Gericht zu stel. len ais Eichmnnn. Begin hätte den Massenmord von Engländern und Arabern in Palästina auf dem Gewissen, und statt ihn vor Gericht zu stellen, mache ihn Israel zum Mitglied seines Parlaments. Die „N.nionalpartei” fordert die Massen Londons auf, auf dem Trafalgar Square an einer Demonstration gegen Israel tcilzunehmen. Im Text der Flugblätter versuchen die Pamphletisten die Leser zu überzeugen, dass nicht 6 Millionen Juden in der Hiterzeit umgekommen seien, sondern nur anderlhalb MTlionen. In den Konzentrationslagern selbst seien überhaupt t.ur 300.000 Menscheon zugrundegegangen, nud zwar nicht r.yr. Juden sondern auch Deutsche und andere. bald nachdem sein Land die Unabhängigkeit erhielt; auch der damalige Ministerpräsident von Nepal war anwesend und nicht weniger als 34 Delegierte afrikanischer Länder, einschliesslich Kabinettsminisler der Elfenbeinküste, Nigerias, Kameruns und Tschads, der Präsident der Universität von Liberia, der stellvertretende Präsident des Fourah Bay College in Freetown, der, zum grossen Kummer aller, die seine Bekanntschaft machten, auf der Rückreise sein Leben bei einem Flugzeugunglück verlor. W'eitere Delegationen, die Israel in dieser Zeit besuchten, waren die Vertreter der Regierung von Mali, unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten, Ost. und V'est-Nigerias Erziehungsminisfer, der Minister für Oeffentliche Arbeiten von Sierra Leone, der Finanzn’inisteT von Ghana, der Finanzminister von Nigeria, der Innen- und Vertei. digungsminister von Senegal und der Minister für Landwirtschaft von Tchad. ARABISCHER DRUCK Während Israel sich in erster Linie bemühte, Auf-1 gaben konstruktiver Zusammenarbeit zu erforschen und zu verwirklichen, ver-! mehrten die arabischen Länder, unter der Führung der Vereinigten Arabischen Republik, den politischen Druck auf die neuentstan.! deren Staaten, indem sie I den Islam als eine politische Waffe benutzten ihr Stimmrecht bei und! den Vereinten Nationen, ihren umfangreichen Propaganda-Apparat und die Tatsache, dass sie sich geographisch in Afrika befinden, ausnützten. Nach den Beschlüssen zu urteilen, hatten sie einen bedingten Erfolg auf der Konferenz der afrikanischen Staaten in Addis Abeba und einen geringeren auf der sogenannten ..Gipfelkonferenz” in Casablanca, an der 7 der 45 afro-asiatischen Länder teilnahmen. Diese Beschlüsse haben bis jetzt den Fortschritt oer praktischen Beziehun. gen Israels zu den afrikanischen Ländern nicht hindern können, obgleich sie zu leicht gespannten Beziehungen zu Mali und Ghana Anlass gaben, deren Führer bis dahin freundschaftliche Erklärungen Israel gegenüber abgegeben hatten. Es ist selbstverständlich noch zu früh, um die endgültige Gestaltung der Beziehungen zu Afrika zu beurteilen ebenso, definitive Schlüsse über die politische Atmosphäre, Gruppierung ur.d Orientation dieses Erdteils zu ziehen. Der Kampf im Kongo ist ein Symptom cts unvermeidlichen Zus.immenstosses der Kräfte. Doch ist die Hoffnung begründet, dass wenn die positiven Kräfte der friedlichen Entwicklung und wahrer Unabhängigkeit die Oberhand gewinnen, Israel weiterhin in einer freundschaftlichen Atmosphäre mit. den meisten, wenn auch nicht mit allen afrikanischen Staaten, eine bescheidene Rolle beim Fortschritt Afrikas spielen wird. DIE JUDEN IN KATANGA Nach einem Bericht des Präsidenten der Zionistischen Vereinigung in Katanga, der sich zurzeit in Johannesburg aufhält, leben in Katanga 150 jüdische Familien. Gegenwärtig wird eine Keren Hajessod- Kampagne durchgeführt. Die Gemeinde in Elisabeth, ville funktioniert normal. Es sind ein Rabbiner und ein Kantor vorhanden. Zur Leitung der Universität von Elisabethville wurde Prof. Frankel berufen, der zum Lehrkörper der Universität Lüttich gehört, welchz schon in früheren Jahren mit der Universität in Elisabethville nähere Beziehungen unterhielt. Prof. Frankel nat den Auftrag für zwei Jahre angenommen. Er ist Vizepräsident, des belgischen Zionistenverbandes und einer der leitenden Persönlichkeiten des belgischen Judentums.