Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1873 (5.5.1961)
- Date
- 1961-05-05
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 5 de Mayo de 19(11 LA SEMANA ISRAELITA Afíe XXII. — No. 1873 Nazi-Verbrecher erhalten kein freies Gelei l (Fortsetzung von Seite 5) er sich in der rüdesten Welse gegenüber den Leitern des österreichischen Judentums benahm. Dr. Meyer weigerte sich, dem Ctricht mitzuteilen, in welcnsv obzösen Ausdrücken Eichmann die „Rüekspra. cre” geführt habe. Eichr ann hatte ein neues System eh.geführt. Die Juden, che er vorlud, gingen als Vertriebene, Staatenlose, B:--itzlüse aus Eichmanns Büro, der ihnen einen Pass »nt dem . J” üfc&rgab und i) lt c,er Masr -ab.'. entweder innerhalb 14 Tagen das Lai d zu vetlassi'n oder in en> Konzentrationslager ge. b’aci.t /¡t werden. DFÜ 7f I GF BURGER SAGT AFS t’eh-r das Schicksal der Juden in der Tschechoslowakei sagte der Truge Max Burger aus ein Mann von 6(- Jahren und stattlicher Erscheinung. Er identifizierte den Adolf Eichmann a.s den Mann, der ihn verurteilt hat. di-> Schrecken von drei Konzentrationslagern zu erleben. Ais der v( rsitzende des Gerichtshofes. der Richter Mosche Landau, den Zeugen fragte, ob der Mann der dort auf der Anklagebank sitzt, derselbe ist. der ihn zusammen mit tausenden anderen Juden in die Konzentrationslager geschickt hat. antwortete Burger energisch und kategorisch mit „ja”. Burger hat die Konzentrationslager Theresiens:adt. Nisko und Auschwitz überlebt. Er war der letzte der Zeugen, die am Donnerstag voriger Woche vernommen worden sind. Er erklärte wie die anderen Zeugen. Eichmann sei persönlich für dio Aktion ver. antwortlich, die im Jahre 15*39 gegen die Juden in der Tschechoslowakei durchgefi'hrt worden ist. Burger berichtete, dass auch seine Frau die Scheusslichkeiten der Nazis in Auschwitz und Maufhausen erlitten hat. aber durch ein Wunder mit dem Leben davon kam. Der Zeuge sagt dann weiter: ..Aber wir beide, meine Frau und ich. sind die einzigen Uebcrlebenden unter allen Mitgliedern unserer Familien. Burger sprach in deutscher Sprache mit einer vor Erregung zitternder Stimme. IMMER NEUE DOKUMENTE Wie bereits berichtet, wurden in dieser Sitzung eire grosse Anzahl von Dokumenten durch den Staatsanwalt Jaakow Barror zur Verlesung gebracht, aus denen im einzelnen die Schuld und Verantwortlichkeit des Eiehmann hervorgeht. Vor allem’ wurde dokumentiert, dass Eichmann keineswegs ein einfacher Soldat oder Beamter in der bürokratischen Nazi . Maschinerie war, sondern ein Mann mit grossen Vollmachten. der unabhängig seine Aufgaben ir den entscheidenden Phasen des Ausrottungsprogramms der Juden geleitet und. durchgeführt hat. Die überaus grosse An. z *hi der Dokumente und de. ren Verlesung machte offensichtlich das Gericht ungeduldig, sodass der Vorsitzende mehr als einmal den Staatsanwalt unter, brach und darum bat, dass cbf Anklage konzentriert vorgetragen würde, damit der Prozess nicht ewig laufe. Auch bei der Zeugenvernehmung wurde der Staatsanwalt mehrere Male vom Vorsitzender, unterbrochen, der ihn fragte, aus , welchem Grunde er bestimmte Fiagen an die Zeugen richten würde. Per Vorsitzende ersuchte den Staatsanwalt darum, -eine Zeugen zu veranlassen, kurze und klare Antworten zu geben, die sich ausschliesslich auf die Tatsachen er. : strecken sollen. I Ausländische Beobachter . meinen, dass der Vorsitzende darum bestrebt ist, die YerliardUing zu Konzentrieren und abzukürzen, damit d;.s öffentliche Interesse nicht nachlas.se. Es hatten schon zahlreiche ausländische Journalisten Jerusalem verlassen, die in den ersten drei Wochen den Verhandlungen gefolgt waren. Diese Auffassung der ausländischen Journalisten dürfte aber unzutreffend sein, da es nicht darauf ankemmt. für Sensation der OeHentlichkeit zu sorgen, sondern durch eine gründliche Beweisaufnahme die Tatsachen festzustellen. Wie von diesen Berichterstattern hinzugefügt wird, sei ganz offensichtlich der Einzige, der durch die langsame Abwicklung des Prozesses nicht betroffen sei, der Angeklagte selbst, der eifrig mitschreibt und den Eindruck eines glücklichen Bürokraten macht, der sieh über seine vielen Papiere ficut. Offensichtlich will Eichmann versuchen, dem Gericht klarzumachen, dass er doch nur ein untergeordneter Befehlsempfänger gewesen sei. WEITERE ZEUGEN AUS DER TSCHECHO¬ SLOWAKEI ■ Einer der drei Zeugen dtr Nachmittagssitzung war . Dr. David Paul Meretz, der Ex-Präsident der zionistischen Vereinigung der Tschechoslowakei. Er be. richtete mit allen Einzelheiten. wie die Juden, nachi dem viele von ihnen schwere Schläge durch die Nazi. . Wachleute erhalten hatten,’ .durch die Büros der Auswanderungsbehörde durchgeschleust wurden, die von ¡Eichmann in Prag einger chtet waren. Auch dieser . Zeuge identifizierte Eich, mann als den Mann, der diese ganze Aktion leitete. Dann erschien die erste Frau als Zeugin im Verlauf des Prozesses, namens Val- ¡y Zimet. die einen jugendlichen Eindruck macht. Fiau Zimet ist eine alte Beamtin der jüdischen Auswanderungs - Organisa. tic.n HIAS an deren Sitz in Prag gewesen. Sie berichtete, wie man sie gezwungen hat, in diesen Büros für Auswanderung zu ar. beiten. Eichmann sei sehr häufig selbst in diesen Büros erschienen, besonders zu der Zeit, als die Nazis die Abwanderung der Juten in osteuropäische Län der zu beschleunigen ver. suchten. Der Zeuge Burger. über den schon gesprochen wurde, berichtete, dass ein Zug mit 1.000 tschechischen Juden im Oktober 1939 nach Polen abgescho. ben worden ist, wo die Juden gezwungen wurden, ein Lager in Nisko bei Lublin z.j errichten. Eichmann hat dieses Lager selbst besucht und zu den deportierten Juden gesprochen. Er hat allen gesagt, diese unwirtli. che Gegend sei ihr künftiges Heim; wenn sie Wasser haben wollen, sollen sie nach Wasser graben, bis sie es finden. „Wenn Ihr das nicht macht, werdet Ihr alle an Typhus zu Grunde gehen”, erklärte der Angeklagte. Nachts fiel die Temperatur (es war im Oktober auf Null Grad. Schliesslich mussten die Juden gekochtes Wasser in Eimern aus einer Ortschaft holen, die 14 km entfernt lag. Das Wasser wurde dann nach den Befehlen der Nazis verteilt, zuerst bekamen die Nazis ihr Wasser. dann die Pferde und zum Schluss die Juden. Lebensmittel mussten mit Hille gespendeter Gelder gekauft werden, die damals noch vom Joint geschickt werden konnten. Aber das Geld nahm die Nazi-Wach, mannschaft an sieh. Schlierslich wurden diese Juden nach Mährisch'Istrau zurückgeschickt. Von den 1.000 Juden haben im ganzen nur 300 überlebt, I r.RKI AERUNG 1IOETTLS j! Im weiteren Verlauf des : | Eichmann.Prozesses wurde; eine Erklärung verlesen,! i dass Eichmann sich erst’ 11945 Rechenschaft davon ab- : gab, dass er als Kriegsver- :brecher und Mörder von j Millionen Juden von den Al- ] liierten aufgehängt werden könne. In seiner, vom I Staatsanwalt vorgelegten ei.; de sstattliclien Versicherung : schildert Dr. Wilhelm; Hoettl. früherer Major der , SS, eine im Jahre 1945 abi gehaltene Sitzung mit Eichmann in Budapest. Zu jej ner Zeit sei die „glorrei- , che und kraftvolle Welt, in I welcher Fiehmann unbej ■schränkte Macht über Le- ’ ben und Tod von Hundert. 1 . tausenden und Millionen Jui den gehabt habe, bereits im Zusammenbruch gewesen.’; Deutschland stand schon am : Rande seiner Katastrophe;! . die Niederlage war schon ■ besiegelt. Eichmann wollte in Erfüllung einer Mission gerade nach Rumänien gellten. Offensichtlich hatte er j selbst den Eindruck, als! könne er nicht zurückkehrc-n. | | Hoettl sagte: „Eiehmann! wusste, dass die Alliierten ’ ihr. als einen der schwer.! ausner und Servatius Die beiden Hauptfiguren des Eichmann-Prozesses, sind vorläufig Gideon Hausner und Robert Servatius. Gewiss, die Reden, die wir aus ihrem Mund gehört haben. sind erst die Oouvertüre. das Vorgeplänkel vor der grossen Auseinandersetzung. aber der Eindruck den wir von den beiden Juristen gewannen, hat bereits den Zug der Deutlichkeit und Entschiedenheit. Man kann sich kaum zwei verschiedenere Welten, man kann sich kaum zwei stärker kontrastierende Gestalten verstellen, wie sie sich in der Person der Verteidigers und des Ankläger? von Adolf Eiehmann gesenübersfehen. Robert Servatius' Erscheinung ist rundlich: rund, abgerundet sind auch seine Worte. Glatt, ungehemmt, elegant, fiiesst ihm die Bede vom Mund. Nie fehlt es ihm an einem Wort, einer treffenden - Formulierung. Alles, was er sagt. ist scheinbar so einfach, so selbstverständlich, so einleuchterid — als könnte es gar nicht anders, sondern eben nur so sein. Sein Wagen rollt leicht, wie auf ideal asphaltierter Strasse, wie auf seidigem Band. Es •scheint ihn zu verdriessen. ’wenn min ihn ftir einen Moment stoppt. ßervatius ist so selbstsicher. so’ überzeugt von seiner Unfehlbarkeit. Warum unterbricht man Ihn? Warum lässt man ihn. den Meister der Rhetorik, seine Kunst nicht zeigen? Anders Gideon Hausner: sein Wagen fahrt langsam. Seine Rede ist ungeschminkt, ohne rhetorischen Einschaltungen. Man fühlt es sofort: es fällt ihm nicht leicht, gar nicht leicht, das richtige Wort zu finden, ai’szudriieken. was er empfindet. Sein Wagen ist schwerbeladen. Seine Chaussee holprig. Es ist doch der i Weg eines Märtyrervolkes, dessen letzte Generation er. von unserem Sonderkorrespondenten fahren musste, dass es eine .Schande’ ist, ein Märtyrer. 'dk zu sein. Schwer zu fahren auf solcher Chaussee! Robert Servatius ist ein klassischer Schüler der deutschen Advokatenschule. Er stellt seinen ganzen Einsatz auf den ersten Ein. i druck. Er feuert alle seine A’gumente — allenfalls die besten und stärksten — im j ersten Moment ab. Der erste 1 Akt c’er Vorstellung ist für ihr. der massgebende. Sei- ‘ n? Parole lautet: jetzt oder j nie. Er baut seine Rede nicht in Crescendo auf. Er beginnt nicht mit den schwächeren Argumenten. I um allmählich zu stärkeren überzugehen. Servatius sehiesst sofort mit scharfer Munition, eröffnet gleich im ersten Augenblick die Frontattacke. Er j macht sich im voraus die Rechnung wieviel Kugeln; er im Magazin hat und! lässt zuerst die gefährlichj slcn knallen Wozu warten? j Vorauf? Vielleicht gelingt ihm der Volltreffer beim i ersten Schuss? IVartim also j riskieren? Sieh mit schwä.! cheren Argumenten den er-; sten Eindruck verpatzen? j Anders TJideon Hausner. . Seine Taktik — er beginnt j piano, mit dem ,schwächj sten’ Sprengstoff aus sei- , nem Arsenal und greift | abmählich zum stärkeren.: Erst ganz zum Schluss lässt 1 er seine schweren Geschüt. | zp. auffahren. Er spart sich , das zerschmetternde Arguj ment für den Schluss auf. | Robert Servatius trumpft mit seinen Argumenten selbstherrlich auf. Er glaubt seine Position mit Selbstsicherheit zu stärken. Nie bittet er das Richtertribunal um Entschuldigung, wenn er Argumente | auftischt, die gelinde ge.! sagt, nicht gerade höflich | vor Gericht klingen. Zum Beispiel; er hat es nicht für nötig gefunden, sich für die Sondermassnahmen zu bedanken, die die Knesset getroffen hat. um ihm die Verteidigung zu ermöglichen. was laut israelischem Gesetz bis vor kurzem unmöglich gewesen wäre. Er findet es nicht für nötig, dem Gericht für Erleichterungen zu danken, wie sie niemandem vor ihm zuteil wurden. Auch dass er sich als offizieller Verteidiger vor einem israelischen Gericht der deutschen Sprache uneingeschränkt bedienen darf, scheint ihm die selbstverständlichste Sache von der Welt zu sein. Nie gebraucht er die Formulierung: Wenn es mir erlaubt ist . Er nimmt von vornherein an, ihm sei alles erlaubt. Anders Gideon Hausner: .Wenn es mir erlaubt ist’, das ist die Redewendung, eie sich bei ihm am häufigsten wiederholt. Er dankt dem Gericht, wenn es ihm gestrttet, die Seitenzahl oder eine Zeile aus einem Buch, das er zitiert, zu verbessern. Höflichkeit charakterisiert das Verhalten des Staatsanwalts zu seinem Gegner, dem Verteidiger Eichmanns. Er ist Servatius gegenüber entgegen, kommend bis zum äussersten, manchmal nicht ohne ironischen Nebenakzent, ¡wenn er das Gedächtnis des ¡Verteidigers auffrischt, i ihn sacht auf einen inne- | ren Widerspruch in seinen : Worten aufmerksam macht.! Er zitiert den Brief des! Verteidigers an das Finanz- ■ ministerium mit der Bitte! um Deckung der Kosten, der keine Spur jener Arro.! ganz enthält, mit der Dr.! Robert Servatius beim Pro- | zers auftritt. j Auch an der Art, wie er ¡Zitate vorbringt, lässt sich oft der Charakter des Ju-! risten erkennen. Ein Jurist. der von Natur ein selbstherrlicher Mensch ist. zitiert andere nur sehr spärlich. Warum soll er andere sprechen lassen.• wenn er selbst so viel Klugheiten zu sagen hat; und sich der Rede sicher; mit nicht geringerem Kön. , nen zu bedienen weiss? als andere? Ist er schon ein- . mal gezwungen, ein Zitat, zu bringen, macht er es so ... nebenbei, etwa mit wegwerfender Handbewegung: Abgetan .. : Anders ein Jurist der , von Natur ein bescheidener Mensch ist. Er verlässt sich nicht auf seine eigene Per- , son. er sucht Rückhalt bei anderen, grösseren Gei. Stern, prominenteren Fachj Spezialisten. Er verlässt sich nicht auf den gleissnej rischen Effekt der Zungen- | fertigkeit. es geht ihm um die richtige fachmännische; Lösung des juristischen : Problems. Mit Schärfe und Brillanz lässt er andere ■ glänzen, neben denen sieh sein eigenes Wort matter | ausnimmt. i Robert Servatius hat drei Zitate vorgebracht. Er hat j Bialik, Heinrich Heine und \ . Golda Meir zitiert. Aber seine Zitate waren färb. , los. Gideon Hausner hat j sich auf die ersten Grössen, d r angelsächsischen Ju-' rispurenz berufen. Seine , Zitate hatten Erfolg. Sein . Wissen machte Eindruck. Servatius' Brillanz hat vielleicht Auslandskorresponj denlen in den ersten fünf; Minuten beeindruckt. Der Eindruck seiner Rede ver. . flog aber bald, als Gideon , Hausner seinen Wagen an- ‘ zuspannen begann.! Man sah sofort: Servatius’ Wagen glitt leicht da-1 hin. weil er ... leer war. Deshalb ging es mit ihm! im Gallopp voran. Einen , schweren Wagen in Bewegung zu bringen ,ist j schwer. Fährt er aber los, kommt er zu einer Station, dann sieht man: Die schwe. I r* Fahrt hat sieh gelohnt. ' sJr n Krirgsc „-rbrecher nnsa- 1h-'.”. Hc-ttl sagt, er habe Eifhrnaun gefragt, wie viele Juden umgebracht worden seien. Eichmar.n habe ihm daraufhin geantwortet: „Das ist ein Geheimnis des Reiches. Aber ich will es Ihnen sagen, da die Ziffer Sie als Historiker interessieren wird. Ausserdem weiss ich nicht, ob ich von meiner Mission in Rumänien zurückkehren werde.” Vor kurzem habe er, Eichmann, erst einen Bericht fni Himmler abgefasst, der ebenfalls die genaue Ziffer der ausgerotteten Juden zu erfahren wünschte. Eichmann erklärte zu dieser Frage: „Etwa vier Millionen Juden sind in den verschiedenen Ausrottungs- und Konzentrationslagern liquidiert worden. Zwei Millionen Ju. den wurden auf anderen Wegen und mit anderen Methoden ausgerottet. Die M< hrheit dieser zwei Millionen wurde erschossen, und zwar durch die Kommandos der Sicherheitspolizei! während des russischen Feldzuges.” Hoettl berichtet dann weiter, dass die von Eiehmann gegebenen Ziffern seinem Chef Himmler ausserordentlich gering erschienen. Aus diesem Grunde habe er einen Beauftragten geschickt, der diese Angaben überprüfen seilte. Wir müssen aber annehmen. so sagt Hoettl .dass Eichmanns Angaben die genauesten sind. Denn Eiehmann war derjenige, der den besten Ueberbliek über die Gesamtziffern der ir, dieser Epoche getöteten Juden gehabt hat. „Eichmr.nn hat damals bestimmt nicht gelogen”, versichert Hoettl. EIN ARZT ALS ZEUGE Nach der Bekanntgabe dieser eidesstattlichen Versicherung Hoettls erscheint wieder ein Zeuge vor Gericht. ein tschechischer Arzt. Dr. Hugo Jakob Krat. ki. Der Zeuge schildert, wie er salbst von den Nazis aus der CSR nach Polen verschleppt worden ist. nachdem sein gesamtes Vermögen geraubt worden war. Der Zeuge erklärte, er ha. ba bei einer Gelegenheit Eiehmann gesehen; als dann der Staatsanwalt ihn fragte, ob er in dem Angeklagten den Eiehmann wiedererkenne. sagte der Zeuge „Nein”, nachdem er lange den Angeklagten angesehen hatte. Uebrigens wurde der Antrag der Verteidigung zu. rückgewiesen, ehemaligen Nazi-Hierarchen, die zugunsten Eichmanns aussagen wollen, das freie Geleit für Israel zu gewähren. Das Gericht entschied, dass diese Frage über die Kompetenzen eines Gerichtshofes hinausginge und in die Entscheidungsgewalt der Regierung falle. Die israelische Regierung hat aber bereits vor längere) Zeit mitgeteilt, dass sie jeden Nazi-Verbrecher verhaften werde, dessen sie habhaft wii<:. Im übrigen erklärte sich das Gericht nochmals dazu bereit. Zeugenaussagen vollgültig anzuerkennen, die vor den Richtern des oder der Länder abgegeben werden, in denen die Exnazis oder früheren Kriegsverbrecher heute ansässig sind. Die Verteidigung ist of. fensichtlich darum bemüht, Hoettl, von Thadden und einige andere ehemalige Nazis zu zitieren, die mit Eiehmann zusammengear- <Fortset2ung auf Seite 7)