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Jüdische Wochenschau · 1961-04-21 · 1870 (21.4.1961) · p. Seite 12

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1870 (21.4.1961)
Date
1961-04-21
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German, Spanish
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12 — Viernes, 21 de Abril d? 1961 LA SEMANA ISRAELITA Año XXII. — No. 1879 Von neuen Schallplatten Die neue Technik in d-r Schallplatten - Industrie bringt seit einiger Zeit Dramen. Noveilen. Gedichte der Weltliteratur und moderner Autoren auf den Markt, die bei der Wiedergabe auf ei nem qualifizierten Gerät einen tiefen Eindruck bei dem Hörer hinterlassen. Dieser Hörer. sonst dem verflachten Spiel seines Televisionsapparates hingegeben hat Trier die Möglichkeit, in cier Stille seines Hauses, nicht abgelenkt von den mehr oder minder stark auf ihn eindringenden Geräuschen cer 17m weit, die Kunst des Autors und seiner . Interpreten rein und konzentriert auf sich wirken zp lassen. Unter den vielen Aufnah. iren. die wir in letzter Zeit hörten, worunter das grosse Wagnis des Faust II zu bemerken ist. hebt sich eine Platte nervor. die in ihrer Kindringlichkeit und sprachlichen Vollendung ihresgleichen sucht. Anfang der zwanziger Jahre, oder wie Alfred Kerr sagte, im perikliiischen Zeitalter des deutschen Theaters, las im Rahmen einer Veranstaltung des Vereins Berliner Presse in, damals noch unversehrten Reichstag Elisabeth Bergner Ci? Novelle ..Fräulein Else“ von Arthur Schnitzler. Es wäre ein besonderer Artikel über diesen denkwürdigen Nachmittag nötig um zu erklären, welch ungeheurer Eindruck von der Wiedererweckung der Rezitations-Kunst durch die einmalige Interpretierung vor Elisabeth Bergner ausging. Noch sehr lange Zeit sprach man von diesem li« ferarischen Ereignis, und dem Schreiber dieser Zei. i len blieb bis heute diese künstlerische Grosstat um 1 vergessen. Alle Details der , Eiinnerung wurden jedoch besonders stark von neuem lebendig, als die Platte (her- : ausgegeben von der Deut- I selten Grammophon Gesell, ■ schalt) ertönte: sie bringt unverkürzt diese Meisterno- ■ veile von Schnitzler in der Sprache vor. Elisabeth Berg-! ner. Es gibt vor der Bergner nur noch eine Platte, im Jahre 1924 erschienen, von der damaligen Vox.Gesell. schaff herausgegeben, auf der sie zwo' Märchen von Grimm spricht. Die P'atie ist schon langst aus dem Handel verschwunden und ha: nur noch Liebhaberwert. Die neue Platte ist' auch schon aus oiesem Grunde bemerkenswert. Wenn wir oben das Wert einmalig gebrauchten dann sollen unsere Leser dies nicht f'r eine Uebertre:bung halten. In der Stimme von Elisabeth Bergner schwingt die ganze Atmosphäre des Lebenskreises dieses Fräulein Else mit. der sich. so tragisch unvollendet. frühzeitig schliesst. Die ganze Süsse eines Hebenden Frauenherzens, die Innigkeit ihrer Hingabe und das grausame Erwachen in der Enttäuschung. das Zusummenbre. chen ihrer kleinen und doch so grossen Welt, all das klingt und singt in der Stimme der Bergner. Ja, selbst die Pausen zwischen den einzelnen Sätzen rühren noch an das Hstz jedes Höjrtrs. Es geht im wahren; ■ S'r.ne des Wortes eine Ver- . zauberung Literarische Notizen \usstelhing in Paris In der Galerie der Ancienn-e Comedie konnte Botschafter Walter Eytan eine Ausstellung israelischer Mali r und Bildhauer eröffnen. “Maenner des Jahres” 15 amerikanische Wissenschaftler sind im ..Time Magazine“ als die Männer des Jahres bezeichnet worden; unter ihnen befinden sich sikdirektor der Londoner Covent Garden.Oper sein, j Ludwig Berger hat Goe-! thes ,,Hermann und Doro-1 thea” dramatisiert. Das | Werk wird in Berlin zur Uraufführung gelangen. — { William Gibsons Zweij Persone'i-Stiick Zwei auf' der Schaukel” wird als schweizer Erstaufführung j im Berner .Studio 21“. dem' Musik in Buenos Aires I Theater beim Zytglogge., fünf jüdische. Es sind die! gegeben _ i Nobelpreisträger Isidore Ra.! Nach der Pariser Auf-' bi. in Oestereich geborener führung des Flüchtlingsla-, Schn jüdischer Emigranten,; gei-Stüekes „Le> Résidus” des belgischen Schriftstellers Alain Oermoz hat Eric LIEDERABEND MYRTHA GARBARINI Der vorn Nationalen Rundfunk organisierte Zy. k’us ..Solistas y Conjuntos de Cámara Argentinos“, der seit vielen jahren in der Aula der Medizinischen Fakultät stattfindet. wurde von der Sopranistin Mirtha Garharini wiedereröffnet. Im Mittelpunkt r'es Programms stand Robert Schumanns Lieder-Zyklus ..Frauenliebe Edward Teller, der in Un garn geborene Physiker, I Eniiiio Segre. Nobelpreisträger für Physik, aus Italien stammend. Dr. Joschau Lederberg unc Dr. Donald Glaser. mit 35 und 34 Jahren die Jüngsten der genannten Wissenscnaftler. Insbeson dere Edward Teller wird naehgeröhmt. für die Entwicklung der H-Bombe Wesentliches geleistet zu haben. Europaeisches Theater Das Wiener Theater in der Josefstadt spielt Eimer Rice's ..Spur der Leidenschaft”, ein modernes Ham. mt Drama, in der Inzenierung von Leonard Steckei Munk für len Biihnen-Ver lag Strassegg eine deutschsprachige Fassung unter dem Titel ..Wir Heimatlo. sen“ geschrieben. — Tod eines Juristen lichkeit zu bleiben, und würdigte den Künstler als : eine repräsentative Ge- ' statt der zeitgenössischen schweizerischen Malerei I und einen Stolz, des Zür- ' eher Kunst ebens. Ehrung eines Rabbiners und R. "Andersons ..Stille Nacht, einsame Nacht“ un. ter der Regie von Heinrich Schnitzler. — Georg Soiti. gegenwärtig Operndirekfor in Frankfurt a. M. wird in der kommen- Int Alter von 84 Jahren . starb Dr. Oscar Meyer, der frühere Syndikus der Indu- I strie- und Handelskammer 1 : Berlin und Rechtberater des! Ermanno Friedenthal. ¡Berliner Börsenvorstandes, i sident Astorre Maver! Er schr;eb einen anerkann. j teil Kommentar zum Böri sengesetz. 1918 war er | Staatssekretär im Preussischen Innenministerium. Er | gehörte der Demokratischen ' Fraktion des Deutschen Di» Jüdische Gemeinde von Mailand feierte den achtzigsten Geburtstag ihres Oberrabhine rs, Prof. Prä. e Maver zeigte an. dass die Gemeinde einen Wald auf den Namen ton Oberrabbiner Friedenthal pflanzen werde. ßeth-Jacob-Seminar Reichstages von 1924 bis 1932 an. 1933 wanderte er aus, war kurze Zeit in Zürich und lebte seitdem in Berkeley, wo er sich bald in den Kreisen der Juristen einen Namen erwarb. Die Zahl der Besucherinnen des grossen Beth.Jakob-Seminars in Jerusalem j ^¿“tag . Abe.n(j T~U~ ments . Konzerte und Leben“ dessen Dichter kein Geringerer als Adalbert von Chamisso war. Die Stimme der wie stets vorzüglich vorbereiteten Sänge, rin findet die volle Geltung ihres Volumens stets im Kammersaal. und so wurde auch dieses Konzert wieder ein voller Erfolg. Ihre Mut- , ter,' Elvia Ochoa, am Flügel. . wat^ die kongeniale Begleiterin auch in den übrigen Piecen der Spielfolge. . Mozarts Opernarien aus i “Figaro“ und “Cost“. Stra- ■ winskys ‘deux poésies de Konstantin Beimont” En. : fique Granados’ ..mañanita ■ era — serranas de cuenca”, Carlos Sufferr.'s “La Lavanl dera”. Heitor Villa Lobos’ ¡ “Zango” (aus: Saudades da ■ minha vida1 und “Summer- I time“ (Porgy and Bess) von I Gershwin fanden in Mirtha Garbarini eine vollendete Interpretin. die zusammen mit , ihrer Begleiterin Gegenstand; herzlicher Ovationen wurde. NATIONAL ORCHESTER EROEFFNET WINTER- ZYKLUS Unter Leitung seines neuen Titular-Dirigenten Victor Tewah'negann das Nationale Symphonie - Orchester im Colón seine Spielzeit, welche insgesamt ger von Kubelik Generalmu- ¡ Kantoren-Jubilaeum ffll TMer Künstlerische Geschäftliche Leitung: Leitung: Jacques Arndt Susi Schmoller Am 8. Mai Eroeffnung der Spielzeit 1961 ' im TEATRO ODEON ESMERALDA 367 DAS GROSSE ASC in .larcel Pas«#l vom Wort des j Dichters und vom Ton der 1 Bergner aus. zusammengeschweisst zu einer unauflös. i baren Einheit, der sich kei. j ner entziehen kann. Hier ' triumphierte Kunst über Technik, der wir dennoch j für die Uebermittlung die-; ses Erlebnisses dankbar; sein müssen. — i Ein anderer Fall ist ein j Film, der vor kurzernt in j Deutschland erschien, und j in dem als Ha up mit wirken-! der Jehudi Menuhim auf- . tiitt. Wir wissen, dass Mej nuhim schon immer eine' schwache Seite für ein Auf treten in eit em Film hatte. So drehte er in England ei. nen ,,Paganini”-Streifen, in dem er in einer unmöglichen Maske seine berühmte Geige ertönep Hess. Die Fi gur Paganinis könnte iij ner Ktinstleriaune Königin Elisabeth nahm! an einem Gottesdienst in; der Synagoge zum-, 25. i DitNistjubiläum des ersten Kantors Pinchas Kahlen. 1 auswärtigen berg teil, deT auch Geistli- | eingerichtet, eher der englischen Armee ist. Weiter sah man an der Feier hohe Würdenträger der katholischen und protestantischen Kirche und Vertreter der Ministerien. Der Kantor, 47 Jahre alt. kam mit 22 Jah'-en aus Metz, wo sein Vater Rabbiner war, nach Brüssel. hat sieh im letzten Jahr derart Vervielfacht. dass ein zweites Seminar-Gebäude im Zentrum der Stadt errichtet werden muss. Der Stadtrat hat bereits einen Baugrund zur Verfügung gestellt. Mit dem Bau wurde bereits begonnen. Auch wird ein Internat für die Schülerinnen Wissenschaft des Judentums Eric Hollaender gestorben Im Alter von 77 Jahren slarb Eric Holländer, vormals Leiter des Charlottenburger Sternschen Konservatoriums. Er war als Cellist Lehrer Kammermusikei. { Spieler und oft auch als reizvoll | Kapellmeister im Deutschen DER ZERBROCHENE XRUG von Heinrich Kleist EINER VON UNS von Manfred Mansfeld DIE FALLE von Robert Thomas DER EINGEBILDETE KRANKE von Moliere EIN BESSERER HERR von Walter Hasencleve» DER TOD DES HANDLUNGSREISENDEN von Arthur Miller EIN ENGEL NAMENS SCHMITT Musical von Scheu und Nebenhu- Beginn des Abonnement-Verkaufs: Montag, den 19. April im Teatro Odeon vor, 10 bis 12 Uhr und voa 15 bis 19 Uhr. A. ) PREMIEREN-ABONNEMENT (jeweils Montag um 21 Uhr). B. ) ABONNEMENT FUER DONNERSTAG (19 45 Uhr), FREITAG <19.45'. SONNABEND (20.15 Uhr) C. ) STAMMSITZ-SERIE FUER SONNTAG <15.15 Uhr) Fiir die “oriährigen Abonnenten und Stammsitzbesucher bleiben während der ersten drei Tage ihre Plätze reserviert. DIE EINTRITTSPREISE SIND SO GESTALTET, DASS SIE JEDEM DEN BESUCH OES THEATERS ERMOEGLICHEN für die lilmische Gestaltung! erscheinen. Es dürfte Meni.him damals klar geweri; den sein, dass seine künstj I Id ¡sehe Sendung nichts mit! I dem Celloloidband zu tun:! hat. Die technische Bewah.! j ri.ng seiner beglückenden | j Kunst ist durch eine grosse; Zahl von Platten tereits der i j Nachwelt gesienert. Nun! aber o'ieser, nehmen wir es j ruhig vorweg, beschämende j FHm. in dem ein Künstler wie Jehudi Menuhim nichts zu suchen hat. Ein Thema, schon vor vielen Jahren unter dem Titel ..Hundert , Männer und ein Mädel” be- '■ handelt, in dem der heute 82jährige Leopold Stokowsky ein Orchester von 100 Musikern dirigierte, wurde blass aufgebügelt; ein Re. gisseur, der dem damaligen Spielleiter Henry Koster nicht das Wasser reichen kann, leitete diesen weniger als mittelmässigen Film, in dem ausser Menuhim nichts Bemerkenswertes existiert. Es ist verständlich, wenn | ein Künstler, selbst ''ora Range eines Menuhim, danach strebt, auch an die breitesten Schichten seine Kunst heranzutragen, aber nicht immer, wit in diesem Falle, ist die Konservierung dei Kunst durch die moderne Technik zu begriissen. Theater und in den Kammerspielen Berlin tätig. Mit Reinhardt kam er in die Vereinigten Staaten in der Eigenschaft als Dirigent von Schauspielmusik. Nach seiner Auswanderung widmete eisich erfolgreich der Buchbinderkunst. Sagal-Ausstellung In Anwesenheit eines zahlj reichen Publikums wurde in der Zürcher Städtischen! Kunstkammer ,.Zum Strau! Hoff” die Ausstellung von Werken des Malers Wladi. mir Sagal aus der jüngsten Schaffensperiode mit einer Ansprache von Dr. Werner Y. Müller eröffnet. Dr. Müller skizzierte die künstlerische Entwicklung Sagals, hob dessen Mut hervor .bei der Gegenständ- Unter dem Patronat der Hebräischen Universität und des Weltverbandes für die Wissenschaft des Juden, tums findet vom 26. Juli bis 1. August dieses Jahres in Jerusalem der dritte Weltkongress für die Wissenschaft des Judentums statt. — Anmeldungen nimmt das Sekretariat des Kongresses, P. O. B. 1255, Jerusalem, entgegen. Auf Anfrage hin ist von dort auch ein ausführliches Kongress . Proj j gramm erhältlich. I Nationalbibliothek Die neue Nationalbibliothek auf dem Universitätskampus erweist täglich ihre Anziehungskraft auf die is. raelisehen Leser. Der Lesesaal wurde im Januar von 12.029 Besuchern benutzt, gegenüber 6.40C im Januar 1960. Im Dezember wurden 17.500 Bücher ausge’iehen, verglichen mit 11.700 im Dezember des Vorjahres. 20 Abonneumfasst, die jeweils am darauffolgenden Dienstag nachmittags zu populären Preisen im Teatro Cervantes wiederholt werden. Eine von Tewahs Spezialitäten ist die Interpretation Haydnscher Symphonien. Das entzückende Opus Nr. 88 in g-dur erstand in seiner ganzen Grazie und Durchsichtigkeit, die vielleicht bei r.oeh geringerer Pesetzung der Streicher ein wenig wirksamer geworden wären, da Haydn ein Minimum an Bläsern besetzt hat. Eine schwungvolle, wenn auch des letzten Schliffes impressionistischer Interpretierungskunst entbehrende .Rhapsodie Espagnole” von Maurice Ravel liess sehr eindrucksvoll die Rückkehr in die Reihen des Orchesters zweier unserer besten Holzbläser er. I kennen: Ianelli (Flöte) und I Di Gregorio (Oboe). Die erste Symphonie von Johannes Brahms op. 68 in c-dur liess den künstlerischen Ernst Tewahs offenbar werden, wenn auch der dramatische Durchbruch im letzten Satz „Allegro non troppo, ma con brio” Wünsche offen Hess. Das Orchester befindet sich auf beachtlicher Höhe, ein erfreuliches Symptom. welches hoffentlich in den folgenden Konzerten anhalten wird. Tewah und sein Klangkörper wurden sehr gefeiert. Dr. ZALLEL ZUKMANN JENNY RIEGLER de ZUKMANN empfehlen sich als VERMAEHLTE Arenales 3724 Israel - Marken und Marken aller Laender — Neuigkeiten ~~ i6Temäticos,, ln groesster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN¬ NUMMERN — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (pfanchas) — VOLLSTAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG ALFONSO MORITZSON Guanacaclif 2351, dep. 2 esq. CAB1LDO U. D.

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