Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1869 (18.4.1961)
- Date
- 1961-04-18
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9616703-9612115-9612372--1254-9612377- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
IKK Marte«, M de Abril de litl JÜDISCHE WOCHEHSCHAV Ab« XXII. — No. 1869 — 5 )N Ereignisse der Woche Für die Brüderlichkeit aller Rassen - Gegen die rassische, religioese und politische Diskriminierung Resolutionsentwurf — Die ehrenwerte Abgeordnetenkammer der Nation beschliesst: 1. — Ihre Solidarität mit allen Völkern Rassen und ethnischen Gruppen der Welt zu bekunden. 2. — Ausdrücklich zu betonen, dass jedwede rassiche, religiöse oder politische Diskriminierung durch die demokratischen Statuten der Konstitution und die Allgemeine Deklaration der Menschenrechte verurteilt wird, die die Gleichheit und Freiheit aller Menschen garagiert, um in brüderlicher Einigkeit unter Sicherung der gemeinsamen Rechte ..ohne Unterschied der Rasse, Farbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischen Meinung oder welcher Art immer, national, sozial, wirtschaftlich oder sonst wie bedingt zusammenzuleben. 3. — Zum Ausdruck zu bringen, dass die legitime Verteidigung des nationalen Schicksals eines jeden Volkes inbezug auf seine Souveränität und Selbstbestimmung keineswegs Ausbrüche von Rassenhass und Angriffe auf einen Menschen wegen seiner Rasse, Farbe, Ideen oder Religion rechtfertigt. 4 — Zu erklären, dass alle Menschen — ohne Unterschied der Rasse, Politik oder Religion — ein Anrecht haben auf die gleichen Garantien gegen jede Diskriminierung die ihre Rechte einschrinkt und gegen jede Provokation zu einer solchen Diskriminierung.” 5. — Die Regierung um dringende Massnahmen zu ersuchen, damit im Jahre 1961 in den Erziehungsanstalten mit einer intensiven Kampagne zur Verbreitung dieser Grundsätze für einen Frieden des Geistes, für die Brüderlichkeit unter den Menschen und die Respektierung aller Völker, Rassen und ethnischer Gruppen auf der ganzen Welt begonnen werde. 6. — Ausdrücklich den Beschluss der letzten Interparlamentarischen Konferenz von Tokio zu ratifizieren, die auf den Vorschlag der parlamentarischen Vertretung von Argentinien hin erklärte, dass sie „jede Art von Rassendiskriminierung, jede Form politischer und j religiöser Intoleranz und! jede unmenschliche Behänd.! lung in Gefängnissen, Inj ternierungslagern, usw\“! verurteile, und dass in allen! Ländern dieser — auf Veranlassung Argentiniens —! gestellten Forderung der | parlamentarischen Veri Sammlung nachgekommen! werde, konkrete Richtlinien , zu geben, um „die strenge I Unterdrückung jeder Form; von rassischer oder politi-! scher Diskriminierung obli.! gatorisch zu machen und in; den Erziehungsanstalten aller Länder Spezialkurse für den Frieden des Geistes und den Respekt für alle ethnischen Gruppen abzuhalten. Carlos H. Bereite WIZO-Kulturabend Es war ein guter Gedanke des Kulturausschusses der ,,WIZO“, am Vorabend der Eröffnung des Eichmann- Prozesses zu einem Vortragsabend über das vielgelesene und preisgekrönte Werk von André Schwarz- Bart, „Der Letzte der Gerechten“ einzuladen. Man hätte gewünscht, dass das ausgezeichnete Referat von Dr. Hardi Swarsensky vor einem Weit grösseren Hörerkreis gehalten worden wäre; doch die Erschienenen wurden nicht rur angeregt, sondern tief beeindruckt. Von der Vorsitzenden, Frau Lisbet Wind, herzlich be. grüsst, wobei auf die Bedeutung des Buches kurz hingewiesen werden ist, Die BARMITZWAH unseres Sohnes RONNY RAFAEL findet s. G. w. am Sonnabend, den 22 April 1961, in der Synagoge Lamroth Ilakol, Caseros 1450, Florida, statt. Gerhard Krisfeiler und Frau Gerda geh. Spur Empfang im Salon der Synagoge nach der Zeremonie. nahm Dr. Swarsenky das' Wort, um zunächst den j Charakter dieses Werkes zu I umschreiben, das auf Symj pathien verzichte und nichts | anderes beabsichtige, als das : Phänomen des jüdischen | Ueberlebens darzustellen, und die ungeheure Tragik I der jüdischen Geschichte! aufzuweisen. die zuweilen | von Nichtjuden Desser ver-! standen werde als von Ju-! den. Dies geschieht in | künstlerisch . vollendeter! Form. „Der Letzte der Gerechten“, so führte der Red- I ner etwa aus wolle im Grunde kein Roman sein, sondern : ein Kapitel Zeitgeschichte, j und je näher die einzelnen : handelnden Personen an die; Gegenwart r.eranrücken, de-! sto grauenvoller stellt sich diese „erdichtete Wahrheit“ . dar. Diese Geschichte! nimmt ihren Ausgang von der Legende der „Sechsunddreissig Gerechten“, die in allen Epochen leben würden, und deren Leiden im 12. Jahrhundert begannen, als der mildherzige Rabbi Jomtow Levy in York 250 Glaubensgenossen mit eigener; Hand tötete, um ihnen die Schrecken der Folter zu ersparen.! Vergleiche mit Schalom Aschs „Trost des Volkes“, I sc meinte Dr. Swarsensky! weiter, bieten sich dar; auch dort sind es mystische Vorstellungen vom notwendigen Ablauf jüdischen Schicksals,' hier wie dort konzentriert in den beson- | deren Leiden einer einzigen! Person. Die Entwicklung innerhalb dieser Familie! führt schliesslich durch die i Jahrhunderte hindurch in den Anfang dieses Jahr- I hunderts in die Zeit der Koi sakenprogrome. Es ist eine | kleine Zahl von Dorfbewoh. I nern, die sich bis zuletzt in Sicherheit wiegen zu können glaubte, nun aber in ein 1 „freies Land“ in das zivi- | lisierte Deutschland auswanj dert. Leiden in Deutschland | Auch diese Emigration! kennt Schwierigkeiten der | Einordnung, vermag sich | aber anzupassen, einzuleben. 1 bis im fortschrittlichen Lan I de Deutschland der Beginn der Nazihe Tschaft diese jüdische Familie aus Galizien zwingt, abermals den Wanderstab zu ergreifen. Der Referent liess nun die grossartig gestelteten Szenen im Buche von dem Martyrium | jüdischer Schuljugend im! „Dritten Reiche“ Revue pasj sieren. die Belastungen der 1 Synagogenbesucher, denen 1 ein einziger Deutscher, e.n Lehrer, aus dem geöffneten Fenster Mitgefühl ausdrückt und Empörung über die P.ohhe-iten der Nazis, was diesen anständigen Deutschen Amt und Freiheit kostet. „Das Fehler, der geöffneten Fenster“, das Nichtaufmerkenwollen der Welt, das Schweigen der , Oeffentlicnken Meinung“, die Unmöglichkeit eines organisierten Widerstands, dies alles ist die erschütternde Lehre dieses Buches, das in seinem Schlussteil von den Deportationen aus Frankreich in die Vernich-1 tungslager oerichtet in eij ner Weise, die mit allen au-! tentischen Berichten über-; einstimmt. Und talls viel. | leicht die Leiden jüdischer j Schulkinder im Jahre 1935 etwas allzu krass geschil-; dert worden sein sollten, so; ist leider alles andere bitj terste und grausigste Wirk. j lichkeit. In ergreifender: Form zieht der Redner das : traurige Fazit: Dieser „Letzte der Gei echten“, der selbst dem Opfertod für sein , Volk geweiht, trauen und , Kinder tröstet. vermittelt* ein Bild seelischer Grösse, das alles menschliche Vor-! stellungsvermögen überschreitet. j „Wo waren diejenigen i Kräfte, die nicht erst 1942. sondern viel früher, sich, hätten erheoen müssen, um j sich gegen die barbarische ) A.bschlachtung von Millio- . nen von Juden und andererj Zivilgefangener zu wenden?“ Diese Frage musste am Schluss des Referats gestellt werden, und sie wird immer wieder aufgeworfen werden, trotz der begütigenden und ehrlichen Worte, die das neue nachhitle ristische Deutschland findet. Die Tatsache, dass die Reichswehr von 1934 dem j Nazispuk ein Ende hätte be. I reiten können wenn sie es ■ gewollt hätte, kann ebenso) wenig bestritten werden, wie i der Umstand,, dass das jü-: dische Martyrium der ver-, gangenen tausend Jahre in-j nerhalb des christlich-europäischen Kulturkreises mög-1 lieh war, was viele aufrechte; Christen heute mit Trauer erfüllt. | In seinem Schlussworte! musste Dr Swarsensky diej se Frage streifen, um hinzuj zufügen, dass jüdisches Lei. I den nicht für immer jüdi- - sc-he Bestimmung sein muss, dass es vielmehr durch uns ir Verbindung mit dem wunderbaren Aufbauwerke in Israel überwunden werden könne, dadurch dass das jüdische Volk zu sich selbst, zum Glauben an die eigene Kraft, zurückfindet. C. W. BET ISRAEL CONDE 1345 MORGEN, MITTWOCH, UM 20 UNR 45 FESTAKT MEDINT ISRAEL - BAR M1ZIVA Es sprechen: E. BRAUN — Dr. M. ROSENBERG Rezitation, Musikalisches Israeli Programm Anschliesend: Gemütliches Beisammensein Eintritt frei Gáste willkommen ACIBA THG - WIZO 31iltwoch, den 26. April, um 21 Uhi IM SALON CHARCAS 1155 Feier des JOM HAAZMAUT Es singt RAQUEL ZIPRIS vom Teatro Colón. Am Flügel Donato Oscar Colacelli. Der Botschaftsrat der Botschaft von Israel, Dr. MORDECHAI AVIDA, wird das Wort an Sie richten. — Professor Dr. GUENTHER BALLIN wird die Anwesenden begrüssen. — Die Festrede wird Dr. HARD1 SWARSENSKY halten. Gäste herzlich willkommen Eintritt frei Nueva Comunidad Israelita FEIERSTUNDE an'aesslich des Yom Haaimauih Am DONNERSTAG, den 20. APRIL, um 21 Uhr im Gemeindehaus. Arons 2319 Festredner: Dr. LEON LAPACO KUENSTLERISCHES PROGRAMM ' MITWIRKUNG DES SYNAGOGENCHORS Im Anschluss: Copetin Unkostenbeitrag: $ 40.!— Erste Gemeindeveranstaltnng im Synagogenraum mit der neu installierten Trennungswand. Israel - Marken und Marken aller Laender — Neuigkeiten — “Tematicos*9 ln groesster Auswahl: U. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN NUMMERN — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchasi — VOLLSTÄNDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG ALFONSO MÖRITZSON Guanaeachf 2351, dep. 2 esq. CABILDO Desde a europa con SlÆf* . a .4. r* V er* tous tOYCC AID! J Kl C C Para informes y pasajes diríjase a su agencia dt viajes o Av. Córdoba 315 T. £ 32-4086 ■Æ