Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1869 (18.4.1961)
- Date
- 1961-04-18
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Martes, IS 4e Abril de 19«! JÜDISCHE W O C M E M S C M A U Ai« XXII. — Ne. 1*69 Den Namen Gottes missbraucht (Schluss von Seite li Verbrechen wohl anneh. men. Das vorliegende Material ist kaum zu übersehen. Auch die \kten der Nürnberger Prozesse müssten herangezogen werden, da dort bereits die meistens Verbrechen zur Sprache gekommen sind. Mit einer anerkennenswerten Sorgfalt sind die Internationalen Gezusammengetasst waren.” richte an ihre Arbeit gej Daraufhin fragte ihn der schritten. Nirgends kann j Verteidiger: . Sie meinen ein objektiver Beobachter; also, dass es sich nur um fcststellen. dass die Ueberi Exzesse handelte und nicht legenheit oder Rache der; um eine systematische Aus Juden kein Geheimnis war. Als Zeuge der Verteidigung (also des angeklagten Stuk kart). sagte Globke: ,,Ich wusste, dass die Juden massenweise umge. bracht wurden aber ich war immer der Auffassung, dass es daneben auch Juden gab. die entweder in Deutschland lebten oder die, wie in Theresienstadt oder dergleichen. in einer Art Ghetto im Sinne des allmächtigen Schöpfers zu handeln, wenn sie den Versuch macht, die ewigen ehernen Gesetze des Lebens und der Natur, die das Einzelschicksal wie das der Gesamtheit beherr. sehen und bestimmen, in der staatlich - völkischen Ordnung des Dritten Reiches wieder zum Ausdruck bringen, soweit dies mit den fängnis verurteilt, der an. dere Staatssekretär im Bun deskanzleramt und immer noch in Amt und Würden... Dort also bei Stuckart- Globke steht zu lesen, dass ,,es bei der völkischen und staatlichen Neuordnung unserer Tage um nicht mehr und nicht weniger“ gehe, „als um die Wiederanerkennung und Wiederherstellung der im tiefsten Sinne gottgewollten organischen Lebensordnung im deutschen Volks- und Staatslehren unvollkommenen, Menschen j Auch noch an anderen Stel. zu Gebote stehenden Mitteln *en schämten sich die Automöglich ist. Die Rechts¬ und Staatsordnung des Drit ten Reiches soll mit den Lebensgesetzen. den für den Körper. Geist und See ren nicht, sich auf den „allmächtigen Schöpfer” zu berufen, um das Teufelswerk des Nazismus mit allen seinen Verbrechen und Mord, taten unter Mitwisserschaft Siegerstaaten ein Urteil dik. | rettung?” Der Zeuge ging i le eines deutschen Mentifrt hätten Für den Fall | auf diese suggestive Frage j sehen ewi* geltenden Na- I der hohen Beamten des ehe- Eichmann und für die Be-! nicht ein und entgegnete: I turgesetzen wieder in Ein. \ maligen Reichsinnenmini urteilung seiner Hintermän-; ..Nein, das wollte ich nicht klang gebracht werden. Es steriums zu rechtfertigen, ner dürfte auch der söge- ■ saeen Ich bin der Auffasecht also hei der völki- Stuckart-Giobke verkünde iirfte auch der söge- ■ sagen. Ich bin der Auffasnannte .. Wiihe-lmstrassen-1 sung. und ich habe es ge. Prozess” besonders interes. j wusst. dass diese Ausrot sant sein, in welchem u. a. : tung der gegen frühere Beamte des Reichs - Innenministeriums verhandelt worden, ist. Der amtliche bericht im Fall Nr. 11 (Wilhelmstrassen- Prozess des Nürnberger Juden systematisch vorgenommen worden ist. aber ich wusste nicht, dass sie sien auf alle Juden bezog.” — geht also bei der völkischen und staatlichen Neuordnung unserer Tage um nicht mehr ur.d nicht weniger. als um die Wieder, anerkennune und Wiederherstellung der im tiefsten Sinne gottgewollten orga- ... ..Das Blutschutzgesetz wird, nicht erheblich ist. j ziejjt die Trennung zlvien, unu siemen innen uic; Denn ob er gewusst hat! schen jüdischem und deutzwar als hart jedoch als odon rfisvhf rltacc allp .Indpn . ^, * ... i_.i__.j__i rtAhi*i>nHio n*»7PirhnPtpn ..Er* -C-Vjj. k.'illlic. gUUgC «U1JIV 11 v. QW Man wird zugeben müs- . nischen Lebensordnung im _ _ _ sen, dass der Unterschied, deutschen Volks- und Staats, dass Militärtribunals gegen von der hier vom damaligen leben .. Weizsäcker und andere Zeugen Globke konstruiert wurde vom damaligen stellve'tretenden US Hauptank:äger. dem ietzigen Frankfurter Rechtsanwalt Dr. Ro. Fert M. W Klempner und d-m Verteidiger Dr Carl Hansel vorgelegt (Verlag Alfons Bürger, I. Auflage, 1950'. Einer der damaligen An- Stuckart-Giobke verkünde, ten in ihrem Kommentar, von dem wir hier eine Kostprobe abdruckten, die Lehre von der Ungleichheit der Menschen. Sie wandten sich gegen die höchsten Erkennt nisse und IJeer der Menschheit und Menschlichkeit, alle Menschen ausnahmslos im Ebenbild Got. | tes geschalten worden seij en, und stellten ihnen die! oder nicht dass alle Juden sehem Blut jn biologischer betroffen wurden, so durfte ■ Hinsicht. Der in dem Jahr. das. was er an Wissen über zehnt vor dem Umbruch diese Angelegenheit zugab, ( um sich ,reifende Verfall vollkommen zur Beurtei- | deg G8.fühlä tüi die Bedeu lung seiner eigenen Person ' tung der Keinheit des Bluausreichen. j jeg und dje damit verbuniviner oer oaiiiaiigcu j-»*i In seiner weiteren, vom ' dene Auflösung aller völki. ^tkiagten war der spätere Internationalen Gerichtshof sehen Werte Hess ein gesetz- S r.ats - Sekretär Wilhelm I niedergelegten Aussage ver. üches Eingreiien besonders 5-uc-kart. Parteimitglied seit j suchte Globke eine Entladringend erscheinen. Da lf:22 einer 'fi Hauptverant; stung des Stuckart. der sein j hierfür dem deutschen Volwm-tliche: für die antijiidij Vorgesetzter war. Hierzu vt nur von seiten des Just ner. Gesetze die in dem meinte das Gericht, dass dentums eine akute Gefahr Lrfeil im einzelnen aufge. die Wahrheit dieser Aussa-j drohte, bezweckt das Ge.?:ihlt werden vgl. den zige zwar nicht bezweifelt ( setz in erster Linie die Vertue ten Aodiuck des Urteils, werde. ..Es bleibt jedoch ■ hinderung weiterer Blutmii 166' . Vom Gericht wurj die Tatsache bestehen, dass schung mit Juden 1t auch de Zeuge Globke : Stuckart von Himmler nach | Den Lehren von der l evnommen emer von Stuk ' dessen Ernennung zum Mi-; Gleichheit aller Menschen arts Ministerialräten. Das r.ister (gemeint Reichsin-1 u,ld von der grundsätzlich nenminister anstelle von | nbSSchränkten Freiheit des Wilhelm Fritk) alsbald zum . ejnzejnen gegenüber dem Staatssekretär befördert | staat setzt der Nationalso- Gericht sem bei der Wiedergabe der Zeugenaussage Globkes von dei Feststelbwtr aus lass „innerhalb der Reichs Innenministeriums die Ausrottung der ». V « . e. . ♦ ♦ ♦ ♦ * ■ Dr FREY; Abobado > PUEYRREDON *190 ¡ 1* t*q ' nachm 16—19 Oh* worden ist ” Obwohl das | ziaijsmus hier die harten, Gericht die Wahrheit der, aber notwendigen Erkennt. J. Liebling J FOURN1ERE — i SPERRHOELZER? DIAZ VELEZ 5224 al 46 j T. E 43-2349/0346 r 3021 i REAL PEN I Füllhalter * REPARATUREN $ Spezialgeschäft S CORRIENTES 569 | T E. 49-5850 S Aussage Globkes nicht anzweifelte, folgte es seinem Entlastungsversuch nicht. Tatsächlich wurde denn auch Stuckart in diesem Punkt (Verbrechen gegen die Menschlichkeit) für schuldig befunden. Der Staatssekretär Dr. Wilhelm Stuckart war aber nicht nur der Vorgesetzte Globkes, sondern auch mit Globke gemeinsam der Mitverfasser des berüchtigten Kommentars zur Nürnberger Rassengesetzgebung, in welchem es u. a. heisst: „Die nationalsozialistische Staatsführung hat den unerschütterlichen Glauben, nisse von der naturgesetzlichen Ungleichheit und Verschiedenartigkeit der Men- „schen entgeger Das schrieben Stuckart. Globke, deT eine Staatssekretär Himmlers und vom Nürnberger Gericht zu einer Reihe ven Jahren Genotwendig oezeichneten „Erkenntnisse” von der naturgesetzlichen Ungleichheit und Verschiedenartigkeit der Menschheit gegenüber. Nach diesei Lektüre wird man sich erstaunt fragen, wie es mög.ict ist, dass ein Vertreter derartiger Theorien, die durch die Entweihung des göttlichen Namens nur noch diabolischer werden, eine führende oder gar entscheidende Position in einem christlich demokratischen Land einnehmen kann. Fürwahr hier ist ein Verwandlungsk'instier ersten Ranges am Werk. So leicht soll es sein, seine Vergangenheit abzuleugnen und durch eine .Umkehr’ weiter in der Führung zu bleiben? Alle Historiker und Kriti. ker der nazistischen Aera sind sich darin einig, dass Ontica i DIPL. OPTIKER Sarmiento 829j T. E. 3.Í - 7r4 Aicetha £?hap \ i : t 1 t i i i i »MOLDES 2 5 6 1 j I T. 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Aber das ändert nichts daran, dass sie mindestens die gleiche Schuld und Verantwortung wie die Henkersknechte auf sich geladen haben. Auch zu dieser, oftmals angeschnittenen Frage, äusserte sich das Militärgericht. das Dr Stuckart verurteilte. Diese Ausführungen verdienen es, einer breiten Oeffentlichkeit mitgeteilt und als Richtschnur für alle Kriegsverbrecher- Prozesse. wo sie auch im. mer verhandelt werden, zu gelten. Das Gericht sagte (vgl. a. a. O. S. 169): „Nach unserer Ueberzeugung hat Stuckart ganz genau gewusst, — und wenn es Stuckart wusste, warum sollte es seinem Mitarbeiter Globke unbekannt bleiben? Anm. d. Verf.) — wel. ches Schicksal die nach dem Osten abgeschobenen Juden erwartete. Zweifellos waren die Gesetz und Verordnungen. die Stuckart selbst entworfen oder gebilligt hat, ein wesentlicher Bestandteil des Programms, mit dem die fast vollständige Ausrottung der Juden beaDsi'chtigt war und auch erreicht worden ist. „W’enn die Kommandanten der Todeslager, die die ihnen erteilten Befehle zur Ermordung der unglücklichen Häftlinge ausgeführt haben, wenn die Leute, die die Befehle für die Abschie. bung der Juden nach dem Osten ausgeführt und vollzogen haben, vor Gericht gestellt, für schuldig befunden und bestraft werden, U SEMANA ISMEUT« Bisemanario — aparece los Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr, H, Swarsensky Pueyrredón 2190, 19 izq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: 4 75.— pro Quartal Ausland $ 450.-^ jährl. — und darüber haben wir keinen Zweifel —, dann sind die Männer ebenso strafbar, die in der friedlichen Stille ihrer Büros in den Ministerien an diesem Feldzug durch Entwurf der für seine Durchführung notwendigen Verordnungen, Erlasse und Anweisungen teilgenommen haben.” Diesem Standpunkt dürf. te nichts hinzugefügt werden müssen. Die Bereinigung der Vergangenheit verlangt klare Entscheidungen, die im Hinblick auf den Umfang der begangenen Vernrechen keine Ausnahmen duldet. Wenn man — gewiss mit vollem Recht, — die armseligen Schinder der KZ und der Vernichtungslager bestraft, dann sind erst recht die in. tellektuellen Urheber oder Mithelfer an diesem grausamen Geschehen zur Verantwortung zu ziehen. Wie gross wähnten sich alle diese Herrschaften in brauner oder schwarzer Uniform, als sie noch die Macht hatten, über den Tod von Millionen unschuldiger Opfer aller Nationen zu entscheiden. Und wie klein sind sie Jetzt, wo sie noch nicht einmal den Mut aulbringen, .hre Schuld zu gestehen. Durch ihre Taten und durch ihre Worte haben sie die Menschheit geschändet und damit auch gegen jedes göttliche Gesetz gehandelt. VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Dr. B. Schwanz ZAHNARZT! STOMEA 22*3 — 52-8214 RAYOS X PAPA DFNTO.SE TELEF VORANMELDUNG ij Restaurant »Paso’ ■-,tr -I i: 4» 4 * w T. E. 87-9259:: MITTAGS- und ABKNDTISCH von jetzt an auch Sonntag abends geöffnet Anrichten von kleinen Festlichkeiten und Banketten ¡J Paso 452 (al fondo) — Unter Aufaicnt aes Vaad Haraoomm der Kehilla > BERNARDO STERN und JUAN JULIl SBURG AUSFUEHRUNG SAEMTUCHER Malerarbeiten t CONDE 2318 E. 76 7533 SARMIENTO 3116 T. E. 17 1362 Dr. BENJAMIN L1PN1ZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN - BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU- LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Spr«cti*tunden Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518 T E Tg-wrj und 73-0586 Dr. L KLEIN Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: ♦Montag, D'enstag, Mittwoch u, Freitag von 15—19 UhrJ + Es wird gebeten, s^ch vorher teleioniseb anzumelden * ♦ * t SANTA FE 1391 T. E. 44 9493 u. 44-1542»; a >»**+*+**+******+***+4ee***+***++**+r++* Dr. Bernardo Goldstein M E D I C C Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Sonnabend: 14—16 Uhr Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr j