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Jüdische Wochenschau · 1961-04-11 · 1867 (11.4.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1867 (11.4.1961)
Date
1961-04-11
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Martes, 11 de Abril de 1961 JÜDISCHE WOCHENSCHAU An« XXII. — No. 18*57 Mit neuesten Methoden (Schluss von Seite 1) wundern, die zugleich den rechten Rückschluss auf die ungeheure Primitivität der Nazis gest.atet. Reichsbürger konnte nach der nazistischen Erleuchtung nur derjenige werden, ,der durch sein Verhalten beweist, dass er gewillt und geeignet ist, in Treue dem Deutschen Volk und Reich zu dienen.“ — Diese Bestimmung gab der Regierung und ihren vielen, willfährigen Organen jede Möglichkeit. unliebsame Elemente durchaus nicht nur die luden, auszuschalten. Tatsächlich sind denn auch Hunderttausende — vielleicht sogar Millionen, wenn man die russischen Gefangenen mitrechnet — auf diese und ähnliche Wei_ se eliminiert worden. Unliebsame Personenkreise .. unliebsame Gegner .. diese Bemerkungen in einer grossen Rede der Hitler, Goeb. bels oder Goering eingebaut, genügte, um Mordtaten zu rechtfertigen und die Massen jubeln zu machen. In dieser Hinsicht waren die Nürnberger Gesetze lucht nur ein Markstein. Sie seilten auch eine Probe dafür sein, wie weit die Nazis sich mit 'hr an Provokationen und Unverschämtheiten vagen könnten. Jeder Diktator ist feige. Hitler war es besonne* s. Die Nazis waren überhaupt nur mutig, wenn sie in Rudeln auftra. ten wenn sie die Uebermacht hatten, wenn sie bis ar die Zahne bewaffnet ihrer. «Sadismus an Wehrlosen austofcen konnten. Die Na. zis ningen mit allen ihren politischen Programmen lar^am. "orsichtig, schrittweise vo- Die erste grosse Gereraipobe war der Kewhsta 2 ibrand. Hierbei batten sie sich sogar selbst die Finger verbrannt, verstanden aber schnell, wo die Hindernisse liegen, die sie beseitigen mussten, um ihr Willkürregiment ohne jede Kontrolle auszuüben. Dann kam der 1. April pr FREY * Abogado T PUEYRREDON 2190 4 1’ “ü- I nachm 16—19 Uhr J. Liebling FOURN1ERE — 1 SPERRHOELZER * DIAZ VELEZ 5224 «1 46; T. E 43-2343/0340 y 3021 1 ¡vuwwwwwwwv. ï REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschält CORRIENTES 5b9 T E. 49-5850 I Outiea I I I DIPL. OPTIKER 1 Sarmiento 82$ IT. E. 35 - 735<íj j 1933 mit seinem Boykott I gegen die Juden, ein pro. : vozierendes Präludium für nun kommende Aktionen. Die Technik der Organisation dieses Boykotts unterschied sich in nichts von den späteren Gross-Aktionen, die sich dann nicht mehr gegen Fensterscheiben richteten, gemacht, um diese Phänomene in ihrem richtigen Licht zu sehen. I Man sagt, dass innerer Widerstand zwecklos gewesen sei. Das ist nicht wahr. Wenn wirklich so viele Deutsche Gegner des Nazismus gewesen sind, wie heute behaupten, es gewesen zu Gewaltmassnahmen einverstanden, aber man hat sie hingenommen, weil man hoffte, immer auf der richtigen Seite zu stehen... Und das Ausland? Dass die auswärtigen Mächte die nazistische Terror . Herr-! schaft mindestens noch zwei oder drei Jahre nach der Machtergreifung hätten be- , seitigen können, ist auch : nicht zwe:felhaft. Aber alle! spekulierten mit den wirken- Repressalien ' e 1- (insbiîsnèm; mmnm iinfe nViiMi' i msmmsMSm mm wtntn '•'••i; -ÑÍ**«!ÍÍsSl@ÍS?9§?! sondern gegen Gotteshäuser und das Leben der Men. sehen. Wes können wir tun, was darf rran sich erlauben, wie weit können wir uns mit unseren antijüdischen Kampagnen vorwagen, ohne dass weder von innen noch von aussen eine heftige Reaktion spürbar wird. Und sie stellten wohl zu ihrer grössten Ueberraschung fest, dass sie alles tun und unternehmen konnten, ohne dass sich ein innerer ernster Widerstand gezeigt oder von aussen Hil. fe gekommen wäre. Zu beiden Negativ-Erscheinungen seien wenige Bemerkungen SUCHE JUEDISCHES KINDER- MAEDGHEN mit Wohnen, für vierjährigen Jungen, gute Referenzen Vorzustellen zwischen 16 und 19 Uhr, Santa Fe 836, piso 8, dep. A. | sein, warum haben sie sich; nicht in einem einzigen Auf. schrei für Wahrheit und Ge-j : rechtigkeit vereinigt, um , gegen das Unrecht, die. Brutalität, die Profanierung! der Heiligtümer — und nicht ' nur der jüdischen — zu pro- ( i testieren? Es war nicht mög-! lieh? Warum ist es nicht ' möglich gewesen? Die Ar-1 mee stand gewiss in der erj sten Zeit der nazistischen j : Gewaltherrschaft nicht hin- | ter ihrem späteren Führer , ins Unglück. Warum schwie- ' gen die Generäle? Muss man . wirklich annehmen, dass sie j j erst zu protestieren began- | nen, als ihre eigenen Rechte j und Privilegien angetastet i wurden?; | Auf all diese Fragen kann; man heute sehr klare Antworten erteilen. Vielleicht waren viele nicht mit den den Kräften, versuchten ih. re eigenen Interessen ins Trockene zu bringen und verloren schliess’ich alle. Der viel belachte Duce war der einzige der wirklich — einmal wenigstens — Mut zeigte uni den Nazis klarmachte. dass er marschieren würde, wenn sie in Oesterreich intervenieren. Das war am Anfang der nazistischen Herrschaft. Dass Mussolini dann nicht mehr die Kraft h'atr^. Hitler zu widerstehen. und dass er sich ihm sogar noch anschloss, war Rio de Janeiro. — Wie aus einem Polizeiberieht hervorgeht. mehren sich die antisemitischen Ausschreitungen und anonyme Drohungen gegen Juden, je mehr sich der Beginn des Eichmann- Prozesses am 11. April nähert. Einige jüdische Familien in Porto Alegre haben Drohbriefe der „Union Anti- Judia’’ erhalten, die ihnen „Repressalien” wegen des Prozesses ankündigen. Jüdische Häuser in Sao Paulo werden mit Hakenkreuzen und Sprüchen wie „Freiheit für Eichmann, Tod den Juden” beschmiert. .ITA) U SEMANA ISRAELITA Biaemanario — aparece ios Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2190. 1? izq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450.— jährl. Aldttka. HUTSALON? 1 n a Jetzt in u ê í g r ä u Ü i MOLDES 2581! T. E. 73-9229 | 73-9155 I Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von CESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSER Manuela Pedraza 2530 pl b. Dp. 8 T. E. 70-7244 Mohel N. Plaksin Superi 2719 T. E. 76-6784 u 76-2312! T NERVENu. GEMÜTS. \ KRANKHEITEN |t Dr. M. J. KUHN I prov.!? RIVADAVIA 2625 III | i Tel. 48 7524? 4ont., Mittwoch, Freitag , i 17—20 Uhr. Tel. Anmel-1 { düng erbeten. Jacobo M. Lapidus dipl. Mohel TUCUMAN 2396. J T. E.: 48-2124 Dr. B. Schwartz ZAHNARZT ESTOMEA 2283 — 52-8214 I RAYOS X f PAR/' DF'WTCSE! TELEF. t VORANMELDUNG Restaurant »Paso ” “IKO ¡1 Paso 452 (al fondo) — T. 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Neben dem Reichbürgergesetz erging damals das „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre.“ Das Gesetz verbot die Eheschliessung zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes. Zuwiderhandlungen wurden mit Zuchthaus bedroht. AussereWlieher Verkehr zwischen Juden und „Ariern“ werden unter An. drohung schwerer Freiheitsstrafen verboten. Juden dürfen nur . arisches“ Haus. personal unter besonderen Voraussetzungen halten. Es wird auch das Flaggen der deutschen Farben untersagt. Jüdische Fahnen dagegen dürfen sie zeigen... Mit diesem Gesetz wurden die Juden ausserhalb der Gesellschaft gestellt. Sie wurden beleidigt, diskriminiert, diffamiert, vor aller Oeffentlichkeit und von Ge. setzes wegen in ihrer Ehre angegriffen. Dass dieses Gesetz einen ungeheuren Einj griff in die private Sphäre I — »licht nur der Juden dar.! stellte, übersah man. Aufgrund dieses Gesetzes : sind später Todesurteile er- ,gangen! Die We't lachte über die- , se Gesetz?, sie zuckte ver. ' ächtlich die Achseln und 1 ging zur Tagesordnung über.! Dass es sich hier um eine schädliche, unwürdige, in mancher Hinsicht groteske Gesetzgebung gehandelt hat, die für das nazistische Gewaltsystem geradezu tyi pisch war darüber sind sich I alle einig: heute wie da. 1 mals. | Umso merkwürdiger und bedauerlicher dürfte es von! allen gutwilligen Menschen ' empfunden werden, wenn heute noen Männer in der Bundesrepublik Deutschland in hohen Positionen sitzen, die in irgendeinem — auch mit den Nürnberger Gesetzen nur losem — Zusammenhang standen. Dass aber die Kommentatoren dieser Gesetze auch heute noch auf einflussreichen Posten arbeiten, stimmt sehr be denklich. VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY SARMIENTO 3116 T. E. 87 1362{ ÍDr. BENJAMIN L1PN1ZKY | ZAHNARZT! ROENTGENSTRAHLEN — 2 AHNZIEHEN — BE- I HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU- | UF.RUNG DER ZAHNSTELLUNG I Sprechstunden- Dienstag — Donnerstag — Sonnabend t n»cb vorheriger V erambarung. 1 JOSE HERN ANDEZ 2518 T E 76-8673 und 73 0500 Dr. L. KLEIN Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: * 5 ♦ Montag, D'enstag, Mittwoch u Freitag von 15—19 UhrJ *Es wird gebeten, s,ch vorher telefonisch anzumelden* * - J SANTA FE 1391 * T. E. 44 9493 u. 44-1542* Dr. Bernardo Goldstein MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Sonnabend:. 14—16 Uhr Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Ubr

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