Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1866 (6.4.1961)
- Date
- 1961-04-06
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/9616703-9612115-9612341--1223-9612346- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
inevfs, G de Abril de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Año XXII. — No. 1866 — 5 Yum schweigt Eichmann? Wie aus Tel Aviv verlautet, soll sich der in Israel inhaftierte ehemalige SS- Obersturmbannführer Adolf Eichmann . hartnäckig weigern, Aussagen über die Beteiligung Globkes bei der „Endlosung der Judenfrage” zu machen. Als ein Un. tersuchungsrichter aus Haifa Eichmann über die Rolle Globkes im Dritten Reich vernehmen wollte, lehnte dieser jede Auskunft ab. Dabei soll sich Eichmann auf Anweisungen des kölner Rechtsanwaltes Dr. Servatius berufen haben. Die Aussageverweigerung erregte in israelischen Justizkreisen Aufsehen, weil Eichmann unmittelbar nach seiner Verhaftung drohte, dass er „höchste Personen” des bundesdeutschen Staatsapparates belasten wolle. Im Januar hatte der hessische Generalstaatsanwalt Dr. Bauer in der Begründung des von ihm eingeleiteten Vorermittlungsverfahrens gegen Globke darauf hingewiesen, dass Dr. Adenauers derzeitiger Staatssekretär und früherer Ministerialrat im Reichsaussenministerium verdächtig sei, Eichmann an Hartherzigkeit gegenüber den Juden noch übertroffen zu haben. Es lägen Aussagen vor, denen zufolge Globke eine von Eichmann erwogene Ueberführung von 20.000 Juden aus Griechenland nach Palästina verhinderte und auf die Deportation der Juden in Konzentrationslager bestand. Eichmann soll sich in einem Telefongespräch mit Globke für den Transport der griechischen Juden mit Schiffen des Roten Kreuzes nach Palästina eingesetzt haben, was Globke brüsk ablehnte. Im Anschluss an das Telefongespräch soll Eichmann immer wieder gebrült haben: „Dieser Globke, dieser Globke.. der Führer hat doch befohlen... mehr traut der sich nicht zu sagen.” Als Nebenkläger im Eichmann-Prozess, der am 12. April eröffnet werden soll, wird der ostberliner Rechtsanwalt Prof. Dr. Friedrich Kaul auftretcn. Kaul vertritt mehrere DDR-Bürger jüdischer Abstammung, deren Angehörige in den Konzentrationslagern umkamen. Unter ihnen befinden sich der Rabbiner Riesenburger, der Komponist Hanns Eisler sowie der Schriftsteller Stefan Heym, Ein bonner Regierungsprecher musste inzwischen die Echtheit des in saarländischen Verwaltungsakten aufgefundenen neuen Belastungsmaterials gegen Globke bestätigen. Es handelt sich um ein Schreiben vom 15. Juni 1944 an die Aufsichtsbehörden der Standesbeamten, in dem Globke für die strikte Einhaltung des antijüdischen „Gesetzes zum Schutze der Erbgesundheit des deutschen Volkes” plädierte. Darüber hinaus hat Globke darauf verzichtet, auf gerichtlichem Wege eine Gegendarstellung zu den in der Wiesbadener Zeitschrift „Weltblid” veröffentlichten Dokumenten über die Tätigkeit Globkes im Reichsinnenministerium zu erzwingen. Der Staatssekretär verzichtete nach Auskunft des Bundeskanzleramtes auf gerichtliche Schritte, weil sich „das Verfahren über Jahre hinziehen könne und dann eine Klarstellung nicht mehr interessant ist.” Diese dürftige Begründung verrät, wie schwach Globke selbst seine Position einschätzt. Es leuchtet nicht ein, weshalb eine „Klarstellung” — auf die wir immerhin schon fünfzehn Jahre warten — nicht auch noch in einigen Jahren interessant sein soll. Es müsste schliesslich ein Hauptanliegen der „Grauen Eminenz” im Bundeskanzleramt sein, die gegen ihn erhobenen schwerwiegenden Beschuldigungen zu „widerlegen”. | Bereits vor zehn Jahren, im Juni 1951, charakterisierte der Zentralrat der Juden in Deutschland die verhängnisvolle Tätigkeit Globkes im nationalsozialistischen Reichsinnenministerium als einen Akt gegen die Menschlichkeit. In der Erklärung, die heute aktueller denn je ist, heisst eS: „Ein Jurist, der sich dazu erniedrigte, barbarische Unrechtsnormen pseudowissenschaftlich zu bearbeiten, hat den Anspruch verwirkt, im hohen Dienst des Rechts tätig zu sein. Es ist uns unbekannt, dass durch irgendwelche Kom. mentare zu den Nürnberger Rassegesetzen je jüdische Menschenleben gerettet worden sind. Bekannt ist uns dagegen wohl, dass diese Gesetze zum verbrecherischen Mord an sechs Millionen Männern, Frauen und Kindern geführt haben, deren Vergehen in den Augen der nationalsozialistischen Machthaber einzig und allein darin bestand, als Juden geboren worden zu sein.” (Aus einer deutschen Zeitung) GLOBKE-DOKUMENTE BESCHLAGNAHMT, wurden auf einer Eiehmann-Ausstellung mit dem Titel „Massenmord im Zeichen des Hakenkreuzes” im Münchener Biirgerbiäukeller, der Wiege des Nationalsozialismus. In der Begründung der Beschlagnah. me heisst es, dem Publikum würde sonst der Eindruck vermittelt werden, dass der Bonner Staatssekretär für die Abfassung der „Nürnberger Gesetze” und für die Ausrottung der Juden verantwortlich gewesen sei. Es handelt sich auf der Ausstellung um Dokumente, deren Echtheit von Fachleuten nicht bezweifelt wird. Unser Bild zeigt eine der zwei Schautafeln, welche der polizeilichen Zensur zum Opfer fielen. Die ersten Besucher der Schau waren ein Staatsanwalt und die Kriminalpolizei. Die Beschlagnahme hatte zur Folge, dass man die Ausstellung zeitweise wegen Ucberfiillung schliessen musste. KZ-Kommandant verhaftet Uris verfasst neues Buch Der Bestseller-Autor Leon sind, zum Ausdruck zu brin. Uris, hat sein neues Werk vollendet, das demnächst erscheinen soll. Nachdem gen, wobei er eine gewaltige Anklageschrift gegen das deutsche Volk schreibt, sein „Exodus“ ein Weiter, das für den Massenmord für Verantwortung Hessen ihn offenbar nicht ruhen, __ und so entschloss er sich j mandante- „.- umfangreiche Forschungen j ehemaliger Wachm folg wurde, sieht man dem neuen Buch naturgemäss allgemein mit grossem Interesse entgegen, obwohl Uris selbst bemerkte, dass es ihm völlig * gleichgültig wäre, ob seine neue Arbeit ein Erfolg wird oder nicht. Wenn auch nur wenige Leute diese Buch lesen sollten: für ihn sei es eine Herzenste er sich zu Korrespondenten. Was ist das Thema der neuen Arbeit des amerikanisch-jüdischen Autors? Es handelt sich um den Kampf im Ghetto Warschau, und Uris bemüht sich, die heroische Idee und die einzigartige Tat, wie sie in dem Ghettoaufstand verkörpert verantwortlich war. Opfer nationalsozialistischer Trier. — „Irgendwo im Verfolgung vom März 1960 Bundesgebiet” ist der ebevom griechischen Pariamalige Kommandant des j ment ratifiziert und die Ver- Konzentratiouslagers Hinteilung von 115 Millionen zert (Landkreis Trier) nach Mark festgelegt wird. 14jähriger Fahndung ver-1 Wie aus einer Mitteilung haftet worden. Die Staats- | der griechischen Regierung anwaltschaft beim Landge-! hervorgeht, wird die Bun. richt Trier, die jetzt die An- ' desrepublik die Summe in klage gegen den KZ-Komj drei Raten zahlen, die ermandanten vorbereitet, hat : ste Rate bei Ratifizierung den Namen des früheren des Abkommens durch bei- SS-Führers noch nicht be. de Partner. (AWZ) kanntgegeben, um die Ermittlungen nicht zu stören.! Ein „Verlust” Zusammen mit dem Komsoll noch ein I Flensburg. — Von seinen ann veri Kollegen ist dem ehemaliin dem das deutsch-griechieinen Verlust betrachten sehe Abkommen über die würden, weil sie seine Art Entschädigung griechischer; schätzten, „auf der Basis demokratischen Denkens eine kritische Betrachtung auch der jüngsten Geschieh, te zu vermitteln.” (AWZ) haftet worden sein. (AWZ) Sesetz für anzustellen, um sein Buch j über den Ghetto-Aufstand Das Buch befindet sich bevorzubereiten, reits im Druck und soll in Gleichzeitig wurden be- 1 ... der nächsten Zeit publiziert reits bittere Klagen aus ge- | Entschädigung werden. Nach Ansicht von \ wissen jüdischen Kreisen i . Uns selbst habe es kom-1 laut, welche darüber Be. ' Athen. —_DIe' griechische; ¿enien des.Historischen Se merzieU kaum grosse Aus-; schwerde führen, dass Uris j Regierung hat kurzlicn den j minars der Hochschule hasichten, doch wie §esd^t, sich Anscheinend eiiiseit'** i ^^setzcntwuri fei\i£20stcllt, komme es ihm darauf nicht j über die Hintergründe des gen NS - Rassenideologen Professor Beyer, der heute an der Pädagogischen Hochschule in Flensburg doziert, nahegclcgt worden, sein Amt aufzugeben. Die Stuan. Ein Kommentator be- Ghettokampfes informieren sache cewesen so äus--ev- ^^kte, man könne ver- . Hess; wie man erklärt, sacne gewesen — so ausoeistehen> dass es Uris heute; wird net. Manche Zeitungen in . .- — der heroische I den USA schreiben: Dramaauf den wirtscnaftlichen Er- Kampf seitens gewisser jüj tisch stark, aufregend, folg seines Werkes nicht ' discher Gruppen dargestellt, j höchst eindrucksvoll, trä. mehr ankomme, da er mit j während die militärischen nencrvveckend, Rührung seinen früheren Büchern i Bemühungen anderer Krei-; hervorrufend, überwälti- und deren Verfilmung schon | se des jüdischen Volkes (ge- ' gend, ein Meisterwerk. Ansehr erhebliche Summen j meint sind wohl die damalij dere dagegen bemerken: verdient hat und er heute j gen jüdischen Aussenseiter. | Allzusehr verallgemeinernd, gewiss in Frieden und oh- Kampforganisationen) nicht '• die zweite Hälfte zu ne Sorgen leben kann. Aber , ausreichend Erwähnung finschwach, die erste Hälfte ben dagegen in einem Brief an der. schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten von Hassel mitgeteilt, dass sie Beyers Ausscheiden als Jüdisches Reisebü Persönliche Beratung I durch Heise experten Herrn Bernardo Bittermann Mariano Feld CORRIENTES 2053 of. 9, IO, 14 y 16 ï. 45-7607/49-0433 nee sein nationales Gefühl und sein literarischer Instinkt Restaurant »Paso Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259: Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehilla MITTAGS- und ABKNDTISCH von jetzt an auch Sonntag abends geöffnet Anrichten von kleinen Festlichkeiten : und Banketten 2 den. Inzwischen geht die öffentliche Debatte in den Vereinigten Staaien über den Wert oder Unweit des Exodus - Films nach dem Buch von Leon Uris lebhaft SM MODERNSTEN besser; zwar ein ganz guter Film, aber keineswegs ein grosser Film; jedenfalls besser als das Brn-h. Wie dem auch s"i — das Inteicsse für das Fiiinwerk ist nach wie '"or sehr stark weiter, nachdem der Film i und fast alle Besucher werkürzlich im New Yorker 1 den tatsächlich von dem Warner Theatre zur Urauf- | auf der riimleiuwand Gese. führung gelangte. Während; heuen stark beindruckt, und manche Zeitungskritiker Ot. gerührt. Otto Preminger to Premingers Filmstreifen j scheint also wiederum zu aufs höchste loben, wird er triumphieren, wie man es von anderen völlig herunter-; hei diesem Regisseur und gerissen und als „zweitelj Produzenten durchaus gehaftes Eizeugnis'’ bezeich- ' wohnt ist. “ltP3 HOTEL M. FLAMM unter Aufsicht S. Ehrw. des Herrn Oberrabbir.cr Dr. J. FINK CHASCOMUS — Cordoba 33 1 QUADER VOM STRAND ZIMMER MIT PRIVATBAD — AÜe P.euuem'icltkeiten Telefonische Auskünfte in Bs. Aires: 76-6623 u. 70-5SÜ5 Voranzeige 0TEL LAGO Voranzeige: ltP3i Gemeinsame Feier des eingebettet zwischen herrlichen Bergen? umgeben von Wasser | i vorzügliche Küche - geschultes Personal £ ACIBA THG mzo;; I LEON KAHN Rio Ceballosl am Mitwoch, den 26. April, um 21 Uhr im Saal des Consejo de Mujeres, Charcas 1155 SIERRAS DE CORDOBA — Casilla Canco 34 J "V 1