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Jüdische Wochenschau · 1961-03-17 · 1861 (17.3.1961) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1861 (17.3.1961)
Date
1961-03-17
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viernes, 17 d«. Marzo de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Año XXII. — No. 1863 — 5 Der Tod hielt seine Ernte Kindheits-Erinnerungen Geschichtsschreiber der Katastrophe Kurz vor Vollendung seines 57. Lebensjahres ist der jüdische Historiker und Pädagoge Dr. Koppel S. Pinson in New York gestorben. Er hatte sich, wie die Bibliographie seines reichen Schrifttums zeigt, seit mehr als 25 Jahren auf die Frage insbesonders des deut. ron Dr. E. G. LOWENTHAL Die jüdische Zeitgeschichtsforschung hat wieder einen schweren Verlust zu beklagen. „Jewish Social Studies” zählte Pinson zu ihren Mitgründern and Redakteuren, überhaupt waren es die historischen Aspekte deT Sozialwissenschaften, die seine Forschungen leiteten. Mit seinem Lehramt am New Yorker Queen’s Colle. dem Namen seiner ge,\das er seit fast 10 Jah- Ehre gemacht, dieser ren innehatte, war die Lei-(nehme, tung der sozialwissenschaft. jüdisch Reichtum verpflichtet Anthony de Rothschild hat chen Nationalismus und An- ¡ liehen Abteilung dieser tisemitismus konzentriert. 1945/46 hielt er sich als pä- ■ dagogischer Mitarbeiter der; UNRRA in Deutschland auf und nahm dabei auch jiidi- , sehe Interessen, beispiels. : weise das Wiederauffinden und Sammeln verlorenen jüj dischen Kulturgutes, wahr. In dieser Zeit hat er sein beträchtliches Wissen über < das moderne Deutschland bereichert und danach das ' Phänomen .Juden in Deutsch land* und .Judenkatastro. | phe’ weiter Wissenschaft-; lieh dargestelit.! Sein Name wrar in zahl- . reichen jüdischen Zeitsehrif- > ten, Jahrbüchern und Nach. 1 schlagewerkcn als Autor , und Herausgeber oder Re-' Hochschule verbunden. Vor her war er Dozent am New York City College (1935 bis 1936) und an der „Universität itp Exil”, der New School of Social Research (1934/36), gewesen. Koppel Pinson, 1904 in Postavy bei ’ Wilna geboren und seit 1907 in Amerika ansässig, ist — fast auf den Tag — ein Jahr nach dem unwesentlich älteren Dr. Philip Friedman, dem „Historiker des Terrors”, gestorben, der, 1901 in Lern, berg zur Weilt gekommen, während des Krieges in Polen untertauchen und späte\ die jüdische Katastrophe aus unmittelbarem Erleben schildern und wissenschaftvoröffr tlichkeitsscheue Engländer, der am 5- Februar in einem Londol ner Krankenhaus im Alter I von 73 Jahren gestorben ist. Abgesehen von seiner privaten Sphäre, haben Geschäft, 1 soziales Tun und Interesse für bildende Kunst sein Le. I feingcbildeter Mann, dem nichts Jüdisches fremd! war, ein mutiger Verteidi- 1 ger der jüdischen Ehre. Ihm sind der Druck der „Offenbacher Hagadah” des; Jahres 1927 und manche hi-! storische Betrachtung über I die Offenbacher Juden (darunter die Schrift „Aus der Familie i Vergangenheit der Israelitischen Gemeinde zu Offenbach am Main”, zur Einweihung der neuen Synagoge 1913 herausgegeben) zu verdanken. In jahrelanger Arbeit hat Notar Guggenheim wesentliche Stellen der Pessaehhagadah ins Deutsche übersetzt, den hebräischen Text der Lieder dakteur zu finden. Seit 1950 lich fehlten konnte. Obgab er das hochstehende ■ Wohl das Schicksal dieser „Annual of Jewish Social beide« Atters, und Berufs. Science von IWO, des Jid-, genösse«, jedenfalls zeitdisch.Wissenschaftlichen Inj weilig, verschieden war, stituts in New Aork heraus, weist die Ausrichtung ihrer-.... , dessen Forschungsbeirat er (jüdischen wissenschaftlichen 'a^s. angehort hat. Die ausgej intereaaei! und Tätigkeiten zeichnete nordamerikaniejnc erstaunliche Parallele , ben erfüllt. Seit 1918 war er! Teilhaber, seit 1942 Seniorpartner des bekannten i Bankhauses N. M. ’’’oth. 1 schild and Sons in London. Fast zwei Jahrzehnte lang, i von 1939 bis Ende 1957, in einer Zeit also, in der die tragisch - folgenreiche Zerj schlagung grosser Teile der 1 kontiner.taleuropäisehen Judenheit Rettungs-, Unter. i stützungs- und Wiederauf, bau - Aktionen notwendig machte, stand Anthony de , Rothschild als Vorsitzender (Chairman) an der Spitze des C.B.F., der Einrichtung, I die wie ihre vollständige Bezeichnung (Central Bri- , tish Fund for Jewish Relief;and Rehabilitation ) erkennen finanziell und organisatorisch alle jüdische Flüchtlings - Hilfsarbeit un. sehe Vierteljahreszeitschrift aujf Hotel-Restaurant ESCHEL Inh. I. M. WAISWHER nee GEOtvrarr MAR DEL PLATA T. E. 2 - 2170 GASCON 2065 VERBRINGEN SJE ¡“IDE tos FLAMM IM MODERNSTEN HOTEL M. unter Aufsicht S. Ebrw. des Oherrabbiner Dr. J. FINK CHASCOMUS — Cerdoba 38 1 QUADER VOM STRAND ZIMMER MIT PRIVATBAD _ AHc Be«juemlichkeiten Telefonische Auskünfte in Bs. Aires; 76-6623 u. 70-5805 Rechtzeitige Anmeldung erbeten bis 24. März .... nnnnnjirm-.-.-jl_ j ter ihre Fittiche nahm. Zuerst waren es die Nazi-Rej fugees, nach Kriegsende die i D P.’s und noch vor nicht j allzu langer Zeit die jüdi- ■ sehen Opfer der Verfolgun. j gen in Ungarn und Aegypten. Man weiss, dass Anthony de Rothschild, der das Aufbringungswerk des C.B.F. persönlich und als Mittler wesentlich gefördert hat, sein Ehrenamt so gewissenhaft ausfüllte, dass er bis 1955, als schwere Krankheit ihn befiel, keine Vorstandssitzung seiner Organisation — und der C.B.F. war nicht der einzige, der er seine Kräfte lieh — versäumte. Zuletzt war er, mit Recht, einer der C.B.F.-Ehrenpräsidenten (die beiden anderen sind der betagte Lord Samuel und der rührige Sir Simon Marks). in deutscher Schrift zusammengestellt, Erklärungen in ' den Text pingefügt und für eine künstlerisch besonders schöne Gestaltung des Werkes gesorgt. Im vergangenen Herbst erschien in be. schränkter Auflage (als Privatdruck) eine Neuausgabe dieser Hagadah. Guggenheim. ein Bibliophile ersten Ranges, war mit dem Offenbacher Schriftkünstler Professor Rudolf Koch eng befreundet. Seit 1948 war der Verstorbene Ehrenbürger von Offenbach. Früherer Nürnberger Rabbiner! 1875 in Dunaföldvar in Ungarn geboren, war Dr. Arnold Klein von 1905 bis Ende 1908 Dozent für rabbi. nische Fächer an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg und von Anfang 1909 bis zur sog. Kristallnacht, d. h. fast ein ganzes Menschenalter. Rabbiner und Reiigionsschuileiter der zur Agudas Jisroel gehörenden Israelitischen Religions - Gesellschaft in, Nürnberg. Seitdem lebte er in Palästina Israel, wo er in Haifa der Rabbiner der Gemeinde „Mekor Chajim” v-ar. Am 16. Januar ist Dr. I Klein im Alter von 85 Jah- 1 ren in Jerusalem gestorben 1 und am darauffolgenden! Tag in Bne Brak beigesetzt worden. i | In der Sowjetunion ist es | sehrift „Novi Mir“ publiiiblich geworden, ältere und zieren, zeichnen mit Wärme alte Schriftsteller aufzufor- die Erlebnisse in den Haudern, ihre Memoiren und sern ihrer Grosseltern. Eh. Autobiographien zu schrei- \ renburg lernte in Kiew die ben. Unter denen, die dieser Bedeutung des Schabbat und Aufforderung Folge geleij der jüdischen Tradition stet haben, sind auch einige kennen. Marchak in Witebsk. Juden, vorab Ehrenburg und j Lange hat Ehrenburg ge. der jüngst verstorbene Sa.; glaubt, dass Antisemitismus muel Halkin. ¡eine Angelegenheit sei. die Halkins Memoiren sind in | auf den Zaren und dessen einem ..Sowjet-Schriftsfel- 1 Regierung begrenzt wäre, ler“ betitelten Bande er. j e*n Ueberrest der Vergansehienen und enthalten über- ' genheit; später sei er geraschenderweise ein Lob j zwungen gewesen, seme traditionell jüdischer Er- Auffassung zu revidieren zichung und ihren ethischen i un(I sich mit dieser Frage Werten Seine Eltern seien 1 in Gedanken und in Artikeln arm an Mitteln, jedoch reich! zu beschäftigen. Marschak an Geist gewesen ihren zehn würdigt seinen alten Lehrer Kindern gaben sie als Ver.; der ihm die Anfangsgründe : mächtnis die Liebe zum des Hebräischen und der ju. chassidischen „Niggun“, j dischen Lehre beibrachte. zum Humor des Volkes mit! _ und zu seiner Legende, wie sie sich von Vater zu Kind und Kindeskindern fortleitet. 1 Halkin erzählt von dem Tode seines Grossvaters, der die Welt, in der Juden leben als schön, voll von Freude Jahren Zuchthaus verurteilend Glück pries. „Man | te frühere Polizeidirektor konnte in dieser Welt Armen von Memel, Bernhard Fi- Gutes tun und von jeder Gaj seher.Schweder, ist in der be erhob sich ein Engel."; Haftanstalt gestorben Halkin erinnert sich. wie , Das Ulmer Schwurgericht; mühsam die Mutter für die , hatte ihn zusammen mit 10 Kinder sorgte, die keinen 1 neun anderen ehemaligen Brosamen vom Tisch fallen; Angehörigen der Gestapo, Hessen. Immer wieder ist | der SS, des SD und der Podas Thema seiner Erinneiizei ¿er Beihilfe zum Mord rungen und seiner Gedichte | an Tausenden jüdischer der Schabbat: „Lege nicht j Männer. Frauen und Kindie Decke des Werktages ¿er schuldig gesprochen. — über den Tisch, lass die I (AWZ) Erinnerungen an den Schab- I bat andauern“ .. t j Israelische Äerzte Ilalkm hatte als Kind nicht! ~ , die Möglichkeit, den Glieder! . Akkra; “ Dr^ israelische zu besuchen und lernte bei j AeJz** 1ra[€n djeser u Ta8e seinem älteren Bruder Heailf Ersuchen der ghanesi. bräisch und Tenach; der , sehen Regierung hier ein, Bruder war es auch, der ihn ' Regierung des Lanin die Welt der Kabbala ein-! der Ausarbeitung führte. Als junger Mensch j elnes neuen Gesundheitsbegann er mit seiner jidi P1pSrarnms beratend zur dischen Dichtungen über das , Selte zu stehen Die Aerzte Städtel. und setzte dies fort, I werden zwei Jahre im Lana!s jiddische Kultur bereits! de bleiben und sollen noch in der Sowjetunion verfolgt: durch weitere sechs Kollegen aus Israel verstärkt werden. (JTA) Fischer Schwegler gestorben Ulm. — Der im Ulmör* Einsatzkommando - Prozess Ende August 1958 Zu zehn wurde. Von seinen Theaterstücken „Sulamith“ und „Bar Kochba“ wurde das zweite im Weltkrieg mit grossem Erfolg in Moskau Afrikanische Studenten Tel Aviv. — Aus der zen- I; H 0 T EL LAGO Die Witwe d-s Philosophen „Aus meinem Leben mit Ernst Casirer” Messen die Aufzeichnungen, die die Wit. i we vor etwa sechs Jahren Der Offenbacher , als Manuskript der Hebräi. l i sehen Universität in Jerusa. Ehrenbürger j lern zum Geschenk machte Wenn der (jetzt 56jährige) und später als Buch („Zu- Bundes- Aussenminister Dr. 1 sammenleben mit Ernst Heinrich von Bretano in Cassirer”) erschienen sind, den letzten Jahren sich of- Am 13. April 1945. kurz vor fiziell in New York aufhielt, stattete er oftmals dem ehemaligen Sozius seines Vaters (des Geh. Justizrates und späteren hessischen Ministers Otto von Brentano), aufgeführt; er stellt darin \ tralafrikanischen Kongoreden Aufstand Bar Kochbas publik, dem ehemaligen als eine soziale und nationale Rebellion gegen Unterdrücker und alle, die mit diesen Zusammenarbeiten, dar. Französisch-Kongo, sind 50 Studenten zu einer längeren Ausbildung in Israel eingetroffen. Es sind Bewäss< - rungstechniker, Sozialarbei- Aueh IIja Ehrenburg und , ter, Genossenschaftsfunktio- Samuel Marschak, die ihre j näre und Fischereileiter, Erinnerungen in der Zeit. (ITA) Kriegsende, war Ernst Cassirer. der aus Breslau stammende Schüler Hermann Cohens und bekannte Neukantianer, dahingegangen Er hatte in den "Jahren dem betagten Dr. Siegfried 1919 33 den Hamburger Phi. i Guggenheim, einen Besuch! losophic-Lehrstuhl inne, be.! ab — ein Akt der Pietät, vor er> hi die Emigration eingebettet zwischen herrlichen Bereenl ^Zeichen der Ergeben- , gezwungen >n Oxford, Goc- . . cu DelbelIi I heit. Ein solches Wiederse- 1 teborg und. zuletzt, in USA hen wird nun nicht mehr wirkte. Jetzt. Anfang 1961,; möglich sein; denn Dr. | seine Frau, Toni Cassivorzügliche Küche - geschultes Personell If?"oÄTiSE ,1,h,'e *“• , ' 12. Oktober 1958 in guter ibm in die Ewigkeit gefolgt. J Rüstigkeit seinen Fünfund- I Rio Ceballosl! achtzigsten feiern konnte \ — in Flushinr. dem he_ SIERRAS DE CORDOBA — Casilla Correo 34 LEON KAHN VMWMmVVWV Restaurant * »Paso" T. E. 87-9259 \ \ Paso 452 (al fowlo) —!l Unter Aufueht des Vaad Harab<»ini der Kehilla MITTAGS- und ABENDTISCH Anrichten von kleinen Festlichkeiten nnd Banketten | .. in Flushing, dem bei kannten newvorker Stadt- \ feil —, ist dort am 31. Ja-; nuar gestorben. | Ein Wormser von Geburt, I war er von 1900 an volle 38 . Jahre in Offenbach a. M. ansässig, in seinem Beruf hochangesehen, als Freund der Künste und Wissen.! schäften und als Förderer ' auch jüdischer Künstler gc. : schätzt, als jahrzc'hntelan. j! ges Mitglied lind zuletzt, in ' schwerer Zeit, als Erster ¡Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde im jüdischen Leben nicht allein; dieser Stadt massgebend 1 und anerkannt. Er war ein Israelische Ausstellungen Akkra. — Nach Mitteilungen aus Kreisen der israelischen Botschaft plant Israel in Ghana in nächster Zukunft eine Reihe von Ausstellungen, die die Kon takte zwischen den beiden Lendern noch verstärken soUen. Bereits kürzlich wurde in Akkra eine Kulturausstellung eröffnet. Weitere Ausstellungen sollen dexisraelischen Landwirtschaft, Wissenschaft, Erziehung und der Industrie gewidmet sein. (JTA) VERLEIH VON GESELLSCHAFTS ANZUEGEN KAGNER Das einzige jüdische Geschäft in dieser Branche. Cangallo 2553 Tel.: 47-4709 Buenos Aires Jüdische Wochenschau in Montevideo/Uruvuay Einzelnummer 50 Centesimos Jahresabono 45.— $ urug. ABONOS — AVISOS — COBRANZA Sra. L Löblowitz Paraguay 1164, piso 2, apt. 9 Distribuidor: KIOSK TUREK Constituyentes 1757 Tel. >42-640

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