Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1858 (7.3.1961)
- Date
- 1961-03-07
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Ml DAS THEATER Von ÜUCMl'NK Kundenut,j auch den j ir*hat, und dass Blutsbande?s 2u sagpnStaeiis berechtigt sind, wenn ich derS.' , k - clie Eltern selber ihre ändere in Pflichten kennen. Aehnliman zeLaSS^et‘ ches finden wir bei Eliots 8 n so'i|i' ,,Privatsekretär“ wo der Familiensinn zugunsten einer menschlichen Bindung zwischen zwei Generationen zurückgeslellt wird. Bei diesen und anderen Werken ist es bedeutungslos, ob ihr Ursprungsland ein angelsächsisches oder lateinisches ist. Weshalb es mir denn auch immer sonderbar scheint, wenn man Tri der Schweiz nach schweizer Dramatikern ruft — oder bei anderen Völkern nach ihren einheimischen, in der Schweiz gibt es tatsächlich ausser Dürrenmatt und Max Frisch keinen Büh. gaagene, Beschau- J^sehriftsteller repräsen- Vertriumte. 1 *tÄtl''er LArt’ - was durchsuch keine Schande ist. Dass es also in Israel ebenfalls noch keinen Moliere oder Sophokles gibt, ist noch viel weniger aufregend; wo sollten sie denn derm-t schnell herkommen? Zwischen den griechischen Klassikern und den römischen (wie Plautus) lagen Jahrhunderte .. und von da an dauerte es weit mehr als ein Jahrtausend, bis die englische Hochblüte einsetz. te. Die stürmische und für einen Aussenstehenden als ein Wunder anzusprechende Entwicklung Israels kann ja nicht augenblicklich auf allen Gebieten das nachho. len, wozu andere Nationen hundertmal soviel Zeit brauchten. Betrachten wir nur Italien, das erst mit Pirandello vor 35 Jahren zu wahrhaft internationaler Bedeutung gelangte — oder Spanien, wo nach den Klassikern wie Calderon und Lope de Vega noch viele gute Dramatiker, aber nicht mehr das Genie erschien. Wobei noch in nichtchristlichen Ländern eine Calderon-Vorstellung ziemlich undenkbar ist, wenigstens von seinen Meisterwerken, wie „Der wundertätige Magus“ oder „Das grosse Welttheater“. Nicht viel besser steht es um den Ie Cvrano de n." 'Plna“' eben in pj Äden' Jahre (ZUers 'erschollen Waz |egen *n Tyraj! bworenen verraten «g: und so keine Despot« „ e... Unfreiwillig es Stuck brennenv- ' "'>e es absichtlich 'aaks des Belgiers Hände“ sind, wo äenschaften eine; 11 Regierung ge. zweifelnden Mitenthüllt werden 'gangene, B Verträumte, von äitsidealen md smus“ Sprechenuf dem alten Kon- -h recht ..lebendig" neuen (wenn auch Staate, aber :h konform. Das oder das Aufibende ist am Platz Schweizers Dürren-;such der alten Dah sah die Pariser Zürcher Aufführung? sehr gerne die in besucht, schon um tion des Publikums ren: wie der Dich- Ich immer erneuintd weitergibt, ist schotternde Warcht nur der erste ist strafbar, - werden auch die, amnassen, ihn um irteils wegen zu Tragödie Cyranos aisers Günstling Se.;r erste Existentia- (über Sart« hinad', bis zur Todes- Gottes Vorhandentreitet. „Wesen, die :Ilten“, sagt er: er ie „antiken“ Götter, r Zeit Ludwigs des iten war es Wiens-;h, dies auf „einen“ münzen. Derartige sind von allgemeiitigkeit, gleich des „ Diego nbbris enprozess“: je eitern und die w . Partnern neu \er;n wirklichen Eltern ine« Abel, also r' streiten sich um das as sich zu dem f ingezogen fühltder n dem Buben gegleichgüitig bletbL de^\fK2 gan£ j.„ auch Schweden Strindberg mit zahlreichen seiner Stucke, aber auch um den Russen Tolstoi und den Amerikaner Thornton Wilder. de-ssen grossartige „Alkestiade“ bei aller Poesie für Israel nicht in Betracht gezogen werden kann. Das Umgekehrte passiert bei Moshe Catanes israelischen Hörspielen: wie gerne brächte ich sie nach Europa. Doch setzen sie eine religiöse Einstellung voraus die dort nicht so verallgemeinert werden kann. — Das soll nicht heissen, lass israelische biblische Dramen im Abendland erfolglos bleiben müssten, so wenig wie europäische in Israel, die an eine Glaubensvoraussetzung gebunden sind. Auch in der „Alten Dame“ tritt ein Geistlicher auf. — und warum sollten Nissim Alonis oder andere Dichter - Tragödien nicht ebenso in Europa und Amerika wie z. B. Stefan Zweigs „Jeremias“ Verständnis finden? Bestehen in einigen Ländern gewisse Vorschriften, wieviel einheimische und wieviel ausländische StiiIcke gegeben werden dürfen, ist das in jeder Hinsicht abzulehnen. Die pariser Bühnen umgehen diese unsinnige Bestimmung, indem sie französische Bearbeiter hinzuziehen, sodass (angeblich) Cocteau „Endstation Sehnsucht“ von dem Amerikaner Tennesse Williams verfasst hätte oder Marcel Ayme Arthur Millers „Hexenjagd“. Deshalb hat die einheimische Produktion noch lange nicht zurückzutreten. Ist ~ie gut, so wird kein Theater nach schlechten Werken von aus. wärts greifen: aber wenn „Das Tagebuch der Anne Frank“ aufgeführt wird, fragt doch wohl niemand mehr danach, ob die „Verfasserin“ eine gebürtige Holländerin war .. Mir ist das Theater immer der Spiegel der Welt (und nicht nur dieser) gewesen. Nur hier tritt uns der „lebende“, der „atmende“, der „greifbare“ Mensch entgegen: wir selber stein den HaÜ?en Jlker und Rehgioilia genom-; GrUí den alieut- :h Se s den Verfob ss « fasslich •n u dn des Menne VisW“des Zieles «HW siden tzf!Ln «•" den hei" 2eta“ >rmässen d^latein- „rsieh^ , kurze« f1;.iirje. SS 1 Takt. - Buecher gesucht! vor allem werden gebraucht: Memoiren - Werke Berichte früherer jüdischer Gemeinden Statistische Werke Dissertationen über jüdische Themen Brief - Sammlungen Angebote sind zu richten unter dem £ Vermerk „BUECHER” an die Adminislraeión der: i LA SEMANA ISRAELITA, \ Uap. Fetl„ Pueyrredón 2190, V izq. i NEUE BUECHER Literarische Notizen Bernhard Drilling: Geschichte der Juden in Breslau von 1454 bis 1702. — Kohlhammer Verlag Stuttgat, 1960. — Im Rahmen der Studia Delitzschiana, der Abhandlungen und Texte aus dem Institutum Judaicum De. litzschianum, die von Prof. Karl Heinrich Rengstorf herausgegeben werden, veröffentlichte der jüdische Historiker Bernhard Brilling eine ausgezeichnete instruktive und spannend zu lesende Arbeit für die Jüdische Gemeinde in Breslau während der Jahre 1454 bis 1702. Es handelt sich um eine wissenschaftliche Studie, deren Aufbau und Darstel, lung lebendig geschrieben das an Abwechslungen, Aufregungen und Enttäuschungen überreiche Leben und die leidvolle Geschichte einer Gemeinschaft erzählt, die sich mit Stolz und Würde für die Wahrung ihrer Rechte einsetzt. Hierfür zeugt z. B. ein Brief des Israel Benedikt, Vorsteher der schlesischen Landjudenschaft und Begründer der Glogauer Gemeinde, der sich im Namen der schlesischen und polnischen Judenschaften an den Kaiser Ferdinand II. gegen Uebergriffe der Stadt Breslau wandte. In dieser Studie wird auch ein Einblick über die Einzelheiten der damaligen Lebens- und Handelsverhältnise gegeben, wobei u. a. auch eine Tabelle der „ZolL beträge für Juden und Christen'’ aus dem Jahre 1678 in Breslau abgedruckt wird. Durch zahlreiche Anmerkungen und Erläuterungen werden die Darstellungen belegt: an einigen Stellen, etwa Anm. 28, werden interessante Anregungen gegeben. (h. s.) Vladimir Solovjov: Das Judentum und die christliche Frage, 1884. — Erschienen im Jugenddienst-Verlag, Wuppertal-Barmen, 1961. — Hier liegt ein kleines, aber hoch interessantes Werk hen dort oben auf den Brettern, oft sehr verkleidet, aber trotzdem stets erkennbar. Erst wenn wir uns in den Personen eines Stückes durchaus nicht mehr wiederfinden, ist es fehl am Platz, zu mindestens in diesem betreffenden Theater und vielleicht in diesem betreffenden Lande, es mag sonst so gut sein, wie es will. Ich sehe mich sofort in des Franco- Rumänen Ionesco „Mörder ohne Bezahlung“, wo der Unschuldige das grauenhafte Schicksal zu sieh heranzwingt, weil er danach sucht und stets daran denkt, — wie in des Franzosen Anouilh „Wanderer ohne Gepäck“, wo ein Heimkehrer nicht mehr der g’eiehe sein will wie einst, sondern fern von den ihm seinerzeit Verwandten ein neues Heim, eine neue ..Familie“ findet, die seinem jetzigen Wesen entsprechen. Das sind Stoffe von ewigem Wert, gleich jenem ..Schlossfräulein“ von Lea Goldbergs, wo das Gewesene, das zum Teil Angelernte das „einst“ so Sichere zugunsten einer neuen, anderen Zeit zu weichen hat, die andere Gesetze <und wohl gar bessere) verkündet. — Man kann nie so alt werden, um nicht noch etwas zuzulernen — und wirkliche Greise sind nur Menschen, die an die „gute alte Zeit“ glauben. Israel schaut nach vorn, ohne seine Vergangenheit zu verleugnen, — es braucht (ausländische wie einheimische) Stücke, die es in die Zukunft weisen, und zugleich dem Unvergänglichen verbunden sind. vor. man darf sagen ein Zeitdokument aus dem Jahre 1884, das in Form und Inhalt — wenigstens bis heute — „zeitlos” geblieben ist. — Vladimir S. Solovjov, einer der bedeutendsten russischen Philosophen, ein Mann mit Charakter und Linie, war ein ebenso klarer wie eigenwilliger Denker. Er musste seine Laufbahn als Universitätslehrer unterbrechen, weil er den Mut hatte, gegen die Todesstrafe aufzutreten und sich damit indirekt für die Mörder des Zaren (Alexander II.) einzusetzen. Mit der gleichen Offenheit trat er auch für die Juden ein, und dies in einer Zeit, in der die Juden bedroht, entrechtet, verfolgt und in Wohnbezirke zusammengepfercht waren. Seine Anschauungen, die lesenswert sind, werden theologisch unterbaut, wobei offensichtlich missionarische Motive der. Verfass bei seinen Gedanken beschwingen. Das aber ändert weder an der Grundtendenz des Buches noch an seinem die Völker versöhnenden Be. streben, das eine grosse Kenntnis des Judentums voraussetzt und gleichzeitig zu gegenseitiger Achtung auffordert. — Die Schrift Solovjovs behandelt in klaren und verständlichen Ausführungen „Das Judentum und die christliche Frage”, in seinen einzelnen Kapiteln das Messias-Problem, die Gründe für die Ablehnung Christi durch di« Juden sowie die Schicksale der jüdischen und christlichen Theologie. Interessant sind bereits die in den ersten Seilen dieser Arbeit gefundenen Formulierungen wie „Die Juden haben sich zu uns stets jüdisch \erhalten; wir aber, wir Christen, haben es im Gegensatz dazu bisher nicht gelernt, uns diesem Judentum gegenüber christlich zu verhalten. Bittschrift Eine Anzahl prominenter Rabbiner befand sich unter den 1.200 Geistlichen, die den Appell an den früheren Präsidenten Eisenhower Unterzeichneten. Morton So. bell, der zu 30 Jahren Gefängnis im Rosenberg-Prozess verurteilt worden war, zu begnadigen. Sobell hat jetzt 11 Jahre abgesessen. Der Appell ging von Rev. McCormick aus, der von der Unschuld Sobells überzeugt ist. Unter den Rabbinern, die unterzeichnet haben, befinden sich Rabbi Israel Goldstein, Rabbi Jack Cohen von der Gesellschaft für die Förderung des Judentums, Rabbi Eisendraht, Präsident der Reform Union, Rabbi S. Grenberg, Vizekanzler des Jüdischen Theologischen Seminars, Rabbi I. Klein, früher Präsident der Rabbinischen Versammlung Amerikas, u. a. m. Ein Versprechen Die Mannschaft Sowjetrusslands an den Leipziger Sch ach. Weltmeisterschaften hat versprochen, den Vorschlag zu unterstützen, die nächsten Spiele in Israel abzuhalten. Sie haben in Bezug auf uns ihr religiöses Gesetz niemals varletzt, wir aber haben ihnen gegenüber die Gesetze der christlichen Religion ständig verletzt und tun es noch.” Wenn auch niemand erwarten kann, dass wir mit de:i Grundkonzeptionen Solovjovs einverstanden sein können, so werden wir doch mit Interesse die Gedanken cir.es Menschen studieren,' dessen Absichten und Hoffnungen in erster Linie auf die Verbesserung der menschlichen Beziehungen gerichtet gewesen sind. — Nur ein Zwischenfall Ein Student des Hebrew Uniqn College kam vor einem Jahr nach Israel, um im Lande Hebräisch zu lernen und seine rabbinischen Studien zu vervollkommnen. Obwohl er hoffte, seinen amerikanischen Akzent im Hebräischen zu verlieren, war es gerade dieser, der ihm die Hauptrolle in dem israelischen Langspielfilm „I like Mike” verschaffte. Der junge Student sieht in dieser Tätigkeit einen unerwarteten Zwischenfall, der ihn nicht hindert, seinen Plänen. Rabbiner zu werden. treu zu bleiben. Aufführung vertagt Die Habima hat beschlossen, die beabsichtigte Aufführung von John Hc.ssys „Die Mauer” vorläufig bis nach Beenigung des Eichmann-Prozesses zu vertagen. Studium in Israel Junge Schüler und Studenten aus Südafrika interessieren sich für das Studium am Technion. Bereits trifft das Technion Vorkehrungen, um die neuen Studenten aus Südafrika in besonderen Schlafsälen unterzubringen. Die Gelder werden von den südafrikanischen Freunden des Technions gesammelt. Der Studentenbetreuer der Hochschulen, B. Tuval, war in Afrika, um mit den zukünftigen Hörern und ihren Eltern zu sprechen. Reste einer Bibliothek Die Ueberreste der berühmten Matthias - Straschunn-Bibliothek aus Wilna wurden dem Heehal Schlomo, dem Zentrum des Oberrabbinats in Jerusalem, überreicht. Ursprünglich umfasste die Bibliothek 72.000 Bände, die zum Teil von den Nazis vernichtet wurden. Ueberreste wurden in Frankfurt gefunden, teilweise von der IWO gesammelt und jetzt nach Jerusalem verbracht. (Sw.) Israel - Marken und Marken aller Laender —Neuigkeiten — “Temáticos” ln groesster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN- 3 NUMMERN — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchas) — | VOLLSTAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG! ALFONSO MORITZSON Guanacache 2351, dep. 2 esq. CABILDO WIR BITTEN unsere U,eser auf diesem Wege, von der Möglichkeit direkter lieber- Weisung der fälligen Abono-Gebühren fr dl. Gebrauch machen zu wollen. Direkte Einsendung des Abono.Betrages in SCHECK — GIRO — BONO POSTAL LA SEMANA ISRAEUTA Pueyrredon 2193, 1’ izq. Capital Hierdurch überweise ich Ihnen den Betrag von mSn . aus nacnstenenaer Abrechnung, ln Er- 1. U. 2. Quartal 1961 IU$n 150. üirer Qumung begrös,e _Jahr 1961 . . mSn 300. (Name) (Adresse! N B.: Wir bitten. Einzahlungen zu nemen an: LA SEMANA LSKAE- (Nicht *ewfiaa,ht, Zshl,jng teilte cussueicnc'