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Jüdische Wochenschau · 1961-03-03 · 1857 (3.3.1961) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1857 (3.3.1961)
Date
1961-03-03
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viernes, 3 de Marzo de 1961 L A SEMANA ISRAELITA A Re XXIL — No. 1837 — 5 Der letzte Die glanzvolle Rabbiner-| VOM 4/ß/R F'/tFRRFR, I tl Aviv Dynastie der Sadagorer; bleibt nach der im Dezember chassicJische Lehre der ham Jaakow Friedmann der 1960 erfolgten Abberufung Freude und der Lebenslust j Erbe des Rusziner in Sada. des Rabbi Abraham Jakow ein Trost, der besonders das ' gora. Als dieser 1883 starb, Friedmann s. A. ohne Forteinfache und ungebildete j übernahm dessen Sohn das setzung. Damit ist ein be- Volk (später aber nicht nur Amt, der ebenso wie der deutendes Kapitel der Gedieses) anzog und faszinier- Beseht und der Rabbi von schichte des Chassidismus te Der Historiker Heinrich Roszin den Vornamen Israel zu Ende gegangen, das 120 Graetz, der das neue Chassi- , trug. Sein Sohn, der nach Jahre umfasst, wenn wir I diiertum verabscheute und ' dem ein Jahr vor seiner von der. Zeit rechnen, da a]s „hässlichen Auswuchs j Geburt verschiedenen sich Rabbi Israel, der Rus- | des Judentums“ und als | Grossvater wiederum Abziner. (1768—1850). Urenkel i „pathologische Erscheiraham Jaakow hiess, lebte des Maggid (Predigers) aus | nung“ bezeichnete, erklärte j erst in Sadagora, dann in Meseritisch. in Sadagora i (gd XI, 115) doch immerhin Wien und zuletzt in Tel Aviv niederFess, nachdem er 1838 . njcht ohne Anerkennung: , und ist nun im Dezember wegen einer Verleumdung j „Alle gegen sie angewand- ' I960 verschieden, ohne einen 22 Monate lang im Gelang ' {en Mittel waren nicht im Erben zu hinterlassen, nis gelitten hatte. : stände, sie zu unterdrücken, j Ein anderer Sohn des Hatte Rabbi Israel beweil sje nach einer Seite Ruszjner, David Mosche reits in Ruszin ungewöhnlihin ein berechtigtes Prin- , Friedmann (1827 — 1904) che Pracht entfaltet, so erzjp vertraten, dem Ueber. ( gründet“ die Linie Tsehort. richtete er nun für sich, mass des Talmudismus kow Und ihm folgte seine Familie und seine ■ enfgegenzuwirken. Ehe das Leute in Sadagora in der ’ jg Jahrhundert abgelaufen Bukowina einen prunkvollen j war waren sie bereits zu Palast in arabisch-mauri- 100.000 Seelen angewachsen, schem Stil, der nicht nur , Gegenwärtig, (d. h. um seinen ergebenen Chassidim 11900) geben sie in den Ge- A*viv) sondern aueh den Nichtjuden ' meinden, in denen sie ehe- Re,bbe ausserordentlich imponierte. I ma]s verfolgt wurden, den I ‘ . , ... . Letzteres war auch deshalb Ton an und breiten sich 1 F,ln^ Seitenlinie bildet von Bedeutung, weil sich : nach alfen Seiten hin aus.“ Rabbl ^rael Friedmann, % 'ssrirv.-s; s T,t % » -.sää sä-ästs,B-uV.^s-Eiyn *. 5» wiederholt gelang, böse! Judentums das \olk revo-; dag0l>a geborene Israel Pläne, Verordnungen und . 1crutl0n!f^ Uhn„d”1 l'!®'Friedmann. der Iiujaner Intrigen gegen die rechtlo- £esPa,lten hat’ e^kann<i 5**® Rebbe, der eine Zeitlang se und hilflose jüdische ü“ ln Leipzig leb» l"ict völkerung dnech *,„« Kiug-; , »J•”» *r UM, heit und sem selbstsicheres sein Sohn Israel Friedmann (1853—1934, gestorben in Wien) und dessen Sohn Nachuni Mordechai Friedmann (1875—1946. zuletzt in Tel als Tschortkower des Rabbi _:i_ill X b-wiv Rebbe neu. u.,u snu sdui.Mhn.idu.-o, , w . .. Wanl genannt wurde. 1951 in Tel imponierendes Auftreten ab, ^s des: Rabbl„Fra®1 Baal Aviv verschied und in Safed ru« nnnli «iif Aio. ScilPIYl! (Be.. Che) 31S l-i/aovriicrl* viriirflf» ■ linrl fior Führer an. Dow-Baers Erbe wurde sein zmvenden Der auch auf die . . Nichtjuden und die Machtlbre k**,s 1-"'— * ha her ausstrahlcnde Glanz Abraham Malach der Hofhaltung gehörte mit zu den Faktoren, durch die beerdigt wurde: und der 1897 geborene Mordechai Schalem Josef Friedmann, der aus Sadagora nach Wien : und dann nach Przemyl zog (1741—1777), der von seinen _ . der Rabbi von Sadagora Anhängern beinahe als wirk . und den Beinamen der wirkte. Auf seine Anhänger . llcliejf Enge|, und ,He_ 7. . Przemysler Rebbe bekam, übte der Rabbi eine solche verehrt wurde. Sem Enkel Anziehungskraft aus. dass i war Rabbl Is™e1’ d.e£ 1 Sadagora bereits 1910 zu 80 fn®r. v°n .dem sK'h f’’lf Prozent jüdische Einwohner Linien chassuüscher „Rebh tt . bes“ ableiten, die den Na In jener Zeit der Leiden men . Friedmann und Verfolgungen war den 0cier lrnmer noch ragen, unterdrückten jüdischen Nach seinem Ableben Er lebte seit 1939 in Tel Aviv und wanderte vor fünf Jahren nach den USA aus. Der Vater des jetzt vertrugen storbenea Abraham Jaakow 1 Friedmann erweiterte in den 33 Jahren, da er Oberhaupt der Gemeinde Sadago- Volksmassen ausserdem die 1850 wurde sein Sohn Abrara war dje Hofhaltung un ter noch grösserer Prachtr VERBRINGEN Sí! HCE! IM M8BERHSTEN TOD HOTEL M. FLAMM unter Aufsicht S. Ehrw. des Herrn Oberrabbiner Dr. J, FINK CHASCOMUS — Córdoba 38 1 QUADER VOM STRAND ZIMMER MIT PRIVATBAD — Alle Bequemlichkeiten Telefonische Auskünfte in Bs. Aires: 76-6623 u. 70-5805 Rechtzeitige Anmeldung erbeten bis 24. März AV>VVV\WVWVVWWVWWV»%W»VV»\VVW\VVVV wvvwsv* Rio Cebades-' I H 0 T EL LAGO "|tP3j Seingebettet zwischen herrlichen Bergen! umgeben von Wasser Í ¡¡vorzügliche Küche - geschultes Personal* j; LEON KAHN ¡i SIERRAS DE CORDOBA — Casilla Correo 34 t «¡ 5 Restaurant »Paso ”“1^3 i Paso 452 (al fondo) — T. 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Seit über zwanzig Jahren lebte der letzte Sadagorer Rabbi im Hause Nachmanistrasse 27 im Zentrum Tel Avivs, hielt hier in bescheidenerem aber würdigem Rahmen die geheiligte Tradition seiner Vorfahren aufrecht und war eine nie versagende Quelle der Ermunterung. des Trostes und der seelischen Kräftigung der grossen Gemeinde seiner Chassidim, ebenso wie Berater seiner Anhänger in allen ihren Lebensfragen. Trotzdem er nur von mittlerer Statur war, wirkte er durch sein ruhiges, selbstbewusstes Auftreten ehrfurchtgebietend. Zum unabhängigen jüdischen Staat war er positiv eingestellt und pflegte sich in der Grossen Synagoge am Jom Hazama'ut am Festgottesdienst zu beteiligen. Aueh in seiner Haussynagoge wurden an diesem Tage die Fest-Psalmen gesagt. Rabbi Abraham Jaakow Friedmann s. A. war vähj rend eines grossen Teiles seines Lebens nicht auf Rosen gebettet, da er Seelsorger seiner weitverzweigten Gemeinde gerade in der Zeit der Katastrophe der europäischen Judenheit zu sein hatte, von der auch seine Familie schwer getroffen wurde. Seine Freunde betonen, dass er seine seelische, wie in den letzten Jahren seine körperlichen Leiden mit gläubiger Ergebung in sein Schicksal getragen hat und den Menschen seiner Umgebung stets ein leuchtendes Beispiel war. Von Parteipolitik hielt er sich fern, obwohl seine in Tel Aviv lebenden Verwandten Rabbi Mordechai Schalem Josef und Rabbi Na. ehum Mordechai (ebenso wie Rabbi Israel von Tschortkow seinerzeit in Wien) zu den Gründern und Führern der Agudat Jisrael und ihrer diversen Institutionen gehörten. Eine Gruppe der Sadagorer Chassidim denkt daran, den Bruder des Verstorbenen, Rabbi Sehlemo Friedmann, der als Zionist gilt, als Oberhaupt der Gemeinde anzuerkennen. Er hat sich aber durch seinen Besuch bei Ben Gurion, bei dem er ihn bat. wegen der ..Affäre“ nicht zurückzutreten, da dies den Staat gefährden könnte, unter den Chassidim viele Gegner gemacht, die diesen Appell als überflüssig kritisierten. Es bleibt abzuwarten, ob die Sadagorer Chassidim vorziehen werden, ohne ..Rebben“ zu bleiben, sich zu an. deren ehassiensahen Gruppen gesellen, oder doch den Bruder ihres verewigten Führers als Oberhaupt anzuerkennen. --- t\ uenstlieher Regen Tel Aviv. — Der israelische Wetterdienst hat mit Versuchen begonnen, über den nördlichen und mittleren Landesteilen künstlichen Regen zu erzeugen. Nach einer in Australien erprobten Methode sollen Flugzeuge Wolken mit einer Silber jodid-Lüsung besprengen. Das gleiche Mittel wurde im vergangenen Jahr bereits vom Erdboden aus verschossen, jedoch erzielte man damit keine Erfolge. Eine Besprengung wasser- . reicher Wolken von oben ‘ soll dagegen mit einiger Sicherheit zum Resultat führen, wenn bestimmte atmosphärische Bedingungen ge- , geben sind. (AWZ) | Diamanten aus TFestafrika i Tel Aviv. — In Zukunft , wird Israel aus den westafrikanischen Ländern Diamanten im Werte von sechs Millionen Dollar jährlich importieren. Bisher bezog Israel die meisten Rohdiamanten über Syndikate und andere Vermittler in Nordamerika und Westeuropa (ITA) ie kleinen Polizisten Im W’irbel der jerusalemer Strassen mit ihren lärmenden Autos und Bussen zwischen den hastenden Passanten taucht, manchmal für Minuten, ein ander Mal auch für längere Zeit, ein herzerfrischendes Bild (ähnlich wie übrigens auch in anderen israelischen Städten) auf. Ein kleines Mädchen oder ein Junge, mit einer Polizistenkappe, mit Armbinde und weissem Hemdärmel steht an einer gefährlichen Strassenkreu. zung und lenkt den Verkehr mit grösstem Ernst; hebt die k'eine Hand und gibt Zeichen, achtet auf die unvorsichtigen Fussgänger. dass sie ja nur an den mit weisser Kreide bezeiehneten Stelle den Weg überqueren. Mit einem Wort: die Kinder spielen Verkehrspolizei. Spielen? An der Ecke der Ben-Jehuda-Strasse, nicht weit von der Knesset, spreche ich einen dieser Jungen an. Er dürfte zehn bis zwölf Jahre alt sein. Das Gesicht ist rundlich, cie Haare sind blond, er hat warme, leuchtende Augen. „Du spielst hier?’’ „Nein! Es ist e-ir.e ganz ernste Sache, ich bin ein wirklicher Polizist; ich gebe acht auf die kleinen Kinder, denn es geschieht sehr viel Unglück, weil sie nicht wissen, wie man über die Strasse gehen soll. Sogar die Erwachsenen wissen es nicht ” „Auf kleine Kinder? Du selbst bist ja auch noch klein.” „Es gibt aber noch viel kleinere”, sagte er selbstsicher, „die laufen verwirrt hin und her und dann direkt in das Auto rein. Wir haben wenig Polizisten, .grosse’ Polizisten. So werden wir Schulkinder angelernt, natürlich nicht alle, nur wer dazu geeignet ist. In den Pausen k-mmen wir auf die Strasse und arbeiten . . Die Schule ist nicht weit von hier.” „Ist die Arbeit schwer?” Der kleine Junge lächelte weise und meint: „Verantwortungsvoll schon, aber eben darum habe ich sie so gern.” Einige Minuten bleibe ich bei ihm stehen, beobachte seine fachmännische, präzise Arbeit. Eine wahre Freude! Jetzt erscheint ein anderer Junge, sie salutieren einander, und der erste über gibt dem zweiten seinen Tosten. Ich dachte zurück in meine Kindheit. Mein lieber Gott! Was da alles den Erwachsenen nachgeahmt und abgeguckt wurde! Die Kinderjahre vergehen damit, dass man sich auf die Rolle vorbereitet, die man später als Erwachsener spielen wird. Man hat noch genüg, gend Zeit; man versucht dies und jenes. Und wie aufregend, wie spannend ist jeder Versuch, die Probe, das Spiel! Doch dass ein kleiner Junge so ganz natürlich auf der Strasse als bei. nahe richtiger Polizist herumstolziert und von den Er. wachsenen respektiert wird, das wäre einst kaum je einem Kind im Traume eingefallen. Nein: So etwas kor-nte man sich in aller Welt nicht vorsteVen. Der Polizist meiner Kindheit war immer ein rnordsstrenger, brummiger Mann, vor dem wir uns aus lauter Furcht möglichst noch kleiner machten. Dies Spiel ist hier so verlockend schon, einer spannenden Abenteuer-Geschichte ähnlich, die wir als Kinder mit zurückgehaltenem Atem herzklopfend gelesen haben. Was in der buntesten Phantasie | kaum möglich schien, wur- ■ d.-5 I L4‘v zur Wirklichkeit. Elischewa Szenes Jüdisches Reisebüro 8ITTERMANN Persönliche Beratung durch Seite experten Herrn Bernardo Bittermann und Mariano Feld CORRIENTES 2003 ef. 9, 10, 14 y 1fr T. 45-7607-49-0433 49-1229/49-3491 mm IHR INSERAT in der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU bringt immer Erfolg Auskunft: T. E. 83-2613 Jüdische Wochenschau in Montevideo/Urugnav Einzelnammer 50 Centesimos Jahresabono 45.— $ urug. ABONOS — AVISOS — COBRANZA Sra. L Löblowitz Paraguay 1164, piso 2, apt. 9 Distribuidor: KIOSK TTJREK Constituyentes 1757 Tel 42-640 Israel - Marken und Marken aller Laender Heiligkeiten — “Temdticos” muumcbI*8' Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS - MARKEN MIT PLATTEN- NUIV.MERN — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchasl _ VOLLSTAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG ALFONSO MORITZSON U Gtianacache 2351, dep. 2 esq. CABILDO

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