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Jüdische Wochenschau · 1961-03-03 · 1857 (3.3.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1857 (3.3.1961)
Date
1961-03-03
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, J dt Mar*© de 1%1 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Eine wichtige Entscheidung (Schluss von Seite 11 sichtlich. Die Tatsache ferner. dass einzelne Leiter von Kranken-, Pflege- und Heilanstalten aus den Vernichtungstran;porten Kranke als unentbehrliche Arbeitskräfte zurückbehalten oder zu ihren Angehörigen entlassen hätten, hätte bei dem Angeklagten Zweifel darüber aufkommen lassenmüssen. dass in den Trans. portlisten nur völlig unheilbare Kranke ohr.e Lebenswillen erfasst seien. Bezeichnend sei jedenfalls, dass auch die - om Angeklagten unterschriebenen Entschliessungen nur von einer Verlegung gesprochen und damit offenbar darauf abgezielt hätten, die Anstaltsleiter zu täuschen. Im übrigen habe bereits dem Erlass Hitlers vom 1. September 1939 die Verlogenheit auf der Stirn gestanden. Wenn nämlich ■wirklich sichergestellt werden sollte, dass nur „nach menschlichem Ermessen unheilbar Kranke bei kritischster Beurteilung ihres Krankheitszustandes“ den ..Gnadentod" fänden, so hätte bei einer kritischen Prüfung gerade die Meinung derjenigen Aerzte nicht unberücksichtigt b’eiben dürfen. die ihre Kranken bisher in den Anstalten behandelt hatten und deren Zustand am sichersten hätten beurteilen können. Gerade diese Aerzte aber seien durch die Einsetzung einer zentralen Kommission und : Dr FREY ♦ * Abogado ♦ * PUETRRE0ON 213# « 1* L*4 ♦ J nachm 1$—18 Uhr? REAL PEN; Füllhalter \ REPARATUREN $ Spezialgeschäft > CORRIENTES 589 | T E. 49-5850 | J. Liebling FOURNIEBE — I SPERRHOELZER j DIAZ VELEZ 5224 al 46 i T. £ 43-2343/0340 T 3021 i Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER CESCHAEFTEN Manuela Pedraza 2530 pl. b. Dp. B T. E. 70-7244 ' die bewusste Täuschung über den Zweck der Verlegung ^usgesehaltet worden. Dass oas damalige Regime nicht vor Verbrechen I zurückscheute, habe für 'einen Menschen, der einen gewissen Ueberbliek über die Ereignisse und Entwicklung seit 1933 hatte, im Jahre 1940 nicht mehr zweifelhaft sein können. Nur ganz naive Anhänger des Regimes hätten das bezweifeln können. Andere Anhänger hätten sich jedoch über die Grundsätze der Rechtsordnung mit einer Rechtsblindheit hinweggesetzt, wie sie zynisch in dem Spruch „Recht ist. was dem Volke , (das heisst den Zielen des Nationalsozialismus) nützt“ zum Ausdruck gekommen ¡sei. Die Form, wie Reichsleiter Bouhler nach den Feststellungen des Münche. ner Schwurgerichts den Angeklagten über das Einverständnis des damaligen Reichsjusti-ministers mit der Tötungsaktion unterrichtet habe — „Die Justiz macht selbstverständlich mit“ —, lasse diesen Zynismus deutlich erkennen. So spreche man von Komplicen und Schergen, nicht aber von Personen, die eine schwerwiegende Frage mit sittlichem Ernst geprüft hätten. Die Tötung von Menschen ohne die förmliche Grundlage eines Gesetzes, für das die öffentliche Verkündung erforderlich sei und auch in der nationalsozialistischen Zeit erforderuch geblieben sei, verstosse so deutlich gegen die rechtsstaatlichen Grundsätze aller Kulturnationen. dass sieh schon hieraus die Rechtsvidrigkeit der NS-Massnahmen zur Tötung von Geisteskranken für je- | den Einsichtigen ergeben haben, ohne dass dabei der Grad der geistigen Krankheit eine Rolle spielen könn. te. Der Bundesgerichtshof I hat das Verfahren gegen den ehemaligen Ministerial-; direktor zu neuer Verhandlung und Entscheidung an i das Schwurgericht München I zurückverwiesen, nachdem I er die Strafbarkeit der JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - Tallisbeutel - Käppchen . Mazzot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche BEBEDERO 2585 T. E. 73-9155 At&ttha ükap QÛLUX HUTSALON Jetzt in SeigrâBô MOLDES 2561 T. E. 73-9229 73-9155 fälschlich so bezeichneten ‘ „Euthanasie“ _ Verbrechen festgestellt hat. j Dian muss nunmehr abwarten, welche Rückwirkungen diese Entscheidung haben wird. Es handelt sich um eine höchst aktuelle Frage, da noch zahlreiche ' „Aerzte“, die in Euthanasie-Verfahren mitgewirkt haben, heute ihre ärztliche Tätigkeit ungestört ausüben, vor allem im Wirkungsbereich der Hamburger Aerzte .Kammer. I Demgegenüber hat sich der Allgemeine Studentenausschuss (AStA) der Universität Hamburg im Zusammenhang mit den Untersuchungen gegen Hamburger Aerzte gewandt, die am Euthanasie - Fall Rothenburgsort aus den Jah- , ren 1941 bis 1943 beteiligt waren. Gegen die Auffas. sung der Hamburger Aerzte-Kammer wurden vom AStA mit Entschiedenheit Stellung genommen, dass „die Handlungen der beschuldigten Aerztinnen und Aerzte in den Jahren 1941 bis 1943 unter den damali- , gen Umständen keine schweren sittlichen Verfehlungen darstellen“. Die; Hamburger Aerzte-Kammer hatte dann auch nichts einzuwenden. dass diese belasteten Aerzte weiterhin ihre berufliche Tätigkeit aus. üben und — jedenfalls einige — höhere Positionen , bekleiden. Diese Erklärung der Aerzte-Kammer ist für die Einstellung und Recht- , fertigung dessen, was geschah, oder klarer gesagt, zur eigenen Entschuldigung, ausserordentlich gefährlich , und übermässig simpel: „unter den damaligen Umständen Gerade weil der Studentenausschuss sich gegen diese „Begründung der Aerzte-Kammer scharf und eindeutig aussprach, ist seine Stellungnahme bemerkenswert, dass „sittli-; che Normen niemals Funktionen von Zeitumständen sein dürfen!“ Hier sind zwei Grundsätze scharf gegenübergestellt: Ethik und Moral sind bleij bende Werte, die unabhängig von der Zeit und den! von ihr bedingten Umstän- 1 den für alle gelten. Das ist das allgemeine sittliche Prinzip, das Jahrhundert , um Jahrhundert das sichere Fundament für Menschen und Völker und deren Organisationen war, für die; gesellschaftliche und die staatliche Ordnung. Gewiss \ wurde oft gegen dieses ’ Prinzip verstossen, aber diejenigen, die gegen diese , Normen handelten, waren , Jacobo M. Lapidus dipl. Mohel TUCUMAN 2396. 4? J T. E.: 48-2124 DIREKTER FLUG Jerusalem Der er. ste direkte Flug von Buenos Aires nach Lud, an , dem der Israel-Botschafi ter Avidar teilnehmen i wird, soll am 8. März von Buenos Aires aus stattfinden. Das Ereignis i erweckt überall grosses ' Interesse, denn zum er. j sten Mal wird ein argen-! tinisches Flugzeug, eine Lockheed Starliner 196- I Maschine diese Strecke direkt bewältigen. | Anmeldungen für diese Reise werden durch Ver. j mittlung des Instituts für ' argentinischisraelischen Kulturaustausch entgej gengenorcmen. (ITA)! i Bovkotty Massnahmen I London. — Filme aus! kommunistischen Ländern sollen auf Wunsch des trans-! jordanischen Innenministej riums nicht mehr in den Filmtheatern Transjorda- ’ niens gezeigt werden. I Ausserdem wollen die Beihörden fünf schweizer Gei Seilschaften und je ein deutsches, holländisches und , amerikanisches Schiff auf jdie schwarze Liste setzen, weil sie angeblich gegen die arabischen anti-arabischen Boykottbestimmungen ver. ■ stossen haben. (AWZ) sich eines Unrechtes bewusst. Ganz anders die nazistische Lehre vom „Recht ist, was uns nützt“. Sittlich und moralisch ist dasjenige Tun. das dem tausendjährigen Reich dient. Mit solchen, aus den Zeitumständen entstandenen Theorien wurde das eigene Handeln sanktioniert, das Gewissen derjenigen, die noch eines hatten, beruhigt und echte Moral und Ethik erstickt. Die Auffassung des Studentenausschusses: „sittliche Normen dürfen niemals Funktionen von Zeitumstän. den sein“, bedeutet sowohl die Anerkennung der alten und wahren Lehren einer für alle gültigen Sittlichkeit wie die Rückkehr zum Rechtsstaat. Während die Aerzte-Kammer unter dem Schein einer hohlen Moralität Entschuldigungsgründe für Verbrecher und Verbrechen sucht, offensichtlich deswegen weil man selbst dabei gewesen ist, geht die Jugend den geraden Weg des Rechtes und der Wahrheit. Und das ist das Erfreuliche an diesen Vorgängen, deren Zeugen wir jetzt wurden. Hier tritt der Gegenstand zwischen der alten, verantwortlichen und schuldbeladenen Generation zu einer neuen Jugend zutage, die gegen die doppelte Moral Front :nacht. Wenn solche Auffassungen sich durchzusetzen vermögen, dann liegt hier eine Chance und Hoffnung auf echte Umkehr. Jetzt wird es darauf ankommen, dass der Standpunkt der Aerzte-Kammer in Hamburg als fehlerhaft erkannt und die Forderung der Studentengruppe angenommen und durchgeführt wird. Dies wird ein interessanter Prüfstein sein, wie weit die „damaligen Zeitumstände“ überwunden werden konnten. In den Ereignissen der letzten Monate spiegelte sich allzuoft die unüberwundene deutsche Vergangenheit wider, die ihre finsteren Schatten auf unsere Gegenwart wirft. Umso mehr sollten wir jeden Lichtschein begrüssen, da hier Fragen auf der Tagesordnung stehen, die nieht nur ein „.and oder ein Volk betreffen, die vielmehr für die künftige menschliche Gesellschaftsordnung von allgemein gültiger Bedeutung sind. Denn es ist Sache aller Menschen und Nationen dafür Sorge zu tragen, dass „sittliche Normen niemals Funktionen von Zeitumständen sein dürfen." Setzt sich diese Erkenntnis wieder durch, dann wird jedes nationale wie internationale Leben auf festen Grundlagen ruhen. Aft© XXII. — No. M57 (A SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece los Alartes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Di. H. Swarsensky Pueyrredón 2190. 1“? izq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450.— jährl. Erweiterung der Ei ii w a ncl er u n gs- Quote i Washington. — Grossziigi. i gere Einwanderungsquoten will Präsident Kennedy bej fürworten. Eia entsprechender Gesetzentwurf ist dem amerikanischen Reprä. 1 sentantenhaus io diesen Tagen von dem demokratii sehen Abgeordneten Santangelo vorgelegt worden. Der Entwurf sieht unter ande. ' rem vor, dass die Vereinigten Staaten eine Einwanderung von bis zu 60.000 Flüchtlingen jährlich zulassen. Auch die Gesamtquoten sollen auf einen aktuelleren 'Stand gebracht werden. Die Quoten sehen bestimmte Prozentsätze für die jewei- \ ligen Auswanderungsländer vor. Sie stützen sich auf eine Volkszählung des Jahres 1920. Santangelo zitierte einen Brief, den er in dieser Angelegenheit von Kennedy bekommen hat. Darin geht der neue Prä. sident noch weiter als Santangelo. Er spricht sich dafür aus, dass das bisherige, nach der nationalen Herkunft aufgeschlüsselte Quotensystem völlig abgeschafft und durch eine „gerechtere j Methode” ersetzt wird. — I (AWZ) t ITERVEN. u. GEMUETS-f I KRANKHEITEN I i Dr. M. J. Kuhn ]? prov. i? RIVADAVIA 2625 III Î I Tel. 48-7524 1 i VARICES — ULCERAS IDE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL IM A N S K Y VERREIST î BsS 5. MAERZ 1 j Dr. * B. Sehwarcz ZAHNARZT *ESTOMBA 2283 — 52-6214 j; RAYOS X I PARA DFWTOSE { VERREIST BIS J 27, FEBRUAR H. ROSENZWEIG I Confitería NIZA Conde 2020 76.0286 Servicios de lunch de categoría; TAILOR HENRY S Neues Telefon: 32.0913 Grossie Auswahl in imp. uit? hiesigen Stellen Tucumón 563. piso 1 I i « i 4 « < i SARMIENTO 3116 T. E. 87 1362 iDr. BENJAMIN L 1 P N I Z K Y í ZAHNARZT i ROENTGENSTR AHLEN — ZAHNZIEHEN — BE- | HANDLUNG MIT GASBETAEUBONG — REGU- * LEERUNG DER ZAHNSTELLUNG Í Sprechstunden- Dienstag — Donnerstag — Sonnabend | nach vorheriger Vereinbarung. I JOSE HERNANDEZ 2518 T. E 78-86TJ und 73-tSM * «• »■ »■ «• »■ I J I »■ »•' »■ > ♦Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—1# Uhr,. *Es wird gebeten, such vorher telefonisch anmtheiden*- ♦ %'■ J SANTA FE 1391 T. E. 44 9493 u. 44-1542» « X Dr. L KLEIN Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen SPHSCHSTUNDEN: Í BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG AUSFUEHRUNG SAEMTUCHER Ma! ai erarbeiten Î CONDE 2318 E. 76 7533 Dr. Bernardo Goldstein MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Sonnabend: 14—16 Uhr Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr

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