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Jüdische Wochenschau · 1961-02-28 · 1856 (28.2.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1856 (28.2.1961)
Date
1961-02-28
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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! — Maries, 28 de Febrero de 1961 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXII. No. 1856 Zum Gestallwandel unserer Zeit Aegyptenflüchtlinge in Italien (Schluss von Seite 1) Man kann darüber strei- Einschnitte in der Geschieh, te ausmachen. Dass es sich bei den Ausführungen nicht um Spekulationen, sondern um reale Tatbestände handelt. kann keinem Zweifel unterliegen. Nicht alle Staatsmänner unserer Zeit haben mit der gleichen Schärfe diese Entwicklung erkannt und die sich hieraus ergebenden Konsequenzen gezogen. Aber auch nicht alle verfügen über die intellektuelle Spannkraft und über den gleichen staatsmännischen Blick. Wenn jemals staatsmännische Kunst erforderlich gewesen ist, um das Schicksal der Menschheit zu bestimmen und zu lenken, dann in solchen Stunden wie den heutigen, in denen jeder einzelne nachdenkende Mensch fühlt, ahnt oder be. greift, dass wir an der Schwelle einer neuen Zeit stehen, dass ein gewaltiger Umbruch unserer Existenz bevorsteht und neue Wege gesucht und beschritten werden müssen. Nichts ist schwieriger, wie es Ileraklit bereits j vor zweiundeinhalb Jahrtausenden ausgedrückt hat. i Die Kunst der Politik be- ' steht auch darin, das Wohin i dieses ständigen Fliessens. die Richtung der Entwicklung. den Gang des Prozes. j I ses des Werdens zu beein- 1 flussen und zu bestimmen.; chen. Das aber In unserer Zeit würde dies ■ durchaus nichts j Rom. — Die italienischen ' tigkeit hineinpassen würde.' | Bürger, die von Aegypten : Insbesondere wurden, : .infolge der Suezkrise repa- 1 nachdem in Neapel Mitte ( j triiert wurden (es befinden Dezember des vergangenen [ sich darunter eine grosse Jahres Hakenkreuze und i Zahl von Juden), werden Slogans, wie ,.nicht für Juj ten, ob die Menscheit in nur zwei oder drei Teile zerstückelt ist: in West, in Ost und in einen dritten Block derjenigen Länder, die sich weder an Ost noch _ an West binden wollen, son-; kürzlich ein‘"Gesetz verändern einen eigenen " cg sui schiedet, nach welchem mobesondere Unterstützung von den italienischen Behörden erheitern Im italienii sehen Parlament wurde ändert natliche Unterstützungen . , . , ,, . „ a,n ^er i und die Zulassung zu staatbedeuten. dass es d e Auf- Grundkonstellaüon oder der ]ich unterhaltenen Flüchtgabe der S aatsmanner ist, I Analyse unserer augenbhek. j ]i zentren garantiert werden neuen Verhältnissen anj liehen Lage. Denn selbst' den”, an Mauern der Haupt- : strasse gefunden wurden,] der italier.ischen Polizei Inj struktionen gegeben, wach- | sam und darauf bedacht zu; sein dass alle Minoritäten, I vor allem die Juden, fried- ] lieh und ungestört leben küuren. LA SEMANA ISRAELITA Bu"?, canario — aparece ros Martes y Viernes. Editado por Es.relias Editoria, Ltda Vi rnntwortlich' Dr. H Swarsensky Pue/trecón zl9ü 1? izq. 1 E 83-26IJ 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450 — jährl. gepasste Lebensformen zu dann, wenn die kriegerische finden, um die Fortexistenz ] Auseinandersetzung „nur” der Menscheit auch gewährzwischen Ost und West leisten zu können, die durch stattfinden würde, werden jeden Völkerkrieg (allgemit Sicherheit auch die mein Weltkrieg genannt) | Mächte der dritten Position mit Sichei heit zerstört wer- 1 hiervon in gleicher Weise den wird. Wenn man unsere berührt. Totaler Krieg und Zeitenwende unter solchen totale Vernichtung bedeuten Aspekten betrachtet, dann j nicht, dass nun alle Menschen oder Nationen unmittelbar an diesem Krieg teilnehmen müssen. Die Wirkung der Vernichtungswaffen erstreckt sich über alle Grenzen und respektiert keine Neutralität. Denn diese Waffen gleichen entlesergibt sich die Frage, wo wir einen Versuch finden, das Leben der Völker auf neue Grundlagen zu stellen, um die totale Zerstörung zu vermeiden. Wir müssen uns daraiiber klar sein, dass mit der all gemein n Formel, einen i selten Naturgewalten, die Weltfrieden errichten zu wollen, noch nichts gesagt und noch weniger getan ist ils sich von gewohntem Selbst wenn man untersteleder ererbtem Denken zu be. freien, neue Kategorien als Masstab de? Urteils zugrunüezulegen und neuen Gegebenheiten sich anzupassen. auf die Denkweise oder Friedens - Bereitschaft der Menschen keine Rücksicht nehmen. nung noch der ehrliche Willen zun Frieden reichen aus, um die unbedingt erlen dürfte dass alle Völker oder ihre Regierungen auf .dieses Ziel hinsteuern, so kann diese generelle Formulierung nicht ausreichen, ] forderlichen neuen Voraus Weil nichts schwieriger als 1 um nun tatsächlich eine Lö- | Setzungen für das geselldies ist. stehen wir immer sung in diesem Chaos der j sehaffliche Leben oder für von neuem vor dem Gegen- Konflikte zu finden. Wir j die Beziehungen des inter_ satz der Generationen, weil l beobachten nämlich, dass , nrtionalen Lebens zu schafvon Geschlecht zu Ge. gerade in dem Augenblick, fen. Wir können jedoch be. schleeht sich die äusseren j wo die Einsichtigen verstej reits zwei Prinzipien beob- \ Verhältnisse wandeln und 1— J— —Ui— - —’ t.re Variation des Denkens und des Fiihlens mit sich bringen. Nur diejenigen „bleiben iung” oder ..gehen den. Die Union der italienisehen jüdischen Gemeinden hat ihre Befriedigung über . dieses Gesetz ausgespro-1 chen, das die Bemühungen dreier Jahre krönt und der grossen Zahl jüdischer und nichtjüdischer Flüchtlinge j aus Aegypten, die grosse \ Mühe haben, sich im Lande j einzuordnen, hilft. | Die Union hat sich an die! städtischen Behörden von Florenz gewandt, damit der Autor der antisemitischen j Artikel der Nachrichten- ' Agentur ,Orbis” verfolgt werde, da diese zu Hass und Völkermord anstaeheln. , Der Verff sser. Luigi Mosj ciano, schreibt den Juden verbrecherische Handlungen zu, deren die Nazis schuldig j waren. Der Artikel wäre Gegen Gegner der Demokratie dead ist, dass die Forde- ] rung nach friedlicher Koexistenz eine der möglichen Antworten auf die neue Situation darsteitt. Bisher je. 1 denfalls haben wir einen an- München. — Der Deutsche Gewerschaftsbund hat Versuche rechts, und linksradikaler Gruppen, stärkeren , ,, Einfluss auf die Betriebst. ,defen Lösungsvorschlag von tewahlen und die Arbeit der ^eiHer Seite gehurt. Der Vorschlag der friedlichen Koexistenz ist .nicht aus politischer Schwäche oder dem Gefühl der Ueberlegenheit entstanden. Es fragt sich überhaupt, wie es, diese die weit eine echte Notwendigzerstörenden keit für eine Aufrollung der Betriebsräte zu gewinnen, scharf zurückgewiesen. In einem Aufruf des DGB- Bundesvorstandes zu den Betriebsrätewahlen 1961, die im Frühjahr stattfinden, heisst Demokratie WTeder die ungeslillte Hoffrieht als so schwerwiegend! Vereinigungen”, diese Wah- Kräfte dürften kein Mandat Frage vorhanden ist, warerhalten. ] um Krutschew diesen Plan Die Gewerkschaft kritientwickelt habe Jedenfalls sierte ausserdem „die Be. es clrl der mühungen verschiedener ma? fv, auo Standesorganisationen und egoistisener Politik odeT erachtet worden, wenn er ten nach weltanschaulichen nicht in das Bild der inten- °der parteipolitischen An. sivierten faschistischen Tä- 1 schauungen auszurichten. — hen, dass jeder Krieg zur Vernichtung des Menschengeschlechts führen muss, die Ideen und Interessen der beherrschenden Völker mit ihrer Zeit mit”, die über die Kraft verfügen, sich aus den Fesseln eines in einem krassen Widerspruch, in einem unüber. I brückbar erscheinenden Gewenigen Staatsmänner des Augenblicks ist, der über einen politischen Weitblick verfügt, sowie die Fähigkeit und den Mut besitzt, für achten, die einen ersten! seine Ueberzeugung auch wenn auch noch nicht wir- | einzutreten. Nur wenn seine kungsvollen Schritt zur Neu- ‘ westlichen Gegner dies Verordnung darstellen: die allmählich festere Gestalt gewinnende Völkerbundsidee, i wie sie in den Vereinten 1 Nationen ihren ersten Aus. gewordenen Denkens oder gensati zueinander stehen. 1 druck findet, und die von einer genormten Gefühls- Diese Lage zeigt eine ge-j Krutschew erhobene Fordewelt zu befreien. Die Gewaltige Dramatik: die Kluft rung der „friedlichen Koexischichte der Menschheit ist f zwischen Erkenntnis und ' stenz”. Um über diese beiein Prozess steter Erneue- Wirklichkeit macht das unj den Phänomene unserer gering. ein Prozess des Wer. ■ geheure Spannungsfeld der J sellschaftlieh-politischen Ge., . dens, der steten Wandlung, . politischen Interessen aus, | gen wart zu sprechen, muss | ’ungen in einem unmdteIba. öer Entwicklung, ist ein I das auf eiue Reinigung oder | man zunächst den Versuch <ren Zusammenhang. Fnedli- Prozess des ..Alles fliesst”, Klärung durch Krieg hinj machen, sich von den primiweist, was aber nach allge. ] tiven Vorstellungen zu bemeiner Einsicht den Unter. jfyien, dass jeder, der z. B. stehen und anerkennen, werden sie imstande sein, sich ihm gegenüber zu be haupten. Es ist kein echter Einwand, wollte man sagen, dass die Idee der friedlichen Koexistenz nur eine logische Konsequenz des Völkerbundsgedankens sei. Sir eher stehen beide Vorstelche Koexistenz, wie sie von den Russen seit Jahren gefordert wird, ist eine konkrete politische Forderung, die in dieser Zeit als Norm für die Gestaltung und Regelung der internationalen Beziehungen gelten soll. Friedliche Koexistenz kann sich im Rahmen der Vereinten Nationen vollziehen oder durchführen lassen; man kann auch diese Parole als eine Ergänzung oder sach. gemässe Interpretation des UN-Charters auslegen. Wie sowjetischer Propaganda erwachsen sein — eine Antwort auf die Wandlung der Verhältnisse darstellt, jener Verhältnisse, die zum Beginn einer von allen gleichermassen verkündeten Aera führen oder bereits geführt haben. Die Forderung nach friedlicher Koexistenz stellt somit eine Lebensnotwendigkeit im Angesicht der Weltbedrohung durch die Vernichtungskraft der Atombomben dar. Ob die Völkerbundsidee allein oder der Vorschlag der „friedlichen Koexistenz” ausreichen, um zu einer Neuorientierung der menschlichen Gesellschaft zu führen, das zu untersuchen, soll späteren Ausfühman damit verfährt, ist ( , nicht wesentlich. Entscheirungen Vorbehalten bleiben. Dr FREY Abofado FUETRREDON UM 1* uq nachm 16—19 Uhr J. Liebling FOURWIERE — i SPERRHOELZER Í DIAZ VELEZ 5224 ml 46 j T. E 43-2343/0340 T 3021 ¡ ï REAL PEN 5 Füllhalter $ REPARATUREN J Spezialgeschäft I CORRIENTES 589 J TE. 49-5850 vwv»w>vuv»wwwm' Optica DIPL. OPTIKER ¡Sai miento S29Í IT. 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