Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1855 (24.2.1961)
- Date
- 1961-02-24
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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1, A «IMARA IflAELITA A*o 3CEII. - N«. J**5 — 5 VtefM», 24 4k F«*r«r« 4k M DIE TRAGOEDIE EINES JUEDISCHEN KINDES Anneke Beekman, über deren ungewöhnlichen Le. benglauf hier berichtet wird, ist heute keine Kind mehr. Sie ist erwachsen und kürzlich 20 Jahre alt geworden; doch ist ihr tragisches Schicksal untrennbar verbunden mit ihrer Kindheit und damit, dass beide Eltern Juden waren. Am Abend ihres Geburtstungslagers Sobibor in Polen man wurde in den folgensprechen. Das Mädchen sagums Leben gekommen. j den Jahren zu ein^m te, sie sei aus eigenem Ent- Kurz vor der Verhaftung | ebenso sensationellen wie Schluss zum katholischen der Eltern war es ihnen geglückt, ihr einziges Kind Anneke bei zwei unverheirateten Damen von 38 und 43 Jahren, Gertruida und Elisabeth van Moorst, in Hilversum zu verstecken, ,.untertauchen zu lassen”, wie man damals zu sagen menschlich-rührenden Kri-j Glauben übergetreten, und minal- und Rechtsfall in sie hoffe, sich nach Vol'en. Holland. Gertruido van düng ihres 21. Jahres nicht Moorst, die inzwischen ver- 1 mehr verstecken zu müs- 1,'ges waren in Amsterdam i pflegte. über 1:000 Menschen zusamj Die beiden Frauen haben mengekommen, um Anneke der kleinen Anneke, die ge. Beekmans zu gedenken. Sie selbst war nicht anwe send, und niemand hätte auch sagen können, wo An. r.eke Beekman sich aufhält: vermutlich in einem katholischen Kloster in Belgien oder in Nordfrankreich. Die Affäre Anneke Beekman ist seit 16 Jahren nicht zu Ende gekommen, und es besteht auch kaum Aussicht, dass dieses dramatische Wirrsal von falschen Anrechten und echten Menschenrechten sich in absehbarer Zei'. oder überhaupt jemals lösen wird. Anneke Beekman ist am 21. November 1940 in Amsterdam von orthodox-jüdischen Eltern geboren, in eirer Zeit also, in der das Gespenst der Deportation und Vernichtung für die jüdische Bevölkerung Hollands von Tag zu Tag unerbittlich näher rückte. Am 20. Juni 1943 wurden Elias und Selma Beekman bei einer Grossrazzia durch die Gestapo verhaftet und nach Polen deportiert. Beide sind bereits am 9. Juli in den Gaskammern des Vernich- Jüdisches Reisebüro! Winker Persönlldie Beratung dvrth Heise experten Herrn Bernardo Bittermonn und Moriono Feld CORRIENTES 2063 -of. 9, IO, 14 y 16 T. 45-7607/49-0433 49-1229/49-3491 rade drei Jahre alt war, als man sie zu ihnen brachte, c.as Leben gerettet. Daran ist kein Zweifel, und auch daran nicht, dass das Geheiratet war und nun Langendijk hiess, tat alles, um das Kind zu behalten, wobei ihre Schwester Elisabeth ihr zur Seite stand. Es kam zu einem Urteil gegen das Geschwisterpaar, das Kind der ..Stiftung fiir jüdische Waisenkinder” und dem durch das Gericht ernannten Vormund zu übergeben. Das geschah nicht, und als schliesslich das schwisterpaar van Moorst 1 Mädchen ,,von staatsweger.” sen. Uebrigens wird Anneke, sobald sie mündig ist, in den Besitz eines stattlichen Vermögens kommen: das Erbteil ihrer Eltern, das zwischen 100.000 und 150.000 Gulden beträgt. Die Veranstaltung in Amsterdam war von der holländisch-zionistischen Stu. denten-Organisation einberufen, und wenn es auch im Grunde eine Protestversammlung sein sollte, so Doch Verfahren i gesgen Bureseh! Kiel. — Gegen den am j 19. Februar 1960 amtsenthobenen Präsidenten des Schleswig - holsteinischen Landessozialgerichts, Dr. Buresch, wird nun doch ein Strafverfahren eingeleitet. Anfang März 1960 hatte der Generalstatasanwalt -Anklage gegen Dr. Buresoh -wegen Verdachts der .Begünstigung und wegen Beihilfe zur Falschausage vor Geder sie oisher als einziger , rieht erhoben. Dabe, wurde gesprochen hatte, ist sicher,! Buresch vorgeworfen, dass Anneke Beekman den Professor Heyde a s; Sie , Sawade, der im Verdacht steht, bei der nationalsozialistischen Euthanasie-Aktion! schwere Verbrechen begangen zu haben, seit Ende der Eltern aufzuziehen!” ln einem Jahr wird An. neke Beekman mündig. Sie kann dann über sich und ihre Zukunft selbst entscheiden. Aber wer kann sagen, was an ihrem Entschluss freiwillig oder — direkt oder indirekt — beeinflusst ist. Der englische Journalist, Schleier nehmen wird wird also niemals zu ihrer Familie zurückkehren. Darf jemand, der ein Menschenleben rettete, dadurch das Recht in Anspruch nehmen, für immer über dieses Menschenleben roK T*e WhiteMcuiOn the March! ■}] ■fOm Tfcur*«Uy, WUrck lOtk. 1*60. A a sveat toefc Rlac* ia W»«hingt«M*. D. C. . LIRMli |U<hw«ll, C»mnuiHt«r «1 tk* Am«rl* ¿•9 NAZI Party, UN a daring grouRmf yo%wg A mtrienn Null (* i ptclat Um in front of Km Ijv?' ‘ White M«u»o, wfcUn U# criminal Ziooio« Riot«. Mr, B«a CvrfM. »*f inaJd« trying to avMU vc.^' r- - „ _ •ur f raaitaat Ma joining lira*! In UrtMt , •ggr*»«WA« UA4Ug to World War Ull . ^Spg*** «rfMgNFi .. Bkarlai maiiilu Armband« and corry i *4 bn go rtf sod wktAa And black sign« «mblAAOMd witt vtha wbAtikn, tbn Commander and tbo t —i aRi n dofiod mob a •f ky aMrtcai, ic r«a mang J«na r nmanaimiitn. naaL2.iom«tA. and paraded ihre eigene Freiheit und vielleicht ihr Leben aufs Spiel setzte. Wenn die Eltern von Anneke auch-nicht aus der Deportation zurückkamen, so waren verschiedene andere Mitglieder der familie des Ehepaares durch glückliche Umstände am Leben geblieben. Ein halbes Jahr nach dem Kriein der Wohnung des Ehepaars Langendijk, das inzwischen nach Maasstricht umgezogen war, abgeholt werden sollte, da war die 14jährige Anneke verschwunden. Sie war heim, lieh mit Hilfe eines gewissen Paters Amon über die Grenze nach Belgien geur.d dort in einem hatte sie durchaus einen würdigen und ruhigen Verlauf. Sie stand unter dem Vorsitz eines Theologie-Pro fessors der Amsterdamer Universität; zu den Rednern zahlte der evangelische Theologie. Professor Smeling, der katholische Chefredakteur einer bekannten politisch-sozialistischen Wochenschrift und ein jüdischer Anwa.t, Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde in Amsterdam. ,,Das Rechtsgefühl”, so sagte Professor Smeling, ,.das bei uns Holländern so tief verankert ist, ist verletzt. Umso mehr als wir wissen, wieviel Wert die Juden auf die Erziehung ih- Moorst nicht im Geiste ih- ¡ geliefert wurde. In :einem rer Kinder legen. Es ist ihr rer Eltern und Grosseltern, ¡ aufsehenerregenden Prozess heiligster Besitz. Es handas heisst im besonderen in j ja Amsterdam wurde sie delt sich denn auch nicht jüdisch - orthodoxem Sinn, : 1955 wegen Entführung eiaufwachsen könne. j ner Minderjährigen zu acht Die beiden .Pflegemütter \ Monaten Gefängnis verurweigerten sich, das Kind | teilt. Ihre Schwester Elisaherauszug-eben. und das j beth, deren Aufenthaltsort Schicksal von Anneke Beekunbekannt war, zu 12 Monazu verfügen, und dessen Zukunft, Geistes, und Glaubenshaltung nach persönlichem Gutdünken zu beeinflussen oder gar zu bestim. 9 1954 bewusst der Bestrafung entzogen zu haben. Das Landgericht Flensburg hatte die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Buresch aus „tatsächlichen und rechtlichen Gründen” abgelehnt. Dagegen richtete sich die Beschwerde des Generalstaatsanwalts, der jetzt stattgegeben wurde. Das Strafverfehren wird vor dem Landgericht Kiel eröffnet. (AWZ) Ehrenbürger von Berlin Berlin. — Zu Ehrenbürgern der Stadt Berlin wurden 22 Bürger ernannt, weil sie „persönlich verfolgten Juden während des Naziregimes geholfen haben.” — VAR verhandelt mit Bonn Bonn. — Zu umfassenden Wirtschafts - Verhandlungen zwischen der Bundesrepublik und der VAR werden Vizepräsident Bogdadi und Wirtschaftsminister Keissuni voraussichtlich Ende März 1961 nach Bonn kommen. Die deutsche Bundesj bracht ge wandte sich die Familie Kloster versteckt worden, von Anneke Beekman an I Der behördliche Apparat die durch die Regierung ] versuchte, das Kind iaufzueingesetzte „Stiftung für jii.! finden. Die Regierung in clische Waisenkinder” mit! Brüssel wurde auf diplomader Bitte, dafür zu sorgen, j tischem Wege verständigt; dass das Kind ihrer Fami-! Haussuchungen und Verlie zurückgegeben werde. ' haftungen fanden statt. Un. Das vernehmlichste Arguj fer den Verhafteten ‘befand ment war, dass Anneke bei|£ich Frau Langendijk, die den beiden Damen van ' später auch an Holland aus. menY Die tausendköpflige regierung hatte angeregt, t ersammlung in Amsierj ^ie Gespräche über die Ent. dam hat diese Frage, alwicklungshilfe und die partlein dadurch, dass sie über. ' r.trschaftliche Zusammenhaupt zustande kam, einj arDeit zwischen den beiden deutig verneint. Ländern wieder aufzunehum den Gewinn oder Verlust einer einzelnen Seele, sondern um den Schutz de« Rechtes, ein Kind im Sinne C4TEC4S. 4.! 1 Directorio 5555 Buenos Aires* T. E. 68.1017/18 y 1264 I S U 4 V 4 N D 4 R! el calzado legítimo de espuma de goma é VERLEIH VON gesellschafts- ANZUEGEN KAGNER Das einzige jüin dieser Branche, dische Geschäft Cangallo 2553 — Tel.: 47-4709 Buenos Aires SSESi — ten, die 66jährige Aebtissin des Klosters Ave Maria in \ almeer in Belgien zu 6 Monaten, Peter Amon za 6 Monaten. Damit war die unglückliche Affär; jedoch nicht zuende. Gertruida Langendijk hat ihre Strafe abgesessen, der Aebtissin wurde wegen ihres hohen Alters die Strafe erlassen, und Elisabeth van Moorst lebt versteckt in Belgien. Aber ebenso versteckt lebt Anneke Beekman in irgendeinem belgischen oder französischen Kloster. Selbst durch die Intervention des Erzbischofs von Ltrecht war es nicht möglich, ihre Heraisgabe an die holländischen Voimund. schaftsbenörden zu erwirken. Im Januar vorigen Jahres gelang es einem englischen Journalisten, durch Beziehungen zu belgischen Widerstandskämpfern, mit Anneke zu sprechen. Man brachte ihn von Maastricht aus in einer geheimnisvollen Fahrt in einem Auto mit verhängten nach einem unbekannten Kloster, wo man ihm Gelegenheit gab, in einer Zelle mit Anneke Beekman zu VERBRINGEN SIE ”C£ IM MODERNSTEN HOTEL M. FLAMM unter Aufsicht I. Ehrw., der Rabbiner Dr. J. Fink und Dr. J. Oppenheimer CHASCOMUS — Córdoba 38 1 QUADER VOM STRAND ZIMMER MIT PRIVATBAD — Telefonische Auskünfte in Buenos Arnes: 76-6623 Rechtzeitige Anmeldung erbeten bis 24. März Die VI. Makkabiade | Tel Aviv. — 33 Länder haben bereits die Einladung I zur Teilnahme an der VI. 1 Makkabiade im nächsten 1 Herbst in Israel angenommen. In Ramat Gan, einem Vorort von Tel Aviv, ist bereits ein Dorf für die S^äSt taBÄÄ | eingebettet zwischen herrlichen Bergen! umgeben von Wasser Abschluss der Wettkämpfe als Jugendherberge und Sportzentrum benutzt werden soll. (ITA) Synagoge aus dem 17. Jahrhundert London. — Die älteste Synagoge in der westlichen Welt, die um etwa 1650 in Joden Savannah erichtet wurde und von der nur noch ein Mauerrest steht, soll demnächst wieder aufgebaut werden. Gleichzeitig sollen der angrenzende jüdische Friedhof instandgesetzt und Zugangswege gebaut werden. Joden Savan- Fenstern ' nah liegt rund 60 Kilometer von Paramaribo entfernt. Heute leben in Suriname noch etwa 1.000 Juden — (AWZ) ¡H0TEL LAGO j; vorzügliche Küche - geschultes Personal;; * LEON KAHN Rio Ceballos: SIERRAS DE CORDOBA — Casilla Correo 34 < Restaurant »Paso” Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259;; UnteT Aufsicht des V*ad Harabonim der Kehilla MITTAGS- und ABENDTISCH Anrichten von kleinen Festlichkeiten und Banketten