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Jüdische Wochenschau · 1961-02-17 · 1853 (17.2.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1853 (17.2.1961)
Date
1961-02-17
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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Sr. íHANOJEO P'-tADC Concesión 808 < C Concesión '823 TARIFA REDUCIDA Año XXII. RIENOS AIRES, VIERNES 17 DE FEBRERO DE 1961 No. 1853 EL EJEMPLA1I en toda ia ñeo-joi;-. Buenos Air*« PUEYRREDON 2190 1? Uq. T. E. 83 . 2613 GAULEITER HOFER TABU? Dem Jüdischen Weltkongress in Buenos Aires ging vom Oberstaatsanwalt beim Landgericht W. das folgende Schreiben zu: W., den 13. Januar 1961 STA ATS ANW ALTSCH A FT bei dem Landgericht W. Der Oberstaatsanwalt 1 J s 6585/60 An den Jüdischen Weltkongress Buenos Aires Betr.: Bekämpfung von NS-Gewaltverbrechen. Sehr geehrte Herren! Nach Durchführung der Vorermittlungen hat die Zentrale Stelle zur Bekämpfung von NS-Verbrechen in ^,n Lemberg das Ermittlungsverfahren am die Staatsanwalt- Wllen . tUe --Opfer teilschaft W. abgegeben, aus dem mlgender Sachverhalt herüen den willkürlichen Hinrichtungen zum Opfer gefallen sein. Die Exekutionen in Piaschnitz wurden so ausgelührt, dass die mit den Lastwagen in das Waldgelände gebrachten Opfer in Gruppen von etwa 10 Personen zu einem bereits aus behobenen Graben gebi'.mht wurden, steh dort )/s auf die Unterwäsche entkleiden mussten urci dann von dem Ersebtc.-rungv . Kommando I etn’eb-Ghi.ickschnssc geto! ct wbt eion, NpiJi den von der , pol nie;, ne»* 11 Aupt kenn: issi- J/.n %+yÚ íp ■ i e i sfejj e! I ml - | Wien. — ..Hitlers treuester Gauleiter” Franz Hofer der sogenannte ..Durchhalte . Gauleiter“, der wegen i Ki icgsv ei brechen im österreichischen Fahndungsblatt ausgeschrieben ist. lebt unbehelligt im Ruhrgebiet. Die wenigen überlebenden Juden Tirols haben ,.ih. |rer“ Gau'eiter Hofer noch gut in Erinnerung. Die Reichskristallnacht, die in Innsbruck rücksichtlos durchgefühit wurde, fand die Bewilligung Hofers. In einem Bericht der Gauleitung an die Gestapo in Wien über die Reichskristallnacht konnte man lesen: I .. .. wenn irgendwelche Juden nicht zu Schaden gekommen sind, dann geschah das nur aus Versehen.“ So gründlich wurde gearbeitet im Reiche des Gauleiters Hofer. Aber die Reichskristaknacht war ja nur __ der Anfang. Deportierungen. Misshandlungen und Er- TEnrb'htuneVstätfp 'Pressungen dienten dazu, den Gau Tirol als ersten in Oe. Sie waren dabei st?rreich ..judenrein” zu machen. Das gelang ohne wei- 'euven cter «rausamen Tö- ,ere£- Aber nicht nur gegen die Juden richtete sich der tr.ur ilw-'r T cldpnseennssen Hai:- Hofers und seiner Trabanten. Katholiken. Monarde Opier stammten nicht! c,lr‘sten' Sozialisten ur.d alle .Andersgesinnten mussten nur aus dem Landstrich! enlerdeter Gräber wurden in Meterhöhe Zähne und Haare von Kindern festge. 1 stellt. Während, die Hinrichtung der ersten Gruppe der 1 mit LKW herangebraehten Opfer durehgeführt wurde, mussten die für die folgende Exekution bestimmten Op er in unmittelbarer Nä he der w arlen. J'omin ereilen: sic wurden auel; in grösseren Transpor. t* n aus dem Reichsgebiet und nuu der Tschccboslowa. herangobracht. Es han- - wÄsa. 4Wh durch-ZiTU-ör.;- «** herangebractit. Ls hanvorgeht: v niferu!.?. ci*l:,ich hierbei um Per- ..Nach Beendigung des Polenfeldzuges, teilweise bc-v nern. G#ger.sjand er-J ¿«een polnischer Abstamreits unmittelbar nach Beendigung der Kampfhandlun-.. .mor3et *WrJr ,■ ’ . myng, nie offenbar als ,.un- - - ■ - w zuverlässig angesehen würgen in einem bestimmten Frontabschnitt, winden in | Ausführung eines Geheimerlasses des Reichssieherheits*-'1' Jungen -wu£r -• kann litteischen Truppen durch Polen im damaligen Korvidorgebict gegen die einheimische deutsche Bev iilxt-rung verübt worden sein sollen. Perner sollten sie such einem Aufstand der Polen Vorbeugen, der bei Beginn der Kampfhandlungen an der Westfront befürchtet* wurde. Um diese „Siiuberungcaktion” vorzuberciten, wurden {Le L&ndräie und Kreisleiter des ' biet des ehemaligen Freies Regierungsbezirkes Danzig. . Stadt-Staates Danzig heran- . Westpreussen in der zweiten gebracht worden sind. fest. : Hä.fte des Monats Septemgenommen und in Auffang- . bet 1939 in einer Dienstbeiager eingewiesen. j sprechung, die in Danzig Im Rahmen dieser Aktion stattgefunden hat, von dem entsandte die Staatspolizei-; Gauleiter Förster angewieleitstelle Danzig etwa ab; _.frirftOr?.r inc: tc SciiS\lpT."?rFrF5i*r‘ sollen sich dic^A'iTgehPrigen des Kommando* dadurch beson- Ccror Uebcrgrifie schuldig gemacht haben, dass sie Kiitdor mit ihren Köpfen ge- ¿en Bäume schlugen uud dadffrdi die Kinder töteten. An verschiedenen Baumstümpfen in der Nähe der Unter. mir beugen benennen und auch ¡Berichte liefern könnten. —! Soweit der Bericht der Staatsanwaltschaft. — | Personen die zweckdienliche Angaben machen kön- , nen, werden gebeten, sich beim .Jüdischen Weltkon- 1 gress (Congreso Mundial 1 Judío, Capital Federal, Corrientes 1979t anzumelden. September 1939 in die je-! weiligen zu ihrem, Bezirk I gehörenden Kreisstädte Ein-: satzkommandos, die sieh . rus Angehörigen der Gesta.! po, der Kripo sowie der i Grenzpolizei zttsammensetz. i seu. In Ausführung dieses ten. Aufgabe dieser Einsatz, wenn Dr. Nachum Gold- Befehls wurden in d.en jeweikommjfndos war die Durchmann, der Präsident des lig»n Kreisen Listen gefer. l’ührung von Selektionen der Jüdischen Weltkongresses, sau. sämtliche Juden und gefährliche Polen, insbeson. dein Angehörige der polnischen Intelligenz unter besonderer Hervorhebung der ka‘nolischer: Geistlichkeit listenmässig erfassen zu lasvon unserem Berichterstaller New York. — Wie immer, Antisemitismus in Russland, die von der Kommission für Menschenrechte in den UN geführt worden, ist, sieh aus- Einwandertr aus Uruguay Montevideo. — ln diesen Tagen wandert eine zahlreiche Gruppe uruj guayischer Juden nach Israel aus. Es handelt I _ sich um das bisher gross- | Die j der jüdischen Gemeinschaft presse mitunter eine ausge-, te Kontingent von jüdivon in der Sowjetunion, so führ-;sprochen antisemitische No- ■ Sehen Auswanderern aus tigt und der erfasste Perso- Personen; die fcsigenomzu einer Pressekonferenz schliesslich mit der Frage nankreis von Angehörigen men worden waren. Hierruft, waren zahlreiche Jourdes Antisemitismus beschäfdes „freiwilligen Selbstschut. bei wurde ein grosser Teil: nalisten erschienen. Diestigt hat. Sicherlich gäbe es zes’, der sich in den besetz-1 der festgenommenen Perso. I mal sprach Goldmann vor einen Antisemitismus in ten Gebieten gebildet hat, ren — angeblich wegen ih. .allem über die Lage der Ju- Russland. Es ist auch wahr, sowie von SA- und SS-Koin. rer besonderen Gefährlich.! den in der Sowjetunion und : dass einige scharf antirelimandos, die aus dem Gekeif — für eine sofortige in Marokko. Das Problem! giöse Artikel der Sowjet-' 1 Exekution bestimmt ~ - -1 * Exekutionen wurden Aus dem Gefaenjnis •ntiassen London. - James Zarb, der englische Kauiinann, der nach seiner Entlas-! sung aus einem kairoer j Gefängnis,'die der VAR- I Präsident verfügte, hier! eintraf äusserte, er glaube seine Freiheit „zu einem gewissen Grad” den Bemerkungen zu verdanken, die Prof. Arnold Toynbee bei einer kiirzlichen Debatte mit dem israelischen Botschafter Herzog in Mon. treal machte. Toynbee, der wegen seiner nicht gerade unpateiischen Einstellung zu den Juden bekannt ist, verglich die den Arabern im Jahre, 1948 zu! eilgewordene Bej handlung mit den Verfolgungen der Juden durch die Nazis. Zarb war im Jahre 1957 j wegen Spionage zu 10 Jahren, Gefängnis verur- | teilt worden. (ITA) I Uruguay. Ihnen zu Ehren i wurde ein festlicher Ab-1 schied veranstaltet, dem 1 der Israel - Botschafter , Jizchak Arkawi beiwohn-1 te. welcher den neuen I [ Olim warme Worte der ’ i Ermunterung mit auf den Weg gab. (ITA) | SS - Kommandos durch gete Goldmann auS, bestünde , te-tragen. Dennoch ist es; führt, an denen als .Schiit-: nicht darin, dass heute jeein Fehler, die Sowjetunion zen und Absperrposten An. der einzelne Jude als Indiheute wegen Antisemitismus | gehörige des „freiwilligen', viduum einer Diskriminiebeschuldigen oder anklagen; Selbstschutzes" und d'er -rung unterworfen sei. Wohl zu wollen. Hierdurch wird! Gendarmerie mitgewirkt ha. aber werde die jüdische-auch die Aufmerksamkeit (ben. ' f Gemeinschaft in ihrer Gevom wahren Problem a'bge- 1 Iti Neustadt/Westprcussefi Sanftheit schlechter und lenkt, das sich uns heute befand sich ein grösseres | nicht gleich behandelt wie bietet. Dieses Problem be- ’ Gefängnis, in das die Cpfer die anderen Minderheiten.'-steht darin, dass nian der. der PulenakUonenaus dem Man ^olle' den Unterschied jüdischen Gemeinschaft die-; Kreise und aus Gdingen ein. '.gut verstehen. Als einzelne jenigem Möglichkeiten verru <jjes€s Landes ihre Po ' geliefert wurden-. Nach^ den Bi5rger seien-die Juden nicht sagt^ die man den anderen iu;i, j_v. bisherigen Untersnchjungen * schlechter .gestellt. Als Gereligiösen Gemeinschaften wurden diese Gefangenen meinschalt haben sje nicht einräumt. j t\om Gefängnis aus mit dieselben Rechte und Mög-1 Schliesslich gab Goldmann i i LKW-Transporfen unter Belichkeiten . wie andere Geseiner Zuversicht Ausdruck, {vvr.chung durch SS- und meinschaften (Minderhei- Selbstsehutzangehörige so. ten). 'v.ic Gendarmefiebeamt^ zu | Dr. Goldmann bedauerte,! der etwa 10 km von Neudass die kürzliche Diskusstadt entfernten Hinriehsion über die Frage des dass auch in dieser Hinsicht eine Besserung eintreten könne. 1 In seinen weiteren Aus-! führungtn kam der Präsi- —- 'dent des Jüdischen Weit- , _ I kongresses auf die Lage der EimitSling nach »Clin ■ Juden in Marokko zu spre- Bonn. — Der Vizepräsi-; chen. Er wies auf die Beden!. der VAR, Bogdadi, weise einer antijüdischen H _ und der stellvertretende Einstellung der marokkani- Polen j Ministerpräsident und Wirt-! sehen Polizfc.'behörden hin. chen Rechte wie der übrigen Bevölkerung zugestanden worden sind. daran glauben. Zur Amtszeit Hofers als Gauleiter wurden in Tirol über 30.000 Menschen verhaftet und ein Teil von ihnen in die Konzentrationslager überstellt, wo viele umgekommen sind. Als sich der Zusammenbruch des Dritten Reiches näherte, wurde Hofer?um obersten Bauleiter des Tiroler Teiles der AlpenfeMung bestellt. Der Herr Gauleiter besorgte sich Sklaven, nicht nur von den Einheimischen, sondern auch Häftlinge aus dem Konzentrationslager. Dachau wurden nach Tirol gebracht und KZ-Friedhöfe und Massengräber sind die Spuren ihres Weges. Nach dem Kriege wurde Hofer von den Amerikanern verhaftet, er kam in das 'Internierungslager in Glaser;huch, wurde dann in ein anderes Lager nach Deutsch. lon/1 liKowr-tällt nur. /3rvwt AH rVAil.'! A.L1 A« verbunden, land überstellt, aus derr er geflüchtet ist. I Im Jahre 1949 hat ihn die Spruchkammer in München als Hauptkriegsverbrecher eingestuft und ihn in Abwesenheit zu zehn Jahien Kerker verurteilt. In Deutschland laufen jetzt mehrere Prozesse gegen Kriegsverbrecher. Man wundert sich sehr in Justiz- ' kreisen Westdeutschlands, das die österreichischen Behörden. die einen gültigen Haftbefehl gegen Hofer erlassen haben, den.westdeutschen Justizbehörden bisher das Betesiungsmaterial gegen Hofer nicht zugestellt haben, damit ihm in Deutschland ein Prozess gemacht wird, da eine Auslieferung nicht möglich ist. Im umgekehrten ■ Falle, haben westdeutsche Justizbehörden Bclastungsma. t°rial gehren die Mitglieder, der Einsatzgruppen, die in i Oe fl erreich leben, wie Dr. Razesberger und Sehön. pfluf. geliefert, weil auch von österreichischer Seite elj ne Auslieferung dieser beiden Personen nach Deutschland nicht erfolgen konnte. Genauso wie Dr. Razesber- : ger und Sohönpflug würde auch der ehemalige Gaulei-; fer Franz Hofer von den deutschen Justizbehörden ver.: haftet und vor Gericht gestellt werden, sobald aus Oe- | sierreich Belastungsrnaicri.T eintreffen wird. I. Nun hat in dieser Angelegenheit das österreichische Justizministerium das Wort. (IPN) l I j Koelner Paedagogen besuchen Israel I Köln. — Zum dritten?4al i in diesem Jahr reisten; kürzlich Mitglieder der Gej Seilschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Köln zu einer 14tägigen Stu- .. j dienfahrt nach Israel. Der , Gruppe gehören 56 Persoj r.en, hauptsächlich kölner . ' Pädagogen an. Die Reise-:. I ging auf die Anregung des! Fchuldezernenten der Stadt Köln. Johannes Giesberts, , I zurück. (AWZ) I | Das Anne Frank-Maas - i | Amsterdam.. — Das re.: ‘ ' staurierte Anne-Fj'ank-Haus lungsstättc Piäschnitz (Piasrika) in den Krockower i Wäldern gebracht. Nach dem Uutersuchungsergebnis der polnischen Hauptkoinmission zur Aufklärung von 'Naziverbrechen in; wunder, in Piaschnitz über ’ schaftsminister Keissuni j Auch in der Presse seien beiderlei sind von der deutschen; antijiidische Publikationen aller Al- Bundesregierung zu einem! veröffentlicht worden. Gold. luug UICÄ^S iaäUUCb iure iro* ,, . ,, . mo-t «rr* litik fortsetzen werde, durch Mai 1961 of iwelche den Juden die gleij lie]} Die 1 Gedenkstätte für Anne Frank im sogenannten Hinterhaus, war für Besucher In Marokko sei in deR *jercks im.. .vergangene., . letzten Monaten eine Zunah: j Sommer «ganglich. me der nationalistischen j Das Vorderhaus in der < Stimmung und radikaler j Prinzengracht ist inzwi- Tendenzen festzustellenr, die sehen zu einem; internatio- ■» i zu einer Annäherung .an die j nalen Jugendzentrum einge- -*-1 Arabische Liga geführt ha. richtet worden. Daneben ist , f ben. Trotzdem dürfe, man, ein internationales Studen-f 7 hoffen, dass hierdurch die tcr.heim im Bau, das gleichf politische Stellung der ma-’ falls in Kürze seiner Be- - rokkanischen Juden nicht j Stimmung übergeben werbetroffen werde. — | den soll. AWZ) Registro de la Pfo.piedad Intelectual No 656.635; t ':S 10.000 Menschen Geschlechts und tersgruppen exekutiert. Es! Besuch nach Bonn eing^la-,'m.ann gab der Hoffnung . sollen teilweise ganze Fami-; den worden. (AWZ) Ausdruck, dass die Regie- ¡ Imp'-eao en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831

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