Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1853 (17.2.1961)
- Date
- 1961-02-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/9616703-9612115-9612224--1102-9612225- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
PUHYFiREDON 2190 - 1? izq. üa JíkwiXiKCi JshjCJ&UiCL Afio XXII. LUJENOS AIRES, VIF UNES 17 DE FEBRERO DE 1961 No. 185:! rozess Jerusalem. — Der israelische Rechtsanwalt Mendel Scharf ist von Dr. Robert Servatius als Assistent bei der Verteidigung Eichmanns gewählt worden. Dr. Scharf, der Servatius über die israelischen Rechtsverfahren beraten wird, wurde von dem kölner Anwalt aus einer Liste gewählt, die ihm von Cencralstaatsanwait Gideon Hausner zugesfcüt worden ist und die Namen der Anwälte enthielt, die sich bereit erklärt hatten, als Berater von Dr. Servatius zu fungieren. ERSUCHEN UM VERTAGUNG Jerusalem. — Eichmanns Verteidiger, Dr. Robert Servatius, ersuchte um eine zweiwöchige Vertagung des Prozesses gegen den Angeklagten. Servatius begründete sein Ersuchen damit, dass es ihm nicht möglich gewesen sei. die umfangreichen Unterlagen der Ankla. geschriit eingehend zu studieren. Das Justizministerium gab dieser Bitte statt und setzte den neuen Prozesstermin auf den 10. April lest. \ Der in Deutschland geborene Rechtsanwalt Mendel Scharf, der Dr. Servatius über die israelischen Gesetze, die dieser nicht bis in alle Einzelheiten kennen kann, beraten wird, gab bekannt. dass er seine ersten Honorare für seine Tätig- | keit als Assistent des Ver- I teidigers drei israelischen i Institutionen überwiesen ha- | be. Es handelt sich um das Kriminologische Institut der Hebräischen Universität von Jerusalem. die Abteilung für die Untersuchung des i von den Nazis begangenen Massenmordes an der Bar IlanJUniversität in Ramat Gan und den Hilfsverband für die aus Zentraleuropa geflüchteten Juden. Der 43jährige Dr. Scharf, ■ der die Höhe seiner Hono- rare nicht enthüllte, äusserte, er habe die Ernenl nung angenommen, weil er | der Ansicht sei. Dr. Servatius müsse als ausländischer Rechtsanwalt jede nur mögliche JLlfo erhalten, um | die Verteidigung in ange. 1 rn.csscncr Weise fuhren zu können. Er fügte hinzu, er habe sich entschlossen, dieses Amt zu übernehmen, Obwohl er Kritiken ausgesetzt sei, und man versucht I habe, ihn einzuschüchtern. BONN SCHICKT BEOBACHTER Bonn. — Bundeskanzler! Adenauer wird einen Beobachter zum Eiehmann-Pro- . zess entsenden. Man glaubt, dass die Bundesregierung der Ansicht ist, die in die- 1 sem Prozess erwarteten WIE ICH ES SEHE LÍGA TAGTE IN BAGDAD j ■♦♦♦♦♦♦♦»»♦♦»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»♦» von JEHUDA GOTTHEIMER i ¡Enthüllungen könnten An- | lass zu sowjetischen Angrifj fen auf Westdeutschland liej fern. i Inzwischen verlautete, ' dass Eiehinanu bei seinem ¡Verhör durch die israeli-;sehen Behörden Erklärun- 1 gen gemacht hat, durch die 357 ,,mchr oder weniger be_ 1 kannte Persönlichkeiten” in! Westdeutschland belastet 'werden, ihm bei der millionenfachen Ausrottung der i Juden behilflich gewesen zu sein oder diese zumindest!geduldet zu haben. GE RICHTS P R A ES ID E NT Jerusalem. — Wie man glaubt, wird der Richter des Obersten Gerichtshofes, Mosche Landau, zum Gerichts- ' Präsidenten im Eichmannl Prozess ernannt werden.! Dem Angeklagten wurden die Aufzeichnungen des im I Jahre 1957 ermordeten Füh.! rers der ungarischen Juden i Rudolf Kästner ausgehändigt, ebenso wie das Buch von Joel Brand ..Operation Nacht und Nebel”, in dem Brand seine Unterhandlungen mit dem ehemaligen Obersturmbannführer beschreibt. Aut diese Weise soll dem Häftling Gelegenheit gegeben weiden, seine Verteidigung vorzubereiten. HTA) DOS CURSOS INTERNACIONALES Jerusalem. — Durante los mesos junio agosto de este año tendrán -.uuí.1 en Israel dos cursos internacionales sobre irrigación, organizados por el Institut"» Rupin del Ministerio de Agricultura con el apoyo de la Organización Internacional de la Alimentación de Jas Naciones Unidas. El primer curso, que se realizará en junio, sera, destinado a técnicos cu riego de países de Asia y .tirita. Después de un mes de estudio, los alumnos realizarán una gira por el pas y se especializarán en ,u especialidad durante un periodo de dos a cinco meses en diversos establecimientos agrícolas del país. El segundo curso, que comenzará en agosto y durará seis semanas, será destinado a ingenieros agrónomos y técnicos en riego de los países mediterráneos. Las exposiciones en este curso estarán a cargo de autoridad-s internacionales en cuestiones de riego, (,11c vendrán de los Estados Unidos, Holanda y oíros países. SCHLO.MO S. TANGER Zwei iníernafonaie Kurie Jerusalem. — In den Monaten Juni-August ueses Jahres werden in Israel zwei interna,iuiia.c Kurse über Bewässerung veianstaltel. die das ííuopm-Li.-.lltut des Ackerbaumiristeriums mit LUtersiuimug ''er Internationalen Organisation für Ernährung der Vereinten Nationen organisiert. Der erste Kursus, der im Juni stattfindet. i~.t für Bewässerungs-Techniker afro-asiatiseher Länder besiimmt. Nach einem Monat des Unterrichts, werden nie Schüler eine Rundiahrt durch das Land unternehmen und sich in einem Zeitraum von zwei bis fünf Monaten in verschiedenen landwirtschaftlichen Anstalten des Lardes in ihrem Fach vervollkommne . Der zweite Kurst -, der im August beginnen und sechs Wochen datiersoll, wird für Autonomen -ud Bewässerungs-Techniker aus Mitteimeevbuidern bestimmt sein. Die Vorlesungen i : tUe.-rm Kursus werden internationalen Autor!!" mn in FL:vT--serriagen übertragen sein, die aus den Ist. I und a meren Ländern kommen. SCKT..ÖMG TANGER Auffallend lange hatte man von der Arabischen Liga nichts mehr gehört. Es war also Zeit, dass sie wieder den Versuch unternahm, die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf sieh zu lenken. Am Anfang seiner politischem Laufbahn musste Nasser die Arabische Li. ga oftmals einsetzen. um mit ihrer Hilfe politischen Einfluss zu gewinnen; heute hat er das offensichtlich nicht mehr nötig. Nur gelegentlieh wird die Liga noch benutzt, um den Eindruck einer grossen, geeinten arabischen Front vorzutäuschen. Wir wollen nicht bestreiten dass die Araberlän. der. die sonst in schärfstem Konflikt miteinander stehen, ir, der einen Frage ihrer Haltung zu Israel immer loch eine einmütige und ablehnende Stellung einnehmen. obwohl es natürlich auch hierbei erhebliche Unterschiede gibt. Kommt aber die Rede auf Israel, dann finden sie sich alle zusammen, die Streitaxt wird vorübergehend in den Wüstensand verschaufelt und lange Resolutionen verkündet, die monoton vom Hass der Araber gegen die Juden zeugen, im übrigen aber nur noch selten irgendein, politisches Interesse für sich in Anspruch nehmen können. — j Jetzt also waren die Av. | ssenminister von sechs araj bischen Ländern in Bagdad! zusarimengekommen, um 1 über gemeinsame arabij sehe Probleme zu beraten. Die arabischen Länder, so ei klärten die weisen Au. ssenminlster, müssten mit j «eharfer Aufmerksamkeit alle Schritte Israels beobachten und ihre Politik in ' den UN auf einen gemein-! samen Nenner bringen. Dies sei für die Behandlung der Flüchtüngsfrage von besonderer Bedeutung, die von den UN und ihren Unterorganisationen erörtert wird. Dabei muss man wissen, dass sieh diese Verhandlun. i gen und Besprechungen in j den verschiedenen UN-Gre- I mien bereits seit Monaten hinziehen, im übrigen aber Jahr für Jahr wiederholen, : ohne dasg vonseiten der Antisemitismus und Alija Jerusalem. — Auf das Vorhandensein - von Antisemitismus in Sowjetrusslai ö, der sich der offizieller. Duldung erfreut, wurde om ehemaligen Ministerpräsidenten. Mosche Sharett verwiesen; der gegenwärtig Mitglied der Exekutive der Jewish Agency ist. Sharett erwähnte die antisemitischen Artikel in der sowjetischen Presse, die einem offiziellen Programm folgen”. In Beantwortung von Fragen über „Alija”, entgegnen Sharett, es gäbe heute Länder in zwei Kontinenten, aus denen die jüdischen Massen auszuwandern wünschen, doch werde es Ihnen von den Behörden nickt gestattet. Diese Bemerkung bezieht sieh offensichtlich auf Marokko und die USSR. Sharett teilte ferner mit. ein Emissär sei nach den Vereinigten Staaten gesandt worden, um 500 Posten für Sachverständige und Techniker anzubieten. Er fügte im Seherz hinzu: „Bisher suchten wir Arbeit für die Einwanderer, jetzt suchen wir Einwanderer für die Arbeiten.” (ITA) arabischen Länder jemals ein neuer Gesichtspunkt vorgetragee werden würde. Dagegen benutzen sie wiL lig die sich ihnen bietende Gelegenheit, in einer geva- 1 dezu verabscheuungswürdL ' gen und unflätigen Form ' Angriffe gegen Israel zu 1 erheben, wobei dann auch die „imperialistischen und kolonialistisehen” Machio mit ähnlichen Schimpftira- I ren 'bedacht werden. Diese Debatten sind äusserst un. ¡ erfreulich, weil sie nur Schaustellungen darstellen, die der Sache nichts nützen 1 und keinen .ernsten Beitrag zur Lösung eines schwierigen Problems liefern. | Bereits bei früheren Gele. i genheiten wurde darauf hingewiesen, dass die Vereinten Nationen ihre Bereit wil. I iigkeit erklärt haben und unter Beweis stellen wollten, die Flüchtlingsfrage energisch zu klären und ei- , i er zufriedenstellenden Lö. ' simg zuzuführen. Unzweifelhaft sind es aber die arabi. . scheu Länder, die ipimer wieder mit Erfolg jede Löj sung torpedieren und die I arabischen Flüchtlinge als politisches Propaganda- und Druckmittel benutzen, das noch nicht, ganz seine Wirkungskraft eingebüsst hat. Es ist - nachgewiesen worden, dass die Ziffer der Flüchtlinge bei weitem zu Hoch angegeben wird, dass die ungeheuren Gelder, die für die Flüchtlinge von den UN disponiert wurden, zu einem nicht unerheblichen Teil nicht ihrem Bestimmungszweok zugeführt worden sind, und dass schliess. t:oh alles getan w'urde, um die praktischen Hilfs- und Kolonisierungs-Massnahmen zu verteilen. Das Vorhandensein des Problems der arabischen Flüchtlinge liegt im Interesse derjenigen Länder, die hieran politisch, wirtschaftlich und finanziell partizipieren. Das sind keine einseitigen Behauptungon, die von „zionistischer” 1 - eite verbleitet werden, sondern Talsachen, die von den Vereinten Nationen fcst- .30*tritt worden sind. Seit langem besteht ein braue 1.1'irer I'ian. um das Flüebtltngsprobleut za be. :• eiligen. Die etfjideriiclicn Mittel wurden bereit gestellt. Selbst Israel bat sich damit cinversiaüuon erklärt, einen Beitrag zur I.ö. suug der Flüchtllngsfrage Ui Form von Reparationen oder Entschädigungen zu icisten. Aber dieses israelirche Entgegenkommen vermochte auch nicht die Araber von ihrer politischen Linie abzubringen. Es ist für sie einträglicher, die Flücht. iTngc in ihrem Elend zu halten, als für sie eine konstruktive Lösung zu finden. Cb es zweckmässig W'ar, dass Israel seine Mitwirkung bei dieser Frage, die Zahlung von Entschädigungen in Aussich' gestellt hat, muss dahingestellt , bleiben. Nach unserer LTeberzeugung war dies überflüssig und falsch. Das grosszügige israelische Angebot wird der tatsächlichen. historischen Entwicklung des arabischen Flüchtlirgsproblems nicht gerecht, weil es sich eigentlich garnicht um Ftlichtlinffe handelt. Denn vorläufig ist ein Flüchtling derjenige, der gezwungen wird, sein Land, seine Heimat, sein Haus zu verlassen. Die arabischen „Flüchtlinge” sind aber nicht gezwmngen worden, aus ihrer Heimat zu fliehen. Im Gegenteil!, die jüdischen Behörden und Instanzen haben die arabischen Bewohner Palästinas auf gef ordert, friedlich im Lande zu bleiben und gemeinsam die Zukunft des neuen Staates aufzubauen. Trotzdem haben die Araber — wenigstens ihre Majorität — ihre Häuser geräumt und sind fortgezogen, weil sie dem Rat oder den Befehlen anderer Instanzen folgen zu müssen g'aabten. Diese fremden Herren die sieh in die Aus. einander-etzurgen um Palästina einmirciiten, lehnten nachher die Verantwortung liir das Unheil ab, das sie angerich-et haben. Sie haeer. lange genug schon mit Er olg die Verantwortung von sich auf die jüdische Sei.« abgewälzt und noch an ihrer eigenen Unverant. wortlichkeit Geld verdient, weil die UN nicht die Energie aufbrachten, endlich eine entschiedene Frage auch zu erledigen. Unter solchen Umständen hätte Israel also wenig Veranlassung, sich um diese Flüchtlinge zu kümmern, die forigezogen sind, um die Juden zu \er-nieh(en,. und die.hofften, a-s Triumphatoien z\ir‘ii’X.H>!.ommen, um Claim die .,Zionisten” zu versklaven, wenn man sie überhaupt, am L<*t>e;i lassen würde. Diese prasumpüven Mörder noch zu prim deren, dass man ihnen Reparanonen in der einet-, oder anderen Form zahlt, dürfte reichlich zu viel sein. Im übrigen kann man nicht eine Frage unabhängig von allen anderen offenen Problemen erledigen. Die in Bagdad tagenden Araberminister regten sich über die vermeintliche Ablenkung .-irr T rd-.n-Wasser auf. Auch h-cv'.-fe, ha-nue't es sich um eine :>Ne Streitfrage. Eisenhower hatte sich ehrlich bemüh*, in dieser frage zu eine’ Klärung zu gelangen. Mehrere Male entsandte er* einen Sonderdelegierten, der sich diesem Problem widmete, dessen Bemühungen aber immer wieder nn der harfnäkkigen Ablehnung der Araber scheiterten. die kerne Vermittlengsvorsehlä ge oder gemeinsame Pläne akzept'eren wollten. Israel setzte trotz der grossen Schwierigkeiten, die ihm damals von der Regierung Eisen, hower gemacht worden sind, unbeirrt seine Arbeit lort, cntsumpi't: das Iiuiegebiet und erschloss grosse Landstrecken der Kultur. Prachtvolle Siedlungen lassen nicht mehr erkennen, wo vor einigen Jahren noch Unfruchlfcaikeit und Seuchen einer herrlichen Landschaft ihr trauriges Gepräge gaben. Die arabischen Aussenmi. nisfer erklärten, dass sie auch in Zukunft der israelisch-französischen Freundschaft ihr besonderes Augenmerk s.cheüken würden. Das bleib* ihnen unbenommen. In dieser Deklaration ist aber eine deutliche Dro. (SehluM »ui Seit* 1» Bemühen um Regierungsbildung Jerusalem. —- Präsident Ben Zwi bat den zurüekgetretenen Ministerpräsidenten- Ben Gurion zu sich, um ihm die Bildung einer neuen Regierung zu übertragen, die an die Steile der vorigen Regierung treten soll, welche Ben Gurion am 31 Januar "estürzt hat. Gleichzeitig war zu erfahren, dass die Religiös- Nationalen, mit denen Ben Gurion eine :,.kiteine Koali. tion” zu formen plant, sich bis Donnerstag Bedenkzeit ausgebeten hat, um auf Ben Gurions Aufforderung eine Antwort zu erteilen. Wie es heisst, gehen die Gruppen innerhalb des-religiösen Blocks zu fast gleichen Teilen in ihrer Ansicht auseinander, ob Bën Gurions Vorschlag zu akzeptieren sei. Das Zentra‘1. eomité der Partei soll am Donnerstag einen Entschluss fassen. Es ist bekannt, dass der religiöse Block von Ben Gurion das Versprechen zu erlangen versucht, dass die Koalition nicht nur zu dem Zweck, gebildet wird um der Mapai zu gestatten, eine unbequeme Situation zu überwinden, die durch den Kampf gegen Layon» dsn Generalsekretär der Histadrut, entstanden ist, der in der vorigen Woche ausgeschlossen wurde, sondern dass eine Regierung zustande kommt, die bis zum Erlöschen des Mandats der jetzigen Knesset das noch für drei Jahre gültig ist, lebensfähig wäre." (ITA)