Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1852 (10.2.1961)
- Date
- 1961-02-10
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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.í Dl C Uh* < Ü TRANQUEO p/.,:adc Concesiva 90t Concesión 1S29 TARIFA REDUCIDA Año XXII. RUEÑOS AIRES, VIERNES 10 DE FEBRERO DE 1361 No. 1652 EL EJEMPLAR en lode 1« Republic! Bueno« Aire« PUEYRREDON 2190 19 T. E. 83 . 2613 4, wq. Wetterwolken über Nahost-Oel Worüber die anderen lachen Der Satz kam nicht wie ein Fanf arenstoss, sondern eher wie das dumpfe Grollen eines nahenden Gewit ters. Keiner der Männer, die in einem Kinosaal am Stadtrand von Beirut die grösste und zukunftsträelitige Industrie der Welt auf dem zweiten arabischen Erdöl -Kongress vertraten, überhörte ihn. „Ich wollte die Gelegenheit nicht ver. säumen“ so las der arabische Generalsekretär des Kongresses, Ingenieur Mohammed Salman, monoton vom Blatt ab, „deutlich aut cas Ausmass der Bitterkeit hinzuweisen, die die arabische öffentliche Meinung gegenüber den grossen westlichen Oelgesellschaften empfindet, deren Position den Stempel der Geheimnistuerei und der Herausforderung trägt.“ Die Kongressteilnehmer waren sich klar darüber, c ass die segensreiche Periode einer verhältnismässig friedfertigen Zusammenarbeit zwischen den erossen internationalen Erdölgesellschaften und den öl produzierenden Ländern beendet ist und sich in der | Eidölindustrie ein Machtkampf anbahnt, dessen Aus. Wirkungen und Ergebnis , i'i'r alle hochindustrialisierten Nationen der freien Welt von grösster Bedeutung sein werden. Bedrückte Stille herrschte im Kongressaal. als Mohammed Salman noch deutlicher wurde; „Als Be. sitzer des Erdöls glaubt das arabische Volk ein Recht zu haben, das Ausmass und die Bedingungen der Erd'Itorderung zu bestimmen.” Aut dem Programm des zweiten arabischen Erdölkongresses, der in der Metropole der libanesischen Zwergrepublik begonnen hatte, stand die Erörterung so ungemein komplizierter Fragen wie Fördertechnik, Marktforschung, Marktorganisation, Ocltransport, Ent. ■ vücklung der Petrochemie Alle diese Fragen aber, so! stellte sich rasch heraus, blieben an der Peripherie j une gewannen nur in Bezug aut das eigentliche Kernproblem des Kongresses Bej teutung. Dieses Problem ist j politischer Natur und konzentriert sich praktisch auf ¡ die Frage: Wird es den öl. produzierenden Ländern gelingen die Kontrolle über; uie internationale Erdölin-! uustrie in den Griff zu be. < kommen und damit Einfluss aut nie künftige industrielle Entwicklung besonders Westeuropas zu ge. vmnen.“ 1 Bis jetzt ist die Kontrolle noch lest in den Händen von sieben grossen westlichen Erdölgesellschaften, die gemeinsam um die Herrschaft auf dem internatiomarkt angeboten wird. Während die Vereinigten Staaten auf eigene Reserven zurückgreifen können, ist Westeuropa der zweitgrösste Oelverbraucher der Welt i.alen Markt kämpfen. Aber gezwungen. 90 Prozent sei. ihre Macht, so scheint es, ] nes Bedarfs durch Importe ‘ zu decken. Dieses Oel kommt wiederum zu 90 Proverringert sich in dem Ma- * sse. in dem sich das Wirt, schaftsbewusstsein und der politische Ehrgeiz der proöuzierenden Länder entwickelt. Vor kurzem haben die grössten Oelexportlän. der der Welt — Kuweit, Saudi - Arabien, Persien, Irak. Venezuela und das Scheichtum Katar (als Beobachter) — auf einer Sitzung in Bagdad beschlossen. im Kampf gegen die internationalen Gesellschaften eine gemeinsame Front zu bilden. Sie gründeten die OPEC (Organisation of Petroleum Exporting Countries — Organisation der Petroleum-Exportländer). Das Ziel der OPEC ist klar: Kontrolle der Produktion, dadurch Kontrolle über die Erdölpreise, da. durch Kontrolle über die Erdölindustrie der westlichen Welt. Die Organisation I steht bisher nur auf dem Papier, aber wenn sie in Form eines Kartells der , Oelexportländer Gestalt gewinnt, verlieren die gros-! sen Gesellschaften eine ' starke Waffe, mit der sie bisher das Erdölgeschäft an den Quellen beherrscht haben; sie verlieren die Möglichkeit, nach dem Prinzip „teile und herrsche“ die öl produzierenden Länder in Rivalität zu setzen und gegeneinander auszuspielen. Bei ihrer Gründung erregte die OPEC besonders deshalb starkes Aufsehen, weil sich in dieser Organisation zum ersten Mal Persien und Venezuela mit den sehen Ödländern zusammengefunden haben. Wer die Bedeutung der jüngsten Entwicklung in der Auseinandersetzung zent aus dem Nahen Osten. Hier — unter der Wüste und auf dem Meeresgrund des Persischen Golfes — lagern nicht weniger als zwei Drittel der bekannten Erdölvorräte der Welt. Während sich der Erdöl - verbraueh Westeuropas zwischen 1950 und 1959 verdreifacht hat, entwickelte sich der Nahe Osten zum grössten Erdölexporteur der Welt eroberte den westeuropäischen Markt und wurde gleichzeitig Hauptlieferant nach dem Fernen Osten. Im vergangenen Jahr hat die Welterd Ölproduktion eine Milliarde Tonnen überschritten — der Nahe Osten war daran mit etwa einem Vierteil beteiligt. EINE PROGNOSE ZUM JAHRE 1970 BIS Der Marktforscher der ■ Standard Oil Company of California (eine der sieben I grossen internationalen Ge. j Seilschaften), George T. Bailou, schätzt, dass der : Erdölbedarf der westlichen Welt, eroberte den westeuim gleichen Tempo weiterwachsen wird wie in den , vergangenen fünf Jahre,! was bedeuten würde, dass , der Bedarf täglich um mehr j I als eine Million Fass an. j I steigt. ' Im Jahre 1955, so hat die! OPEC festgestellt, war das Erdöl mit 20,5 Prozent am j westeuropäischen Energiej arabi. i verbrauch beteiligt; in fünf j Jahren werden es wahrscheinlich 30 bis 32 Prozent sein und in zehn Jahren 35 bis 39 Prozent. Mr. M. E. Hubbard, Wirtschaftsberater der British Petroleum Bat, Mr. Président, yew’r« treating us as if we’d wen the war er something. „DIE D-MARK UEBER ALLES” „Hisi du nicht einen Groschen übrig, Kumpel?’’ — „Aber Herr Praesident, Sie behandeln uns, als ob toir den Krieg oder sonst etwas gewonnen haetten.” (Karikatur von Cummings im „Daily Express”, London.) wischen den Oelexportlän- Company (BP)f bezieht dem und den internationalen Oelgesellschaften richtig einschätzen will, muss siel» mit einigen Tatsachen und Zahlen des Erdölgeschäfts vertraut mähen: Die Mitsich auf den OPEC-Bericht und kommt zu dem Schluss: „Die Erdölimporte nach Westeuropa werden in der Zeit zwischen 1955 und 1965 um durchschnittlich 10 Milglieder tier OPEC, Perser, iionen Tonnen pro Jahr Araber und \ enezolaner, j un(j zwiSchen 1965 und 1975 produziere.! gemeinsam 40; um durchschnittlich 11 Mil. Prozent oer gesamten ]jonen Tonnen pro Jahr an- Weltproduktion ausserhalb | des Sowjetblocks. Da die ein Risiko, noch mussten sie sich selber anstrengen. Freilich — wenn man allein auf die Erdöleinnahmen schaut, die in nahöstliche Kassen fliessen wird, man die Einstellung der Ödländer nicht begreifen. Wichtiger ist es zu wissen, dass die grossen internationalen Oelgesellschaften im gleichen Zeitraum erheblich mehr verdient haben, als die Ödländer. Und die Araber, Perser und Venezola, ner wissen es seit langem. Dennoch hätte ihre Auseingetreten. Das hat die „Grossen” veranlasst, ihre An. lagen rascher auszubauen, um die Kontrolle zu halten. Das Ergebnis dieser Entwicklung beginnt sich jetzt in aller Schärfe auszuwirken: die Kapazität der Erdölindustrie übersteigt den fünf Ländern ausmachen: Kuweit 90, Saudi-Arabien 81. Venezuela 60. Irak 47 und Persien 27 Prozent. Diese Zahlen zeigen, dass sieh Preissenkungen, seien ’ sie auch noch so gering, un mittelbar und hart auf das wirtschaftliche und soziale gegenwärtigen Bedarf der Gefüge der meisten Oellänwestlichen Welt um 250 Milder aus wirken müssen. Die Iionen Tonnen im Jahr. Da-! OPEC.Länder wollen desbei schreitet die Entwick. j halb versuchen, durch eine lung neuer Oelfelder rasch Rationierung der Produkvoran. Die algerische Proj tion die Erdölpreise stabil duktion wird noch in diesem Jahre weiter steigen und spätestens 1962 wird Libyen; zu halten. Amerikaner. als grösste Produzenten, ihr Erdöl fast gänzlich im eigenen Land verbrauchen. ergibt sich, dass die OPEC-Länder 90 Prozent les Erdöls produzieren. das auf dem Weltsteigen“. i andersetzung mit den Ge- Angesichts solcher rosi-! Seilschaften sicher nicht so 1 als neuer grosser Produzent gen Aussichten könnten die rascl1 an Schärfe gewonnen, ( auf dem Markt erscheinen, ölproduzierenden Länder — j 'J’e,nn ^.ei’ Markt im letzten so möchte man meinen — I ^a"r n‘cht in Unordnung Urteil im Fall Prof. Sitte Jerusalem. — Das Bezirksgericht von Haifa verurteilte den weltt.ekann en Wissenschaftler Prof, kurt Sitte wegen Spionage zu 5 Jahren Gefängnis. I Bis zu seiner \ erhaUung im vergangenen Herbst; war Prof. Sitte Leiter der Abteilung für Physik im haifaer Technion uiin Vizedirektor der Abteilung für; wissenschaftliche Forschungen. Von den sieben Punk-1 ten der Anklage, dass er sich der Uebermittlung von; geheimen Informationen an ausländische Agenten! schuldig gemacht habe, wurde er in vier Fällen für schuldig befunden. j Prof. Sitte, d ssen Arbeiten über kosmische! Strah'ung Aufsehen eu egt haben, nahm häufig an. Kongressen in anderer Ländern, insbesondere in Ost-1 ouropa teil. Der Gelehrte wurde 1919 in den Sudeten 1 Lehorer und von den Nazis in Buchenwald interniert.; HTA) '1 der Zukunft mit zufriedener Gelassenheit entgegensehen. Die schwindelerregenden Ziffern, mit denen die Fachleute äen wachsenden Erdölbedarf ausdrücken, eröffnen insbesondere den geraten wäre. | Die sieben grossen Ge- | Seilschaften haben die sou. veräne Kontrolle über den Markt verloren. Kleinere, sogenannte „unabhängige“ Gesellschaften sind in den nahöstlichen Erdölländern Í MarfR eingebrochen und der Sowjetblock ist als Exportkonkurrent in Erscheinung , gewaltige Gewinnchancen, denn aus ihren Reserven! sollen runJ 70 Prozent des ansteigenden Bedarfs der westlichen Welt gedeckt werden. Schon in der Vergangenheit haben die nahöstlichen Länder schöne Profite erzielt: Die internationalen Oelgesellschaften zahlten in den letzten fünf Jahren an die sechs erdölproduzierenden Länder im Nahen Osten (Bevölkerung 35 Millionen) insgesamt 1869 Millionen Pfund Sterling. Dabei trugen die Erdöllünder weder UNSERE LESER Hierdurch geben wir unseren Lesern bekannt, dass wegen der allge. j meinen Feiertage in der kommenden Woche die j nächste Ausgabe der Jüdischen Wochenschau , erst am Freitag, den 17. Februar, erscheint. Wir : bitten, hiervon Kenntnis zu nehmen. : Das Ueberangebot hat die! grossen Gesellschaften verj anlasst, die Rohölpreise im ' Februar vorigen Jahres und neuerdings im August des ■ Jahres zu senken. Die zweite Preissenkung gab j für die ölproduzierenden Länder das Signal, sich in , Bagdad zu treffen, um ihre Front gegen die Oelgesell.; schäften aufzübauen. Ihr; Zorn war umso grösser, als ' die Gesellschaften darauf i’ verzichtet hatten, die Oel- ' länder von den Preissenkunj gen vorher zu unterrichten. Scheich Abdulla Tariki,; Generaldirektor der saudi- 1 tischen Erdölabteilung, hat festgestellt, welchen Proj zentsatz die Oel-Einnahmen im Volkseinkommen von j! IM KIBBUZ \ | GIWAT CHAIM | Jerusalem. — Der Kibj j buz Giwat Chaim veran.!; staltete einen Empfang j im Namen der israelischen Landwirte für die; 150 jungen argentinischen; Gäste, die in Israel wei- | len. Das Fest, das am; Schabbat stattfand, ge. j staltete sich zu einer Eh-; rung Argentiniens. Die; Reise der argentinii sehen Jugendlichen wur- \ de vom Argentinisch-Israelischen Institut für Kulturaustausch organisiert. Die israelische Presse berichtete über diese Veranstaltung. — (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No, 656.Ó35.. Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831