Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1851 (7.2.1961)
- Date
- 1961-02-07
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Martes, 7 de Febrero de 1%1 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Afio XXII. — No. 1851 Er war doch Offizier... (Schluss von Seite 1) Sie werden berichten, Auschwitz war, wenn jemand noch sollte. dem tausende ausgemer- | gelte Menschen auf dem 'vas [ Wege liegen blieben. Wer .. . es | nicht mehr weiterkonnte, nicht wissen ,vur(je auf Befehl Baers eri schossen. Das ist ein Teil Vor einiger Zeit konnte j der gegen diesen Massenruan in einer bekannten ’ rnörder gerichteten Anklabenaerenser Abendzeitung ge eine Schilderung über einen : Nach dem Kriege war er der KZ-Aerzte von Auschveisehwunden. Wie so viewitz lesen, der übrigens len seinesgleichen gelang immer noch nicht gefasst cs ihm. in dem allgemeinen werden konnte, obwohl ihn , Chaoos unterzutauchen, zu «he Polizeibehörden ver- : verschwinden. sich verscniedener Länder suchen, sleckl zu hallen und ein Die Verbrechen der nazistineues Leben anzufangen, sehen Wächter und Aerzte em Leben, das sich nach wurcen dort eindeutig" bej aussen hin ruhig abspielte, seht »ben. In den Händen ■ a's wäre überhaupt nichts dieser entmenschten Mengeschehen. Baer verwandelte sich in den Holzarbeiter Neumann, wurde ein ..hilfsbereiter Mensch“. wie er van einem seiner Nachbarn nach seiner Verhaftung bezcKhret worden ist, lebte höchst ,.bescheiden und zurückgezogen“. mied Gaststätten und hatte nur ein Interesse, nicht erkannt zu wert-eil. Auf den Gedanken, sich für seine Mord- und Schandtaten zu verantworten, kam Baer nicht Zwar wollte er sich jetzt stellen, als er von cer Grossfahndung las. aber man riet Ihm ab. Wer tragische Rolle als Herr waren seine Ratgeber? Wer; über Leben und Tod von sind seine Hinterleute, die H-'-rdf rttausenden Unglückj ihm ohne Zweifel behilflich I licrer, Ordern der nationalj waren, ate er untertauchte? , sozialistischen Verfolgunj Wer sind die Drahtzieher, ‘ gen zu spielen, war er 1 di? vereiteln, dass mit der forsch schneidig, gewalt- 1 nicht bewältigten Vergantälie. brutal, unnahbar. Ein genbeit endlich ein Schluss ungebildeter und ui.bedeuj gemacht werde? ler.dpr Mensch, der bei sei- 1 sehen befand sich die Entscheidung über Leben und Tod Einer von diesen Versn’wortliehen war Baer. den man endlich gefasst hat. übrigens in dem Auge 'bl ck. in dem die deutschen Behörden ernst damit machten, ihn fassen zu woben. Man wird das bestreiten. jedoch wird auch der Moment kommen, wo dieser ebenso nüchterne wie bedauerliche Sachverhalt offiziell zugegeben werden vud Solcnge dieser Baer die Möglichkeit hatte. seine um Eintritt in die NSDAP BiPspolizist gewesen ist, vu-dp Baer bald als Wachmann in Dachau abkommard'ert eine Aufgabe, die er allem Anschein nacn so Auf diese Fragen einzugehori, wäre von einer entscheidenden Wichtigkeit. Ohne dieses Netz aufzudek-; ken, wird nur Teilarbeit , geleistet werden. Deswegen : «/< ... --! £Cjite sich die Frankfurter . glär.iend löste, dass man Staatsanwaltschaft nicht mit ' ihn schliesslich zum Kom- | den Erf0ig€n begnügen, eim'anoanten des Riesen-KZ j j^jgg ¿¡er grössten Schinder; Auschwitz machte. Dort : gefasst zu haben, in Ham- , w’itefe er, und als bereits | i>llrfr Wien und vielleicht | . - | hurg. in Wien und vielleicht drr deutsche Zusammen- | sons{wo. Die gut eingelei fcruc-h bevorstand, als _ . . Anschwitz vor den anrükherdeo russischen Truppen gc'-äi.mt werden musste, da setste er die Häftlinge auf den berüchtigten Auschwitzev „Todesmarsch“, bei Dr. FREY: Abogado PUEYRREDON 2190 1* W«. nachm. 16—19 Uhr J. Liebling j FOURNIERE — I T . SPERRHOELZER j \ DIAZ VELEZ 5224 al 46 f T. E 43-2349/0340 T *021! ■WSWWWWVWWWWWVÍ REAL PEN 5 Füllhalter * REPARATUREN | Spezialgeschäft > CORRIENTES 509 | T E. 49-5850 | Ontiea tete Fahndung muss sich auch auf diejenigen Kreise erstrecken, die es den Henkern des Dritten Reiches ermöglichten, so lange Zeit I hindurch unerkannt zu bleiben. ] Der Mann, der nicht den Mut aufbrachte, um sich selbst den Behörden zu stellen und der allzu gern dem Freundesrat folgte, sieh weiterhin zu verbergen, ■ leugnete noch beharrlich j seine Identität, bis er unter dem Beweismaterial zusamj menbrach und bekannte, I der gesuchte ehemalige; KZ-Kommandant zu sein, j , Und dann plötzlich nahm er eine stramme Haltung j an und erklärte: Gut — ich i bin Richard Baer. Ich war Offizier, bitte behandeln sie j mich dementsprechend!” Der feige Massenmörder, der seine Identität bis zum! Aeussersten bestreitet, muss erkennen, dass er das Spiel verloren bat. In diesem Augenblick zuckt er zusammen und. nimmt „eine stramme Haltuifg” ein er. der Feig, ling, um die anderen irrezuführen um ihnen Respekt einzuflüssen .vor der strammen .Haltung: aber sie lassen sich nicht bluffen. F.r blickt auf seine Fesseln. Sie werde.i nicht abgenom. men. Ich war Offizier, sagt Baer. danach will er bex handelt werden. Was für; ein Offizier war er? Der International Gerichtshof in Nürnberg hat die SS als eine verbrecherische Orga- I nisation erklärt. Baer war SS-Offizier. also Mitglied j einer verbrecherischer Organisation. und im übriger, selbst ein Verbrecher, weshalb er nunmehr endlicn verhaftet wurde. Die krankhafte Mentalität dieser Leute spricht aus dieser anma- 1 ssenden Bemerkung: ..Ich war Offizier“. Wessen Offizier? Ein Offizier, der mordete. der schändete, der die Menschlichkeit mit Füssen trat! — Ein solcher Offizier : gewesen zu sein, erhöht die Schuld, die jeder einzelne von diesen Leuten auf sich geladen hat. jeder einzelne von diesen „Menschen ohne Moral”, wie sie von einem deutschen Schriftsteller bezeichnet worden sind. III. lOO.OOOfacher Mord Im Zuge der Eichmann- Affäre wurde Baer gefasst, wurde aber auch in Wien ein gefährlicher KZ-Schinder dingfest gemacht, der dort — wir berichteten hierüber — unter seinem vollen Namen leben konnte, obwohl es den üesterreichischen Behörden bekannt gewesen ..ein muss, wen sie vor sich hatten. Damit allein ist aber der Reigen der jetzt festgenommenen früheren SS.Offiziere nicht abgeschlossen. Auf Beschluss des Frankfurter Oberlandesgerichts wurde der 49 Jahre alte , Rechtsanwalt und ehemalige SS - Hauptsturmführer j Dr. Otto Hunsche aus Datj teln (Westfalen) unter dem Verdacht des Mordes an i 1.500 ungarischen Juden | verhaftet. Er wurde in das Frankfurter Gefängnis eini geliefert und beschuldigt, ZWISCHENFALL! Tel Aviv. — Ein »Sprecher der Armee gab bekannt. dass zwei be- '■ waffnen.: Beduinen getö-I tet und ein dritter bei I einem Scharmützel mit israelischer Patrouillen im Negew getötet wurden. Die Beduinen wui'den in der \acht angetroffen und weigerten sich, über hre Identität Aus kunft zu g'ben. Dagc ••er. versuchten sie, die Flucht zu ergreifen. Hieraut entspann sieh ein Schusswechsel. Die Die Beduinen hatten zwei Maschinengewehre. ein Gewehr und Munition. Der verwundete Beduine wurde in ein Hospital ge_ ]! schafft. ' ITA) i zusammen mit Eichntann auch noch zu der Zeit Juden aus Ungarn deportiert zu haben, als diese Deportationen offiziell bereits eingestellt werden sollten. Eiehmann hat gemeinsam mit diesem Herrn Juden sozusagen auf eigene Rechnung verschleppt, ein Fall, der besondere Aufmerksamkeit verdient, weil weder der eine noch der ande. re Angeklagte sich hier auf den so gern in Anspruch genommenen ..höheren Befehl” berufen kann. Dem Sonder-Kommando Eichmann hat als dessen Stellvertreter auch der frühere SS-Obersturmbannführer Krumey angehört, der sich unter der Beschuldigung des lOO.OOOfachen- Mordes an ungarischen Juden ebenfalls im Frankfurter Untersuchungsgefängnis befindet. Das Verfahren Hunsche und Krumey ist verbunden worden. Wie der Untersuchungsrichter, der Frankfurter Landgerichtsrat Grabert, mitteilte, ist die gerichtliche Voruntersuchung im Fall der Kinder von Lidice gegen Krumey abgeschlossen. Krumey wird beschuldigt, etwa 80 Kinder des tschechischen Dorfes Lidice im Sommer 1942 der Gestapo zur „Sonderbehandlung” übergeben zu haben. Auf Anordnung des Bielefelder Untersuchungsrichters wurden in Berlind-Spandau der 50 Jahre alte Ober, zollsekretär Paul Heilig und in Oehringen bei Stuttgart der 47jährige kaufmännische Angestellte Rudolf Theimer festgenomemn. Beide sollen sich an Judenerschiessungen in Polen beteiligt haben. Nach den bisherigen Ermittlungen gehörten die Festgenommenen zur Gruppe Cholm des ..Sonderkommanüos 1005”, das beim Rückzug im Winter 1943-44 in der Gegend von Lublin die Spuren der beim Einmarsch 1941 erfolgten 4assenerschiessungen von Zivilisten beseitigen sollte. Für die Oeffnung der Massengräber und das Verbrennen und Zermr.hlen der Leichen wurden zwangsweise .Tiden eingesetzt, die nach der grauenvoüen Arbeit ebenfalls erschossen und deren Leichen auf dieselbe Weise beseitigt wurden. Der Leiter der Cholmer Gruppe des Kommandos, der ehemalige stellvertretende Leiter der Mindener Kriminalpolizei, Kriminalhauptmeister Hermann Rohlfing, is‘ senon seit Anfang September n Untersuchungshaft. Rohlfing wird die Tötung von mindestens 50 Juden zur Last gelegt. Lebenslängliches Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit forderte der Staatsanwalt im Ghettoprozess vor dem Schwurgericht Bamberg für den angeklagten 46jährigen früheren Polizeibeamten und jetzigen Post - Facharbeiter Georg Schlosser. Der Vertreter der Anklagebebörde hielt den Angeklagten in sechs Fäl. len des Mordes im Ghetto Czenstochau während des Krieges für überführt. Der Angeklagte wurde von mehreren Zeugen stark belastet. De'- 46jähri|e israelische Landwirt Feitel Mintkewitz sagte aus, er sei dabei gewesen, als Schlosser IA SEMANA ISRAELITA B.semanariö — aparece los Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2390, 19 iZq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland S 450,— jährl. einen etwa 19jährigen Juden auf offener Strasse erschoss. E" habe auch gesehen. wie der Angeklagte einen Mann und eine Frau eigenhändig erschoss. In beiden Fällen sei er von Schlosser beauftragt worden, die Leichen zu beseitigen. Der 43 Jahre aite David Gelbhauer erklärte, er habe gesehen, wie Schlosser seinen besten Freund töte, te. Der 44 Jahre alt? Mordeehai Habermann, der im Ghetto von Czenstochau als Schneider ai'heitete. berichtete, er habe beobaeh*et, wie der Ghetto-Arzt Dr. Woblherg von dem Angeklagten erschossen worden sei. Alle Zeugen erkannten Schlosser sofort wieder und widersprachen der Behauptung Schlossers, er werde mit einem anderen ehemaligen Schutzpolizei-Angehörigen verwechselt. Menschen ohne Moral, das sind die Reste der Schrekkenszeit, die man jetzt in allen Teilen der Bundesrepublik aufliest. Menschen ohne Moral, deren Aufgabe zu morden, von ihnen mit Leidenschaft erfüllt wurde, und die sich heute noch darauf berufen. ..Offiziere” gewesen zu sein, aber Offiziere, deren Funktion das traurige Mordhandwerk war. Das Kapitel der unbewältigten Vergangenheit ist noch nicht abgeschlossen. Recht und Moral sind längst noch nicht wiederhergestellt. Dr. VARICES DE LA PIERNA - — ULCERAS ARTERIOSCLEROSIS B. Sehwarcz i Dr. SAUL U M A N S K \ j Jacobo M. Lapidus dipl. Mohel TUCUMAN 2396. 4* J T E.: 48-2124 <2L Mohel N. Plaksin Superi 2719 T. E. 76.6784 u 76-2312 ZAHNARZT j ESTOMBA 2283 — $2-8214 ] RAYOS X } PARA DENTOSE l i I î i SARMIENTO 3116 T. E. 17 13621 VERREIST BTS 27. FEBRUAR ÏTERVEN. u. GEMUETS-f KRANKHEITEN 1 Dr. M. J. Kuhn j proY. RIVADAVIA 2625 III Tel. 48-7524 ÎDr. BENJAMIN L1PNIZKY j ZAHNARZT i ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BEt HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGUf LEERUNG DER 2AHNSTELLUNG j Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend j nach vorheriger Vereinbarung. Í JOSE HERNANDEZ 2518 T E 76-86’J und 73 050C DIPL. OPTIKER Sarmiento 82^ T. E. 35 - 7354 ajseauxi I HUTSALON Í \ Jetzt in | I BeUrafiö Í y MOLDES 2 5 6 1 2 t T. 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