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Jüdische Wochenschau · 1961-02-07 · 1851 (7.2.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1851 (7.2.1961)
Date
1961-02-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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T E. PUEYRREDON 2190 — 1? i*q. BUENOS AIRES, MARTES 7 DE FEBRERO DE 1961 Año XXII. Um eine Loesung der HUEVOS PLANES PARA EL NEGUEV Tel Aviv. — Las aguas del Jordán ^serán canaliradas hacia el Neguev dentro de tres años. “La desviación del curso de las aguas del Jordán hacia el Neguev constituye un programa que se ejecutara totalmente en el lapso de los próximos tres anos”, , declaró el Primer PJinistro. , . ' Len Gurion dijo que, en su opinión, la mas im- ¡ proiante misión del Estado en los próximos tres anos constituye la colonización de un millón de judíos en ei Neguev, que vivirán en. las nuevas colonias dispersas por el sud. Afirmó que de la colonización del ' Neguev dependen el futuro y la prosperidad del Es- ¡ stado de Israel. Señaló asimismo que en el futuro cercano se invertir, r, grandes sumas en el desarrol ||{f del Nfgucv y que dentro de tres anos será una i realidad ta irrigación del Neguev con aguas del Jor! dan En una perforación de agua iievada a cabo por “íV.ekorot” en el valle del Jordán en los campos; de Shaar Hagolan) se descubrió agua a una profundidad de 5« metros. Esta agua será destinada a Jerusalem. — Die politische Krisis in Israel, die durch den Rücktritt von Ministerpräsident Ben Gurion verursacht worden ist, wird die politische Bühne des Landes während der nächsten Tage ausfüllen. Um den Konflikt aus der Welt zu schaffen, hat Staatspräsident Jizchak Ben Zwi verschiedene Besprechungen mit den massgebenden politischen Persönlichkeiten eingeleitet. Am wahrscheinlichsten ist es jedoch, dass ein Mitglied der Mapai von Ben Zwi beauftragt werden dürfte, die neue Regierung zu bilden. Bevor allerdings eine Entscheidung getroffen wird, gedenkt Ben Zwi, wie man annimmt, die Sitzung des Zentralcomites der Mapai abzuwarfen, die angesagt worden war. Dieser I Meinung wurde von den Be-! obachtern Ausdruck verliehen. Die möglichen Kandidaten für die Regierungsbildung sind der scheidende Ministerpräsident David Ben Gurion, Finanzminister Levi Eschkol und der ehemalige Aussenminister Mosche Sharett, der zu der Zeit, als Ben Gurion im Jahre 1954 das erste Mal von seinem Amt zurücktrat. Präsident des Ausschusses war. Sollte sich Sharett bereit erklären, die Neubildung des Kabinetts zu übernehmen, so wird er ohne jeden Zweifel darum ersuchen, dass man ihm innerhalb seiner eigenen Fraktion, der Mapai, „freie Hand” lässt. Wie gewisse Presseorgane, die im allgemeinen die Absichten des grossen Mannes der israelischen Politik widerspiegeln, wissen wollen, wird Ben Gurion trachten, eine Regierung des rechten Zentrums zu bilden,; aus der die beiden Linksparteien. die Achdut Awoda und die Mapam, ausgeschlossen sind. Beide Fraktionen nahmen für Pinchas Lavon in dem Konflikt Partei. der in der letzten Zeit den Anlass zu der Gegnerschaft zwischen dem Generalsekretär der Histadrut und dem Premierminister lieferte. Diese Differenz ist : bekanntlich die Ursache und der Hauptgrund der Krisis.! Die israelischen Blätter verweisen gleichzeitig auf f eine mögliche Heranziehung der religiös-nationalen Par- . tei Hamisrachi und der All. | gemeinen Zionisten, Letzte- WIE ICH ES SEHE Er war doch Offizier... von JEHUDA Moerder verhaftet Der dritte und letzte Komnandant des berüchtigten touzentrations - Lagers Vuschwitz, in dem die Gaskammern Tag und Nacht n Betrieb waren, ist — wie vir bereits berichteten — w einiger Zeit festgenomnen worden. Einzelheiten lierüber sind vom Leiter ler Frankfurter Staatsanvaitschaft, dem Oberstaatsm.valt Heinz Wolf, mitgeeilt worden. Die Festnahne des heute 49 Jahre alten Kommandanten des KZ, Ricard Baer, erfolgte im Jachsenwald bei Hamburg. Man wird mit Recht die t;'rage aufwerfen dürfen, ms welchen Gründen es eigentlich möglich gewesen st, dass ein Massenmörder iorn Format eines Baer, lern Mord an ungezählten Menschen zur Last gelegt virrt, so lange hindurch unangefochten mitten in der Bundesrepublik Deutschand leben konnte. Nicht ¡um ersten Mal bedarf es les Hinweises, dass mit ier Verhaftung des Adolf Eichmann durch den israeiseben Geheimdienst die Verfolgung der für die ungeheuerlichen Mordtaten in ien KZ mitverantwortlichen SS-Leute eine entscheidende Wendung genommen hat. Der Initiative des Oberstaatsanwaltes Wolf ist es in den wenigen Monaten nach der Inhaftnahme Eichmanns gelungen, einige Naziverbrecher besonderen Kalibers zu fassen, die nun sämtlich „ihrer Strafe“ zugeführl werden sollen. Die Weiter „ihrer Strafe“ wurden deswegen in Anführur.gszeichen gesetzt, weil wir Juden uns wohl alle darüber klar sind, dass es für diese Verbrechen, die vor. solchen Bestien in Menschengestalt verübt worden sind, überhaupt keine Strafe geben kann. Dieser Auf- : fassung dürften sich alle Menschen anschliessen, die sich ein gesundes Kriterium für Menschenrecht und Menschenwürde erhalten haben Unzweifelhaft kann man aus den Berichten über die Verhaftung des Baer erkennen, dass es garnicht schwer gewesen ist, diesen Mörder zu finden, der als Biedermann lebte und arbeitete. Die am 12. Dezembei von Wolf eingeleitete Gmssfahndung hatte Hundei te vor. Hinweisen aus ♦ ♦ : x ♦ ♦ GOTTHEMER X\ schienen auf einen in Nordi deutschland lebenden Mann I hinzudeuten. Der Staatsanwaltschaft war bereits seit j largem bekannt, dass die , Fra» des Baer unter ihrem 1 richtigen Namen in Hami burg-Bergedorf bei ihren! Eltern lebte. Sie stand seit! Wochen unter Bewachung. I Wolf schickte sofort die i ‘' re Partei gehört seit dem Jahre 1955 der Opposition an. In jedem Falle dürfte die bestehende Krisis nicht vor , Ablauf einiger Wochen gej löst werden, denn es wird erforderlich sein, auch die : Spannung zu beheben, die. innerhalb der führenden; Mapai-Partei besteht, die über den dritten Teil der Stimmen in der Knesset verfügt. j Sollten die Bemühungen : Ben Zwis fehlschlagen, so wird er zu neuen Wahlen aufrufen müssen, obzwar die i letzten Wahlen erst im ver- \ gangeren November statt- , gefunden haben. Lavon vvurtle j I ausgeschlossen!! I I Tel Aviv. — Das Zen- . , j tralcomite der Mapai ' | setzte Pinchas Lavon \ j von seinem Posten als! | Generalsekretär der Hi- J j stadrut ab. Das Ergebj! nis der Abstimmung j : über ein Misstrauensvo. I; tum kam nach einer j j vom Sekretariat der Ma-1! pai am Vortage abgegej! benen Erklärung nicht!; unerwartet. j i Die Entfernung Laj \ vons gibt Ben Gurion!! den Weg zur Bildung eij! nes neuen Kabinetts I i frei. (ITA) Tel Katzir. SC'HLOMO S. TANGER Neue Ptaeue Tel Aviv. — Die Jordanwasser sollen innerhalb von drei Jahren zum Negew kanalisiert werden. „Die Ableitung des Wasserlaufs des Jordan-Flusses stellt ein Programm dar, das im Laufe der nächsten dre- Jahre vollständig durchgeführt werden soll”, erklärte der Premierminister. Ben Gurion führte aus, seiner Meinung nach sei die wichtigste Aufgabe des Staates in den nächsten drei Jahren die Ansiecilung einer Million von Juden im Negew, die in den neuen, im Süden verstreuten Kolonien leben werden. Er versicherte, dass von der Kolonisation des Negew die Zukunft und Wohlfahrt des Staates Israel abhängen. Er kündigte an, in naher Zukunft würden grosse Summen in die Entwicklung des Negew investiert werden und im Laufe von drei Jahren werde die Bewässerung des Negew mit Jordanwasser Wirklichkeit sein. Bei einer Wasserbohrung, die von „Mekorot” im Jordantal (auf den Feldern von Shaar Hagolan) unternommen wurde, entdeckte man in 56 Metern Tiefe Wasser. Dieses Wasser wird für Tel Katzir bestimmt sein SCHLOMO S. TANGER der Bundesrepublik und aus anderen Ländern zur Folge, fünf dieser Fingerzeige FUER DEN FRIEDEN IN MITTELOST! | j New York. — Vizepräsident Lyndon B. Johnj! son erklärte in seiner ersten öffentlichen Rede die j er seit seinem Amtsantritt hielt, die Regierung Ken. I; nedy „werde für den Frieden im Mittelosten ebenso wie für den Fortschritt in Afrika und für soziale Ge- | rechtigkeit in Lateinamerika, für Freiheit in Asien : und die Eintracht und Stärkung Europas und für j; gegenseitiges Vertrauen in den Beziehungen mit der j Sowjetunion bemüht sein.“ : Er gab der Hoffnung auf eine Verringerung der i „kostspieligen Aufrüstung“ im Mittelosten Aus- * 1 druck und würdigte die friedlichen Errungenschaf- | j ten beim Aufbau Israels. j i Johnson unterstrich, dass „das moderne Israel I . sich bewusst ist, welche Arbeiten für den Frieden! ‘notwendig sind“, und fügte hinzu: „Israel hat ver-j standen, dass die Entwicklung auf der menschlichen! Fähigkeit basiert und seine Institutionen werden von lernbegierigen Studenten gestärkt, die aus vielen! . Ländern herbeiströmen.“ (ITA).! beiden Sachbearbeiter des grossen Auschwitzverfahrens ( die Staatsanwälte Kügler und Vogel, nach Nord- und Süddeutschland, um dort die fünf Informanten zu ver. j nehmen. Ihre Namen wurden nicht bekanntgegeben; möglicherweise handelt es I sich um Verwandte. Ihre Vernehmung und die weiteren Ermittlungen verstärkten den Verdacht, dass der seit Jahren als Waldarbeiter J bei der Revierförsterei der Fürstlich von Bismarck-! sehen Forstverwaltung in | Kriedrichsruh beschäftigte i Karl Neumann der gesuchte i Massenmörder sei. Er be-! wohnte in der Waldsiedlung Dassendorf, Berodtskamp 1, ein kleines Behelfsheim, und eine sofortige Ueber Prüfung der Eigentumsverhältnisse ergab, dass dem im nahen Hamburger Vorort Bergedorf wohnenden Schwiegervater Baers Haus und Grundstück gehören. Er und seine Tochter hatten zwar stets bestritten, mit Batr nach dem Kriege noch Verbindung gehabt zu hauen; aber sie sind entgegen I anderslautenden Meldungen | nicht ebenfalls verhaftet I worden, weil die Begünstij gong von Angehörigen und I nahen Verwandten nicht j strafbar ist. I Aus der Dokumentenzentrale in Berlin hatte die I Frankfurter Staatsanwaltschaft einen wichtigen Hin- 1 weis auf die Identität des | Waldarbeiters Neumann mit dem gesuchten KZ-Komman- | bauten Baer erhalten. Es! war ein handgeschriebener j I ebenslauf von Baer aus! dem Jahre 1941. Die Hand- I schrift wurde mit dem Mel.; deformular für die polizei- , liebe Anmeldung des Wald- | ar^citers Neumann vergli- I eher. Es ergab sich eine derartig deutliche Ueberein-! Stimmung, dass kaum noch Zweifel bestanden. | Falls Neumann bei der Festnahme die Identität 1 immer noch geleugnet häti te, wäre der Staatsanwaltschaft ein Hinweis aus Siidäeutschland zu Hilfe ge- ' kommen, dass Baer aus dem Krieg einen Durch- | schoss am Oberschenkel i habe. Mit diesem Material I versehe« fuhren Staatsan- I walt Kügler und Beamte der Lriminalpolizei in das Gebiet der Revierförsterei Königsallee im Sachsenwald, wo der Waldarbeiter Neumaun bei Holzarbeiten beschäftigt war. Etwa drei Kilometer von der Revierförsterei entfernf trafen die Beamten in dichtem Nebel zunächst zwei Waldarbeiter und 200 Me'er entfernt einen allein | arbeitenden Mann. Als sie! nahe bei ihm waren, erkannten sie den gesuchten j KZ-Kommandanten. Während die Kriminalbeamten i ihre Pistolen zogen, ging 1 Kügler auf den gebückt arbeitenden Mann zu und rief: „Hände hoch!“ Baer war völlig über- , rasclit und konnte sofort gefesselt werden. Seinen Na. nie« gab er mit Neumann an. Als sich die Kriminalbeamten und der Staatsan-! walt mit dem Verhafteten ' etwa acht Kilometer von oer Verhaftungsstelle entfernt dem Häuschen von Neumann näherten, erschien an der Haustür plötzlich Frau Baer. Die Frau war der Staatsanwaltschaft schon lange bekannt. Sie hatte die Version verbreitet, dass ihr Mann nicht mehr lebe. 1 Trotzdem hatte sie ihn nicht für tot erklären lassen. „Papi, was ist mit dir?“ rief Frau Baer dem Verhatteten entgegen. Neumann zeigte stumm auf seine gefesselten Hände, bestritt aber seine Identität mit dem KZ-Kommandanten Baer. Der Staatsanwalt und die Kriminalbeamten durchsuchten daraufhin die Wohnung einschliesslich Keller und Stallungen. Sie stellten dabei grössere Mengen Beweismaterial sicher, darunter Briefe und Familienbilder, die Baer nur in Zivil zeigten. Bei einer Leibesvisitation A'urde der Durchschuss am Oberschenkel des Verhafteten festgestellt. Angesichts des Beweismaterials nahm cler angebliche Waldarbeiter plötzlich stramme Haltung an und erklärte: „Gut — ich bin Richard Baer. Ich war Offizier, bitte behandeln Sie mich entsprechend.“ Er zeigte dabei auf seine gefesselten Hände. Die Fessel« wurden ihm jedoch nicht rbgenommen. Bei der ersten Vernehmung durch Staatsanwalt Kügler wurde Baer die Fotokopie seines Lebenslaufs aus dem Jahre 1941 vorgehalten Baer hat ihn sofort als von ihm geschrieben anerkannt. Wie er bei seiner Vernehmung mitteilte, hatte er die Pressemeldung über die Fahndung gelesen und daraufhin den Entschluss gefasst, sich sofort bei dem Oberstaatsanwalt in Frankfurt zu stellen. Es sei ihm aber von einem Bekannten abgeraten worden. Er habe sich dann auch selbst überlegt, dass es unklug wäre, sich zu stellen. Er habe damit gerechnet, «avs er nicht entdeckt würde, nachdem man ihn fiinf- I z zehn Jahre lang nicht gefunden habe. Ragr wurde anschliessend zum Amtsgericht in Schwarze.r.beek bei Hamburg gebracht, wo ihm der Haftrichter den in Frankfurt ausgestellten Haftbefehl bekanntgab. Noch am gleichen Tage hat man in Frankfurt damit begonnen, Eaer eingehend zu vernehmen. Dem Baer wird vorgeworfen. dass während seiner Tätigkeit als dritter und letzter Lagerkommandant von Auschwitz in der Zeit vom 15. Mai 1944 bis zum Ende der Vergasungen im Oktober 1944 zahllose Häftlinge in den Vergasungsanlagen ermordet worden seien. Auf dem Evakuierungsmarseh Mitte Januar 1915 sollen auf seinen Befehl viele Häftlinge, die nicht mehr marschieren konnten, erschossen worden sein. Auf Fragen sagte der Oberstaatsanwalt, es sei nicht beabsichtigt, die Untersuchungen gegen Baer aus dem Komplex des Auschwitzverfahrens herauszunehmen. Gegenwärtig würden noch rund tausend Verdächtige in diesem Verfahren überprüft. II. Menschen ohne Moral | Frühere „Auschwitzer“ überlebende Zwangsarbeiter der Hölle von Auschwitz, mii ihren eingebrannten , Nummern am Unterarm, kann man in allen Lünj dem Südamerikas treffen. (Schluss auf Seite 2» Ein Tumult und Verhaftungen Philadelphia. — Drei'Mitläufer des nordamerikamsclien Nazis Rockwell wurden hier verhaftet und unier einer Kaution vor. je 10.000 Dollar gehalten, nachdem sie eine Schläegerei verursacht hatten als sie vor einem Kino gegen die Vorführung des Films „Exodus” demonstrierten. Zur gleichen Zeit wurden 64 Antinazis verhaftet. Diese wurden aber sämtlich m’t Ausnahme ven drei Personen wieder auf freien Fuss gesetzt. Zwei der drei verhafteten Nazigegner, Jules Christine und Berjairin Domer. sind des unerlaubten Waffenbesitzes angekiagt. Der dritte. Mark Char. leston erhielt wegen Ruhestörung eine Geldstrafe De» eine der drei Rockwell Anhänger ist der 20jührige Ralph P. Forbes a»»s Arlington, Virginia (ITA>

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