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Jüdische Wochenschau · 1961-02-03 · 1850 (3.2.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1850 (3.2.1961)
Date
1961-02-03
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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© CD - < c FRANQJEO P/.ÙADC Concesión 908 Concesión 1S29 TARIFA REDUCIDA Año XXII. RUENOS AIRES, VIERNES 3 DE FEBRERO DE 1981 No. 1850 EL EJEMPLAR en toda la Republic; 4, Buenos Aires PUEYRREDON 2190 1» Uq. T. E. 83 . 2613 Gesicht des Judenmorders »o/i BORIS SMOLAR Die Sachverstündige n, die mit Aufmerksamkeit und Interesse die Vorarbeiten zuni bevorstehenden Eichmarn - Prozess verfolgen, d’r ec-sen den sechsmillionenfachen Mörder der europü.chen Juden in Jerusalem vorbereitet wird, schützen die Dauer der Gerichtsver- BancMungen auf drei bis srehs Monate. Die Tatsache, da-; dieser Prozess in Israel stattfinden wird, stösst sjhou nicht mehr auf die heftige Opposition, mit der «-.ich verschiedene indische Gruppen in den USA hiergegen anfänglich gewandt i ahen, als kurz nach der P '-tnche Eichmanns diese Frage zur Diskussion stand. Dieser Wandel ist darauf z iri.ckzuführen, dass kürzlich von einigen Deutschen d?r 1 ersuch unternommen w.i’den ist. die geschichtlich:: V ahrheit zu widerlegen dass sechs Millionen .inner, von den Nazis eri.i- Tckt worden sind. Es steht zu befürchten. dass mR der Zeit sogar ..Geschiehts“ Bücher erscheinen könnten, die eine abge'-chwächte Version von T :i,!erc Endlösung” der JiMenfraee zu geben Versucher körnten. Von Tag zu Tag wird es kbne . dass einzig und allein die Führung des Eichmann Prozesses in Israel die Gewähr bietet, der Welt dm Ungeheuerlichkeit der Na?i\ erbrechen gegen die Jucer vor Augen zu führen Die Israelis haben sich verbürgt, dass die Verhand- 1 uriger die am 6. März in Jerusalem eröffnet werden soll, sr streng nach den Regem des Gesetzes geführt wei den wird, dass kein ver- : Künftiger Mensch die Obiek'ivität des Gerichts anzweneln dürfte. j Eiet mann wird zwar aus Sietcrheits - Gründen gestrengerem Gewahrsam gehalttr. als dies bei Vertu-?r fern gewöhnlich der Fad ist. Aber er geniesst gegenwärtig einige ungewöhnliche Privilegien. Er 1 ha! ein grosses Zimmer, ein eurem s Bad, und es ist i( m gestattet, alles was er , wüi. zu veröffentlichen.-! V-*n Wichtigkeit ist auch die Tatsache, dass in Israel kein politischer oder i irgendwie gearteter Druck air-geübt wird, um Eiclimenns Verurteilung zum Tode duvehzusetzen. Der Mann von der Strasse in Israel vertritt die Ansicht, dass die Freiheitsentziehung auf Lebenszeit eine ebenso schwere Strafe wie das Tode-urteil ist. Einige meinen sogar, ein Leben lang c.ngesperrt zu sein. sei schlimmer als hingerichtei: zu werden. Wie man annimmt, wird F.-chmann. der dies wiederholt zu seiner Entlastung angeführt bat. sich vor seinen Richtern damit verteidigen. dass er nur Befallen gehorcht habe. Mi* dem gleichen Argument arbeitete die Verteidigung im Nürnberger Prozess, wo der Gerichtshof diese Erklärung .abwies. In Israel seihst existiert ein Präzedenzfall. nämlich das Urteil im Kfar Kassem-Proz-ess! ln diesem Dorf wurden friedliche Bewohner von israelischen Soldaten ersehe ssen. als sie nach der Polizeistunde in den Strassen des Ortes auftauchten. A le in die Anklage verwik-; keben Heeresangehörigen 1 vereidigten sieh damit, sie liüPer, aut Befehl ihrer Vorgesetrten gehandelt. und t"otzdem wurden sie zu I reireitsstrafen bis zu 17 Jahi er. verurteilt. l Unter strenger Bewachung- und mit gefesselten Händen wird der kürzlich verh,aftete, letzte Kommandant Auschwitz abgeführt. Jahrelang konnte er in Deutschland versteckt und unerkannt leben. Jetzt soll Gericiit gestellt werden. des K2 er voi Nachrichten aus aller Welt ATOM-HILFE FUER ISRAEL Wien. — Die Ausschuss der Internat! malen Atomenergie - Kommission der UN bewilligte hmr eine erhebliche Hilfe für Israel in Form vor Installationen im Verte von 250.000 Dollar, die für Kernforschungen mit dem israelischen Au mreaktor südlich von DJ A: :V dienen sollen. Die Kommission besc.itc'f ferner, einen Sachverständigen für die E'Mei rng von Kerr.ieaktoien nach Israel zu entsenden der mit der Abteilung für Atomwissuu- >cnaf'< im Teehniou von Haifa arbeiten wird. — TIA) Klutinik zum USA- Defegierten ernannt Wasnington. — Präsident Kennedy hat den bekannten jüdischer Führer Philip Kiutznik offiziell zum ständiger. Mitglied der USA- Dclegation vor den UN mit Ministerrang ernannt. Philip Kiutznik wird als Mitarbeiter von Botschafter Adln) Stevenson tätig sein und eie Vereinigten Staaten in einem der wichtigsten Or- . ginismen. dem Wirtschafts- . und Sozialrat vertreten. Kiutznik war Präsident j ■ der Rr:e Brit und wurde kürzlich zum Präsidenten! der USA Einheitskampagnz | gewählt. Er ist einer der gj ossten Bauunternehmer i urd bekleidete im Jahre , 1945 einen hohen Posten im j staatlichen Bautenministe-; riuni. Er ist heute an der .; Ausarbeitung der Pläne für : ' die Errichtung des israeli- ' selten Hafens Aschdod am \ Mitttimeer südlich von Tel | l Aviv entscheidend beteiligt, j (ITA) Jüdischer Ministar in Salvador i Guatemala. — Der neuen; : Reg etung von Salvador gehn Or'ando de Sola als! M nister für Gesundheit nt c* 'Aohiiahrt an. Er ist. [ IS( tgiico einer alten Famii;c. c.ic vor rund 200 Jahren m Holländisch Weslindien ■ eingv w ankert ist. Zum er-; stei Mal m der Geschichte j isf runnuhr ein Jude Minister in einer zentralamerij kat ischcn Republik. (ITA) ORT-Tagung in Genf Genf. — Jüdische Person- . lichkeiten aus 27 Ländern j traten zu der alle sechs Mor.ate stattfindenden Konferenz zusammen, um dieses j Mal die Vorschläge für die! Verwendung von fast sieben ■ Millionen Dollar zur Ervvei-; ferung der technischen Hilfe zu studieren. (ITA) j Eine neue Werft j Haha. — In Gegenwart ' von Kabinetts-Mitgliedern, i Diplomaten und ausländi- 1 sehen Fachleuten wurde der Bau oer Werft in Kischon in ’ Angriff genommen. Diese j Kcnstruktion wird mit Hilj te von Experten durchgej führt, welche die Werft De | Schelde aus Holland gestellt . hat. | Israel hat für dieses Werk lt> Millionen IL bestimmt, j Die holländische Firma hat \ durch Anleihen holländii scher Banken 4 Millionen Dollar investiert. (ITA) I Communiqué der franzoesischen Juden Paris. — Ein Communiqué. das Marokko nicht nennt, sich aber offensichtlich auf dieses Land bezieht, w7urde vom französischen Jüdischen Kongress herausgegeben. Dcrin werden ,.die heutigen Zustände angeprangert, die die Juden zwingen, heimlich aus gewissen Ländern zu Riehen”. Ferner beklagt Frankreichs Grossrabbiner Dr. Jacob Kaplan in diesem Communiqué den kürzlich erfolgten Tod von 43 Juden als ..das Resultat einer schwieriger. Situation, in der sich die Juden in gewissen Ländern befinden.” (ITA) UK-Beschluss gegen Antisemitismus \ereinte Nationen. — Die 14 Mitglieder zählende UN - Kommission fiir Verhütung von Diskriminierung und den Schutz der Minderheiten nahm einstimmig eine Resolution an. die ,.antisemitische Kundgebungen und andere Formen von Rassenvorurteil und religiöser Intoleranz” 'verurteilt. (ITA) Schutz der algerischen Synagogen Algier. — Wie es heisst, werden Vorsichtsmassnahmen getroffen, um die Synagogen zu schützen, nachdem zu Anfang Januar ein Attentat auf die Grosse Synagoge in der Kaschba voiiibt worden ist. bei der das Gebäude des Gotteshauses schwer beschädigt wurde. UTA) j Bewaesserung j Jerusalem. — Insgesamt | G5 Millionen IL werden im | laufenden Jahr in Israel für ' Bewässerungs - Pläne inves.'en werden, wie Ackerbauminister Mosche Dajan nütteiite. Von diesem Betrag sollen 40 Millionen zur Verfügung der Kolonisat’ons Abteilung der Jewish Aset.c-y gestellt werden. — UTA) Die Verteidigung Eichmanns Jerusalem. — .Jrslizminister Pinchas Rosen teilte mit dass Dr. Robert Servatius Gelegenheit haben . wird, mit Eichmann zu sprechen. Die gegenteiligen | Informationen, so versicherte er. hätten auf einer irr- : tiimlichen Auslegung basiert. Sowohl Rosen wie Po- I lizeiminister Behor Schitrit setzten das Kabinett von den letzten Vorbereitungen L'<r den Prozess in Kennt- , nis, der am 15. März beginnen wird. Die israelische Regierung schätzt, dass der Gerichtsverhandlung 35) Vertreter der Presse, des Bildfunks und der Radionetze in der Welt beiwohnen werden. Ferner werden 150 Beobachter von ausländischen diplomatischen Missionen, sowie RechtswissenschafPer und Rechtsanwälte in Vertretung verschiede ier Organisationen anwesend sein. Eine sekundäre Frage wurde gelöst, als der israelische Hohe Gerichtshof dar Ersuchen des israelij stnen Bildfunks abwies, der sich beschwert hatte,! seine Bemühungen um Uebertragutig des Prozesses 1 se’en zugunsten einer nordamerikanischen Firma diskriminiert worden. I Tel Aviv. — Eine Schiebewand aus unzerbrechM- J ehern Glas wurde an das Gefängnis, in dem sich; Eichmann befindet, gelie.'eit. damit Dr. Servatius j den Gefangenen besuchen kann Durch diese Wand i! soii Eichmanns Zeile aufge'eilt werden. So werden; sich die beiden Männer sehen können, doch es wird; : verhindert, dass sie sich z. B Zeltel zusteeken kön.! ' non. Die Unterhaltung wird durch Mikrophone und i Kopfhörer ermöglich Es werden keine Wächter zu-j! gegen sein, aber die Bewegungen Eichmanns sollen von einem anderen Raum aus überwacht werden.! Die Anklageschrift! Jerusalem. — Adolf Eicbmann wurde formell von der israelischen Reg’erung a.¡geklagt, Verbrechen gej gen die Menschlichkeit un i gegen c’as jüdische Volk j begangen zu haben. Die Arkiage wurde Dr. Servai tius v on Staatsanwalt Hausner überreicht, der den kölner Rechtsanwalt gleichzeitig von den fiir die Verteidigung festgesetzten Bedüngungen in Kenntnis setzte. Aui diese Verbrechen stellt Todesstrafe. Der Staatsanwalt fügie bir.zu. er wgrde den Gerichtshof ersuchen, den Lrozessbeginn fiir den 15. März festzusetzen, und er glaube nicht, dass gegen dieses Datum Einwand erhoben werden würde. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No 656.635 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831

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