Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1850 (3.2.1961)
- Date
- 1961-02-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE £a Jem&Jta. jfeAa&iMü, PUEYRREDON 2190 — 1? izq. Año XXII. T. E. 8 3 - 2 6 1 3 PITENOS AIRES, VIERNES 3 DE FEBRERO DE 1M1 No. 1850 Jerusalem. — In einem : tien waren Schreiben an den Staatsj Kritiker der Koalition, die Präsidenten Ben Zwi führj bis jetzt bestanden hat. te Ben Gurion aus: ..Meine' Verantwortlichkeit für die Entscheidungen des Kabinetts gestatten mir nicht, die Verantwortung für die Beschlüsse vom 25. Dezember zu übernehmen, die mit den Grundsätzen der Gerechtigkeit und den fundamentalen Gesetzen des Staates unvereinbar sind.” Jerusalem. — Die israelischen Zeitungen veröffentlichen Voraussagen über die nächsten Schritte zur Neubildung der Regierung. Es heissu, es könne eine Koalidie schärfsten 1 Levi Eschkoi den Rücktritt Eban — ihn bitten würden. rior Regierung in der Kres-1 e r. neues Kabinett mit den oet bekannt gegeben. Auf Leuten zu bilden, die für Die Möglichkeit, dass Ben j das kurze Communiqué ' ihn einstehen. Diese Alte-rein neues Kabinett > Lugte ein Ersuchen um einalme konnte allerdings zu i,e Debatte über den Rück- ( einer Spaltung in der Mapai rriit. Dieser Antrag wurde führen. Eine weitere Mbgfaden gelassen, als Esch-; lichkeii wäre, dass das Amt Lol im Namen der proviso-' des Ministerpräsidenten rnchen Regierung Ein. dum früheren Aussenminispruch erhob. Die Opposi-! stör Mosclic Sharett angebotion ging dann zur Offensive ' ten wird, den Ben Gurion über der sich die Allge-'| während seiner Abwesenheit meinen Zionisten und die im Jahre 1951 vertreten hat. Cäu-rut anschlossen, um ei- Ais weiterer Kandidat mit l cgenügende Anzahl von j guten Chancen wird Finanz- Stimmen zu gewinnen damit , minister Levi Eschkol ge- Dr. Globke schwer belastet Fi ankfurt am Main — Goneralstaatsanwalt Fritz Bauer kündigte an, dass die Erklärungen Eichmanns Dr. Hans Globke bei; sten könnten. Weiterhin werde in dem Prozess geri n Globke ein schweizer Bürger, Prof. Kail BurkhMdt aussage-n. der als Repräsentant des Internationa1n Roten Kreuzes mit dem Naziregime über den Transport von 10.000 Juden von Saloniki nach Palästina verhandelt hat. Diese Gespräche führten damals zu keinem Resultat, und die Juden wurden in die Ausrottungslager geschickt . > Bauer sucht jetzt aussciccm einen früheren Angehörigen der SS-Formation, in der Eichmann Obersturmbannführer war. Die'cr Mann soll, wie Bauer enthüllte, mit der Deport a.ion der Juden aus Nordgriecheniand betraut gewesen sein, doch wollte der Staatsanwalt aus .taktischen Gründen'’ dessen Namen nicht nennen. Der Gebuchte soll in letzter Zeit in Syrien gelebt haben, aller von dort verschwunden I sein, als Eichmann leslgenommen wurde. (ITA) Garicr. bilden kann, wird untersucht. Man glaubt, diese Möglichkeit hängt von der Lösung verschiedener Fragen ab. die ihn zu seinem Rücktritt veranlasst haben. Hierzu würde, wie die Presse schreibt, die Erfüllung der Forderungen gehören, die Ben Gurion von Anbeginn gestellt hat, nämlich eine gerichtliche Untersuchung. um festzustelle-'i, wer die Debatte in der nächsten . rannt. . Dieser hatte zwar i:n Jahre 1954 den Befehl gab. Es wird darauf verwesen. dass Ben Gurion ticu gebildet werden, die möglicherweise keinen der \ offiziell seine Ferien an- Leiden irüheren Partner trat, um der Mapai Zeit zu d. h. die zwei Linksparteien einer Entscheidung zu geben j Ackerbauminister Dajan. Aehdut Awoda und Mapam.j Inzwischen iiat der am-; Arbeitsminister Josephtal einschiiesst. Diese Fraktiotierende Premierminister , und Erziehungsminister Woche angehalten wird. j vor einigen Tagen erklärt Eine andere Kombination ' er würde das Amt nicht anwäre, dass diejenigen, die nehmen, falls es ihm ange- Ber. Guricn am stärksten boten werden sollte. (ITA) unterstützen — das sind | WIE ICH ES SEHE ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ Er warnte vor Illusionen ton JEHüDA GOTTHEIMER In der Beschränkung zeigt sieh erst' der Meister. Dieses Goethe-AVort enthält eine tiefe und ernste Wahrheit. Es gilt auch für die Politik. Wenn die demokratischen Verfassungen die Amtszeit eines Präsidenten zeitlich begrenztem, so ge-!em nach dem Tode des energischen Si aalssekretä rs Fester Dulles, aufwies. Die Amerikaner erhielten selbst den Eindruck, dass mit dem Altwerden ihres Präsidenten die Zügel der Politik so locker gespannt wurden, wie es nicht erträglich war. schab dies nicht nur in der Wohl selten grub sich in das Erkenntnis, auf diesem We- Bewusstsein aller Beteiligee ein Abgleiten in undemoten mit solcher Klarheit die k--etische, absolutistische Re- Uebcrzeugung, dass eine gierun?sformen zu vermei- Aenderung notwendig sei. den. Es sollte die Möglichj Obwohl der Ausgang der keit geschaffen werden, Waiden nur zu einem mini- .durch einen regelmässigen malen Wahlsieg führte, Wechsel neue Menschen, War die ganze atuer.kaninichls an der aussenpoliti-! sehen Linie, die von anderen als parteipolitischen I Faktoren vorgeschrieben ■ wird. Auch die Reaktion der 1 verschiedenen Parteien ist aut die Schachzüge ihrer Gegenspieler aus dem Osten I kaum wesentlich unterschieden. I Die Web ist geneigt, ein sehr hartes Urteil über den Präsidenten Eisenhower zu fällen. AVie weit diese Kri- 1 tik berechtigt ist, soll hier dahingestellt bleiben. AVir haben oft genug Gelegen- Gedanken. ..neues sehe Natiin für einen siehtj ^'ese'! Fi'äsi- Biut” an die Regierung zu baren SteTungswechsel. bringen, damit neue Euer- I Es handelte siet» weniger gien entfaltet und neue Ini- Um die Aenderung grundletiativen ergriffen werden ' gender Prinzipien zwischen könnten. Nur in den seltenden beiden rivalisierenden sten Fähen verfügt ein ein- Parteien, als um die Ablözelner Mensch über die sung der älteren Generation Verschaarfung einer Krisa i Jerusalem. — Die Kri- . se im Erziehungswesen i in Israel hat sich verj schärf!-, nachdem die Re- : gitrung angekündigt hat, j sie werde nicht mit den Gymnasiallehrern verhandeln, bevor diese 1 nicht den Teilstreik ein-; stellen. Die Streikbewej gung begann damit, dass die Lelirer die Stundenzahl verringerten. (ITA) I nem heioischen Kampf den Amerikanern abgerungen wurden. Trotz dieser unglücklicher, amerikanischer. Politik werden die Juden für General Eisenhower immer echte und grosse Sympathien bewahren, die sie vielleicht dem Präsidenten Eisenhower nicht entgegenbringen können. Denn der Namen Eisenhower wird für alle Zeiten mit dem Sieg über die nazistischen Armeen verbunden bleiben. Eisenhower bedeutete für tausende Jerusalem. — Como resultado ele la visita de una delegación de la República de Malí, encabezada por el vicepresidente, señor Jean Marie Kuna, fueron suscriptos entre Israel y este país africano tres acuerdos: de asistencia técnica, de servicios aéreos y un acuerdo cultural El acuerdo cultural es el primero que Israel suscribe ron un país africano y también el primero firmado con un país musulmán. El acuerdo de asistencia técnica preve el envío de especialistas israbes y el otorgamiento de becas a estudiantes de Malí en ios campos de desarrollo agrícola, salud pública, enseñanza técnica y profesional, transporte terrestre y aéreo, desarrollo industrial y aprovechamiento de los recursos naturales. SCIILOMO S. TANGER Tethnische Hilfe für Mali Jerusalem. — A’.s Ergebnis des Besuchs einer Delegation der Republik Mali, die von dem Vizepräsidenten Jean Marie Kuna angeführt wurde, sind zwischen Israel und chesem afrikanischen Land drei Verträge unterfertigt worden: über technische Hilfe und Luftfahrt-Dienst, sowie ein kulturelles Abkommen. Das Kulturabkommen ist das erste, das Israel mit einem afrikanischen Land unterschreibt und auch das erste, das mit einem mohammedanischen Land abgeschlossen wurde. Der Vertrag über technische Hilfe sieht die Entsendung israelischer Spezialisten vor und die Gewährung von Stipendien für Studenten aus Mali auf den Gebieten der landwirtschaftlichen Entwicklung, öffentlicher Gesundheit, technischer- und beruflicher Ausbildung, Transport zu Land und in der Luir, industrieller Entwicklung und Ausnutzung natürlicher Bodenschätze. SCHLOMO S. TANGER Vielfalt einer glänzenden und schimmernden Persönlichkeit. um mehrere Präsidentschafts-Perioden hindurch mit der gleichen durch jurge Männer. Der Unterschied zwischen den beiden Parteien ist für Aussenste-hende ohnehin kaum zu erkennen, und wie in andentseliaft gehabt, die uorda mcrikanisclie Orient-Politik anzugreiien, die durch die sogenannte neue Dulles- -T . - Linie meistens in einem i iazlC?piel.. in den lagern . t die Freineit. Das wird das jüdische Volk nicht verges- I sen. — scharfen Gegensatz zu den Interessen Israels stand. Die ägyptischen Husarenritte, die schwankende Haltung 1 Eine neue amerikanische Nasscrs zum Kreml, seine Generation ist an die Regieaggressive Unversöhnlichrung gekommen. Nicht nur eit zu Israel mit den s.tün- | Israel, nicht allein das jüdi- Kraft und Leistungsfähigkeit deren demokratischen Län-! d,?en Grenzubertallen und sehe Volk knüpfen Hoffnunoin Amt ausfüllen zu köndern von Frankreich abge- Invasionen besonders ausge- \ gen an diesen AVechsel. Deinen. i sehen, überhaupt unbedeuj blldeter Terror-Truppen wa- , junge Präsident Kennedy Diese allgemeine Erfahter.d geworden. Ob die Kon-; ren L’ 1 ’ -.-i-i.--*- i , rung bewahrheitete sich einmal mehr während der zweiten Präsidentschaft E!- senhovvers, die eine deutlich* Dekadenz der nord amerikanischen Po.itik, vor alausschliessiich auf die 1 erklärte bereits — wahrservativen oder die Arbei- , amerikanische Nachgiebig- I scheinlich mit einer vollen! terpartei in England, die! keit gegenüber dem ügynti-; und tiefen inneren Bereehti-! Christlichen Demokraten sehen Diktatoi zurückzufüh- . gung —, dass man sich oder die Sozialdemokraten - ^en Eisenhower-Dulles lienicht Illusionen hingeben in Deutschland an der Re-! ssen Nasser gewähren, um soll. Der AVechsel allein! «ierun« rind entscheidet sich damit seine zweifelhaf-! bringt noch nicht die Erfül- | e * ’ 5,1 ten Sympathien zu sichern.; iung der Hoffnungen, die! -, Sie hofften auf diesem Unij wege ihren Einfluss auf die , ägyptische' Politik zu behalten. I I Die recht unglückliche; amerikanische Intervention semiüsmus in Russland j ligten Länder um den End erfolg ihrer Anstrengungen.! die ägyptische Bedrohung i zu beseitigen. Dass sich Pari«. — Andre Riumel. der ehemalige Präsident der Zionistischen Organisation Frankreichs und Vize-! Präsident der französischen l iga für Freundschaft mit! Russland erklärte, es gäbe .unzweifelhaft noch Anti., sen.itLmus in der USSR‘. Blumel kehrte kürzlich' von einem Besuch der So-vjelunion zurück, wo er! von Kulturminister Jekalerh.a Furtsewa empfangen! wurde die es ablehnte. die von Blumel geforderten’ sofortigen Massnahmen zur Emanzipation der jiddi-: ■ Amerika damit eindeutig in sehen Sprache” zu verfügen. j eine Front mit dem Ostblock Blumel berichtete, der Antisemitismus existiere I einreihte, brachte nicht den bei den Massen, obwohl er bebördlichervveise nicht ' verbanden sei. Dieser Antisemitismus sei ein Ueber-! bleibse1 aus der zaristischen Zeit. Minister Furtsewa haue ihm mitgeteilt, die sowjetischen Juden wünsch-1 ten und brauchten die jidöis» he Sprache nicht da sie völlig assimiliert seien. Wa? die antisemitischen Ka-1 rikaturen beträfe, che in letzter Zeit in der Zeitschrift Krokodil" erschienen sind, sc wurde ihm veisiri ehert. diese seien auf ein ..technisches Versehen” zu-! rtickzuföhren, das sich nient wiederholen werde. (ITA); j von alten Menschen — im ' AVesten wie im Osten — für , einen dauerhaften Frieden j gehegt werden. | Das politische Leben alier Völker war zu allen Zeitim Suez-Konflikt und Sinai- , läuften von den widerstrei- Feldzug brachte die bet*(i I tenden Interessen auf allen möglichen Gebieten des j menschlichen wie des in- \ ternationalen Lebens be- ’ stimmt. Hieran hat sich in! einer Epoche nichts geänj dert die von dem scharfen i , Gegensatz zwischen Ost und I i erwarteten Prestige - Ge-; West beherrscht wird. Wir winn für die USA, sondern; wissen, dass es sich durch- . ebnete ungewollt den Rus- | aus nicht nur um die Aus-! I sen die Bahn zur Verstärj einandersetzungen um Sy- I I kling ihrer eigenen Orient- ' steme oder Ideen handelt.! : Positionen. Nur dem kleinen ' Es geht nicht darum, ob die j Isi ael gelang es damals j Theorien des Kommunis- * dank der Hartnäckigkeit i raus oder der westlichen : und durch den Weitblick j Demokratien eine stärkere \ Pen Gurions, die Erfolge j Berechtigung oder Lebensi 1 durch amerikanische Ga-; kraft besitzen. Reale prak- 1 i rantien zu sichern, die in eitische, machtpolitische Fra- 1 gen behersehen die politischen Anstrengungen und bestimmen die Wege, die von Ost wie West eingeschlagen werden. Es wäre ein gefahrvolles Unterfangen, durch eine Simplifizierung der tatsächlichen Verhältnisse nun die Spannungsfelder des politischen Geschehens auf zivai sich gegenüberstehende, aber unvereinbare Nenner bringen zu wollen. Die Trennungslinien verlaufen nicht so gerade, wie dies für eine volkstümliche Betrachtung der Gegensätze erwünscht wäre. Auch innerhalb der Blöcke sind zahlreiche Differenzierungen vorhanden, die für föne Urteilsbildung übe” die gegenwärtige Lage von entscheidender AViehtigkeit sein können. Es gibt Mächte, die zwischen den Blöcken stehen, wobei man es nicht darauf abstellen kann, ob «ie sich selbst als neutral bezeichnen oder nicht. Man braucht nur an Indien zu denken. ..ssen Regierungschef Nehru gern die dritte Position für sich in Anspruch nimmt. Diese schwankenden Mächte sind aber nicht neutral, sondern versuchen nur, von beiden Leiter, die ihnen genehmen Vorteile zu erhalten, wie etwa Aegypten oder auch Jugoslawien das zwar ein kommunistisches Land ist. aber die Brücken zum AVesten durchaus nicht abgebrochen hat. Die westliche Welt erwartet von Kennedy und der neuen amerikanischen Generation. die mit ihm an die Regierung gekommen ist. Entscheidungen, die vor ai em in denjenigen Fragen 1 getroffen werden müssen,! deren Behandlung durch das i Jonglieret, während der Ei- 1 senhowei sehen Aera zu ei- '■ nem Verlust westlicher Po- I sitionen geführt hat. Natür- ■ lieh stellt das Problenr dei Beziehungen zu Moskau im Vordergrund. AVie diese i Frage entschieden werden! kann, hängt nicht allein und vielleicht sogar nicht ent- ’ scheidend vom AVesten ab; Wir wissen, dass das Sehei- , tern der Pariser Gipfelkonferenz durchaus nicht mu | auf das Schuldkonto Eisen- | howers gesetzt werden darf, , obwohl die Haltung der da-! maligen Verantwortlichen für die nordamerikanisclie l Politik das russische Vorge-; hen erleichterte. j Mit grosser Spannung und ’ einem lebhaften Interesse l werden wir beobachten ob man im AVeissen Haus die Differenzen auszunutzen verstehen wird, die ohne : Zweifel im Ostblock vorhanden sind. Es ist ein weseniiicher Bestandteil der kom- , munistischen Politik. der | westlicher Welt das Gefühl zu geben sie stehe einer eisernen Wand gegenüber. Die Sowjets werden auch aller tur. um die EinheiL ’¡ichkeit und Geschlossenheit (Schluss aut Seite 2i | WIEDER EIN NAZI I VERHAFTET! j AVien. — Die Polizei | gab die Verhaftung des I ehemaligen SS - Sturm- | 1 annichrers Hermann j Uölfls in Salzburg be- : KaMd Wie aus Unterlaj »on, dte in der Deutschen Dokumenten-Zen- : trale in Ludwigsburg auf- I bewahr» werden, hervor, geht, war Höffie entj scheidend bei der Ausrot- Itung der polnischen Juden. besonders in Lublin i und Warschau, beteiligt ¡II1A).