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Jüdische Wochenschau · 1961-01-31 · 1849 (31.1.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1849 (31.1.1961)
Date
1961-01-31
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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FRANQJEO P/.J.ADC _ 2 ® ¡ Conc*»ióo 908 *3 *3 £ c Z - g **; U * 5 Concesión 1629 < °! TARIFA REDUCIDA MANA ISRAELITA Año XXII. BUENOS AIRES, MARTES 31 DE ENERO DE 1961 No. 1819 EL EJEMPLAR« •n toda la Republic: - Buenos Aires PUEYRREDON 2190 1» Uq. T. E. 83 . 2613 NEUES MATERIAL AUS PRAG von KURT KAISER-BLUETH Schlossers Wladyslaw Ty- oder kommunistischer Die Archive des Prager Justizministeriums haben ers> einen Bruchteil ihrer Uni erlasen der Weltöffent- ... . , . lichkeit unterbreitet, und ^nskl "Vif™!1?.':S!1™ n doch hat die Interessierten ' el lähmendes Entsetzen ergriffen. der Bundesrepublik verdient es. der breitesten Oeffentlichkeit bekannt gegeben zu werden. Es lautet folgendermassen: .. „ ,. ,; ..Ich habe aus der Tagesi'aiitich n^1tl0^a^°I zeitung entnommen, dass -alistisehe Deutschland hat i c. „ * „ 7Q Ge- Und Man höre, Urteilsbegründung weshalb nicht? ■ wörtlich vorgeworten wurde! w I ..wissentlich“ ein jüdisches ' z I Kind beherbergt zu haben. I die Minderwertigkeit der jü. Man weiss, dass der west-! p>r Bruchhaus. heute dischen Rasse vor der Welt berliner Student Reinhardt Staatsanwalt am LandgedargestelP, damit den An- Svrecker gegen eine Anzahl rjc^ Wuppertal, hat noch lass zur Emigration seiner der nazistischen Blutrichter^, Schlimmeres auf dem Ge-; Ellern herbeigeführt, seine wissen. F.r hat als Vorzit-j Mutter wegen staatsfeindlicher des 2 Strafsenats; eher Tätigkeit bestraft und . land auf das gröblichste ver- I oes olksgericlitsnoies oen . ihm selosl die deutsche j ,at„f Cia „„ : ..staatenlosen Juden“ Heri Staatsangehörigkeit aberdie beute im aktiven Dienst dei Bundesrepublik stehen. Strafanzeige gestellt hat. Dies ist der Grund, weshalb Sie gegen 73 ehemalige deut- ' sehe Nazi-Richter Anklage wegen Mord, usw. erheben wollen. Ich mache sie darauf aufmerksam, dass Sie durch diese Anzeige das deutsche Ansehen im Aus- Die Verteidigung Eichmanns Jerusalem. — Generalstaatsanwalt Gideon Hausner bestätigte die Nachricht, dass die offizielle Ernennung des kölner Rechtsanwalts Dr. Robert Servatius zum Verteidiger Eichmanns vorläufig vertagt worden ist. Dr. Hausner verwies darauf, dass der Aufschub auf das AuRauchen von Zweifeln zurückzuführen sei, ob Dr. Servatius die Verteidigung zu übernehmen wünsche. Man weiss, dass der deutsche Anwalt die Annahme der Verteidigung von der Eri laubnis abhängig machte, Eichmann ohne das Beij sein dritter Personen zu sprechen. Generalstaatsanwalt Hausner fügte hinzu, es wiir- , den gewisse Massnahmen getroffen um Dr. Servatius j zu gestatten, ausser Hörweite Dritter sich mk Eich-! mann zu unterhalten. (ITA; dieser tapfere junge Mann; j,er<. Neubeck zum Tode ka.nnt.“ OTV, lanfonrifMi Band - , , , cnaraKterioser mensen, aer .***• w* WSÄ ™^nlcht mehr als d“ letzt haben. Sie sind ein ge-; Jch hatte von einem deutdecken versucht was mit meiner, niederträchtiger und j sehen Studenten etwas an- : eiserner Konsequenz hätte charakterloser Mensch, der ders erhofft.“ ¡ausgebrannt werden müs- sen Der Schaden, der aus Die Verbrechen dei . einer solchen Bestialität der : verdient. Für Sie steht das irresponsabel Recht zu sprechen. Es sei , vom I^ben zum Tod beförj ®ifchei^ZolloLrsekretfrs' i werfä“* wenn man noch noch darauf hingewiesen, . dern. Solche Menschen ver-| V. en? , s .1 : lanee zösern würde’ dass Bruchhaus Staatsandienen nicht, dass sie noch! z“ %en Verbrechen ,st von lan§e z08etn wurde wnlt im 11. Jahre der Bunam Leben verbleiben. I -—--—- sie — in den Prager Büros haU£ indessen nicht. Der der damaligen Protektorats-; Mord v ai. vorgesehen und regierung erbeuten konnten muss!e durehgeführt wer- Bände füllen und es ist anden. Dass Neubeck keine zunehmen, dass die bis jetzt strafrechtlichen Beweise zubekannt gegebenen Fälle geschoben werden konnten, erst einen Bruchteil eines erklärte dieser Richter als regierung erbeuten konnten Folge des der jüdischen Belastungsmaterial darstel- Rs~se eigene Un rlnccnn A ntVii»n11 v itU t -« * •» _^ . , - | der Bundesgeschaftsfuhrer nichts als ihre Pflicht getan lange soll der Skandal, dass p..„„ Infor•imtimsstollen . werden des Sozialistischen Deut . haben, denn die sie 11 'rieh-; diese Unwürdigen, an denen & .. lassen. | sehen Studentenbundes der , ten Hessen, waren auch nur das Blut Unschuldiger klebt. 1 Bruchhaus erklärte in sei- | Presse übergeben hat und . Feiglinge. Für Feiglinge Recht in der Demokratie ner Urteilsbegründung”, der von dem im Zollamt! und Verräter ist der Strick 1 sprechen dürfen, noch an- ' desrepublik, noch an zahlj ich will nun sehen, ob Sie! Doch lassen wir das Indireichen ähnlichen Justizverdie Courage besitzen, mich ' viduum aus dem Zollamt brechen beteiligt war. i anzuzeigen. Ich erkläre I von Bayreuth. Kehren wir zu Zum Abschluss sei auf ei- ' hiermit feierlich, dass die Hitlers Mördern den 1pn rte-ccen Authentizität;V"Tf ' : nen Brief hingewiesen, den ¡.ehemaligen Nazirichter; Richterstuhlen zurück. Wie Bel^lt depomeit. len. dessen Autnenti/uat Mul“ der ,,1ti mcht „beson-,rfpr Bimdeseeschäftsführer ' nieht« ih,-e Bfiieht <,»ian bn». =nii ,w «v,^Qi Finanz - Transaktionen ausser jedem Zweife steht. dc,.s aktiv<- habe haben cUes Material in _Fctokopien der Oeffentlichkeit bis jetzt erst in homoeopathiseben Dosen zur Verfülutionen fürchten, haben auf jeden Fall einen Teil ihres Vermögens in den Banken Die und der Transithandel für die arabischen Oel-Staaten haben eine Prosperität hervorgerufen, die äusserlich dass es zwangsläufig sei, Bayreuth tätigen höheren noch zu wenig. Die hätten dass Neubeck die Zerstörung | bundesrepublikanischen j vorher noch eine Tracht un<* Vernichtung des Gross- ’ Funktionär Michael Strunz ' Prügel gebraucht, sodass sie ernfi* vT-u deuschen Reiches von gan- |—Strunz ist Zollibersekretär! mit blutenden Wunden das sachlich über den unmenschlichen Terrer dieser Bluti richter zu informieren, die; wirkliche Henker im Rieh- tertalar oder in der Staats-! ar.waltvobe waren, kann es irr Prager Justizministerium tun Zitieren wir nur einige krasse Fälle: Am 28 April wurden die Ehepaare Resl und lladao, | iier Personen also, im Praj D:e Denkschrift der 20 ger Untersuchungsgefängnis j Politiker im Sudan, die Ge- P an kr atz enthi.uptet. Am 23. neral Abud kürzlich um Apvil v;ai die Anklageschrift | Aufhebung der Diktatur und ferlig'gestellt, am 27. tagte ' Wiederherstellung des par- <lie 4. Strafkammer des Pra-; lameiitarischen Systems erger Sendergerichts. Yorsit-! suchten, hat bei eingeweihzendei der Piager Mord-; ten Beobachtern keine Uezem Herzen gewünscht und — als Antwort auf die Aktion | Schaffot hätten . besteigen erstrebt habe. Es sei ihm ' des Studenten Strecker an ' müssen. Haben Sie als Stuniemab zu gbuben. dass er diesen gerichtet war. Das I dente keine andere Aufgabe, frei von deutschfeindlicher Schreiben dieses Beamten als Deutsche zu verraten? und mit Schweigen zu ver dauern? Wie lange wird ih- ' f™2™* W“kt’?ie1,;ich £' nen noch die Möglichkeit ge-' do£h. a”f Beirut aUein be" geben werden, durch ihre', scip,nKt; Anwesenheit auf den Sesseln I wahie Charaktei dieder Justiz des Rechtsstaates! ser P''0tsperpltat wird in dem diese Justiz zu entehren? I erwähnten Bericht der Welt- Man hat zu lange gezögert Bank schonungslos enthüllt. KRISE IN SUDAN UND LIBANON kaminei war ein gewisser Eiseie. Ei hat sein Justizverbrechen nicht im Zuchthaus besten müssen, sonderndev saubere Herr ist avancier1 Er ist heute — Ooei-lancisgerichisrat in Stuttgart. Ankläger der 4. berrasehung hervorgerufen. Seif Wochen war bekannt, dass sich im Sudan eine steigende Opposition gegen das Diktatur-Regime des Generals Abud regte. Die Opposition ist auf mehrere Gründe zurüekzu- Strafkammer aber war Dr. J führen. Die Einwohner des Toe.vmg. Er ist heute Oberi Grenz - Bezirks von Wadi Staatsanwalt in Essen. Das I Haifa am Nil wenden sich Verbrechen der vier umge-; gegen Abud, weil er den brachten Tschechen war, j ägyptischen Assuan-Dammciasssie einen polizeilich gc- : Plänen zustimmte. Die Folsuebteu Landsmann für j ge des Baus wird sein, dass kürzere Zeit Unterschlupf! das Gelände an der Grenze gewährt, hatten. i überflutet werden wird, und Das gleiche Henkerduo ist j die Einwohner dieses Bea ich für die Ermordung e> | zirks müssen ihre Ländenes pensionierten Helikons-j reie« verlassen und sollen lehrers versnuvortheh. Kra-1 6ü0 Kilometer weiter südlich Tina lmre zwei oder drei; wieder angesiedelt werden, harmlose politische Witze Aegypten hat sieh verpflicha:r> Bier tirch erzählt. . tef, für die Ueberflutung Onerlandsgerichtsrat Muhs der Borten Entschädigungen irr aktiven Dienst in Hamm j zu zahlen, aber die Summe war Vorsitzender des Senv/ird höchstens 50 Prozent oetgc'lchts Radcm. Er vc-rj.der Umsicdlungskosten dek- «••teilte am 25. Juni 194?. . i. en. ur.4 die Einwohner den Pclen Basyli Antoniak j der Crenzöszirko sehen sich 7.um Tode. Basyü wurdo.bin-; schon iieute als Flüchtlinge, gerichtet. Er halle zwei jüj nie inan im Elend verkomdischtm Kindern, die in T:i-! men iass n will, desgefahr waten, bei der I Den Versproohungen ih- Fiucirt aus dem OheMo gc-, j-er Regierung, die sich ver-; holten und die Kleinen kur- 1 pflichtet hat, die Umsiedj ze Zeit bei sich beherbergt,! jung erdnungsmässig bis j um sic nicht veriiungern zu! 7933 ¿urohztuiÜiVKi, sehen-; lassen. Iv/uhs tiat auch als j leen sickein Vertrauen, und j ik-is»teer an e.cr Tötung des sie sind erbb'erre Gegner | des ganzen Planes. Daher erschollen im Sudan Rufe „Nieder mit Nasser“ — als! der Held des Assuan-Dammes das Land am Oberen | Nil als Gast des Diktators j General Abud besuchte. I Der General wartete anj I lässlich der Visite Nassers j mit einer grossen Ueberraj schung auf: Bei der Para- | de anlässlich des Jahrestaj ges der Unabhängigkeit des! Sudan erschienen in den | Strassen von Khartum sowi jetische Schützenpanzerwa- | gen Das Auf tauchen von; Waffen russischer Herkunft j in einem Lande, das im all-; 1 gemeinen als prowestlich | angesehen wurde, rief nicht;; nur bei den westlichen Di- ,; plomaten Besorgnis hervor, i isondern auch bei den sudai nesischen zivilen Politikern. | Sie hatten seinerzeit der Rej | volution des Generals Abud keine Schwierigkeiten bej reitet, weil sie geglaubt hatj ten, dass Abud allein imj stände sei, das Land vor eii nem Zugriff seitens der Ae-; gypter zu retten. Jetzt j mussten sie sehen, dass Nasser und mit ihm die Sowjets ganz legal und : friedlich den Sudan zu j durchdringen begannen. | Diese Entwicklung rief grosse Erregung hervor, und so kam die Denkschrift an den General Abud zustande. Diese ist bedeutungsvoll, weil sie von Politikern aller Richtungen unterzeichnet ist. Sowohl der erste Ministerpräsident j des Sudan Ismael Ashari als auch der letzte vor der Revolution Abdalla Halil (der ein bitterer politischer Gegner Asharis war) hatten das Dokument unterschrieben. auch Mohammed el Mahdi, der als religiöser Führer grosses Ansehen geniesst und früher probritisch war, gehört zu den Unterzeichnern des Manifest, das zweifellos eine schwere Krise für das Diktatur - Regime eingeleitet hat. Ibrahim Abud hatte alle sein? Dikkatur-Massnahmen als „temporär — bis zu einer endgültigen Regelung” bezeichnet, jetzt vertraten die ehemaligen Führer des sudanesischen Unabhängigkeitskampfes öffentlich die Meinung, dass die Zeit der temporären Massnahmen vorüber sei und dass Abud der Demokratie wieder ihr Recht lassen müsse. Der von Abud geführte Militär- Ausschuss hat die Forderungen der Politiker zwar abgelehnt, aber niemand weiss ,ob er sicli auf die Dauer wird halten können. Anderer Art ist die Krise, der sich der Libanon gegegenüber sieht, der von ausländischen Journalisten manchmal als „Schweiz des Mittleren Ostens” bezeichnet wird. Man weiss, dass im Libanon am ehesten Bereitschaft zur Verständigung mit Israel zu finden ist. Wenn trotzdem die Vertreter des Libanon in allen UN-Debatten scharf gegen Israel aufiraten, so war dies ein Zeichen dafür, dass ln Beirut wieder eine Krisensituation herrschte und dass sie den radikalen Panarabisten den Wind aus den Segeln nehmen wollten. Im Libanon sind heftige Auseinandersetzungen über die politische Aktivität im Zusammenhang mit dem Ringen zwischen der VAR und Transjordanien im Gange. Die libanesische Regierung, die von der VAR unter Druck genommen wurde, hatte den transjordanischen Militärattache in Beirut ausgewiesen, und jetzt schob sie ihm die Verantwortung für alle möglichen Taten zu. Gleichzeitig herrscht grosse Erregung über ein Spionage-Verfahren gegen den ehemaligen Minister Abd el Fadl, der angeblich Informationen für Transjorianien beschafft haben soll. In diese Auseinandersetzung platzte ein Bericht der Sachverständigen - Gruppe der Weltbank hinein, der an der libanesischen Wirtschafts-Politik vernichtende Kritik übte. Der Libanon, der keine Beschränkungen und keine Devisenkontrolle kennt, wird als Finanzzentrum des Mittleren Ostens gerühmt Hier sammelt sich alles arabische Fluchtkapital, und die Könige und Scheichs, die künftige Revo- Die Sachverständigen erklären, dass der Libanon -die ganze Zeit über „von der Hand in den Mund lebt”. Nur 18 Prozent der Bevölkerung haben ein Einkommen, das den Durchschnitt übersteigt, während 49 Prozent sich mit ganz geringen Einkünften zufrieden geben und unter dürftigsten Umständen leben müssen. Die Landwirtschaft und die Industrie verlieren an Bedeutung, die Bevölkerung sucht ihre Existenz im Handel, in den Diensten und im Vergnügungsgewerbe (vor allem in Beirut^, und diese Wandlung der Wirtschaftsstruktur gefährdet die gesamte Entwicklung des Libanon. Der Vorsitzende der Saehverständigen-Delegation erklärte in einem Vortrag vor libanesischen Ministern und hohen Beamten, dass in diesem Staat kein wirkliches Verständnis für die „nationalen Notwendigkeiten” bestehe. Der Vertreter der Welt - Bank forderte eine grundlegende Revision der Wirtschaftspolitik und betonte. der Staat müsse mit dem Prinzip der Nichteinmischung in die Wirtschaft Schluss machen und durch sorgfältige Planung für Entwicklung der wichtigsten Produktionszweige sorgen. Dieser Bericht, der von der Schein-Prosperität in Beirut den Schleier fortzog, hat im Libanon grosses Aufsehen hervorgerufen. Beobachter sind der Auffassung, dass dieses Dokument die latente politische Krise weiter verschärft hat-. Registro de la Propiedad Intelectual No 656.635 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831

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