Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1846 (20.1.1960)
- Date
- 1960-01-20
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Viernes, 2C de Er.ero de 1961 JOriSCHE WOCHEKïCflAU A-ñn XXII. No. 1846 Fin *irh iff i of «nfírM«/»»«/.« DIE LEX-EICHM ANN ' U SEMANA ISRAELITA Ltn den tri ist untergegangen ¡jrsxz-j» ««■ ^‘SrK^r.rir in’iT in lunkieren Farhen gemalt. Nach unserer tiefsten Ueberzeugung wird hier eine vielleicht nicht erfreuliche, aber nüchterne Wahrheit zum Ausdruck gebracht. Nach dem ersten Weltkrieg hat das jüdische Volk, haben die .luden, vor allem dem Kriegsende noch sehr ernst und prekär war. Jahre nach dem Einstellen der Kämpfe fanden in vielen Siaaten und sandten Pogrome statt. Aber das störte die Juden in 1 erlin oder Paris, in Wien oder New York nicht dabei, den lange ersehnten Frieden zu feiern ur.t zu geniesesn. Wer hätte ihnen solches Wohlleben nicht gegönnt? Aber hier kommt es doch nicht darauf an ob der einzelne gut oder schlecht sein Dasein führt. Dieselben Juden, die in froher Ausgelassenheit die Bars und Nightclubs der Welt füllten, wie sie heute ir, den teuersten Hotels und a’len Flugzeugen anzutreften sind, dieselben Juden, i Qi,r geit vor die glaubten, das Leben zu \ Weltkrieg _ gemessen, haben durch'1 ihr Verhalten, durch ihre Gleichgültigkeit, durch ihren Unverstand an den Gräbern geschaufelt, in denen ein so grosser Teil unseres (Schluss von Seite 1> tp.enzen für die Zukunft zu •ziehen. Aus Erfahrung lernen, das ist eine Lebensweisheit. aber eine, die von den wenigsten .let'oigt, und von einem noch kleineren Kreise praktiziert wird. Nach dem ersten Weltkrieg not sich unserem; versagt, weil sie die Palä , Volk — auch nur einige kurstina-Chance nicht nutzten, ze Janre,— eine -grosse . ¿¡i0 sich ihnen darbot, und I Chance. Unsere Politiker, weil sie ihre eigene politi-! soweit sie jüdische Politik I.scne Situation vollkommen betrieben, wussten ebenso j vr-ikannten. Der damalige wie unsere Soziologen, Na- '■ Präsident der Zionistischen tior.alökonomen und sonsti- Organisation Prof. Dr. Chage Gelehrm dass die jtidi-j j:T) Weizmann, musste \vi£ sehe Situation auch nach eln bettelnder Prophet von Land zu Land ziehen, um die Mittel aufzubringen, die zur möglichen Inbesitznahme und Erschliessung des Bodens sowie zur Einwanderung erforderlich waren. Wie der Baron Hirsch nicht Cie Ideen verstand, die ihm üei junge Herzl entwickelte, obwohl doch Hirsch ein weltbekai ntes Finanzgenie war, so wenig begriff das jüdische Volk mit seinen giossen und kleinen Begabungen einen Weizmann.; Erst als es zu spät war, als j oei Drucx ungeheuer stark wurde, als Palästina zur i einzigen Hoffnung der un- | terdrlickten und verfolgten jüdischen Masen geworden . war. wohlgemerkt noch in dem zweiten ' , da erkannten * die meisten, welche Chance ' verspielt wurde. Dieselbe Tragödie wiederholte sich auf dem Gebiete der Selbsteinsehätzung der eigenen Lage. Es waren Ju- Volkes versunken ist. Hier I mcht nur die deutschen wird nichts übertrieben.! den die sagten. „bei uns Hier wird nicht beschönigt, ^ann so etwas nicht passie- 'rer”. Aber dass andere Judenheiten dieselben Torheiten begingen, verkleinert \vedei die Fehler noch verlagert die V mantwortlichkeiter.. Sie alle haben einen schrecklichen Preis für ihre politische Kurzsichtigkeit zahlen müssen. Warum wird das alles gesagt? Haben wir denn gelernt? Hat unsere Generation sich ihrer Aufgabe gewach Dr. FREY Abogado t PUEYRREDON 2190 1* tiq nachm. 16—19 Uhr Ï REAL PEN Füllhalter HEPAR ATUREN Spezialgeschäft l CORRIENTES 569 T E. 49-5850 J. FOURNIERE — 8PERRHOELZER; DIAZ VELEZ »224 «I 46 T E <3-23430340 t*021 keine Zeit zum Denken lassen; wie sollte man er ermöglichen, zwischen geschäftlichen Konferenzen und dem nächsten Flugzeug auch noch über die I’üeressen, die Aufgaben oder gar die Nöte des jüdischen Volkes zeitraubende Prüfungen und Überlegungen anzustelirn. Jetzt sind wLder Flüchtlinge ertrunken. Eine schreckliche Tragödie, das haben alle spontan ausgerufen. Aber dies ist nicht nm die iregödie der Ertrunkenen, es ist auch die unsrige. Weil es noch niemals in der langen Geschichte unseres ¡n«n Unterschied dem Schicksal Juden und dem Erleben des : anc.eren Juden gegeben hat, | besteht die Gefanr, dass i wir morgen ertrinken. Wir I glauben es nicht, wir wünschen es nicht. Aber geschichtliche Gesetze sind nicht von unseren Hoffnungen abhängig. Geschichtliche Gesetze bestehen, man kann sie begreife.. und aus ihnen lernen, nm nicht wiener Opfer zu werden, weil man nicht verstehen und nknts lernen wollte. Der Hintergrund für die letzte Flüchtlingstragödie ist der Konflikt in. Nahen Osten. Tausende und Abertausende marokkanischer Juden leben bereits in Israel. Die Marokkaner haben cue Auswanderung von Juden nach Israel plötzlich verboten. Nasser hat aus Angst vor dem wachsenden Potential Israels um eine Beendigung der jüdischen Emigration ersucht. Moha- : mec V., der Herrscher über ■ Marokko, hat seinem Freunde Nasser diesen Ge- | fallen getan, obwohl er selbst gern die Juden losgevverden wäre, die seit älte- 1 sten Zeiten dort leben. Und ' weil Mohamed Herrn Nas- , so' einen Gefallen tat, star- I b^n jüdische Flüchtlinge. I Der Kampf mit dem Aegypter ist ernst. Praktisch I ist Nasser heute der einzige ~ der ernsthaften sior des israelischer Geset- ¡jüdische Volk aufzuzeigen zes für Kapitalverbrechen, lund den pr0Zess in dem die funf Bestimmungen vor-;jkm angemessenen historischen Rahmen zu führen. sieht, welche iir. besonderen auf den bevorstehenden Prozess des Juaenmörders Adolf Eichmann Bezug habtn, wurde in der Knesset von Justizminister Pinchas Rosen beantragt. Eine der neuen Bestimmungen besagt, dass der Argeklagte nicht vorn Zeugenstand aus aussagen kann sondern dies von der Angeklagterbank aus tun muss. Hierdurch wird die Möglichkeit ausgeschaltet werden, dass der Henker Hitlers mit GevvaP aus dem Snal gezerrt werden kann, Volkes ei- ' d'’1111 sein Sitz ist streng bezwisehen und durch kugelsides eine , I ':‘üeres Glas abgeschirmt. Eine andere Bestimmung wird es der Staatsanwaltschaft gestatten, Zeugen und Beweise oeizubringen, selbst wenn sieh Eichmann zu Beginn des Prozesses schuldig bekennen sollte. Hierdurch will man jedwedem Versuch der Verteidigung zuvorkommen, den erklärten Vor .-.atz der israleischen Regierung zu durchkreuzen, aas Ausmass der Der dritte Zusatz zum Gesetz würde es dritten Parteien unmöglich machín, sich aus Gründen zijvber Ansprüche in ins Verfahren einzuschalten. Allgemein sieht das Gesetz die Verhängung der Todesstrafe für KapPalverbrechen \©r. i Eine weitere Klausel verlangt, dass der Gerichtshof aus einem Obersten Richter als Vorsitzenden und zwei Bezirksrich:em gebildet wird. Diese Forderung begründete Minister Rosen, indem er auseinander setzte, es sei wichtig, dass der Präsident des Gerichtshofs, de'' über einen Kapitalverbrecher das Urteil fällen muss, ein Richter des Obersten Gerichts sei, denn es stehe in diesem Fall ein Menschenleben auf dem Spiel. Rosen fügte hinzu: . Niemand kann einwenden, dass die Prozessfüh ung unter dem Vorsitz eines Obersten Richters gegen c'ie Rechte des Angeklagten verstösst.” (ITA) los Martas y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyriedón 2190, 1? izq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450,— jährl. sich mrer rtuigauc gewatu- , 2ner sen gezeigt? Wurden diesmal; widerstand gegen einen Indie Fehler vermieden: Vird teressenausgieieh im Naaic folgende Generation; hen 0sten leistet. Unernicht wieder Grund und R yeht haben von einem Versagen *,von einei Kleinmü-i t.gkeit. von einer Schuld zu sprechen? Diese Fragen begleiten uns | seit Jahren, wir hören sie j nicht. Diese Fragen sollten . uns vor Gleichgültigkeit .j bewahrt haben, sie verj mochten das nicht, weil die ■ Herzen verhärtet sind und j die Sinne den äusseren Genüssen anhängen, die unsere j Zeit zu bieten hat. Man j denkt schon nicht an sich | selbst und seir eigenes Schicksal, weil die Vergnügungen uni Ablenkungen müdlieh organisiert er neue politische Kräfte gegen Israel. Nicht Aegypten aufzubauen, Israel zu zerstören, scheint er als seine Mission zu betrachten. Zu allen Zeiten hat es solche antijüdischen Fanatiker gegeben. 'Nasser gehört offensichtlich in diese Ahnenriihe. Die militärische Seite der Angelegenheit -kann nur von I-rael behandelt werden. B.rher ist es der israelischen Regierung gemeinsam mit der Verteidigungsarir.ee gelungen, dieses Problem zu lösen. Aber die politische Seite dieser Angelegenheit giht auch das jüdische Volk in der Welt unmittelnar an. Hier haben wir nicht nur ein Wort mitzureden, sondern auch Pflichten mitzuerfiiUen. Das Recht auf freie Auswanderung steht jedem Menschen zu. Russland ist stark genug, dieses Recht den Juden zu verweigern, aber es ist nicht stark genug, dieses Recht zu leugnen oder aufzuheben. Marokko ist nicht die Sowjetunion. Wäre das jüdische Volk aufmerksamer, d.nn würde jetzt eine Aktion zur Verteidigung der Menschenrechte zugunsten der marokkanischen Juden einsetzen. Dass es heute wieder Flüchtlingstragödien aui seeuntüchtigen Schiffen gibt ist ein sehr unerfreuliches Zeichen für die Lage unseres Volkes, nicht nur in Marokko. Hier liegt eine Verletzung der Menschenrechte vor. Es gibt doch einen Charter für Menschenrechte und eine zuständige Adresse für Klagen bei den UN. Die Bev/egungsfreiheit eines Menschen — genannt Freiziij stelU. gigkeit — darf nicht durch staatliche Massnahmen aufgehoben werden. Man braucht also nfc.it nur mit sentimentalen Gesichtspunkte;, zu argumentieren: es sei unmenschlich, die Auswanderung nicht zu gestatten und damit die Wiedervereinigung der Familien zu verhindern. Das trifft sicherlich auch zu. Aber hier geht es um rechtliche und nicht um Humanitäre Prinzipien, auf die man gewiss hilisweise hinweisen sollte. Erfahrungsgemäss wirken aber dies^. sentimentalen Appelle auf die Massen nicht. Schliesslich verlangen wir kein Mitleid Junge Mexikaner reisen nach Israel Mexiko. — Die mexikanische zionistische Föderation veranstaltete einen Abschiedsempfang für eine Gruppe von 23 mexikanischen jungen Juden, die zur Ausbildung in irem Kibbuz nach Israel abreisten. Fünfzehn der jungen Leute sind Mitglieder der Ichud-Habonirr.-Bevvegung und acht gehören dem Verein der Organisation „Jung Zion” an. (ITA) Spende des JOINT New York. — Der JOINT hat dem ORT für das laufende Kalenderjahr die Summe von 1.801.000 Dollar zu Zwecken der Berufssehulung zur Verfügung gewie Beam e beider Oiganisationen tigten. (ITA) hier bestä. sondern das Recht, das unserem Volke wie jedem anderen zusteht. In der Erinnerung tauchen die Schreckensbilder der Flüchtlingsschiffe auf, die in der jüngsten Vergangenheit — vorübergehend (’io Herzen erschütterten: Struma—Patria—Exodus, drei Namen für viele andere Es liegt auch an uns. die Wiederholung dieser Tragödie unsere^ Volkes xu verhindern. Propiedades Frankenberg berät Sie Kostenlos und unverbindlich beim Kaui oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER CESCHAEFTEN Manuela Pedraxa 2599 pi b. Dp. ¿8 T. E. 70-7244 AÚL*tk¿ mux HUTSALON I Jetzt in t S e I g r a u o î \*WO IDES 2 5 6 1 I I T. E. 73-9229 ■ l 73-9155 1 ■t itWfttyttAfsk* C © n f i t cría NIZA Cond* 202 0 74, Servicios de lunch de categoría Jacobo M. Lapidus dipl. Mohel TUCUMAN 2396. 4? J T. 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