Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1845 (17.1.1961)
- Date
- 1961-01-17
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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FRANQUEO PAvíADC Concoai&a 909 TARIFA REDUCIDA ConcesiÓB 1629 Ano XXII. BUENOS AIRES, MARTES 17 DE ENERO DE 1961 No. 1845 EL EJEMPLAF1 an toda la Republic. - Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 isq. T. E. 83 . 2613 N allons- GOUVERNEUR Dr. O. ALENDE IN ISRAEL von NACHUM WILENSKY Senator Fidbright und an- Es gibt noch eine andere deren Freunde Nassers in Kalegorie von Gefangenen, den Vereinigten Staaten ■ und zwar Offiziere und Soi- Der. Gouverneur der Provinz Buenos des Instituts, über das er Dr. Alende mit Aires, Dr. Oscar Alende, eine der fiihvielen Einzelheiten informierte", renden Persönlichkeiten des politischen . . Lebens in Argentinien, stattete Israel einen Besuch ab, worüber wie bereits kurz sprechen oft von den ..tieferen demokratischen Tendenzen” des ägyptischen Diktators. Hier ist ein Teil der Wahrheit darüber: daten. die sich weigerten, am Militärputsch in Mossul teilzunehmen, der von Nasser inszeniert wurde. beteiligen, die er besonders liebt und über die er Jahre hindurch Vorlesungen an der Universität hielt. Und hier noch andere Namen, glorreiche Namen von Leuten, die im Sinne der Die Gefangenen werden in menschlichen Würde es der Regel dem Gericht nicht j ablehnten, mit Nassers In London bat sich ein! zu flihrt_ Nur einige Dut-! Diktatur zu paktieren, rahisches Comité zum , „ '_.I vt., arabisches Comité zum Schutz der politischen Gefangenen in Aegypten gebildet, an dessen Spitze Mme. Haq steht. Frau eines ägyp zend Kommunisten wurden I Universitätsprofessor Fuvon einem Militärgericht j ad Mursi, der wegen manabgeurteilt. Und obwohl ihr j geinder ärztlicher Hilfe von Prozess schon vor vielen! einer vollständigen Erblin- Mcnaten stattfand, wurde ' düng bedroht ist. Professor tischen Diplomaten, der die j^ren das Urteil bis jetzt j Mursi hat den Chauvinis Freiheit in England der Diktatur in Aegypten vorgezogen hatte. Das Comité veröffentlicht von Zeit zu Zeit ein Bulletin, dessen letzte Nummer ich von englischen Freunden erhalten hatte. Ich stelle ausdrücklich fest: von englischen Freunden. Denn es ist anzunehmen, das Comité würde bestimmt nicht in Verdacht stehen wollen, Beziehungen zu einem israelischen Journalisten zu unterhalten. berichtet haben. Unermüdlich war der Gouverneur unterwegs, um möglichst viele Orte und Institutionen des Landes kennen zu lernen. Dr. Alende wurde vom Präsidenten Jizchak Ben Zwi empfangen, mit dem er eine freundschaftliche Unterhaltung führte. Als Uebersetzer fungierte der Direktor der lateinamerikanischen Abteilung des israelischen Aussenministeriums, Dr. Abraham Darom. — Auch dem Innenminister, Mosche Sbapira, stattete Dr. Alende einen Besuch ab. Er nahm auch die Verbindung mit den obersten Beamten des Gesundheitsministeriums auf. Der Innenminister veranstaltete nicht mitgeteilt. den Fanatismus und?hrfn Gouverneurs ein Mittagessen, Ltip" Dikiatnv immer he! an dem Mitglieder der Regierung, hohe Das Leben der Gefange- | _^Diktatur immer begeam^ uw uininrnattt^.v,.». ntn ist in Gefahr, denn das j ^uHftsteller Reeime verheimlicht gar I T F * .?. akcu.vu Tue Khuli, der heute schwer nicht seine Absicht, die ’ . , Unglücklichen allmählich zu , KlaI)K lsrliquidieren i Lehrer Saad Zähren, ein Da die Erfahrung gezeigt j Krüppel den man zwingt hat. dass der Mensch sich! ™ kriechen um an die der schrecklichsten Behänd-! «eile zu gelangen, wo er lung anpassen kann, so hat I Zwangsarbeit zu vemchten Lutfi El die Leitung des Lagers Abu Zaabal ein neues Experiment eingeführt. Die Gefangenen werden abwechselnd Das Bulletin enthält graui einigermassen menschlich enhafte Einzelheiten über I und dann wiederum unsag eie Lage in den Konzentrationslagern des ägyptischen ..Demokraten’ ’Nasser. bar grausam behandelt. Wie die ägyptische, von deutschen ..Fachleuten” geleite- Vor einigen Monaten erte Gestapo feststellen konnkiärten Tausende von poli-! te, hat diese ..Methode” tischen Gefangenen den | glänzende ..Erfolge” gellungerstreik, um auf diese j bracht. Mehrere Gefangene Weise gegen die Versehär fung des Regimes in den Gefängnissen und Konzentrationslagern zu protestieren. Der Streik dauerte drei Tage. Er wurde beendet, nachdem die Behörden drohten die Führer der Bewegung zu erschlagen. WER SIND DIE GEFANGENEN? sind durch diese überraschenden Uebergänge in geistige Umnachtung verfallen. EINIGE NAMEN Unter den Gefangenen, die in eine Irrenanstalt überführt werden mussten, befindet sich Dr. Lois Awad, , „ „„„ , i der beste Literamr-Kriti- Ungetähr 40.000 Gefangeker des Landes. Auf der - Universität hatte er als Schüler Sarwat Okasha, den heutigen Minister für Volkserziehung, der vor kurzem sein Dokforat auf der Sorbonne erhielt. Dr. Awad hat sich niemals politisch betätigt. Das wurde ihm auch nicht vorgeworfen. Er wurde „nur” der feindseligen Haltung dem Panarabismus gegenüber beschuldigt. In Wirkne schmachten jetzt in Nas sers Konzentrationslagern. Sie kommen aus den verschiedensten Schichten: Kommunisten, die trotz der Freundschaft zwischen Moskau und Kairo gegen Nasiscrs Regime kämpften.. Gewerkscbaftsleute, die sich 'weigerten, sich der „Nationalen Vereinigung” anzuschliessen, die heute die einzige politische Partei Aegyptens ist. Intellektuelle, die*" "esa ble in Jen,” die" Hassj Hchkeit aber wieder ge- •ji-opaganda des Ministern-! hasst, weil es ablehnte, sich ums für Volkserziehung zu j an der^ Propaganda^^gegen unterstützen. AlJ -*• - -'i. er — - die englische Literatur zu Schriftsteller Mahmud El Alam, dem man die Arme abgehackt hat. Ismail Abdallah, ein ehemaliger hoher Regierungsbeamter, von dem man seit Jahren keine Nachrichten mehr bat. Als man ihn zum letzten Mal sah, konnte man feststellen, dass er Zeichen schwerer Folterungen trug, u. a. auch am Kopf. Rechtsanwalt Fawzi Mansur. von dem man keine Nachricht seit seiner Verhaftung hat. Buchhändler Lutfalah Soliman, dem man offiziell vorgeworfen hat, das Buch „Don Quichote” verkauft zu haben. ■ Dem ägyptischen Volkserziehungs - Ministerium zufolge soll dieses Buch anti-arabische Tendenzen enthalten. Frau Jngi Efflatun, die einer der ersten Familien Aegyptens angehört und auch in Europa als eine talentierte Malerin bekant ist. Das sind nur einige der Märtyrer, die in den Konzentrationslagern Nassers den Tod erwarten, weil sie Gegner der Unterdrückung ur.d des Fanatismus sind. Die besten Kräfte des Landes sind nicht mit Nasser, und das rechtfertigt die Hoffnung, dass eines Tages; Aegypten seine Freiheit wieder erlangen und dadurch auch dem ganzen Orient Freiheit und Flieden bringen wird. DIE FREIE WELT ANTWORTET NICHT Vor kurzem starb im j Exil, in der Schweiz, Mahd die diplomatischen Vertreter der lateinamerikanischen Länder teilnahmen. Besonderes Interesse erregte die Besichtigung des Institut ..Jad Waschern”, dessen Tätigkeit der Erinnerung an die Opfer der nazistischen Verfolgung gewidmet ist. Präsident dieses Instituts ist heute Dr. Arie Kubovv, der früher israelischer Botschafter in Argentinien gewesen ist. Dr. Kubovy empfing den Gouverneur mit besonderer Herzlichkeit und führte ihn durch die Archive und Ausstellungen Auch vom Aussenmiiiister, Frau Golda Meir, wurde Dr. Alende empfangen, mit der er eine lange und freundschaftliche Aussprache gehabt hat. In Begleitung des Dekans der Medizinischen Fakultät der Hebräischen Universität zu Jerusalem besuchle Dr. Alende dann das Medizinische Zentrum Hadassa in Jerusalem, das mit den modernsten Mitteln ausgestattet ist. Dieses Medizinische Zentrum wurde erst vor kurzer Zeit eingeweiht und ersetzt die früheren Anlagen auf dem Skopusberg, die durch die politischen Bedingungen heute nicht zugänglich sind. Dr. Oscar Alende zeigte sich an den medizinischen Einrichtungen besonders interessiert, sowohl in seiner Eigenschaft als Arzt wie als Gouverneur. Er besichtigte genau alle Einrichtungen, zumal auch die Medizinische Fakultät in diesem Medizinischen Zentrum untergebi'acht ist. Dr. Alende sprach sich mit grosser Genugtuung und Bewunderung über die Fortschrite der israelischen Medizin aus, über ihre modernen Einrichtungen wie über die Lero- und Lehrmethoden. Der Gouverneur besichtigte auch die Hebräische Universität mit all ihren neuen und schönen Gebäuden, Einrichtun. gen, Instituten und Hörsälen. Er unternahm eine Spazierfahrt in die Umgebung von Jerusalem, bestieg den Zionsberg und besuchte die Heiligen Stätten, Nachrichten aus alter Welt Gestapo-Butz wird verhoert Pausenlos verhört w'ird gegenwärtig in Dortmund cier ehemalige Chef des Sicherheitsdienstes und der Gestapo im Regierungsbezirk Arnsberg, Rudolf Batz, der am 10. November überraschend von dem Dortmunder Staatsanwalt Hentriehs festgenommen wurde. Der jetzt 57 Jahre alte Batz, der wegen der Erschiessung von 265 Fremdarbeitern gesucht wurde, lebte nach dem Kriege unter falschem Namen als Versicherungsvertreter in Hannover, Braunschweig, Göttingen und Bielefeld. Die Fahndung gestaltete sieb besonders schwierig, weil es von Batz keine für einen Steckbrief verwundbare Aufnahme gab. Haussuchungen in der Wohnung von Frau Batz, die in Hannover lebt, erbrachten keinen Fingerzeig. Auch eine Ueberraschungsaktion der Staatsanwaltschaft W'ährend der Silberhochzeit seines Bruders verlief ergebnislos. Ein wichtiger Hinweis von dritter Seite, den Staatsanwalt Hentrichs am 7. November erhielt, führte drei 1 ne Möglichkeiten für eine Tage später zu der Verhafj engere Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik und der VAR auf dem Gebiet der friedlichen Atomtung. Arabischer Minister in Bonn niitzung. Dabei erklärtest sich die deutschen Vertrt- Der Erziehungs-Minister; 1er grundsätzlich bereit, der der Vereinigten Arabischen . VAR bei der Entwicklung Republik, Kamaleddin Husdirer Atomforschung und sein, erstattete auf Einla* Kerntechnik zu helfen. düng der Bundesregierung einen zehntägigen Besuch der Bundesrepublik. E» dankte der Bundesregierung für die Einladung und gab der Hoffnung Ausdruck, sein Besuch werde zur Verbesserung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der VAR beitragen. In Begleitung Husseins befanden sich hohe Beamte des Erziehungsministeriums. Im Bonner Atom-Ministerium erörterte der arabische Minister verschiede- JajMtn und der Suezkamd Der Präsident der ägyptischen Suezkanal - Geseift- Schaft, Junis, hat japanischen Wirtschaftlern versichert, das eine japanisch* Beteiligung an den Ausbauarbeiten am Suezkanß noch immer möglich S&. Obwohl der achte Bauabschnitt bereits abgeschlossen sei, könnten noch Baggerarbeiten an die Japaner* vergeben werden. Anti jüdische Aktionen in Marokko Versuche zur Loesung der Krise Jerusalem. — Der israelische Ministerpräsiden1 VOR Bin ioti und sieben Minister erklärten, dazu bereit j m sein, aue Anstrengungen zur Vermeidung einer Kai _e „„ .,_ unternehmen zu wollen. Diese Erklärung | j ' ’ Ab p lh 0hemaliger i n,it den Feinden des We- | 1 Gemeinschaft in Marokko beschwerte sich darüber,, teistützte, obwohl es klar war, dass Nasser bereits j Paris. — Jetzt wurde festgestellt, dass innerhalb I der letzten 14 Tage mindestens 2.000 Juden von der! Polizei misshandelt worden sind. Die Unterlagen hlerj über wurden dem Erbprinzen und Ministerpräsidenten 1 j Mculay Hassan übergeben. Die projüdische Haltung" - des Erbprinzen ist bekannt. Aus diesem Grunde übetP- I reichte ihm eine Delegation marokkanischer Bürger' 1 ein Memorandum. Auch die Leitung der jüdischen- -jrttrde ln einem Comiminique gemacht, das nach einer | feefoahe dreistündigen Beratung beim Präsidenten des j Landes Herrn Jizchak Ren Zwi herausgegeben wurde I Allgemein wurde hierin ein günstiges Zeichen erblickt IMes war die erste Besprechung, an der der Pre j HtenKlni»iei' seit dem 25. Dezember teilgenommen hat «1 dem er sich über cüo Haltung der Minister beleidigt ^0 Urlaub zwriiekgzogen halte. Nach der Besprechung i hei Ben Zwt sich Ben Gurion wieder in seine Fe j /len zurück. Der Präsident hatte die Minister gebeten , Acht zurückzutreten, sondern ihre normale Arbeit j Vriztwetzeo. i Soweit man informiert wurde, hat Ben Gurior “C-ine Aofcbuidigung gegen die umstrittene Minister- Rr-solid!on eingeschränkt, in einer folgenden Sitzung i hat dann der JusUzminister Dr. Pinohas Rosen dei j ’’ors-hiag gemacht, dass das gesamte Kabinett zu j .ü 'i.L’et'Wi «olle. Hierüber wird erst im Laufe dei . ‘Vocna ¡>rarer, werden. HTA) j .Senator des ägyptischen I stens paktierte. ... Königreiches, Herausgeber Gewiss, che Sowjetunion der grossen Zeitung „Et | ihrerseits duldet, dass_ che Masri”, und einer der fiih- | ägyptischen Kommunisten renden PersNnlichkeilen I von Nasser verfolgt werden, der Wafd-Partei I Dafür aber hat sie als Ge- Gleich nach dom Umsturz! genleistung Nassers Unterkonnte er ins Ausland fluch- .Stützung in der mlernaüoten. wo er Propaganda gei nyten Politik. In Athen z. gen das Nasser-Regime be- - Bversuchte der agyptitrieb. Sein Bruder Hussein. I sehe Diktator, im Namen der in Kairo blieb, wurde I seines Moskauer Meisters,- zu 15 Jahren Zuchthaus ver- Griechenland zu bewegen, urteilt j che NATO zu verlassen. Mahmud Ahul Fath klagj Was hat der Westen von te oft über die Haltung dev | seinem Verzicht auf die ■ freien Welt, welche seiner! Unterstützung der ägypti- . Ansicht naci die ägyptische j sehen Demokratie? Nichts Demokratie ignorierte, daj als Enttäuschungen und für aber die Diktatur un-; Erpressung. dass in letzter Zeit wiederholt jüdische Mädchen durch reiche Muselmanen gerauWt worden seien. Trotz di&* ser Beschwerden wiederholten sich diese Fälle, unefi einige dieser Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren wurden zwangsweise zum Islam bekehrt, nachdem* mau sie vorher in die Harems reicher Muselmanen. gehracht, hatte, Oie zuständigen Behörden hatten sich geweigert,. Feststellungen über den Aufenthalt, dieser Mädchen z machen. Bei der Begegnung mit dem Ministerpräsidenten; haben die I^eiter der jüdischen Gemeinschaft es ver«: mieden, über den Fall des Unglücks-Schiffes zu spre-< * chen. bei dessen Untergang im Mitfelmeer 43 Juden um gekommen sind. (ITA) J Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.6$ï Impreso en i a Imprenta POLIGLOTA — Hivadavm