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Jüdische Wochenschau · 1961-01-06 · 1842 (6.1.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1842 (6.1.1961)
Date
1961-01-06
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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,8“ 2 «i FRANQUEO PAGADO Concesión 906 5 4' R o c Ui.« <• c TARIFA REDUCIDA Coacesióe 1629 Año XXIL BUENOS AIRES. VIERNES 6 DE ENERO DE 1961 No, 1842 EL EJEMPLAF en toda la Repúblici 4, Buenos Airea PUEYRREDON 2190 IV Uq. T. E. 83 . 2613 dem zur Vielt mag es erstaunen, •dass die Kolornalvtr wallung i>ei mar.cwH afrikanischen Staaten klüftig mitnelfen muss, damit sie das Ziel der Selbstn giening möglichst bald eneichen. Ganz bestimmt passt diese Tatsache nicht in das vei zerrte Bild, das die kommunistische Propaganda von Afrika zu zeichnen pflegt. Laut dieser “Propaganda befinder sich die Afrikaner — soweit' sie nicht „Marionetten des Kolonialismus'1 sind — einmütig auf dem Marsch zur panalrikanischen Einheit. während die Europäer — natürlich mit Ausnahme der vom Marxismus inspirierten — nichts anderes sind als . Aus- ■beutei“ und ..Reaktionäre”, die slels nach der Devise „Teilt und heirsc-he!“ handeln. Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. So ist in dem britischen Protektorat Uganda in Ostafrika jetzt zum Beispiel eine schwierige Situation entstanden, weil eine bestimmte Gruppe seiner afrikanischen Bewohner an den traditionellen Regierungsformen festhalten will und sich den verfassungsrechtlichen Aenderungen V/idersetzt, die von der Mehrheit ihrer afrikanischen Mitbürger gewünscht werden, und die auch die britische Regierung so rasch wie |gnöglieh durchführen möchte. , mesgemeinschallen das alt. ehi würdige woblorganisier- 1e Königreich Buganda vor-!zufinden. Es hatte seinen ei-! genen König, den „Kabaka”, jeinen gtwähllen Präsidenten, den „Lukiko“, und einen! Ministerpräsidenten den | „Katikiro“. I Als Uganda um die Jahr- ) hundert wende britisches ¡Protektorat, wurde schloss j Grossbritannien mit dem : Kabaka von Buganda und | anderen regionalen Herrschern Sonderverträge. Ihre leiblichen Rechte wurden 'anerkannt, aber das gesamte jGebiet wurde unter britischer Verwaltung einheitlich ¡entwickelt. Nach und nach i ex hielt die afrikanische Bevölkerung ein immer grösse- Ires Mitspracherecht in der Zentralregierung. Je mehr diese Entwicklung in den letzten Jahren an Schwungkraft gewann, desto stärker wurde der Widerstand der Traditionalisten im Königreich Buganda. Vor zwei Jahren setzte der Gouverneur von Uganda einen vorwiegend aus Afrikanern bestehenden Ausschuss ein. Er sollte untersuchen, in welcher Form die für 1961 vorgesehenen Wahlen abgehalten werden könnten und die Möglichkeiten für die Einführung einer fortsehritthehen Verfassung prüfen. Der Bericht des Ausschusses wurde im Dezember des Jahres 1959 veröffentlicht. In. Juni 1960 verhandelte dann Kolonialminister Macleod mit Vertretern der afrikanischen Mitglieder des Legislaivrates. Buganda, das den Legislativrat seit 1956 boykottiert hat. war in dieser Delegation nicht vertreten. Kolonialminister Macleod wurde nicht in Zweifel darüber gelassen, dass die jetzt von der britischen Regierung vorgeschlagenen Schritte, obwohl sie einen beträchtlichen Fortschritt auf dem Wege zur Selbstversorgung und Unabhängigkeit bedeuten, hinsichtlich des Tempos ihrer Durchführung die Mehrheit der Bevölkerung noch keineswegs befriedigen. Aber der Kabaka von Buganda, der über mehr als eine Million der 61/.. Millionen zählenden Gesamtbevölkerung Ugandas herrscht, flog dann kürzlich als Führer einer Sonderdelfegation nach London und verlangte, in Buganda sollten keine Wahlen stattfinden, ehe über die Zukunft des Königreiches entschieden sei. Teilweise ist die Bevölkerung Bugandas sogar mit Gewalt daran gehindert, worden, sich in die Wählerliste einzutragen. All dies geschieht aus Furcht, dass Buganda von einem grösseren Uganda geschluckt werden könnte. wenn dieses Gebiet eines Tages unabhängig wird. Wenn aber Buganda, wie es der Kabaka fordert, ein separater Staat würde, wären die restlichen drei Viertel des Landes kaum noch lebensfähig. Letzten Endes ist dies ein Problem, das die Afrikaner selber lösen müssen. Wie Kolonialminister Macleod während seiner Besuches in Uganda vor einigen Tagen erklärte, ist Grossbritannien der Ansicht, dass die Selbst- Neutralistisch und für Israel Christian Hei ter, dem amerikanischen Aussenminister. missfiel die Rede, die der Staatsfiihrer der Republik ¡Ghana in der Vollversammlung der Vereinten Nationen Im Gr unde sind Ugandas! gehalten hat. in solchem Probleme fast die gleichen. jMass, dass er ihm nicht je in Ghana, in Nigeria, im I,.Neutralismus” attestierte, ongo in Rhodesien, in Njas- ¡sondern von Dr. Nkrumas ^aland und selbst ausserhalb ¡sichtlichem Einschwenken rikas — im karibischen jjns gegnerische, östliche La- Baum — bewältigt werden lger sprach. Auch die Araber mussten oder noch zu lösen; waren enttäuscht, obwohl èind. Sie beruhen auf den ¡nicht über das, was Bisenjpiternander rivalisierenden 'howers Staatssekretär be- Bestrebungen zweier Bevölimangelte; sie ihrerseits krikerungsgiuppen: die einen jtisierten. dass ihnen der wünschen, dass der neue iRedner empfohlen hatte, sich entstehende Staat eine starke Zentralregierung nach ^modernen Grundsätzen er. jhalten soll, die seine Einigkeit festigt und fördert, wähiend die anderen für die lok. tere Form der Föderation jnd, bei der die regionale 1er stammesmässige Eigeniämligkeit und die' traditiokellen Vorrechte gewahrt bleiben.; \ In manchen Ländern ist Mer Konflikt auf die eine •der die andere Weise friedlich beigelegt worden: in ifrhana entstand eine starke Äentralregierung, in Nigeria «ine weitgehend regionale Autonomie; im Kongo dagegen haben die Gegensätze durch die sowjetische Einim Nahen Os*- r, also in ihrer Stellung zu Israel, endlich auf den Boden der realen Tatsachen zu begeben. Doch dürfte es ebenso abwegig sein anzunebmen, dass Kwame Nkruma seine positiven Beziehungen zu Israel daraufhin in dem Mass abschwächen wird, in dem sie bestehen, noch ist zu vermuten, dass ihn das Tadelsvotuan Herters veranlassen wird, seine nach dern Kongo gesandten Truppen anzuwei. sen, sich in der jetzigen Lage nicht mehr als die dezidierten Schützlinge Patrick Lumumbas zu betrachten. Ebenso sein Versuch, im Land der früheren Goldküste zwischen den Klippen ifiisthung, bis an den Rand :des Kalten Krieges einen ¿es Bürgerkrieges geführt. Uganda liegt am Aequator. Seine nächsten Nachbarn sind der Sudan, der Kongo, Tanganjika und Kenia; seine Bevölkerung besteht zu 90 Prozent aus Afrikanern. Als die ersten Europäer in diesen Teil des afrikanischen Kontinents vordrangen, waren sie äusserst überrascht, neben prim-pven Dorf- und Siammöglichst neutralistischen Kurs zu halten, wie seine besondere Kongo _ Politik: beides wurzelt zu tief in den Einflüssen seines Werdeganges, als dass er von taktischen Erwägungen aus dieser Bahn geworfen werden könnte. Vor allem ist Nkruma Afri. kaner, und als solcher einer der wenigen reifen, überle. genen Staatsmänner, die aus dem bisher geschicbtslosen Dunkel der einheimischen Millionenmassen des Erdteils hervorgegangen sind. Diesen Kontinent aufzuschliessen und nach Möglichkeit von Akkra aus, statt von Johannesburg oder Kairo her zu beherschen, ist zweifellos das Ziel seines gesamten Wirkens und Höffens. „Afrika über alles!” ist seine Losung. Aber wie dies Afrika nicht mehr der „dunkle Erdteil” ist. der es früher war oder gewesen sein soll, unterscheidet den ersten Neger- Staatspräsidenten im britischen Commonwealth von jenem Lumumba, dass Dr. Nkruma vor zehn Jahren vorübergehend zwar die Gefängniszellen der Goldküste von innen kennengelernt hat, vorher aber für eine weit längere Zeitspanne, und in den für seine Wesensbildung weit wichtigeren Jünglingsjahren, ebenso die Öörsäle der Lincoln-University in Pennsylvania, dieser berühmtesten aller nordamerikaniseben Hochschulen für Neger, und als 36-Jähriger, vor anderthalb Jahrzehnten, die Hörsäle der School of Economics in London auch von innen sah. Als er dann mit den Bildungsschätzen dieses „westlichen” Wissens in das heimatliche Dorf Nkroful zurückkehrte, kam es zwischen ihm und seiner Mutter, der nun gealterten schlichten Frau aus dem Volke, die er von Kindesbeinen an aufs innigste geliebt hotte, zu einem Gespräch, das auf den Gegensatz des gestrigen und des heutigen Afrika ein so grelles, geradezu symbolisches Schlaglicht warf, dass er in seiner Autobiographie eingehend davon erzählt. Sie hatte ihm vor Jahrzehnten, wie es zur Kennzeichnung der Stammeszugehörigkeit üblich war, einen Vorderzahn der oberen Reihe herautbrechen lassen und vermisste jetzt die Zahnlükke; denn inzwischen hatte er sich einen Goldzahn einsetzen lassen, um als Redner von vielen Graden nicht zum Lispeln gezwungen zu sein. (Die Alte jammerte und weinte; er aber folgte unbeirrt den Gestirnen des Schicksals, zu dem er sich entschieden hatte — dem Freiheitskampf seines Landes. Zunächst schloss er sich der „United Gold Coast Convention” an, die sein Vorläufer Dr. Danquan mit dem Motto „Selbstregierung in unserer Zeit” gegründet hatte; dann schuf er mit einer Gruppe von Anhängern als innenpolitisches Konkurrenzunternehmen die C.P.P., („Convention People’s Party”) mit dem weitreichenden Programm „sofortiger Selbstverwaltung”. Als er es tat, waren gewisse parteikommunistische Einflüsse, die aus seinen Wanderjahren in Amerika und besonders aus zahlreichen londoner Cafegesprächen herriihrten, offenbar schon so weit verblasst, dass er den Freiheitskampf seines zur Selbständigkeit aufstrebenden Landes voranstellte; «ber dass diese Einflüsse nicht völlig entschwunden sind, hat Mr. Herter soeben wohl mit Recht herausgespürt Der dunkelhäutige Führer mit dem Goldzahn hatte sich b Jerusalem. — Die Notwendigkeit einer Weltkonfeienz jüdischer Organisationen wurde auf einer Sitzung von 50 Delegierten, die neun bedeutende Organisaticnen vertreten, beschlossen. Zum Präsidenten wurde Dr. Nachum Goldmann gewählt, Vizepräsident ist Label Katz und 2. Vizepräsident Sir Barnett Jänner, In der Sitzung wurde ein Antrag des vorbereitenden Comités angenommen, der zu einer Weltkonterenz aufruft. Die Delegierten besprachen, ebenfalls die Lage der Juden in Russland und Nordafrika, sowie die Frage, mit dem Papst in Unterhaltungen über das ökumenische Jahr zu treten. ln der Konferenz sind folgende Organisationen vertreten: Der Jüdische Weltkongress, der Amerikanische Jüdische Kongress, die Bne Brit, der britische und der südafrikanische Board of Deputies. die französische Alliance, der australische Board of Deputies, die DA1A und Beobachter der Jewish Agency. (ITA) regierung und die endgültige Erlangung der Unabhängigkeit — die erklärten Ziele für das ganze Gebiet — nicht durch die Besorgnisse Bugandas verzögert werden dürfen. Der Kolonialminister hat schriftlich zugesichert, „dass es nichts in der neuen Verfassung geben wird, was die Beziehungen zwischen der Zentralregierung und Buganda beeinträchtigen könnte“. Mit anderen Worten, der Kabaka hat nichts zu befürchten, wenn er sein Volk an den Wahlen zu Beginn des kommenden Jahres teilnehmen lässt. Diese Wahlen werden 211 einem vorwiegend afrikanischen Repräsentantenhaus führen, das rasche Fortschritte auf dem Wege zur völligen inneren Selbstverwaltung — dem letzten Stadium vor der endgültigen Erlangung der Unabhängigkeit —- gewährleisten dürfte. Vor diesem letzten entscheidenden Schritt wild man aber sorgfältig prüfen, welche Regierungsform — wie der Kolonialminister wörtlich sagte — „für ein unabhängiges Uganda am besten geeignet ist“. Zur Untersuchung dieser Frage wird ein „Sonderausschuss för Beziehungen” eingesetzt werden, von der leninistischen Dialektik mittlerweile so abgewandt, dass er sich in den „Spirituals” seines Volkes förmlich vergöttern liess; doch oh seine Bereitschaft, sich als afrikanischer Stellvertreter Gottes feiern zu lassen, nicht vielmehr gleichfalls ein Stück durchtriebener marxistischer Taktik war, bleibe dahingestellt. Ist es auch nur Taktik, dass Kwame Nkruma seit der Gründung seiner Republik solchen Wert auf gute Beziehungen zu Israel gelegt hat? Will oder wollte er nur um Ghanas willen mitnehmen, was israelische Schifffahrtsexperten, Architekten, Ingenieure, Instruktoren ihm an Erfahrungen anzubieten hatten, sozusagen auf Widerruf? Gewisse Rückschläge blieben nicht aus und sprechen also dafür; aber doch darf vielleicht vermutet werden, der wohl, bereits kurz nacb den Wahlen im kommenden Jahr in der Lage sein dürfte,, seine Empfehlungen zu unterbreiten. Der Kongo ist ein warnendes Beispiel, für das, was möglicherweise geschehen könnte, obwohl es auch andere Fälle gegeben hat, bei denen das Problem, ob zentralistische oder föderalistische Regierung, vor der Erlangung der Unabhängigkeit noch nicht gelöst war. Der Sonderausschuss wird beaut tragt werden, dem Wunsch der in Uganda lebenden Völker Rechnung zu tragen» dass „ihre alten Institutionen und Bräuche sowie Rang und Würden ihrer Herrscher und Stammesfürsten erhalten bleiben“; es wird ferner auch „die besonderen Beziehungen” berücksichtigen, die Grossbritannien stets zum Kabaka und anderen erblfe. chen Herrschern unterhalten hat. Andererseits hat Grossbritannien aber erneut bekräftigt. dass es zu seinem Versprechen steht, dem ganzen Gebiet sobald wie möglich die Unabhängigkeit zu geben. Der junge Kabaka von Buganda dürfte sid» darüber im klaren sein, dass für die traditionellen Herrsjher Afrikas „der Wind des Umschwungs“ ebenst?» heftig bläst wie für die Europäer. Er ist wahrscheinlich klug genug einzusehen, dass er mit der Zeit gehe« muss, wenn er seine Position behalten will. dass Dr. Nkruma an weiterer freundschaftlicher israelischer Hilfe ernsthaft interessiert ist, und sei es ntwe weil für sein Land und sei' nen Kontinent keine Ueberfrerndungsversuche ven ei» , nem so kleinen Staat wie dem jüdischen au gewärtig J gen hat. In ähnlichem Sinne 3 könnte sein an die Adresse der Araber gerichteter Vok; schlag, sich init Israels Existenz abzufinden, vom Hini tergedanken diktiert sein, efc nen Nasser stärker auf de» Nahen Osten als Feld friecS, lieher Betätigung hinzulefc ken, und ihn dadurch für Afrika minder gefährlich machen, ‘ jf, ’ Registro de Sa Propiedad Intelectual No. tSS.ISi- Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Corrientes. S#Ü¡É

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