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Jüdische Wochenschau · 1961-01-03 · 1841 (3.1.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1841 (3.1.1961)
Date
1961-01-03
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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\ ■'.'wwni* $ iV^A] fMANOgfe-Ö FV55 ADC Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXII. BUENOS AIRES, MARTES 3 DE ENERO DE 1961 No. 1841 EL EJEMPLAR« en toda la República y ** Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 T. E. 83 - 2613 iiq. Die rrchtsexlrem ¡»tischen Gruppen in 'Franki eich haben iii letzter Zeit ihre antuiemoki rtisehe und antisemitische Fipaganda in beunruhigender Weise verstärkt. Biese Propaganda, die oltenbar mit massiven Geldmitteln durchgeliihit wird, ist ebenso unlogisch wie demagogisch. .Auf der einen Seite ftrbeitei sie gegen Öen Fräsidenten der Republik und seine Politik. Indem sie ihm voiwiift. liuich seinen Liberalismus in der Algier-Frage Flank re'ch und das Reich 211 vei taten, benutzt sie also ausgesprochen nationalistische F01 mulieiungen, auf der anderen Seite macht sie die Slogans der nazistischen Besetzung des Landes und die Propaganda der braunen Diktatur wieder in Frankreich Itbendig, wenn sie im „Stimnet’-StJl die iibeisten Heti k ampagnen gegen die jüdische Bevölkerung des Landes entfesselt An d<-n Mauer wänden und in den Pissoirs kann man mit Kreidegeschrieben oder auch in Form von kleinen »«geklebten Handzetteln lesen, dass ..de Gaulie im Dienste Judas Fiankxeich an seine Feinde verraten und verkauft hat.” Man kann weiterhin ei fahren, dass ..der Gaullismus den Sieg des internationalen Judentums bedeut! t’ und ..Frankreich nur dann auferstehen kann, wenn die Juden in Frankreich entmachtet oder ausgowtesen werden.” V.'as an der Aktivität dieser faschistischen Banden besonders anftälii, ist ihre genaue Kenntnis der propagandato'do dm Dritten Reiches und ihre skrupellose Nutzbarmachung jener niederen Inst ink tt-, die die Nationalsozialisten für ihre iiblen Zwecke so meisterhaft ausiubeulen wussten. Es konnle festgestellt werden, dass zwischen den neonazistischen Gruppen in Frankreich, die sich vor allem ans ehemaligen Kollafcornni en rekiufieren. und den übrig gebliebenen Nazis von KURT KAISER-BLUETH hen und verarbeitet werden. In diesen Bureaus, die natürlich harmlos getarnt sind finden auch die Besprechungen zwischen den Agenten statt, die aus der Bundesrepublik einrtisen, und den Agenten, die Fiankieich mit einer besonderen „Mission.” für die Bundesrepublik verlassen. Es schein4 auch noch andere Aktivitäten dieser neonazistischer ¡Gruppen zu geben, die eine besondere Aufmerksamkeit verdienen. Die diversen ehemaligen Kriegsverbrecher, die wegen ibier Untaten in Hitlers Konzentrationslagern von den deutschen Bundesbehörden gesucht werden und auf oft rätselhafte Weise ins Ausland entkommen konnten, dürften mit Hilfe ihrer französischen i in der deutschen Bundesrepublik enge und vielfache Kontakte bestehen. Mehrere ehemalige SS- Fiihrer, die heute nach Foilfall des Visurnszwangs allein mit ihrer Identitätskarte die Grenze passieien können, haben allmonatlich vertrauliche Besprechungen mH den lokalen Chefs der Arbeitsgemeinschaften der rechtsextremistischen Verbände von eindeutig Tendenz. Die Zeitschriften der französischen NS-Ar. beitsgruppen ..Rivarol” und ..Aspects de ia France” publizieren häufig die Prosa obskurer nazistischer Blättchen. die in der Bundesrepublik erscheinen und dort fast gar keine Beachtung finden. Die Ueberselzungen dieser Hetzprosa ins Französische, die fast ausschliesslich aus antisemitischen Gemeinheiten besteht, geschieht in Deutschland selbst, wo die von den französischen Behörden gesuchten, illegal in der Bundesrepublik lebenden Franzosen, die in den Kriegsjahren in Diensten der Gestapo und SS gestanden haben, die Verbindungsmänner zwischen der deutschen und französischen NS-Unterwelt sind. Als sehr charakteristisch ist festzustellen, dass die antisemitischen Gruppen und Griippchen in Frankreich einen beträchtlichen Teil ihrer Gelder ans den Kassen der deutschen Antisemiten und Neonazis beziehen, die offenbar auf starke finanzielle Unterstützung durch gewisse deutsche Industrielle zählen können und vielleicht auch über Reserven aus der ehemaligen Kriegskasse der NSDAP veifügen. Am Boulevard Poissonniere und in der Rue Grenelle in Paris befinden sich zwei Koordinierungs _ Büros der fanzösischen und deutschen Neohazis. in denen Schriftslücke und Fropagandamaterial aus Deutschland eingeren der Revolte vom Mai 1958 m Algier gewesen sind. Es ist ihnen zwar gelungen, einige dies«; jungen Militärs in ihren Bann zu ziehen, aber im ganzen ist ihnen der Erfolg versagt geblieben. Man muss noch darauf hinweisen, dass die Propagandisten dieser Gruppen in letzter Zeit recht erhebliche Anstrengungen gemacht haben aus ihrer Zei Splitterung herauszukommen und eine gemeinsame organisatorische Basis zu finden. Ihre Hetze gegen Republik. Demokratie und Judentum vollzieht sich nicht mehr sporadisch und chaotisch, sondern 'ist mit Gründlichkeit organisiert, woran die nazideutschen Lehrmeister zu erkennen sind. Alle 14 Tage erscheinen hektograpbierte Flugblätter, die reibrer iranz-osiscnen jgelrnässig an einen weiten Gesinnungsfreunde einen | Krreis von Interessenten Eine Antwort an Ben Gurioii New York.— Rabbiner Joachim Prinz, Präsident des Amerikanischen Jüdischen Kongresses, der im allgemeinen den Zionismus unterstützt, erklärte, die Ideen Ben Gurions lägen völlig ausserhalb der jüdischen Entwicklung und. stc die unnötige Verlängerung einer Debatte dar, welche nicht mit den Aspekten des modernen täglichen Lebens i.m Einklang stände sondern beendet werden sollte. Prinz stellte fest, dass der Amerikanische Jüdische Kongress und die Juden der USA es bedauert hätten, dass Ben Gurion behauptet habe, es sei Pflicht der Juedn, nach Israel auszuwandern. „Als Amerikaner”, führte Dr. Prinz aus, „glauben wir an die demokratische Gesellschaft und haben ein ehrliches Interesse an der Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft in Israel, während wir als Juden eine natürliche Sympathie für unsere Glaubensbrüder empfinden. Der Amerikanische Jüdische Kongress hat stets die Auffassung vertreten, dass die Auswanderung nach Israel ein Akt der Willensfreiheit innerhalb der persönlichen Möglichkeiten des einzelnen darstellt, jedoch keinen notwendigen Bestandteil seiner Religion und seines Glaube", bildet (ITA) Weg nach Argentinien oder nach dem Aegypten Nassers gefunden haben. Man hatte bisher angenommen, dass diese Flucht auf dem Wege über Italien bewerkstelligt worden sei. Viele Anzeichen lassen indessen jetzt darauf scbliessen, dass sich diese Individuen mit Hilfe ihrer französischen Kumpane von der deutschen Staatsanwaltschaft abgesetzt und ihre wertvolle Existenz in Sicherheit gebracht haben. Der Umschlagplatz für diese Flüchtlingsware war j über Paris der Mittelmeerhafen Marseille, wo ein gewisser Habiani, der in den Kriegsjahren als Agent der Gestapo der Schrecken der Widerstandskämpfer war. sich heute damit beschäftigt. die Hauptschuldigen der Tausend Jahre, gegen hohes Entgeld übrigens, aus Europa hinauszuschmuggeln. Die nazistischen Elemente in Frankreich sind zwar eine kleine Minderheit, aber sie sind ausserordentlich rührig und scheinen über geradezu gewaltige Geldmittel zu verfügen, gewaltig wenigstens im Verhältnis zu ihren so minimalen organisatorischen Möglichkeiten. Ein Teil dieser Gelder, wie bereits oben festgestellt, kommt aus Deutschland. Es ist nicht zu leugnen, dass die Aktivität der französischen Hitlerianer nachvl dem Putsch von Algier im Mai 1959 an Intensität und Flächenausdehnung stark zugenommen hat. Obwohl sich die französischen Rechtsradikalen von Anfang an gegen de Gaulle und sein Programm gestellt haben, versuchten sie doch zu gleicher Zeit, aus der Neuorientierung Profit zu ziehen und die Möglichkeit wahrzunelimen, Kontakte mit Kreisen zu finden, die ihrem Einfluss bisher verschlossen waren. So richteten sie ihre Anstrengungen zum Beispiel darauf, zu jener Gruppe radikaler junger Offiziere Fühlung zu finden, die und auch Nichtinteressenten durch die Post verschickt werden, was natürlich mit erheblichen Unkosten verbunden ist. Die Vertrauensleute der Organisationen selbst vertreiben sogenannte „Stosszettel”, die in klassischem Stil der Gobbeispropaganda die Beziehungen der Konfessionen in der französischen Republik vergiften sollen. Da diese Propagandazettel in keiner Weise den gesetzlichen Vorschriften über Verleger und Verantwortlichkeit entsprechen, werden sie heimlich vertrieben, in den Häusern und auf Märkten oder in den Abendstunden aus sehr schnell fahrenden Autos auf die Strasse geworfen, Man hat, berechnet, dass die Propaganda dieser extremistischen Gruppen im Monat mehr als 10 Millionen französischer Franken verschlingt, eine Summe, die ¡diese Zwergorganisationen, welche über fast keine Ein nahmen aus regulären Mitgliederbeiträgen verfügen, von sich aus natürlich niemals aufbringen könnten. Wie sehr diese „Stosszel. tel” die Inspiration des nationalsozialistischen Originals verraten, beweisen ihre Texte, von denen wir einige wenige im Auszug zitieren möchten: „Der Jude hat Frankreich degeniert und beutet es schamlos in seinem Interesse aus. Um Frankreich wieder gross werden zu lassen, ist es notwendig, es vom Joch des jüdischen Weltkapitals zu befreien.” Auf einem anderen dieser Schmutzzettel kann man lesen: „General de Gaulle, der 1940 im Dienst der englischen und nordamerikanischen Juden dem ruhmreichen Sieger von Verdun in den Rücken gefallen ist, um gemeinsam mit den Juden aus aller Welt das neue Deutschland Adolf Hitlers zu vernichten, ist nichts anderes als ein Beauftragter des Bankhauses Rothschild der D ö Jerusalem — Dit Kiise in der Mapai hat sieh zugespilzt. Zwei Minister der Fraktion, die Schlüsselstellungen bekleiden, widersetzten sich den Forderungen des Ministerpräsidenten. Aussenminister Gotda Meir drohte mit ihrem Rücktritt, und Finanzminjster Levi Eshkol kündigte an, er sei nicht geneigt, wie gewöhnlich als Stellvertreter Ben Gurions zu fungieren, wenn dieser seine Drohung wahimaehen und demonstrativ in Ferien gehen werde. Wie verlautet, hat Frau Meir ihren Rücktritt unterzeichnet, um ihn otii2iell einzureichen. Zweimal schon gelang es Eshkol, sie zu überreden, von diesem Schritt Abstand zu nehmen, doch das Schi eiben liegt, wie es heisst, auf ihrem Arbeitstisch voibereitet. Der Finanzminister hat lerner Pinc-has Lavon. ersucht, öffentlich seine Angrifie gegen den Ministerpräsidenten und einige Beamte des Verteidigungsministeiiurns zu- 1 ückzunebmen. Die unbeugsame Haltung Ben Guricns führte dazu, dass die sogenannte neutrale Gruppe der Mapai in das Lager von Lavor» überging. BEMUEHUNGEK UM KOMPROMISS Jerusalem. — Inzwischen fand eine neue Kabineltssitzung statt, bei der Levi Eshkol den Vorsitz fühlte. Golda Meir war nicht erschienen, da sie unpässlich war, und ebenso Benjamin Mintz, der nicht in Jerusalem weilte. Die Minister versuchten eüne Formel zu finden, durch die der in der vergangenen Woche gefasste Beschluss des Kabinetts r ückgängig gemacht würde. Wie man erwartet, dürfte-sich Ben Gurion fiir den Augenblick vom Amt des Ministerpräsidenten zu- 1 iickziehen, jedoch die Funktionen des Verteidigungsminister» ausüben. Tel Aviv. — Eine achtstündige Sitzung der Parteiführer konnte anscheinend die Harmonie nicht wiederherstellen. In dieser Woche soll eine neue Sitzung abgehalten werden. Bei den lelzten Besprechungen wurden Ben Gurion mehrere Vorschläge gemacht, damit er die Führung beibehalten solle. Der Generalsekretär der Mapai ersuchte alle Teilnehmer, über die Beratungen strengstes Stillschweigen zu bewahren. (ITA) Zum Tod verurteilt Wien. — Der Pole Maksymilian Beigart ist vom Bezirksgericht in Lublin nach einem zweitägigen Prozess zum Tode verurteilt worden, weil er laut Anklage in den Jahren 1941 bis 1944 20 Personen ermordet und zahlreiche polnische und jüdische Familien terrorisierte. Beigart . war während des Krieges wegen seiner Brutalität als ..Max der Blutige“ bekannt. (AWZ) Denkmal für Graf Bernadotte Flensburg. — An der deutsch _ dänischen Grenze; nördlich von Flensburg ist! von den skandinavischen ¡Ländern zum Gerenhen an ¡den schwedischen Grafen Folke Bernadotte ein Denkmal errichtet worden, das an die erfolgreichen Bemühungen Bernadottes um die Befreiung und Rettung Tausender von norwegischen und dänischen Häftlingen aus dem Konzentrationslager des NS-Regimes im Jahre 1945 erinnert.. (AWZ) lanMis die hauptsächlichen Initiato-’ und der Wallstreet. Wer die Macht de Gaulles bricht, legt die Axt an die verderbliche Macht des Weltjudentums ..” In einem dritten Flugzettel schliesslich heisst es kurz und bündig u. a.: „Adolf Hitler zeigt Euch den Weg! Macht es wie er — brecht den Juden das Genick!” Angebot an Laskow Tel Aviv. — Der fj iihere Generalstabschef Chaim Laskow wurde auf gef ordert, den Posten des Chefs der geplanten Behörde für die Einwanderung aus westlichen Ländern zu übernehmen. Dieses Angebot wurde ihm vom Ausschuss der Alija aus dem Westen anlässlich einer Sitzung dieser Körperschaft gemacht. (ITA) Eine Karte ans Auschwitz Eine Karte aus Auschwita» die 1944 dort abgesandt wurde, adressiert an einen Beamten der jüdischen Ge« meinde Prag und mit der Bitte um Weiterleitung aü die Verwandten versehen» erreichte einen Sohn der Absenderin, als dieser die Karte auf der Tabiv-Ausstellung in Tel Aviv unter den Schauobjekten entdeckte. Der Sohn hat die Ausstellungsleitung um die Erlaubnis ersucht, die Karte aus der Sammlung zu nehmen, (AWZ) Raw Pardess sephardischer Oberrabbiner - Jerusalem. — Zum sefardischen Oberrabbiner von Jerusalem wurde von einer 24köpfigen Körperschaft der 64jährige Raw Pardess ge* wählt. Der neue Oberrabbi» ner ist gebürtiger Jerusalemer. (AW) i Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.6» Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Corrientes 311# 4

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