Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1840 (30.12.1960)
- Date
- 1960-12-30
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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M d« Otci*mbr» i» 19Sfl LA IEMANA ISRAELITA Ai) XXI. — •«). — 5 Die arabischen Flüchtlinge Es M.»a unehrlich und ▼eigebhch. wenn wir uns selbst verhehlen wollten, dass dis ungelöste Problem der arabischen Flüchtlinge in wehesten Kreisen der israelischen Oeffentlichkeit ein tiefes Unbehagen auslöst, das bei manchen beinahe an ein schlechtes Gewissen grenzt. Ohne Willen, ja gegen-die guten Absichten Israels hat die Schaffung des Staates Israel dazu geführt, dass Hur.derttausende von ehemaligen Einwohnern dieses Landes in Not und Elend geraten sind. Die Israelis haben dieses Schicksal nicht gewollt. Sie haben geglaubt, dass ein friedliches Zusammenleben der beiden Völker, die mit diesem Lande verbunden sind, der Juden und der Araber, möglich sein werde. Die arabische Führung aber wollte es nicht, und ihr ist es gelungen, in den Arabern des Landes ein so starkes Gefühl des Misstrauens und der Furcht zu erwecken, dass sie mit der Schaffung des Staates das Land verliessen und ins Elend flüchteten. Den arabischen Fühi’ern ist es dann zur Enttäuschung der Flüchtlinge nicht gelungen. ihr Versprechen zu erfüllen und den Flüchtlingen zur trimphalen Rückkehr und zur Eroberung aller jüdischen Siedlungen und Städte zu verhelfen. Nun sitzen sie in den Flüchtlingslagern an den Grenzen Israels und. warten sehnsüchtig auf den Tag der Revanche, den die arabischen Führer ihnen weiter verheissen. Die-UN haben zu" Behänd, lung dieses Problems eine spezielle Behörde, die UNRW A ■ (United Nations Works sn Relief Agency) geschaffen, die im Laufe d~r Jahre, seit liM8, über 300 Millionen Dollar ausgegeben hat, ohne das menschliche und politische Problem dieser unglücklichen Flüchtlinge seiner Lösung auch nur näher zu führen. Die rechtliche Situation ist bestimmt durch den Paratgraphen 11 der UN-Resolution {vom 11. Dezember 1948, in 'dem es heisst: „Flüchtlingen, ^ie in ihre Heimstätten zu-!rückkehren und mit ihren Nachbarn in Frieden leben wollen, soll gestattet werden, dies an dom ehest möglichen Datum zu tun.“ Die genaue Analyse dieses Beschlusses zeigt, erstens dass er die Erlaubnis vorsieht, die naturgemiiss bei der Israel-Regierung liegt, zweitens — und dies ist besonders wichtig — dass die Rückkehr nur erlaubt werden soll, wenn die Flüchtlinge wirklich bereit sind, in Frieder, mit ihren Nachbarn, also den Juden zu leben, und drittens ist dieser ganzt Beschluss einer in einer Reihe von Beschlüssen, welcne angenommen wurden „mit dem Ziel 'einer endgültigen Regelung aller bestehenden Fragen.“ I Leider sind diese Bedingungen nicht erfüllt. Nach | all der Hasspropagf.nda, welcher die Flüchtlinge jahrelang ausgesetzt waren, besteht leider ga„ keine Hoffnung mehr darauf, dass sie nach einem Freden mit ihren Nachbarn streben werden, und auch der Weg zu einer endgültigen Regelung aller bestrhenden Fragen, al-;so zu einem Frieden der arabischen Staaten mit Israel 'scheint auch ntch den letzten Erklärungen der fühjrenden arabischen Politiker j zumindest noch sehr weit zu sein. | Noch einmal sei festgestellt, dass d:e arab’sehen Staaten durch ihre Politik und ihre Propaganda die Flucht der Flüchtlinge absichtlich ver. anlasst haben. Fmil Ghoury, der Sekretär des pa^stinensischen Obercomites der Ara¬ Pension Familiar M Flamm unter Aufsicht I. Ehrw . der Rafbiner Dr. J. Fink und Dr. J. Oppenheimer CHASCOMUS — Cordoba 38 1. QUADER VOM STRAND ¡ i ZIMMER MIT PRIVATBAD — Telefonische Auskiinfie ‘ in Buenos Aires: 76-2312 und 70-5805 < OTEL LAG0“lt^2 j; eingebettet zwischen herrlichen Bergen| j« umgeben von Wasser S j: > ¡1 vorzügliche Küche - geschultes Personal | j j LEON KAHN Rio CcballosJ \ SIERRAS DE CORDOBA — Casilla Correo 34 | Restaurant »Paso ” "ltP3 Paso 452 (al fondo) — T. E. 87 025! Unter Automat des f««4 HaraboM« der K®teiit© MITTAGS- und ABENDTISCH;! * Anrichten von kleinen Festlichkeiten :: und Banketten ber erklärte ganz offen, wie die libanesische Zeitung ¡„Telegraph“ vor langem |schrieb: „Die Tatsache, dass es diese Flüchtl nge gibt, ist ¡die direkte Konsequenz der 'Aktion der arabischen Staaten gegen die Teilung und den jüdischen Staat. Die ara- ' bischen Staaten einigten sich .einstimmig auf diese Politik und sie müssen nun an der ]Lösung dieses Problems teilnehmen.“ J Dagegen versuchten die (jüdischen Behörden damals, ^ie arabische Auswanderung j zu verhindern In der Unabhängigkeitserklärung von 14 (Mai 1918 heisst es ausdrücklich: „Sogar inmitten der ¡heftigen Angriffe. d:e seit ¡Monaten gegen uns geiii rt werden, app-11 eren w.r an 'die Söhne des arab s-heti Volkes, die in Israel leben, den Frieden zu erhalten ur.a in voller Gleichberechtigt! > g für alle Körperschaften uno Institutionen des Staates an seiner Entwicklung miuuar- 1 beiten.“ | Die Araber dagegen haben ¡seit damals an dem Z.ei d-tr „Repatriierung“ der Flüchtlinge in der klaren Absicht festgehalten, eine Fünf'e Kolonne zu schaffen una den Staat israel zu zerstören. Schon 1949 erklärte der damalige Aussenminister von .Aegypten Saieh cd-D n ausdrücklich: „Mit der Foiderung der 'Rückführung cer Flüchtlinge nach Palästina , beabsichtigen die Araber, dass sie als Herren zurüekkehren... S'e beabs'ehtigcn, den Staat Israel zu liquidieren“. Dieses Ziel ist von der arabischen Propaganda wieder und wieder verkündet worden, und dre Flüchtlinge, auch die junge Generation, weiden zu fanatischem H; ss : gegen Israel erzogen. I Die ganze arab sehe Politik war seit damals darauf gerichtet, jede konstruktive 'Massnahme zu einer Löisung des Fliichtlingsproblems durch Eingliedei ung dieser Menschen indie Wirtschaft der Länder, in denen sie leben, zu verhindern. Im Jahre 1951 hatte d e ägyptische Regierung erklärt, dass sie einem UNRWA-Projekt für die Ansiedlung von •>0.000 Flüchtlingen aus der , Gaza-Zone auf der Smai- Halbinsel zustimme; im Jahre 1955 aber z. g sie diese Zustimmung plötzlich zu rii ck.! Noch aussichtsreicher war der Plan des Sonder-Emissärs des Präsidenten Etsenhower, Eric Johnston, für die gemeinsame Verwendung des Jordanwassers durch die arabischen Staaten und Israel. Die Durchführung dieses Projektes hätte die Ansiedlurg von 24.000 arabischen Flüchtlingen in den arabischen Ländern ermöglicht. Technische Experten aus Israel, Transjordanien, dem Libanon und Syrien arbeiteten alle wesentlichen Details des Jordan-Projektes aus, aber im Oktober 1955 wurde es aus politischen Gründen von der Arabischen Liga abgelehnt. Das gleiche Schicksal erlitten andere Projekte, die die Ansiedlung von 85.000 Flüchtlingen in Syrien und von 100—150.000 in Libyen vorsahen. Der amerikanische Senator Hubert Humphrey berichtete 1957 nach einer Studienreise: „Die arabischen Staaten haben seit 10 Jahren die Palästina-Flüchtlinge als politische Geiseln in ihrem Kampf gegen Israel benutzt Während die arabischen Delegierten in den UN die Lage ihrer Brüder b-’ ’ -freist in den Flüchtlingslagern selbst nichts geschehen, um ihnen in praktischer Weise zu helfen. Dies geschah, um den politischen Druck auf Israel beizubehalten.“ Mittlerweile haben die arabischen Staaten ihre unfruchtbare und den Flüchtlingen gegenüber geradezu unmenschliche Haltung aufrecht erhalten und andererseits auch von den Veränderungen nicht Kenntnis genommen, die inzwischen in Israel nach dem arabischen Angriff auf Israel eingetreten sind. Nunmehr hat der Direktor der UNRWA, Dr. John H. Davis, der UN General-!sammlimg berichtet dass die Eingliederung der Flüchtlinge in ihren gcg. nwärt gen Wohnlündern nicht möglich : sc:, weil dort ein Ueberschuss an ungelernten und | la-ndwirtschaitlichen Arbeitern bestehe. Die logische Antwort auf diese rein negative Feststellung gab er selbst, als er em Progiamm zur beruflichen Ausbildung der Flächt.Inge entwickelte. Leider ist dieses Programm ausserordentl ch bescheiden, da es nur 8.1 Millionen Dollar für die Ausbildung von 500—2 500 Jugendfcben fordert. also einem Tropfen auf das heisse Gestein der Wüste.! Die ganze Betrachtungsweise von Dr. Davis ist statisch, geht von der gegenwärt' gen Situation aus und . ist n cht ans amessen für Länder die erst entwickelt , werden müssen. Zudem lässt sie die - arabischen Länder i ausser acht, in. denen die arabischen Flüchtlinge sieb ¡gegenwärtig nicht befinden j und die am stärksten entwicklungsfähig sind, wre et- , wa der Irak, der nach neuen Siedlern geradezu sehreit, oder Libyen. Der Bericht des I UNRWA-Dsrektors ist ein ( grosser Rücksehritt gegen- | über dem Zehn-Jahres-Plan, den Hammarskjold vor zwei Jahren allerdings mit sehr viel grösseren Inveslitioren I vorgeschlagen hat.! Dieser mehr als bescheidene Bericht wird zu der Lösung des Problems so gut wie nichts beitragen können. Eine wirkliche Lösung kann nurauf der Linie des Hammarskjold- oder des Johnston-Planes in Zusammenarbeit zwischen den UN. den Nationen der Welt. Israel und den arabischen Staaten erfolgen, die gemeinsam einen grossen Plan zur Entwicklung des Mittleren Ostens ausarbeiten und durchführen könnten. Israel könnte im Rahmen eines solchen Planes durch finanzielle Hilfe, vor allem aber durch seine Kenntnisse und Erfahrungen, einen wesentlichen Beitrag leisten. Die arabischen Flüchtlinge könn. ten für die arabischen Länder zu einem Segen werden, wie etwa die Flüchtlinge in den USA, in Finnland, in Griechenland, in Westdeutschland und in Israel sehr wesentlich zur Entwicklung dieser Länder und zur , Herbeiführung einer langandauernden Konjunktur beigetragen haben.! Voraussetzung dafür wäre; eine völlige Aenderung der Haltung der arabischen Staa. ten. Israel hat auf der UN- General Versammlung wiederum seine Hand zum Frieden ausgestreckt, und die Antwort der Araber blieb immer noch negativ. Wie lange noch wird die Welt j diese negative, destruktive i und geradezu unmerschFche f-r f v.« Achtzig Jahr© ORT Kürzlich beging die ORT, die Organisation zur Ver. breitung handwerklicher und landwirtschaftlicher Arbeit unter den Juden, ihr SOjähriges Bestehen, und aus diesem Anlass fand in London ein ORT-Kongress statt, auf dem Vertreter aus 2“ Ländern die Leisturgen und Erfolge der Vergangenheit und die Probleme der jetzigen und zukünftiger. Arbeit besprachen. Jüdisch: Not in vielen Ländern hat während dieser 80 Jahre immer wieder den Ansporn zu ständigem Ausbau, zu Erweiterung und Vertiefung des so produktiven und konstruktiven Wirkens dieser segensreichen Organisation gegeben und in den letzten Jahren hat sie besonders in Israel ei-!ne rege Aktivität entfaltet. I Die ORT.Union wurde im ¡Jahre 1880 in St. Petersburg gegründet, um der. in Russland lebenden Jaden die Möglichkeit zu bieten. Handwerk und Landwirtschaft zu lernen und dadur -h in produktiven Berufen Fuss zu Kssen. Die erste Verbreitung des ORT umfasste die baltisr-hen Lander, Polen und Rumänien und griff nach dem ersten Weltkrieg auch auf Deutschland über, j Mit grossem Sclnvunsetzte die Aktivität des ORT nach dem zweiter Weltkrieg ein, als aufgrund der reichen Erfahrungen, des ausi gebildeten Stabs des Lehrkörpers und der Verwaltungsinstanzen vielen zehntausenden Juden, besonders Ueberlebrnden der Konzentrationslager. durch Berufsausbildung die Umschichtung ins Handwerk und in sonstige produktive Berufe ermöglicht wurdv.. In den 15 schwierigen Jalrcn seit dem letzten Kriege genossen etwa 300.000 Juden durch ORT fachPchc Ausbildung. Ueber 50 Millionen Dollar wurden während dieser 15 Jahre vom ORT in seine Arbeit investiert, und das war wohl eine der produktivsten Aufwendungen eines interterritorialen jüdischen Verbandes. Das Jahresbudget ¡bewegt sich momentan um etwa sechs Millionen Dollar. Im jetzigen Schuljahr lernen über 40.000 Schüler in ORT- : Schulen und Kursen in 70 ¡verschiedenen technischen Gewerbe- und Besehäftigungszweigen in über 600 Ausbildung? und Werkstätten mit über tausend Lehrern. ORT ist das grösste private technische Ausbildungswerk der Welt und arbeitet im jüdischen Bereich mit dem AJDC (Jointf mit der Alliance Israélite Universelle, mit OSE, ICA und Ozar Hathorah und anderen jüdischen Organisationen em* zusammen und ausserhalb des jüdischen Rahmens m’t UNESCO, dem Internationalen Arbeitsamt, dem UN- Hochkommissär für das Flüchtlingswesen und anderen internationalen Gremien. Mit Recht konnte der Präsident des ORT, Prof. Wil. liam Haber, anlässlich der Jubiläumsfeiern darauf hinweisen. welch grosse Bedeutung der Arbeit der ORT. Schulen für die Produktivie rungs-Tendenzen 'in jüdischen Volk zukemmt und wie sehr sich der ORT te.ti sie verdient gemacht hat. ORT unterhält heute m 14 Ländern moderne Fach-crulen und Werkstätten, da; unter in Israel, in Nordafrik-i, auch wieder in Polen, ferner in der Schweiz in Frankreich. Deutschland. Oeste - reich und Italien.' Wo jüdb sches ■ Vertriebenenu m Flüchtlings . Schicksal sich auswirkt, da greift ORT helfend in, um dtn Entwurzelten. eine neue Existenz!»:.-« s zu ermöglichen. Als sich beispielweise im Jahre 1956 der Strom der Flüchtlinge aus Ungarn nach Oesterreich ergoss, erweiterte ORT dort seine Schulen und richtete Umschulungskurse für über zthutausend Fiüchtlingr in ihren Lagern in Wien, Korn: euburg. Bad Kretzen, Lnz. Aster.. Stey. Haid. Innsbruck, Salzburg und V\ eis ein. Dieses Beispiel beweist dir Geschmeidigkeit und Wendigkeit der ORT.Leituag. die die Erfordernisse schnell erfasst und den Anforderungen mit anerkennenswerter Initiative auch dort gerecht, wird, wo es nur ui vorübergehende Aktivität uaa nicht um Gründung reu Ble’.pen. dem geht. Noch kr Jahie 1959 hatte ORT in Oesterreich zehn Schuiei-, in deren 3.273 Schüler verschiedene Berufe lernten, 90 Prozent dieser Schüler sind Flüchtlinge, die sich vor ihrer Weiterwander ueg einen Beruf aneignen wollen, der die Basis für ihre Sesshaftmsciiuog sein kann. In Israel kommt dem Schulwerk ues ORT besondere Bedeutung zu. da gute handwerkliche Ausbildung der israelischen Jugend. d;e eine Basis für die Industria- , lisierung des Landes ist, au- sseiwdentlich w'ehtig ist. Da die ORT-Schulen auch allgemeine Bildung vermitteln, können Eltern ih e Kinder diesen Schulen mit ruhigem Gewissen an vertrauen, denn sie finden hier nieh, nur ihre Berufsausbildung sondern jauch ausreichende Erweite. ¡rung ihres geistigen Hori- ' zontes IHR INSERAT i» dar JUEÜ ISCHE» WOCHENSCHAU hniji ini»«e Erfelf Äuskunffc T. E. 83-2613 HEMDEN Für die Herren und ihre Söhne! Aus Deutschland. 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