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Jüdische Wochenschau · 1960-12-30 · 1840 (30.12.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1840 (30.12.1960)
Date
1960-12-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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•J* £ü, Jkntana j&uaelilcL FUEYRREDON No. 184C BUENOS AIRES, VIERNES 30 DE DICIEMBRE DE 1960 3EE Jerusalem. — In festlicher Stimmung versammelte sieb der 25. Zionistische Weltkongress, der zwei Wochen tagen wird um über zionistische Probleme zu debattieren und Pläne iür die nächsten Jahre aulzustellen. 600 Delegierte. angeschlcssene ■und brüderliche Delegationen, sowie Mitglieder des Aktionscomites wohnen den Beratungen bei, die simultan ins Jiddische. Englische. Französische und Spanische übersetzt werden. Die angeschlossenen und brüderlichen Delegierten, die zum ersten Mal am Zionistenkongress teiinehmen, vertreten alle jüdischen Gemeinden und Organisationen in der Vielt. Die Volldelegierten repräsentieren rund 2 Millionen Zionisten, die den traditionellen Schekel erworben haben, der Ihnen das Stimmrecht sichert. Vom Standppnkt der Teilnehmerzahl ist dieser Kongress der grösste, der jemals Btattgefunden hat. Aus den Gesprächen in Gängen und Korridoren war zu entnehmen, dass die Delegierten bereit sind, einen der wichtigsten Vorschläge zu unterstützen, den Dr. Nachum Goldmann, der Präsident der Zionistischen Organisation zu machen beabsichtigt. Es handelt sich um einen Plan, in die Jewish Agency Vertreter aller zionistischen Fraktionen zu wählen. Folgende Parteien sind bei dem Kongress vertreten: Mapai — Ljud Olami. mit 163 Delegierten: Föderation Allgemeiner Zionisten unter Führung von Dr. Israel Goldstein und Rose Halperin. 75 Delegierte; Föderation Allgemeiner Zionisten unter Führung von Dr. Emanuel Neumann. 75: Misrachi — Hapoel Hamisiacbi, 63: Cherut — Revisionisten. 40; Mapam, 34; Achdut Aweda. 27; parteilos 15. Nach 'Ländern betrachtet besitzt Israel die grösste Delegation mit 190 Delegierten; an zweiter Stelle folgen die USA mit 145. Argentinien entsandte 20 Delegierte. England 19. Kanada 15, Frankreich 14. Südafrika 12. Brasilien 9. Algier, Mexiko und Australien je 6. Belgien. Iran, Uruguay, Italien und Chile je 5. die Schweiz und Holland je 4. Schweden und Oesterreich je 3, Westdeutschland. Perú. Kuba, Kolumbien und Venezuela je 2 und Island. Ekuador, Dänemark, Indien, Griechenland. Neuseeland. Finnland und Kongo (Leopoldsville) je einen Delegierten, Die lateinamerikanischen Delegierten unterbreiteten dem Kongress ein Memoran. WIE ICH ES SEHE Im Zeichen des roten " von JEHUDA GOTTHEIMER Das nunmehr zu Ende gehende bürgerliche Jahr 3960 stand im Zeichen eines Generalangriffs, den die rote Welt mitten im Frieden gegen den Westen mit einer ungeheuren Vehemenz richtete. Gewiss ist es nicht einfach, aus der Nähe des Zeitgeschehens ein zusammenfassendes Urteil über eine Entwicklung abzugeben, die durchaus nicht als abgeschlossen angesehen werden kann. Dieäussere Zäsur eines Jahreswechsels bietet nur den zufälligen Anlass zu Ueberlegungen, die man von Zeit zu Zeit anstellen sollte, um den eigenen Standort zu überprüfen. Ohne Zweifel war die ganze Menschheit vor Jahresfrist von zahlreichen Hoffnungen erfüllt, die sich als trügerisch erweisen sollten. Nicht ohrfiT Grund gab man sich der Erwartung hin, dass der sehnsüchtig Jberbeigewünschte Frieden endlich in greifbare Nähe rücken würde, nachdem sich die Grossen unter den Nationen zu direkten Verhandlungen bereit gefunden hatten. Eini- .ge Regiefehler, an denen die amerikanischen Politiker nicht ganz unschuldig waren, boten den Russen, und vor allem ihrem ebenso schlauen wie rücksichtslosen Führer Nikita Krutschew, eine Gelegenheit. den Westen in eine Passenge zu drängen, aus der ein Ausweg nicht ge- ¡funden werden konnte.Wenn Kommunisten heutzutage Weltpolitik treiben und dabei für sich auch nur den Anschein in Anspruch nehmen dürfen, mit ihren exaltierten Forderungen im Recht zu sein, dann bedeutet das bereits eine erhebliche Erschütterung’ der westlichen Positionen, Der äussere Anlass zur antiwestlichen Offensive war der klare Sachverhalt einer unter den Grossmächten üblichen Spionage-Affäre, die keine Merkmale trug, die zu besonderen Aufregungen hätten verleiten können/Nur der Zeitpunkt war masslos ungeschickt gewählt, als der amerikanische Präsident kurz vor der Pariser Gipfelkonferenz unumwunden zugab, dass es sich um einen „Aufklärungsflug“ über russisches Gebiet gehandelt habe. Nicht der Vorfall als solcher konnte als Provoka- Deiitscfae Anleihe für Israel? Bonn. — Die Gerüchte, dass über eine grosse deutsche Anleihe für Israel Verhandlungen geführt werden, wurden von einem Sprecher des Aussenministeriuims in Abrede gestellt. Gleichzeitig dementierte er das Gerücht, dass die Deutsche Bundesrepublik plane, in Israel eine halboffizielle Einkaufsmission einzurichten, in der Art wie sie Israel in Köln unterhält. Die Gerüchte wollen wissen, dass die Anleihe in dem Augenblick in Kraft treten würde, in dem die aufgrund des Luxemburger Vertrages geleisteten Reparationszahlungen Westdeutschlands an Israel aufhören. Sie waren seit dem Zusammentreffen Ben Gurions mit Adenauer in New York im vergangenen März in Umlauf. (ITA) tion angesehen werden, in der Form der amerikanischen Reaktion lag aber eine Herausforderung, die — wenigstens in diesem Augen, blick — nicht sonderlich tunlich erscheinen musste. Was Krutschew aus diesem Geschehen gemacht hat, war die Einleitung zu einer grossen politischen Theatervorstellung, an deren unglückseligen Konsequenzen die ganze internationale Welt noch heute leidet. Das tragikomische Schauspiel der gescheiterten Gipfelkonferenz, von der man sich — wahrscheinlich völlig zu Recht — eine internationale Annäherung und Entspannung erhofft hatte, sollte zu den schwersten Komplikationen und Beschimpfungen, zu neuen Kontroversen und einer allgemeinen Verschärfung des kalten Krieges führen, Die Ausstrahlungen dieser russischen Politik wirken nach, ohne dass man übersehen könnte, wohin eigentlich die Dinge treiben und bis zu welchen Folgerungen geschritten werden wird. Die steigende Unsicherheit im internationalen Leben hält an. Das „eigenartige” Auftreten Krutschews vor den Vereinten Nationen war nur ein weiteres Intermezzo in dieser, die N«ngn aufreibenden, antiwestliehen Aktion, die sich gegen viele Fronten richtete und die auf allen Kontinenten eingeleitet, auch jetzt noch in voller Entwicklung ist. Man hat viel darüber debattiert und geschrieben, welche Motive Krutschew gehabt haben könnte, nys einem an sich nicht besonders aufregenden — man darf sagen, aus einem beinahe alltäglichen, . jedenfalls aber bekannten —■ Sachverhalt ""'for.re-’ihter Spionage dum, in oem sie die Schaffung ♦in«*, besonderen Zentralbüros: in der Jc-wish Agency verlangen, das sich mit den Fragen der Einwanderung aus der westlichen Welt beschäftigen soll, um das gegenwärtige Chaos und doppelte Arbeit zu vermeiden. la der Eingabe wird hervorgeheben, dass die Alija aus Südamerika die verhältnismässig grösste ist, und der Verband von Siedlern aus Lateinamerika regt an, die vorgeschlagene Behörde solle sich der Schlichim annehmen und die Tätigkeit der verschiedener Abteilungen in der Diaspora koordinieren. (ITA) Geheimsitzung der Knesset Jerusalem. — Zum ersten Mal seit 12 Jahren hat das Parlament eine Geheimsitzung abgehal- 1en, urn über den Rücktritt des Generalstabsehefs Chaim Laskow zu beraten. In dem A.\trag zur Abhaltung dieser Sitzung wurde um Untersuchung der Gründe ersucht. die Laskow zu diesem Schritt bewogen haben. Die Knesset soll zuerst entscheiden, ob der Antrag in geschlossener Sitzung gehört werden soll. Dans wird die Diskussion darüber siattfinden. Da alle Koalitionsparteien damit einverstanden waren. dass der Antrag angenommen Werden solle, so ist es sicher, dass die Debatte stattfinden wird. (ITA) eine weltumfassende Aktion herzuleiten, durch die der politische Kurs der Sowjetunion erneut eine gewaltige Schwenkung erfahren hat. Sicherlich bedeutet die Unberechenbarkeit der sowjetischen Schritte auf dem Gebiet der internationalen Beziehungen allein schon ein wesentliches politisches Instrument, das die Russen mit einer gewissen Virtuosität zu handhaben verstehen. Man wird sich aber mit dieser Erklärung allein nicht zufrieden geben können, auch wenn das Ueberrasebungsmoment beim Vorgehen des Kseml niemals unbeachtet bleiben darf. Bedeutungsvoller dürfte hierbei die Rolle den Chinesen sein, deren Einfluss in stetem Steigen ist, weil ihre Machtentfaltung durch den rasanten Aufbau ihres Landes mit wirklich unbegrenzt erscheinenden Möglichkeiten ungeheure Fortschritte gemacht hat. China ad portas!, könnte man sagen und als Motto für die Gestaltung der politischen Verhältnisse in der letzten und der nächsten Zeit setzen. Dass der Westen unter amerikanischer Führung sich immer noch hartnäckig dagegen stemmt, die Regierung der roten Chinesen auch nur anzuerkennen und Tel Aviv, — Según un informe publicado por el Jerusalem Posi", los delegados israelíes »1 25? Congreso Inter nacional de Orientalistas, que se realizó hace poco en Moscú, "se hicieron notar mucho., particularmente en la Sección dedicada a Semiología, Estudios Hebraicos y Aiqueolcgía Bífcliea. mas también en otras subsecciones del Congreso de Oiieníabsias. Integraban la delegación siete investigadores de la Universidad de Jerusalén. "Era probablemente —continúa el corresponsal¬ ía delegación más activa: cada une de sus integrantes presentaba un trabajo, Uno de ésios, "Cartas de Bar Kcjba recién halladas" por Yigael Yadín, fué un gran éxito. La conferencia se realizó en lo que di be de ser una de Jas más pequeñas aulas de la Universidad de Moscú; re obstante, atrajo muchísimos oyentes no quedando al final lugar sino para permanecer de pié. Se nció la presencia de un grupo de investigadores afganos que por error habían ido a parar a la conte rencia y que, según se pude entender, permaneciercvil allí, porque, como dijo ur.o de ellos, "eso era mucho más interesante que Estudios Afganos." SCHLOMO S. TANGER Auf dem Kongress in Tel Aviv. — Nach einem von der „Jerusalem Post” veröffentlichten Bericht machten sich die israelischen Delegierten bei dem 25. Internationalen Oiienlalislen- Kongiess. der kürzlich in Moskau stallfand, „sehr bemerkbar, im besonderen in der Abteilung, die der Semitologie. den hebräischen Studien und der biblischen Archäolgie gewidmet war, sowie auch in anderen Un. leraoteilungen des Oriertalistenkongresses.' Der Deie- - tion gehörten sieben Forscher der Hebräischen Universität von Jerusalem an. „Wahrscheinlich war es”, fahrt der Korrespondent fort, „die aktivste Delegation; ein jedes ihrer Mitglieder unterbreitete eine Arbeit. Eine hiervon, „Die kürzlich aufgeiundenen Bar Kpehba-Briefe” von Jignl Jadin, war ein grosser Erfolg. Die Konferenz fand in einem der anscheinend kleinsten Hörsäle der Universität Moskau statt; Ir-otzctem zog sie zahlreiche Zuhörer an. so dass man am Schluss nur noch stehend Platz fand. Man bemerkte die Anwesenheit einer Gruppe afghanischer Forscher die irrtümlicherweise in die Konferenz geraten waren und, wie man hören konnte, dort verblieben, weil, so sagte einer von ihnen. ..dies hier viel interessanter als afghanische Studien ist.” SCHLOMO S. TANGER ihnen einen Sitz in den UN einzuräumen, in die man beinahe alle neuen Staaten Afrikas und Asiens ohne weiteres aufgenommen wurden, bot nur den äusseren Anlass zur grossen Offensive, die Krutschew mit einer im diplomatischen Leben ungewohnten Schärfe und mit unqualiiizierbaren Anrempeleien gegen die Amerikaner allerdings diesmal noch vergeblich — lanziert hat. Man musste den Eindruck gewinnen, dass in dieser Form nur derjenige ak. tuiert und lamentiert, schreit und schimpft, dessen eigene Position trotz aller nach aussen hin demonstrierten Stärke irgendwo einen schwachen Punkt hat, der mit Gewalt überdeckt werden soll. Krutschews Heden in den UN waren nicht für die vielen Völker bestimmt, die dort vertreten waren, sondern sollten von den Chinesen gehört werden, die noch draussen stehen. Die kommunistische Internationale ist vor einigen Wochen in Moskau zusammengetreten, um nach dean Misserfolg bei den UN die Lage zu beraten. Bereits seit langer Zeit war bekannt, dass es in den Auffassungen über die künftige Politik erhebliche Divergenzen zwischen Russen und Chinese«, gäbe. Die roten Politiker wurden nicht müde zu behaupten, dass es sich nur um einige unbedeutende Meinungsverschiedenheiten auf dem Gebiete der theoretischen Interpretation des Sozialismus oder Kommunismus handele. Jeder — auch nur oberflächlich geschulte — Beobachter weiss, dass sich derartige Unterschiede niemals in theoretischen Diskussionen verlieren, son_ dern ihre deutlich sichtbaren Reflexe auf die praktische Politik werfen. Die späteren Verlautbarungen der Moskauer Beratungen konnten die tatsächlich vorhandenen, starken Gegensätze auch nicht vertuschen. Um die Antithese auf eine einfache Formel zu biingen, kann man sagen, dass Krutschew die „friedliche Koexistenz“ mit der: Westen proklamiert in. der ausgesprochenen Ueberzeugung, dass «er Westen auch ohne kriegerische Intervention in die Hände des Kommunismus fallen werde, Krutschew übersieht nicht die Gefahr, die ein moderner Krieg mit seinen Atom- und anderen Vernichtungswaffen für alle Nationen mit sich (Schluss auf Seite 2) Ben Gurion geht in Ferien Jerusalem. — Ministerpräsident David Ben Gurion drohte, die Leitung der Mapai niederzulegen und sich in sein Haus in Sde Boker zurückzuziehen, als es bei einer Sitzung der Mapai-Minister zu einer erregten Diskussion über den Fall Lavon kam. Pinchas Lavon, der jetzige Generalsekretär der Histadrut, wurdt vor einigen Tagen von einer, siebenköpfigen Untei suevungs. kommission von den gegen ihn erhobenen Beschuldigungen freigesprochen. Wie es heisst, erklärte Ben Gurion, er werde sich mit Lavon nicht an einen Tisch setzen und plane, nach Beendigung des 25. Zionistenkongresses für vier bis fünf Wochen in Ferien zu gehen und möglicherweise nicht eher zurückzukehren, bis der Streitfall geklärt worden sei. (FTA) 2938

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