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Jüdische Wochenschau · 1960-12-27 · 1839 (27.12.1960) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1839 (27.12.1960)
Date
1960-12-27
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German, Spanish
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LA SIH AI A ISRAELITA Aña XXI. — Na. 133 J — 7 Marías 17 Ar Diciembr« i* I960 lsta cons.» >rPo le. an«aeióa n.el Con- PJfcut;Vo Estacadas Síoüjs.j Sidos por a °rgani. S’ dorde una í¡. Poseedora en* der«. Theodor Herzl PUEYRREDON 21901. St. T. E. 83 - ie Beziehunaen zwischen 'la°a una P°s de jos 1Qs pasa- Uraite. el ffian- 11 er y Se* eoncepto ovario por Jnjstai cu, an un pe. 1 llamado otorga el iar en las gados al í-ste molda ya en CongttSo ecimiento Simientes iban, imyo al lia. Basilca”, del Sia lado por Sionlsia, de! Sioel puen Pa.esla ley sión "Es* itida por y. 1901 Congreso ño ¿asía Primera ada dos confiaron: en Congre* tecoeslo- Congredos añoí la Sfr l séceos Sio* 1951 y;s decir so Sio es el ira en >s Sio* tora 14 U0 en além, 2 oeslova* _,a Haya pectiva* nano Filaté* rael no* ^alizar* ca o1* ca, baj» dias 20 aa n0* onado* os $6* Ä&ST.,. Ia der Chanukkaausgabe des Gemeindeblattes der Asoc. Relig. y Cult. „L*mroth Hakol” iindet sich «in Aufsatz des Herrn Rabbiners Paul Hirsch, der zu stärkstem Widersprüch herausforder« muss und nicht nur bei uns Zionisten, sondern bei einem sehr grossen Teil unserer Menschen, die es unter aller. Umständen ablehnen, auf dem Kampfuiveau von 1910 etwa, wie es zwischen (lÄtitmalbewussten Juden und Assimilanten damals üblich war, und mit den alten Ladenhütern”, d. h., den Argumenten von einst, zu polemisieren. Dies soil in dieser Antwort auf einen Artikel vermieden werden, der sinnigerweise zum MaKKabäer- <est erschienen und dazu angetan ist, erst jene Verwirruog zu schaffen, die sein Autor angeblich so sehr bedauert. Zunächst befindet sich Herr Rabb. Hirsch im Irrtum. wenn er glaubt, dass der Zionismus „nach Erreichung seiner Ziele” seinen Charakter geändert habe. Geändert haben sich eine Reihe seiner Aufgaben, die an den Staat Israel übergegangen sind; sein letztes und höchstes Ziel, die nationale Selbstbefreiung des jüdischen Volkes, dürfte erst dann erreicht sein, wenn eine, selbst nur kleine, Mehrheit der jüdischen Gesamtheit im jüdischen Staate zu leben in der Lage ist. Bis dahin bleibt die zionistische Bewegung in jedem Fall die grosse Wegbegleiterin Israels, dazu berufen, eines Taffes das ganze jüdische Volk m ihren Reihen zusammen- »ufassen. Was nun das geistig-kulturelle Leben anlangt, von dem in dem Aufsatz weiter die Rede ist, so weisen wir entschieden den Vorwurf zurück, zu dem angeblichen Gegensatz zwischen „jüdischem Nationalbewusstsein und Religion” beigetragen zu haben. Wir verstehen nicht, wie man noch heute den historischen Irrtum begehen kann, vom Judentum „als einem jahrtausendealten Glaubensbekenntnis” zu sprechen. Judentum war niemals eine „Konfession“; dazu ist es erst seit den Tagen der Emanzipation verkleinert und verengt, worden, nämlich zu einer Zeit, als man erkannte, dass der jüdische Lebenswille zu stark ist, um die Religion in den nationalen Untergang mithineinzuziehen, der sich in Westeuropa anbahnte. Damals fand man die Form der ,,Religionsgemeinschaft”, die in der Folgezeit besonders vor. denen in Anspruch genommen wurde, die sich für ihre Person am allerwenigsten um das jüdische Religionsgesetz kümmerten. Es war auch im 19. Jahrhundert leichter, aus einer „konfessionellen Gemeinschaft” auszuscheiden, wenn man den rechten Glauben nicht mehr zu besitzen meinte, denn aus einer nationalen Schieksalsgemeinschäft. 4ie in schwerem Kampf um ihre Existenz rang. Dieser Versuch, eine „blosse Glaubensgemeinschaft“ ins Leben zu rufen, hat sich als verhängnisvoll erwiesen, und nicht erst des Jahres 1933 bedurfte es, um Theodor Herzls Wort zu bekräftigen, dass wir Juden nicht nur ein Volk, sondern „ein V o 1 k” sind, und sein müssen, wenn wir uns erhalten wollen. Gerade in unseren Festen tritt die Unabtrennbarkeit des Nationalen vom Religiösen hervor. Chanukka ruft die grossen, stolzen, für das jüdische Volk so ruhmreichen Makkabäerkämpfe, den Sieg des Genuis des jüdischen Volkes über den griechischen Geist in seiner Verkümmerung, uns wiederum ins Gedächtnis. Herr Rabb. Hirsch spricht weiter von echter Zionsliebe und der Förderung des Hebräischen, Um im nächsten Satz die „Centra“ anzugreifen, weil auf der Tagung ]n Montevideo von der Notwendigkeit gesprochen worden ist, die Alijah nach Israel zu unterstützen. Hier ist der Autor besonders offen und ehrlich, und wir danken ihm dafür. Wie man aber die moralische Kraft -der Gemeinden stärken will, indem man ihnen nicht gestatten möchte, an die Verwirklichung der jüdischen Zukunftsaufgaben zu gehen, bleibt völlig unverständlich. Ohne Widerspruch hatte der Kongress von Montevideo das hervorragende Referat des Herrn Rabb. Egon Loewenstein gutgeheissen und mit stürmischen Beifall bedacht, das klar und eindeutig von der Notwendigkeit sprach, die Alijah der Jugend zu fördern, diese mit zionistischen Idealen zu erfüllen, sie von den Schlacken einer zweitausendjährigen tragisehen Geschichte zu befrei-' en, von der Mechanisierung des Lebens, die unsere Jugend bedroht, einem sogenannten religiösen Leben, das sich auf einige wenige Feiertage — oder Stunden im Jahre beschränkt, Man fühl, te oder erlebte einen schönen und grossen Augenblick, als Rabb. Loewenstein, dessen tiefe Religiosität niemand anzweifeln wird, klar und eindeutig sagte: „Jeder junge Jude, der nach Israel geht, ist ein geretteter Mensch, jeder, der bleibt, nur eine Hoffnung.” Jede wirkliche echte jüdische Jugend - Erziehung schliesst die Verpflichtung ein, für die Wanderung möglichst vieler unserer jungen Menschen in das Land der jüdischen Zukunft zu tun. Keine unserer Gemeinden hat das Recht, diese Forderung zu vernachlässigen, weil sie ein Teil der jüdischen nationalen und religiösen Gesamterziehung — und Ausbildung darstellt. Es ist absolut falsch, wollte man zwischen der Liebe zu Israel und der Hoffnung, eines Tages dort sein Leben aufbaujen zu können auf der einen I Seite und der loyalen Haltung gegenüber unseren Wohn- und Gastländern auf der anderen, einen künstlichen Gegensatz schaffen. „Galutjudentum”, dies sei Herrn Rabb. Hirsch erwidert, ist kein Ideal, sondern ein Tatbestand, den man anerkennen muss, aus dem man so viel wie möglich für die Erhaltung jüdisch-nationalen und jüdisch-religiösen Lebens machen sollte. Israel und das jüdisch- Volk ausserhalb seines Landes bilden heute mehr denn je eine Einheit, auch dann, wenn es über manche Gegenwartsprobleme Meinungsverschiedenheiten zwischen diesen beiden Teilen eines grossen Ganzen geben kann. Nicht die „Politiker”, wie es in dem Aufsatz heisst, (gemeint sind die veranbi örtlichen Persönlichkeiten des Weltzionismus, die vor Jahrzehnten die jüdische Lage besser erkannt haben, als viele „religiöse Führer”) tragen die ¡Verantwortung an den Gegensätzen, sondern jene geradezu kindischen Versuche, die zionistische Bewegung in einen Widerspruch zu dem hohen ethischen Wert des Gemeindelebens, zu den religiösen und kulturellen Aufgaben der jüdischen Gemeinschatte« in der Welt zu setzen. Diese Versuche müssen scheitern, auch, wenn man behaupten könnte, dass jenen „Politikern” die Gemeinde „keine Herzenssache” sei, Herr Rabb. Hirsch soll darüber beruhigt sein: Wie immer ein Jude sich die künftige Gestalt des Judentums denken mag, ob orthodox, konservativ oder liberal; eines wird er anerkenne« müssen, wenn er die seit dem Beginn der Emanzipationsbestrebungen angerichtete religiöse Verwüstung sich vor Augen hält: Das religiöse Judentum wird auf nationalen Grundlagen ruhen müssen, oder es wird überhaupt nicht sein. Nur eine geschlossene jüdische Nation mit Medinath Jisrael im Mittelpunkt wird mit ihrem übrigen geistigen Leben auch ihr religiöses Leben tragen und sichern. Curl Wilk * Erklärung: des Vorstandes der THG Die heutige THG-Seite ist dem vor. Herrn Rabbiner Paul Hirsch behandelten Thema „Gemeinden una Zionismus” gewidmet. Wir legen Wert auf die Feststellung. dass es uns nicht um die Auseinandersetzung mit einem von uns geschätzten Chawer geht sondern um die Behandlung einer Frage, die für die Zukunft des ganzen jüdischen Volkes von grösster Bedeutung ist. Deswegen begrüssen wir auch die ofltne Meinungsäusserung des Herrn Rabb. Hirsch, müssen uns aber ge gen seine Darstellung und Schlusstoigetengen wer-o* «, was sich im einzelnen aus den beiden rnet publizierten Aufsätzen ergibt DER VORSTAND DER THG NATION ALRELIGIOESE CHANUKKA¬ FEIER IN BET ISRAEL Wenn es noch eines Beweises dafür bedurft'hätte, wie eine Chanukkafeier heute jung und alt in echter natio. naler und religiöser Atmosphäre zusammenführen kann, so geschah dies am 8. Chanukka-Abend durch den Festakt, den „Bet Israel” durchführte, und der von annähernd dreihundert Per- Theodor Herz ■ a a Herzl verlangte immer wieder „Erobert die Gemeinden!”. Die Eroberung dvr Gemeinde „Lamroth Hakol” ist dem Zionismus gründlich misslungen, wenigstens sofern man seine Schlüsse aus dem Leitartikel „Gemeinde und Zionismus” aus der Feder des Gemeinderabbiners, des Herrn Paul Hirsch ableitet. Abgesehen ven leicht richtigzustellenden Fehlern — denn z. B, der moderne Zionismus ist eine Schöpfung des höchst assimilierten Juden Theodor Herzl; oder: das Judentum war niemals nur Glaubensbekenntnis, sondern auch Staatsreligion, und die jahrtausendealte Sehnsucht nach Zionismus war eben Ausdruck dieses Verlangens nach dem verlorenen jüdischen Staat — kann man auch die Grundtendenzen dieses doch offenbar programmatischen Aufsatzes keineswegs gutheissen. Die Ueberschrift „Gemeinde und Zionismus” weist schon die Grundlage aller Irrtümer aut Sie nennt die Gemeinde vor dem Zionismus! Es steht nun ganz ausser Frage, dass der Zionismus, diese gewaltige schöpferische Bewegung, welche dem im Zeitalter der liberalen Gemeinden verdorrten jüdischem Leben der Diaspora neuen Inhalt verliehen, die Sehnsucht unserer Väter erfüllt, die Juden nach unserer alten Heimat zurückgeführt und den Staat Israel geschaffen hat, unbedingt den Vorrang vor einer jeden Gemeinde verdient. Herr Hirsch irrt, wenn er sagt, „dass man die hier vertretene Meinung nicht überall gutheissen wird.“ Er irrt: denn man kann diese Meinung nicht einmal diskutieren. Es ist völlig abwegig und moralisch unmöglich, wenn sich „die religiösen Führer des jüdischen Volkes, insbesondere in der Galuth” mit dem Zionismus und seinen Problemen nur insoweit beschäftigen, „wie das geistig-kulturelle Leben unserer Gemeinden davon berührt weiden kann.” Meint Herr Hirsch etwa im Ernst, dass es im Jahre 1960 noch Juden gibt, und seien sie so assimiliert wie nur irgend möglich, deren geistig kulturelles Leben nicht vom Staat Israel und vom Zionismus bis in die letzten Wurzen ihrer geistigen und menschlichen Existenz aufgerührt wird? Immer vorausgesetzt , dass sie noch einen kleinen Rest jüdischen Herzens bewahrt haben. Wenn das nicht der Fall ist. sollte man sich nicht ausdrücklich als „religiösen Führer” abstempeln. Tatsache, eine traurige, aber sicherlich diskussionsfähige Tatsache ist hingeegn, dass viele Eltern sich aus menschlich begreiflichen Gründen dagegen sträuben, dass ihre Kinder einmal den Weg nach Israel antreten. Dann sollte man auf diese Eltern einzuwirken trachten und versuchen, sie umzustimmen; aber man darf nicht zur Verhüllung dieses Tatbestandes eine eigene und sogar höchst angreifbare Theorie aufstellen und deshalb einer Gemeinde — es handelt sich hier offenbar um tatsächlich bestehende einzelne Gemeinden und nicht um die ehrwürdige Form der „Jüdischen Ge* imeinde” als Institution — den Vorrang geben vor ewigen Werten wie dem Staat Israel und dem Zionismus! Solch eine Gemeinde kann wie eine winzige Amöbe aus einem blossen Spaltungsprozess entstanden sein. Sie kann sich, was wir als Anhänger grosser jüdischer Einheitsgemeinden bestimmt nicht wünschen, dereinst wieder spalten, sie kann sich auch einmal auflösen. fast spurlos auflösen. Es ist sicherlich Aufgabe eines Mitglieds einer jüdischen Gemeinde und erst recht ihres Rabbiners, ernstlich für die Zukunft seiner Gemeinde gu arbeiten; aber daraus den Schluss zu ziehen, man müsse die Jugend, im Interesse der Erhaltung ihrer hier bestehenden Gemeinde, von Israel und vom Zionismus fernhaken, geht doch, gelinde gesagt, viel zu weit! Wer jüdische junge Menschen, wer überhaupt irgend einen Juden daran hindert, nach Israel zu gehen und damit seine vornehmste und vollendetste Pflicht als Jude unseres Jahrhunderts zu erfüllen, hat durch diese seine Tätigkeit einen Gegensatz zwischen sich und dem Staat Israel heraufbeschworen, er und nicht einer jener von Herrn Ilirscl zitierten „Politiker”, denen vielleicht „die heilige Aufgabe, die alle jüdischen Gemeinden in der Welt haben keine Herzenssache ist." Denn <5er Führer dieser „Politiker” ist David Ben Gurion, der den Judcns'.aat geschaffen und erfolgreich durch die ersten 13 unsagbar schweren Jahre seines jungen Daseins geleitet hat. Ben Gurion ist zwar kein sonen — trotz sommerlicher Temperatur — besucht war. Darunter befanden sich erfreulicherweise viele Ju„ gendliche und Kindti, dtten Gruppen sowohl gesanglich wie rezitatorisch und darstellerisch ausgezeichnete Beiträge boten. Besonders eine Szene aus einer D:chtung von Saul Tschernichowski. die in der Zeit des Bar Koehba . Aufstandes spielt, wurde von Jugendlichen sa wiedergegeben, dass man ihr Verständnis für die Aktualität des Werkes herausspürte.? In seiner ..Mairkabäerrede“ unterstrich der Gemein, derabbiner Dr Meir Rosenberg die Tatsache, dass ein solcher Abend wie dieser noch vor wenigen Jahren in Belgrano nicht hätte veranstaltet werden können uncL die glückliche Entwicklung von „Bel Israel” die Bestätig gung für die Notwendigkeit nationaler und'religiöser Ge. meindearbeit, in inniger Verbindung mit Medinatl%| Jisrael, darstellt. Vom feier-1 liehen Lichtentzünden und* dem gemeinsamem „Moaus- Zur'-Gcsang bis zum zwang, losen Beisammensein auf def Dachterrasse herrschte e nfe harmonische Feststimmung, die sich auf jeden einzelnen Teilnehmer übertrug. ausgesprochen „religiöser Führer des jüdischen Volkes insbesondere in der Galuth’» obwohl er dank seiner aut sserordentlichen Kenntnisse in der Bibel, dem Schuft* tum unserer Weisen und in der jüdischen Geschichte auch dazu prädestiniert wii. re. Ben Gurion. einer der grössten Geister unserer Zeit und der unbestrittene Führer des jüdischen Volkes, hat Millionen von Juden einen neuen Glauben an diu schöpferische Kraft des ewigen Judentums gegeben und sie damit wieder zum lebendigen Judentum aurüeiwie* führt, eine Aufgabe, au «e* leider unsere blühenden und mit ganzer Kraft um die eigene lukunft ringenden Gemeinden gescheitert sind, ünd Ben Onrton verlangt IlllUiCr >v '<■'"* CT (i ■ \! i;-'| ft - Wr Juden, d.imi s.-i;,i . ii Bodeu vor; ,oV« > - djude« werden. Dr. Kati Kost

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